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Kitchen Stories ELEVEN (Psychotherapie und Schreiben)

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In einem Interview mit der Psychologie Heute sagt Ulla Hahn, dass sie nicht glaube, dass Psychotherapie in eine Schreibblockade führe (obwohl ja manche Schriftsteller deswegen die Psychotherapie ablehnen, denn wo bliebe der Stoff, wenn man das alles auf diese Weise verarbeite).  Sie sagt, dass selbst wenn sich Probleme und Konstellationen veränderten, es noch genug Schrott gebe, worüber man schreiben könne. Sowieso sei ein großer Unterschied zwischen Psychotherapie und Schriftstellerei: Denn schließlich seien diese Erinnerungen, die hochkommen, die Gefühle, die man dazu erspüren soll, nur der erste Schritt. Beim Schreiben müssten da noch ganz andere Dinge passieren, ein Prozess der Ästhetisierung muss erfolgen. Man muss die richtigen Worte auch im literarischen Sinne finden, die Erinnerungen sind wie eine knetbare Masse. Sie gilt es zu verändern, wie es der Text erfordert, ja, der Text gewinnt eine größere Macht als die Erinnerungen. Ulla Hahn sagt, dass man sich beim Schreiben ...

Lektorieren Text R.O.T. - Teil 1

Ich sitze in ihrer Küche. Mir wird mulmig. Wir haben bisher alles richtig gemacht. Das Blind-Date lief überraschend gut. Mich hat nicht gestört, dass sie dauernd rot wird. Als sie fragte: „Willst du noch zu mir rauf, einen Kaffee trinken?“, wurde ihr Gesicht fleckig und unansehnlich. Ich sitze in ihrer knallroten Küche. Während ich die Wände betrachte, wird mir schummrig. Heiß. Ich bekomme keine Luft. Hechele. Ich bitte um Wasser. Schütte es in mich hinein. Ich kann mich nicht mehr auf ihre Worte konzentrieren. Ich schwitze. Ich friere. Mich schüttelt es. Kurz gelingt es mir, sie anzusehen. Rot. Ein anderer Ton als die Wände. Sie lassen mich nicht klar denken. Schwindel. Ich muss raus. Sie bekommt einen leichten Anflug von Panik. Fragt mich, was mit mir los sei. Ich stütze mich auf den Tisch, der dabei fast umfällt, stolpere über ihre Beine. Stoße mir den Kopf an der Lampe. Auf den Herd stützen, am Türrahmen festhalten. An der Flur-Wand entlang zur Haustür. Sie läuft irritiert hinterh...

Werde mein Lektor!

So, gleich werde ich hier einen Text posten (vermutlich in zwei oder drei Teilen). Ihr seid nun aufgerufen, meine Lektoren zu werden. Was das heißt? Ich bitte euch darum, im Kommentar-Kästchen sinnvolle, konstruktive Kritik niederzuschreiben, die mir dabei helfen soll, den Text zu optimieren. In den nächsten Tagen folgen noch zwei weitere Texte. Die drei Texte ergeben eine Trilogie, gehören also zusammen. Worauf ihr achten könnt: - Füllwörter (ausmerzen) - Satzbau (verquer, unverständlich zum Lesen, kürzen/umschreiben? zu kurz?) - Sinn (passt alles zusammen? versteht man, was ich schreibe?) - Beschreibungen (zu langatmig, zu kurz und damit unverständlich? mehr davon?) - Stil (Wortwahl, Sprache der Figuren angemessen, auch auf die Verschiedenheit der Geschlechter bezogen) - Leerstellen (bleibt genug Raum für die Leser/innen für eigene Assoziationen?) - was noch fehlt für eine gute (funktionierende) Geschichte - Orthographie (alles richtig geschrieben?) usw. Also, jetzt werde ich gleich ...