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Ali und Ramazan von Perihan Magden

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Der Roman "Ali und Ramazan" von Perihan Magden lag vor Kurzem noch neben Plattenbaugefühle im Oscar Wilde Buchladen... Ich habe es mir gekauft und natürlich gelesen... So wie ich das erste ins Deutsche übersetzte Buch von der Journalistin und Autorin Perihan Magden mit dem Namen "Zwei Mädchen. Istanbul story" gelesen habe. "Ali und Ramazan" wurde im Jahr 2010 zum Buch des Jahres in der Türkei gewählt, es wird gerade verfilmt. Es geht um "Seite 3"-Jungs - die Seite 3 ist diejenige, auf der Verbrechen, Todesfälle usw. berichtet werden. Und im Jahre 1992 las nun die Autorin vom Tod eines jungen Prostituierten, von Ramazan. Sie recherchierte diesen Fall und schrieb ein halb dokumentarisches und halb literarisches Buch darüber. Der wunderschöne Ramazan ist in einem Waisenhaus in Istanbul untergebracht. Er wird von allen bewundert, nicht alleine deswegen, weil er jeden beim Murmeln spielen besiegt, er ist der Anführer. Dann kommt Ali, der Kurde, aus ...

Oscar Wilde - Das Bild des Dorian Gray

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Es hat eine Weile gedauert - doch nun ist es vollbracht: Ich habe "Das Bild des Dorian Gray" von Oscar Wilde erneut gelesen. Und es war merkwürdig. Obwohl ich den Film mit Ben Barnes  vor gar nicht allzu langer Zeit gesehen habe, blieb mir nichts davon im Gedächtnis haften. Ich konnte mich sogar besser an die Bilder in meinem Kopf erinnern, die ich beim ersten Lesen - vor langer Zeit - hatte. Was habe ich jetzt beim erneuten Lesen aus der Lektüre mitgenommen? Was ist die makellose Schönheit wert, derer sich Dorian Gray jahrelang, jahrzehntelang bedienen darf? Was ist seine Jugend wert? In der heutigen Zeit gilt dieser Hedonismus, dieser Jugend- und Schönheitswahn noch mehr denn je. Fünfzigjährige Männer, die sich anziehen wie Teenies, sechzigjährige Frauen, die sich mit Botox zu Vierzigjährigen spritzen möchten, Zwanzigjährige, die sich Silikon in die Brüste implantieren oder Fett absaugen lassen. Im Dorian Gray heißt es auf S.241 (Ausgabe Büchergilde Frankfurt): Dann pack...

Pacavelli´s Gedanken Blog: Amphetaminrausch

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Amphetaminrausch Erste Nacht wach, gutes Gefühl, laut, von innen der Krach, folgt schon Tag zwei, immer ein Gedanke, besser schlafen, Nacht ist vorbei, bis Tag drei, mit´m Schlaf ist´s vorbei, keine Kohle, mehr Stoff, egal, wenn ich was leih, reicht bis Tag vier, wie lang bin ich wach? Wo bin ich bloß hier? Fragen, bis Tag fünf hat begonnen, schlechte Laune, alles Gute am Rausch, weg, wie zerronnen, und schon ist´s der sechste Tag, brauche mehr Stoff. Schlafen? Was, wenn ich aufstehen mag? Gekauft. Vernichtet. Tag sieben, höre die Frage. Vergesse sie. Welche Antwort? Hängen geblieben? Wieder wird´s hell, Licht für Tag acht, mehr Stoff. Einmal angefangen, jetzt wird auch weitergemacht, mehr, immer mehr, ist schon Tag neun, kaputt, kein Geld, mehr Stoff würd mich freuen, nachgedacht, wahr gemacht, Tag zehn, völlig verkracht, Körper kann winseln, muss gehen, bis das Herz Mucken macht, genau zu Tag elf, Mitternacht, Herzinfarkt, will mehr Stoff. Der Teufel lacht. Eins im Sinn. Fast umge...

Flammen: Hellsichtige Visionen

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Sie wärmten sich am Feuer. Yasar sagte: „Salli Tüt.“ Jonas verstand nicht: „Das heißt doch Solitaire?!“ Der andere lachte. Jonas hatte bereits vergessen, dass er fünf Minuten zuvor seinen Freund ausgelacht hatte, als der mit einer Tüte aus seinem Zimmer gekommen war, hatte sie absurderweise mit "Salli Tüt!" begrüßt. Um sie herum saßen Uli, Mark und andere "Abstinenzler", sie unterhielten sich über Schulthemen, Physik-LKler und so... Für Jonas wirkte die Feuerstelle riesengroß und er dachte, dass da sehr viele Leute um ihn herum sein mussten. Er schaute ihn die Flammen, es entstanden wunderschöne Feuervisionen vor seinen Augen, Realität und Traumwelt verwischten, die Feuersbrunst wurde mit einem Male riesiger, schien näherzukommen und dann wieder zurüchzuschnellen, er sah funkelnde Schlangen aus dem Feuer emporgleiten, sah sehr viele Schlangen und konzentrierte sich immer wieder auf eine Einzelne. Folgte ihr von ihrem Entstehen aus  weiter auf ihrem schlängelnden Weg...

BEAT Generation - Schreiben, saufen, huren -2-

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Allen Ginsberg sagt in HOWL, dass er sich in Jack Kerouac verliebt hatte... Kennengelernt hatten sie sich durch Lucien Carr: Allen Ginsberg, Jack Kerouac und William S. Burroughs. Allen Ginsberg war auch der erste, der über Lucien Carr und dessen Mordtat schrieb... Doch während bei Allen Ginsberg verhindert wurde, dass er weiter darüber schreibt - sein Professor an der Uni versuchte ihn davon zu überzeugen, dass seine Erzählung darüber zu obszön sei - veröffentlichten William S. Burroughs und Jack Kerouac ihr gemeinsames Erstlingswerk über die Geschichte von Lucien Carr und David Kammerer. Allerdings auch erst sehr viele Jahre nach Beendigung ihres Werkes. Beide waren von diesem Thema sehr fasziniert, versuchten immer wieder ihr Manuskript bei einem Verlag unterzubringen. Jahrzehntelang lehnten Verlage dieses Buch ab, weil sie daran zweifelten, es verkaufen zu können... David Kammerer war ein Lehrer in St. Louis und stand nachweislich auf sehr junge Männer, um nicht zu sagen Tee...

Die drei Stigmata des Palmer Eldritch

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Am zehnten Tag der Bücherliste soll man ein Buch seines Lieblingsautoren auswählen. Nun gut, mein Lieblingsautor ist vermutlich Philip K. Dick, der am 16.12.1928 in Chicago auf die Welt kam und am 2.3.82 in Santa Ana, in California, verstarb. Ein Science-Fiction-Autor, ich weiß, was kann man literarisch von dem halten, diskreditiert man sich nicht damit selbst als Literaturkenner? Nein, ich denke nicht. :-) Im Gegenteil, viele seiner Werke werden heute zu den modernen Klassikern der amerikanischen Literatur gezählt, viele seiner Vorlagen wurden für das Kino adaptiert, unter anderem Blade Runner , Paycheck , Minority Report , A Scanner Darkly , Filme wie Matrix oder eXistenZ bauen auf seinen Ideen auf. Sein Schreibstil ist einerseits in einem leicht verständlichen und publikumsnahen Stil geschrieben (was ja für Literaturexperten immer heißt: nicht nobelpreiswürdig), seine Charaktere immer sympathisch und vor allem authentisch, die Handlung immer tiefgründig und vor allem immer mehrere...

Genervt sein...

"Abfuck" kann verwendet werden um einen negativen Zustand oder einer schlechten Sache Ausdruck zu verleihen. "Verbalinkontinenz" beschreibt die die Unfähigkeit, den Mund zu halten. "Erfahrungsresistent" ist, wer nicht einmal aus eigener Erfahrung klug wird. Wenn jemand übelst bescheuert ist, dann kann man ihn als einen "alden Eimer" bezeichnen. Neino: Jemand der nicht sehr gut gelitten ist, mit dem man sich nicht gerne abgibt und in der Öffentlichkeit zeigt. Jemand ist "abgespackt", wenn er richtig daneben, peinlich und zum Lachen ist. "Abhonken" bedeutet sich merkwürdig verhalten. "Abkacken" kann man verwenden, wenn man etwas schlecht macht, man bei etwas schwach ist und verliert oder wenn etwas kaputtgeht. Ein "Agrospack" ist ein aggressiver, herumpöbelnder Mensch, der andere Leute anmacht. Als "Chromosomenscherz" kann man einen sehr einfältigen Menschen bezeichnen. Ein Cerebralentkernter ist ei...

Nachts in Darmstadt mein neuer Freund

Nachts in Darmstadt... es hätte auch anderswo sein können. Vielleicht. Aber es hätte nicht einem anderen passieren können. Vermutlich. Glaube ich zumindest. Vielleicht lag es auch an diesem Abend, an dieser Nacht. Aber... ach, eigentlich war es so wie immer in solchen Nächten. Es war am Heinerfest. Alle Heiner betrinken sich da. Auch die Odenwälder, die verhinderte Heiner sind. Und auch die, die keine Heiner sein wollen. Wie ich. Aber ich wollte feiern. Zuerst stand ich da, nichtsahnend. Philipp rannte mir in die Arme. Er wollte gleich weiter. Er hatte einen Unsinn getrieben. Einer seiner Lehrer stand plötzlich da, wollte die Polizei rufen. Philipp bat mich, schnell mit ihm zu flüchten. Aber das ist eigentlich eine andere Geschichte. Später war ich mit den Freunden von Philipp im Schlosskeller. Feiern nach dem Heinerfest. Und dann war drei Uhr morgens. Und ich dachte: Ach, da kannst du doch mal langsam Richtung Bahnhof schlappen. Und dann... dann fährt vielleicht ja auch eine Bahn? M...