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Kitchen Stories 59

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Der Blick aus der FIFTYNINE heraus...

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Tour de Nordend - Teil 4 -

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Es wird noch schlimmer. Neben mir sind ein paar Blumentöpfe. Gusseisen. Ich weiß nicht, welcher Teufel diese Dame reitet. Sie sieht schon leicht wahnsinnig aus. In ihren kaputten Strumpfhosen. In ihren löchrigen Schuhen. Mit ihrem verdreckten Mantel. Ihrem Stirnband. Ihren vielen Pullovern, die sie übereinander trägt. Ihrem Stock in der Hand. Der zielgenau auf die Blumentöpfe saust. Laute Geräusche. Meine Nerven! Kann die nicht weiterziehen?! Ich habe Angst um mich. Haut sie als nächstes mich? Wird sie mich kaputtschlagen? Mich treten? Hauen? Stechen? Ich bin so glücklich, als sie weitergeht. Doch ich werde noch glücklicher. Denn zwei junge Männer bleiben stehen. Berühren mich. Die beiden sind stilvoll angezogen. Der eine trägt einen beigen Cord-Anzug. Mit einem hellblauen T-Shirt. Der andere trägt ein sehr schönes Hemd. Wie man es früher trug. Enge Hosen dazu. Beide Lederschuhe. Braun. Edel. „Cool. Oder?“ sagt der eine von beiden, der andere bejaht. „Nehmen wir mit?“ – „Für das Wohn...

Tour de Nordend - Teil 3 -

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Der Raum, in dem ich jetzt stehe, ist anders. Nicht so wie der davor. Er ist bunt. Die Wände sind rot und blau angemalt. Nicht wie diese feinen Tapeten mit gräulichem Muster. Das Zimmer ist vollgestellt. Mit Möbeln, die alle nicht zusammenpassen. Es ist nicht schön. Eine unsympathische grün schimmernde Kommode steht da. Ein weißes Regal, das nicht zu leben scheint. Ein gelber hässlicher Schrank. Drei Tische, in grün, rot und blau. Alle klein und unschön. Überall liegt Krimskrams herum. Aschenbecher. Zigaretten. Chips-Packungen. Schokolade. Lampen. Die Lampen sind so hässlich. Da ist so eine Flüssigkeit drin. Alles leuchtend. Bunt. Wirklich hässlich. Geschirr liegt herum. Nicht edel. Billig, wie alles in dieser Wohnung. Mich stößt das ab. Kein Stil. Ich bin wohl der einzig schöne Gegenstand in dem Zimmer. Das macht mich traurig. Es passiert viel hier. Viele Menschen betreten den Raum. Viele verlassen ihn wieder. Man raucht. Man trinkt. Es stinkt. Man lacht. Man schreit. Man freut sich. ...

Tour de Nordend - Teil 2 -

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Jetzt stehe ich hier. Auf dem Bürgersteig. Ohne die alte Stehlampe. Mit ihrem weißen Schirm. Ohne den alten Nierentisch. Der schon immer in der Mitte des Raumes gestanden hatte. Ohne diesen grässlichen Schaukelstuhl. Der machte mich immer schwindelig, wenn jemand darauf saß. Und sich schaukeln ließ. Schwindelig. Auf der Straße ist es nicht überheizt. Ich befinde mich neben der Hauswand. Die Eingangstüre links. Es laufen Leute vorbei. Tätscheln mich. Öffnen die Schiebetüren. Schauen sich das Radio an. Was nichts bringt. Ich brauche Strom. Schauen sich den Plattenspieler an. Nicken anerkennend. Ein Mann mit Buckel: Früher war alles besser! Ein Mann mit Bierbauch antwortet: Ja, diese Musiktruhen sind toller als diese Stereo-Anlagen unserer Kinder. Und schöner als diese kleinen „Player“ unserer Enkel. Sie nehmen mich trotzdem nicht mit. In den letzten Monaten sah ich nur wenige Menschen. Diese alte Frau. Und den Mann mit der Brille. Jetzt sehe ich viele Leute. Verschiedene Leute. Dicke un...

Tour de Nordend - Teil 1 -

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Musiktruhen haben keine Augen. Sagen die Menschen. Musiktruhen haben keine Ohren. Sagen die Menschen. Musiktruhen sind keine Lebewesen. Sagen sie. Sie können nicht denken. Nicht fühlen. Nicht bewerten. Nicht lieben. Nicht hassen. Sagen sie. Doch wieso nehme ich dann so vieles wahr? Wieso bewerte, liebe, hasse ich so vieles? Musiktruhen sind nicht groß. Es gibt größere Möbel, höhere. Welche, die mehr her machen. Welche, die imposanter sind. Luxuriöser. Schöner. Doch ich bin wie ich bin. Ich bin praktisch. Auf meine Weise hübsch. Quadratisch, praktisch, gut. Sagen die Menschen. Zu einer Schokolade. Habe ich im Radio gehört. Aber die ist auch kein Lebewesen. Glaube ich. Man hat mich „ausgesetzt“. Ach, nein! Das machen Menschen mit Hunden. Man hat mich auf den Bürgersteig gestellt. Morgen soll ich abgeholt werden. Sperrmüll. Sagen sie. Ich weiß nicht, was das bedeutet. Jahrelang stand ich woanders. In einer überheizten Wohnung. Immer stand ich an dem einen gleichen Ort. Neben mir eine alte...