Posts

Posts mit dem Label "Heimat" werden angezeigt.

Messdi und so

Bild
Kehl. Alte Heimat. Nicht oft besucht - aber dann: Messdi. Die sechste Jahreszeit in Kehl. Die fünfte Jahreszeit ist, wie in Köln oder Mainz auch, die Fastnacht (Fasching, Karneval, wie auch immer). Aber den Messdi hat niemand. Vier Tage Ausnahmezustand. Immer beginnend an Christi Himmelfahrt, umgangssprachlich der Vatertag oder im Osten Herrentag.Ja, jeden Donnerstag torkeln massenweise Männer über den Messdi, schon nachmittags betrunken, abends ist bei vielen dann alles vorbei. Alles ist auf den Beinen am Messdi, jung wie alt, jeder Herkunft, ein deutsch-französisches Sprachenmeer - denn auch die Straßburger kommen zum Messdi, vor allem die jüngeren. Und es sind Menschen da, die sonst nur an Weihnachten zu Besuch sind (und nicht einmal an Ostern) - Menschen, mit denen ich mal auf der Schule war. Menschen, mit denen ich sehr viel Zeit verbracht habe - früher!  Ich hatte zwei Jahre ausgesetzt mit dem Messdi, da waren so viele andere Dinge, die ich zeitgleich zu tun hatte. Aber d...

Meine Mutter Griechenland

Bild
In diesem Buch erzähle ich Geschichten über Integration, Heimat, Fremde, Sprache und Sehnsucht. Als Deutscher mit griechischem Namen besitze ich ja wohl das nötige Gespür, um so manches Klischee zu enttarnen und augenzwinkernd auf den Punkt zu bringen. ;-)  Die wechselnden Erzähler der Geschichten spiegeln meine Erfahrungen wider:  „Es gibt weder „die Deutschen“ noch „die Griechen“, wir werden alle von so vielen Menschen und Dingen geprägt, aber auch von unserem eigenen Charakter, von unseren Erfahrungen, von unseren Stärken und Schwächen – wir sind alle so verschieden vom anderen, dass wir uns teilweise so fremd vorkommen“.  http://www.amazon.de/Meine-Mutter-Griechenland-ebook/dp/B00B73C9VM/ "Beate, der Vassili bleibt Grieche!" sagte Helena Sarikakis. Könnt ihr euch noch erinnern? Harald Schmidt persiflierte die Lindenstraße. :-) 

Fremde, Heimat

Bild
photo by Nikolaos Kallis Fremde, Heimat Fremd sein kannst du überall aber auch nirgends Dein Herz fühlt sich daheim oder nicht es liegt an dir fremd sein bedeutet sich nicht darauf einzulassen daheim sein bedeutet sein Herz in Gang gesetzt zu haben an einem Ort daheim an jedem anderen fremd?

Eastern SUCKS! oder so...

Bild
Muss ich denn gute Laune haben, weil die Sonne lacht und jeder Happy Eastern auf Facebook postet? Dann wurde ich auch noch an diesem Ostersonntag Nachmittag, an dem jeglicher mögliche Flow vom Joggen schon längst weggeblasen wurde, in eine Gruppe eingefügt, die da heißt: "positiv unterwegs! :-)" Zuerst dachte ich ja, dass es etwas mit HIV zu tun hätte und fragte mich WTF?! Dann schnallte ich es und dachte: Oh, wie nett! Da findet mich jemand so positiv und witzig und so - und vor allem mag ich die Person, die mich dazu gefügt hat... Aber nach zwei Stunden Zugehörigkeit zu dieser Gruppe dachte ich wieder: WTF?! Ich bin nicht positiv, und schon gar nicht an Ostern und schon am allerwenigsten in KEHL. Ich muss es auch nicht. Ich muss verdammtnochmal keine gute Laune in Kehl haben, ich muss verdammtnochmal überhaupt gar nicht in Kehl SEIN. Es fuckt mich ab, absolut, es macht mir keinen Spaß, es überfordert mich, es deprimiert mich, es saugt mir all meine Kraft aus... Heimat - w...

Ostergrüße aus Kehl am Rhein

Bild
So, ich hatte also keine Ausrede an diesem Ostersonntag Morgen: Die Sonne schien, es war warm, noch früh genug, der Osterhase musste die Ostergeschenke verstecken, die Hunde waren auch nicht da! Ich musste also joggen gehen! So begann mein Weg, der steinig und schwer war. ;-) Hier ein paar schöne Impressionen aus einer schönen Gegend Deutschlands: KEHL am RHEIN... Und das Joggen war durch die Dokumentation auch weniger langweilig. :-)))

Liebesgeschichte in 11 Liedern - Teil 10

Bild
Lied 10: Enya – Evening Falls Ich saß an Gleis 2, am Flughafen Stuttgart. Es fuhr seit einer Stunde keine Straßenbahn, wegen technischer Störungen in der Oberleitung in sonst wo. Deprimierend. Ich verpasste gerade sämtliche Bahnen, die mich an mein Ziel Frankfurt bringen könnten. Wäre ich nur in Madrid geblieben. So eine Scheiße! Ich bin in Deutschland und habe Heimweh. Nicht nach Frankfurt, nicht nach Karlsruhe. Sondern nach Madrid. Ich hatte ein Bauchgrummeln. Ich wollte nicht. Ich wollte zurück. Heimweh. Nach João. Nach Tom?  Im Flugzeug musste ich weinen. Ich hatte ein Manuskript gelesen, das ich lektorieren musste, eine Liebesgeschichte, eine romantische Szene kurz vor Schluss, ein Abschied. Ich weinte. Mann, ich bin so loco. Ich fühlte mich erschöpft, in der Seele krank. Ich wusste, dass ich die nächsten Tage nicht so weitermachen konnte. Nicht am nächsten Tag arbeiten, nicht den Alltag leben. Ich fuhr an den Bahnhof nach Stuttgart, mit einem Haufen unleidlicher Menschen, d...

Im Jahr 2001 ein Aufsatz zum Thema Multikulti

Was ist denn Multikulti? Eine gute, berechtigte Frage. Ist das, wenn ich in einem Abteil im Zug von Frankfurt-Mörfelden nach Frankfurt einen Farbigen, einen Asiaten, einen Kroaten und einen Türken neben mir sitzen habe? Oder wenn ich in einem Seminar in der Pädagogischen Hochschule, „Medien im DaF-Unterricht“, als „deutscher Grieche“ mit einer eingedeutschten Türkin, die trilingual (deutsch, arabisch, türkisch) aufgewachsen, einer Dozentin, die vor 30 Jahren aus den USA nach Deutschland gekommen ist, und einem Ostdeutschen am PC Rätsel löse, die für Dritt- und Viertklässler im Fach Deutsch bestimmt sind? Ist es Multikulti, wenn der „Grieche“ und die „Türkin“ der Dozentin erklären wollen, dass „Wetterfrösche“ existieren und diese das für ein Märchen hält, glaubt, dass man sie hereinlegen möchte? „Nein“, sagte sie, „es gibt keine Frösche, die in Gläsern leben und auf Leitern steigen!“ Ist Multikulti, wenn ein Deutscher abwechselnd bei einem Chinesen, Türken, Mexikaner, Griechen, Italien...