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Dirty Dichters Weihnachtsgedanken: Pillen lügen nicht

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Weihnachten wird dieses Jahr in der Apotheke entschieden wo sich alt & alt gesellt hast du nichts so bleiben dir die Krankheiten Vitamine für alle Morphium für die erhitzten Gemüter Taubmacher für das Geschrei unterm Baum zwo drei hebt den Takt zum Todesreigen der Gebrechlichkeiten auch die grindige Alte mit den verrutschten Stützstrümpfen ist da unablässig brabbelt sie über ihren Hautausschlag doch niemand da der ihr zuhört selbst die Enkel schämen sich Buckelchen fehlt eigentlich schade so kurz vor der Parade hat er es nicht mehr geschafft. http://dirtydichter.blogspot.de/2011/12/pillen-lugen-nicht.html

Elf Fragen von schmerzwach an den Schriftsteller Thomas Reich

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1978  Der Reich erblickt zum ersten Mal das Licht der Öffentlichkeit  1987  Das kreative Talent bricht aus (Schulaufsätze, die nur Ärger bringen...)  1997 Abitur, Freundschaft mit einem renommierten Comiczeichner, erste Bekanntschaft mit den Texten von Bukowski 1998/1999  Das Schreiber erster Texte  2000 Erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Der Reich hat von nun an die Lizenz zum Verkaufen!  2006 Die Homepage geht online  2007 Gründung des Dirty-Dichter-Blogs   2010 Gemeinschaftswerk: Eines meiner Gedichte zusammen mit der Fotokunst von Michaela Pucher auf der Ausstellung JUBILARE als Hommage an Charles Bukowski. Relaunch von Homepage und Dirty-Dichter-Blog. 2011 Der Dirty-Dichter-Blog bekommt einen neuen Look. Fanshop eröffnet. Da werden seine zahlreichen Veröffentlichungen und viele lustige T-Shirts und co. feilgeboten. 1. Wer bist du? Schriftsteller, Blogger, Onlineaktivist. Ein Mann mit vielen Ge...

Auszug aus Automatenliebe von Thomas Reich

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Gesichter sind austauschbar so viele die mir eine Geschichte erzählen könnten in der ich vorkomme alle sehr lecker (Brötchenholen am Morgen). Wie schmeckt ein Mensch? Ich fresse mich auf wenn ich andere verbrauche nehme sie mir                  wie ein Buch                  aus dem Regal                  eine Dose Ravioli noch schnell,                  vor der Kasse. Nase und Mund und Augen und Wangen und Beine und Paradiese wirbeln im Konsumrausch an mir vorbei sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht grapsche blind nach Fleisch ohne Halt zu finden. Die Nächte in denen ich den Reißverschluß schon gar nicht mehr zumachte und mir meine stupiden Eier wehtaten. Mehr lesen? Das Buch findet ihr hier  http://dirtydichter.blogspot.de/2012/04/ausschnitt-aus-automatenliebe.html

Ausschnitt aus "Blutzoll" von Thomas Reich

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Eine gute Stunde später saß Doktor Sommerberg im Präsidium. Nervös spielte er mit seinem Kugelschreiber. Die Aufregung war ihm anzusehen. „Er ist uns entkommen.“ „Sind sie sicher, dass es Christoffer war?“ „Wir versuchen der Presse einen Riegel vorzuschieben, aber das hält nicht lange vor. Heute Nachmittag war ein Team in seiner Wohnung. Wir waren mit den Kollegen über Funk verbunden. Von daher wissen wir, dass sich Leichenreste in der Wohnung befanden. Dann zündete eine selbst gebastelte Bombe.“ „Wie bitte?!“ Rutherford lächelte bitter. „Arnac ist tot, zwei seiner Leute ebenfalls. Die Spurensicherung kratzt sie gerade von den Wänden. Wir wissen noch nicht, welche Art von Zünder er verwendet hat. Allerdings kann man sagen, dass der Mistkerl ganze Arbeit geleistet hat. Passt das zu dem Christoffer, den sie kennen?“ „Die Leichenteile, ja… er ernährt sich zunehmend von Menschenfleisch. Aber die Bombe? Woher könnte er nur das Wissen haben?“ „Nun, die meisten der wirklichen Schwe...

Ausschnitt aus "Logbuch eines Psychonauten" von Thomas Reich

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Der folgende Text erschien im Jahr 2002 unter dem Namen "Großstadtjunkie" im Gedichtband "Logbuch eines Psychonauten" von Thomas Reich.  Die Stadt stinkt eine einzige Kloake Menschen in Moderwolken zuviel Hektik zu viele Menschen Ekel vor den Gesichtern häßlich verrückt man sollte eine Waffe haben um auszuwählen. Polizisten an jedem großen Platz schützen sie uns vor den Anderen oder die Anderen vor uns? Was wo seht mich nicht an Übermacht der Augen Baseballschläger und Butterflymesser. Flucht des Nachtreisenden zwischen S-Bahnen und U-Bahnen flitzende Lichter Spiegelreflektionen in der Scheibe Haltestellen haltend ungewisser Fahrplan an der Torpforte zur Hölle. Zuhause in einem Meer von Plastiktüten: Die rote Lichterwelt beginnt hinter der Mauer flackert im Uhrzeigersinn meine Augen hinauf Blut Spritzen eine Regenbogengestalt hält mir den kalten Dolch an die Kehle Lichterschein in h...

Ausschnitt aus "Christoffer" von Thomas Reich

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Rückblickend redete er sich ein, dass er harmlos die Strecke hätte entlangfahren können, ohne Zwischenfälle. Ohne Aussetzer. Doch wie schon oft erwies sich die Gelegenheit als besonders günstig, buchstäblich unwiderstehlich. Er fuhr gerade durch eine kleine Ortschaft Richtung Bundesstraße, als er Melanie Deuner am Straßenrand sah. Nach Manier der Anhalterinnen streckte sie den Daumen raus. Der Zufall wollte es, dass auf ihrem Schild Nürnberg stand. Der Zufall konnte grausam sein. Christoffer der Kavalier. Er konnte die junge Frau nicht einfach so stehen lassen. Er setzte den Blinker & fuhr rechts ran. „Sie haben Glück, junge Frau, ich fahre auch nach Nürnberg. Springen sie rein.“ „Soll ich meine Reisetasche auf den Rücksitz legen?“ „Moment. Ich mach mal den Kofferraum auf.“ Christoffer verstaute ihre Tasche. Die Türen schlossen sich für sie wie ein Sargdeckel. „Ich heiße Melanie, und du?“ „Sascha.“ Im Radio sprach jemand vom Wetter. Es sollte schlechter werden. Möglich...

Ausschnitt aus "Babylons letzter Wächter" von Thomas Reich

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Als ich aufwachte, fand ich mich in einem weißen Raum ohne Fenster wieder. Ich wusste nicht, wie ich hierher gekommen war, noch meinen Namen. Mein Gedächtnis war so leer wie dieser Raum. Ich schlug die Bettdecke zur Seite und versuchte, die Dimensionen meiner Heimstatt zu untersuchen. Neben dem bereits erwähnten Bett besaß ich einen Stuhl, einen Tisch, und einen Kleiderschrank. Weiß lackiert. Im Schrank hingen weiße Hosen aus derbem Baumwollstoff, sowie dazu passende Hemden. In der Schublade fand ich weiße Socken und Unterhosen. Ich begann die Wände abzuschreiten. Ich schätzte die Weite meiner Schritte und kam auf ein ungefähres Raummaß von fünf mal fünf Metern. Ein Zollstock hätte mir das bestätigt, was ich insgeheim schon wusste: Der Raum war absolut quadratisch. Ich fand zwei Türen, von der die eine nur durch die dünne Linie, die die glatte Wand unterbrach, zu erkennen war. Sie hatte keinen Griff. Zu ihrer Rechten hing ein kleiner Kasten an der Wand, der eine milchige Platte in...

Ausschnitt aus "Scher den Bär" von Thomas Reich

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http://www.vollverdummt.de/ Ferdi war eine glückliche Filzlaus in Festanstellung. Seit drei Jahren arbeitete er in den Förderfeldern des berühmten Schamhaarmodels Uschi. Dadurch genoss er deutlich mehr Achtung als seine Kollegen in Tine Wittlers haarigem Duschausguss, oder Elton Johns Toupet. Seine Frau hatte eine Halbtagsstelle im Kindergarten von Kratzingen. Als Doppelverdiener konnten sie sich ein großes Haus leisten. Die Partypackung Knabberspaß, die ein achtloser Passant weggeworfen hatte, beinhaltete zehn Kammern. Er fuhr mit dem Bus zur Arbeit, da die Verbindungen zur Arbeitsstelle seiner Frau schlechter waren als die seinen. Momentan sparten sie gerade auf einen Zweitwagen. Kurz gesagt- alles lief zum Besten. Bis zu einem verhängnisvollen Augustmorgen. Der Schweiß floss in Strömen. Den ganzen Morgen hatten sie Pipelines gelegt, um die Brutfelder trocken zu legen. Eine hektische Betriebsamkeit lag über der gesamten Anlage. „Sag mal Ferdi, du hast da was.“ „Schnell, mach ...

Ausschnitt aus "Lass mich dein Raubtier sein" von Thomas Reich

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Nun, wo Anna fort war, blieb keine schützende Hand mehr übrig. Ich erwachte nach drei durchfickten Nächten, die nur den Katzenschlaf kannten zwischen dem Einschlafen der Frau und dem sich zur Tür schleichen. Benommen in einem fremden Bett, den Rücken von Fingernägeln zerkratzt. Zur Flucht zu spät. Zum Kaffee genötigt. Wie konnte mir so ein Patzer geschehen. Dass ich über Nacht geblieben war? „Du hast an eine Andere gedacht, als du mich gefickt hast, nicht wahr?“ Ich dachte nicht daran, auf diese Frage zu antworten! Was erdreistete sie sich? Sie hatte mit dem Fickmeister geschlafen! „Schon okay, brauchst mir nicht sagen. Du wirkst unglücklich.“ „Bin ich nicht!“ „Ach. Dein Körper sitzt hier in meiner Wohnung, seit Mitternacht. Und trotzdem bist du kilometerweit von mir entfernt.“ Sie machte eine kurze Pause. „Und von dir auch.“ „Ich habe eine Trennung hinter mir.“ „Relativ frisch?“ „Kann man so sagen.“ Ich biss mir auf die Lippen und studierte das Kleingedruckte auf der Kaf...

Ausschnitt aus dem Roman "Wunschmünzen" von T. Reich

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Original:  http://dirtydichter.blogspot.com/2012/02/ausschnitt-aus-wunschmunzen.html Die Ebene, zu der er sich heute aufgemacht hatte, lag weiter oben. Der Aufstieg war mühsam, da der einzige Weg steinig war. Der restliche Hang war Sand, den die Zeit langsam abtrug. Vielleicht würde es diese Stätte einmal nicht mehr geben. Gegangen mit dem Wind. Dieser wehte kräftig, Sand gelang in die Lunge. Nun wurde er von einem trockenen Reizhusten begleitet. Sein linkes Kniegelenk brannte wie Feuer. Noch zwei Jahre bis zum Ruhestand. Sein Körper, einst zuverlässig wie eine deutsche Eiche, beharrlich allen Beanspruchungen trotzend, verließ ihn mehr und mehr. Er wurde zu alt für diese Arbeit. Die Ebene war nicht groß, sie maß wohl zweihundert Ellen in der Länge und dreihundert in der Breite. In ihrer Mitte standen drei Kreuze. Kinder hatten sich eingefunden. Sie waren wie die Ratten, sie kreuchten und fleuchten überall herum, wo es sie nichts anging. Das Strobermädel hatte einen leinenen S...