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Krankenhaus-Künstler

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Das weiß man sicherlich nicht, aber einer meiner ersten Langtexte war eine wissenschaftliche Hausarbeit zum Thema Krankheit und Tod, wie man in der Gesellschaft damit umgeht und insbesondere im Religionsunterricht - es ist also ein großes Thema in meinem Leben. Selbstverständlich auch deswegen, weil ich zu Teenie-Zeiten sehr lange auf einer Kinder-Krebs-Station lag. Es ist also ein Thema. Aber wieso so öffentlich? Ich vergleiche mich jetzt nicht mit Christoph Schlingensief oder gar Ai Wei Wei, beides große Künstler und fast noch größere Menschen, an die ich nie heranreichen werde. Doch beide haben auch ihre Krankheiten und Krankenhausaufenthalte zu einem öffentlichen Thema gemacht, was ich sehr begrüße. Warum? Krankheit und Tod sind ein riesiger Bestandteil unseres Lebens, das kann man nicht wegdiskutieren und vor allem nicht weg tabuieren. Uns begegnen diese zwei Themen fast häufiger als die Liebe, über die man immer gerne reden möchte. Wieso so öffentlich, so wenig privat? Früher ...

Schuld

Selbstverständlich hat die aufmerksame Leserin bzw. der aufmerksame Leser dieses Blogs schon seit Langem bemerkt, dass der Verfasser desseleben ein sehr emotionaler Mensch ist, sehr sensibel, schnell von Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt, wie man so schön sagt, oder prosaischer: launisch. Oder sehr sensibel, und natürlich einfühlsam. Daher kann auch die Lektüre eines Romans manchmal zu einer mittleren Sinn- und Lebenskrise bei mir führen. Naja, im Hinblick auf weiter unten: Selbst Fernsehsendungen können dazu führen. So las ich das Jugendbuch "Rotkäppchen muss weinen" von Teresa Beate Hanika (im Fischer Verlag erschienen) und kam zu folgender Stelle auf Seite 103/104: Der Krebs, sagte sie, ist schon ganz lange in mir drin. Jahrelang. Erst ist er nur ein Gedanke, ein Gefühl, ein unglückliches Gefühl, eine kleine Wunde, die dir jemand zufügt, und wenn du nicht zusiehst, dass du diese Wunde heilst, dann wächst daraus etwas, das größer und größer wird, und dann wird man von inn...