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Der ABK – oder Occupy Me

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http://www.amazon.de/Schmerzwach-Buch-Leben-Liebe-Generation/dp/384177038X/ Ich sage es vorweg – der ABK, voll ausgeschrieben: Alternativer Block Kehl – ist erstunken und erlogen. Warum ich dieses Konstrukt ABK erfunden habe? Da kommen mehrere Dinge zusammen. Zunächst einmal die Ausstellung im Jahr 2008 im Frankfurter Historischen Museum, die mich sehr zum Nachdenken brachte: „Die 68er – Kurzer Sommer, lange Wirkung“. Ich hatte plötzlich den Eindruck, dass diese 68er umsonst gekämpft haben, dass so vieles wieder eher einen Rückschritt als einen Fortschritt macht, vor allem in der Geschlechterbewegung, und in der Folge überlegte ich mir, eine „linke Zelle“ zu etablieren, die die Gender-Problematik thematisiert, Rollenbilder, die neu interpretiert werden sollten und solche Dinge. Dann entdeckte ich einen Literaten für mich, von dem ich zwar gehört, aber nie etwas gelesen hatte, geschweige denn mich mit ihm befasst hätte. Fernando Pessoa. Und was ich über ihn erfuhr, machte mich...

"Das war´s dann wohl". Abschiedsbriefe von Männern - Sibylle Berg (Hrsg.)

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Sibylle Berg ist vor allem durch ihre durch und durch obszöne und böse Literatur wie zum Beispiel in SEX² bekannt. Manche lieben ihre zynische Art, manche finden ihre Schreibe nur pervers. Sie polarisiert sehr. 2006 legte sie den erfolgreichen Band „UND ICH DACHTE, ES SEI LIEBE“. ABSCHIEDSBRIEFE VON FRAUEN vor, der daraufhin auch als Hörbuch mit Sophie Rois und Hannelore Hoger herauskam. 2008 folgte dann das Pendant dazu: „DAS WAR´S DANN WOHL“. ABSCHIEDSBRIEFE VON MÄNNERN. Darin bietet Sibylle Berg nun unverblümte und intime Einsichten in die Gefühlswelten von Männern. Die von ihr gesammelten Briefe sind anrührende Zeugnisse männlichen Ausdrucksvermögens. Denn: Natürlich haben Männer Gefühle, oft sogar sehr viel verzweifeltere als Frauen, denn sie wissen gemeinhin nicht, wie sie ihnen Ausdruck verleihen sollen. So lautet zumindest das Klischee. Sibylle Berg hat Abschiedsbriefe gesammelt und kommentiert, Briefe von berühmten und weniger berühmten Männern, von lebenden und toten. Und...

Sehnsucht...

Natürlich gebe ich gerne Bücher weiter, die mir gefallen. Insbesondere Mitglieder des ABK beglücke ich gerne mit schöner Literatur. Wir unterhalten uns dann auch stundenlang darüber. Meist sind es Texte, die einen Inhalt haben, die eher einen sozialkritischen Hintergrund besitzen, die uns dann zu langen politischen Diskussionen führen. Dabei haben es uns naturgemäß vor allem lateinamerikanische und russische Romane angetan, daneben auch die Literatur der ehemaligen DDR, zumindest um mehr Hintergrund zu erhalten, mehr hinterfragen zu können. Gedichte waren bisher nicht unser Diskussionsthema, aus bekannten Gründen. Doch man kann sich vorstellen, dass ich meine Freunde vom ABK nicht nur mit Faldbakken, den sie mittlerweile heiß und innig lieben und zitieren, erfreuen wollte, sondern ebenso mit Alberto Caiero, der ja bekanntlich das Alter Ego Fernando Pessoas ist. Schiff, das du in die Ferne fährst, Warum verspüre ich, anders als andere, Kaum bist du entschwunden, keine Sehnsucht nach di...

Welttag der Poesie

Welttage... Es gibt so einige davon. Ob sie sinnvoll und notwendig sind, darüber kann man sich gerne streiten. Wieso braucht man einen Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember? Sollte man nicht jeden Tag was gegen die epidemische Ausbreitung dieser Krankheit zum Beispiel in Afrika machen? Ist der European Buy Nothing Day am 27. November notwendig? Und könnte er nicht etwas noch zeitnaher an Weihnachten liegen? Ein Welt-Toiletten-Tag am 19.November hört sich erst einmal lustig an. Nach Al Bundy oder Leuten, die gerne über Toiletten-Philosophie sprechen oder stundenlang auf dem stillen Örtchen lesen. Doch er hat einen ernsteren Hintergrund: Er wurde 2001 von der World-Toilet-Organization (WTO) in Singapur ausgerufen und soll zu einer Verbesserung der hygienischen Situation in den Entwicklungsländern aufgerufen werden. Der Welttag der Poesie findet immer am 21. März statt und wurde das erste Mal im Jahre 2000 von der UNESCO ausgerufen. Dieser Welttag soll an den Stellenwert der Poesie, an die Vielfal...

Ich flüchte mich in die Poesie...

Mein Herr Caiero ist so weise, so poetisch und schreibt so schön. Wenn ich an morgen und an die Wiederaufnahme der Arbeit denke, dann flüchte ich lieber in seine Gedichte... Sonst bekomme ich wieder den Blues... Wenn ich zuweilen sage, die Blumen lächeln, Und wenn ich sage, die Flüsse singen, Dann nicht, weil ich glaubte, es gäbe lächelnde Blumen Und singend strömende Flüsse... Sondern weil ich die unzulänglichen Menschen so empfänglicher mache Für das wahre und wirkliche Wesen der Blumen und Flüsse. Da ich schreibe, damit sie mich lesen, opfere ich mich bisweilen Der Beschränktheit ihrer Sinne... Ich tue es ungern, doch ich spreche mich frei, Denn ich nehme mich nicht wirklich an, Bin ich doch nur etwas Verwerfliches wie ein Dolmetscher der Natur, Denn es gibt Menschen, die ihre Sprache nicht verstehen, Da ihre Sprache keine Sprache ist... Und da fühle ich mich plötzlich an OSHO erinnert, und wie ich Bücher von ihm verschlang, sie quasi als eine Art Meditation erlebt...

Eine Antwort an R. - Alberto Caieros Poesie

Manchmal ist das Ganze etwas unfair. Der eine möchte nichts von sich in einem Blog lesen (wie z.B. P.), der andere möchte nur Gutes von sich lesen, wieder ein anderer nur Wahres, der letzte vielleicht nur Erfundenes. Ich gehöre sicherlich nicht zu denjenigen, die von sich behaupten, immer DIE WAHRHEIT zu sagen. Denn ich weiß, dass es DIESE EINE WAHRHEIT nicht gibt. Bestimmt gehöre ich ebenso wenig zu den Schmeichlern und Charmeuren. R., um ihn als Beispiel zu nehmen, hat das Gefühl, nicht immer so gut wegzukommen in meinen Beschreibungen. Kann sein, muss nicht sein. Und sicherlich trifft das auf andere ebenso zu. Doch darauf möchte ich mit einem Gedicht antworten. Geschrieben hat es Alberto Caiero in seinen POESIEN. Schön finde ich, dass sein Meisterschüler Ricardo Reis das Vorwort dazu verfasst hat. Seine Worte klingen mir noch in meinen Ohren: "Caeiros Leben läßt sich nicht erzählen, denn von ihm als Person gibt es nichts zu erzählen. Seine Gedichte waren sein Leben." Wie v...

The Horrors - Sea Within a Sea

Es ist nicht ganz einfach. Nein, es ist vielleicht sogar unmöglich. So scheint mir. Oder zumindest mir unmöglich. Und diese Sache beschäftigt mich seit Jahren, ohne dass ich jemals eine Lösung dafür gefunden habe. Es begann alles mit diesen alten Kassetten meines Vaters, rare Aufnahmen griechischer Folklore-Sänger/innen. Ich fragte mich, wie ich dieses Gefühl, das diese Musik in mir auslöste, die Bilder, die sich mir aufdrängten, in Worte fassen könnte. In Worte fassen, die das richtig wiedergeben, für andere verständlich machen. Nein, das ist nicht einfach. Nein, ich bin kein Philippe Besson, ich bin kein Johannes Weinberger, keine Siri Hustvedt, und schon gar nicht ein Philip Roth, Franz Kafka oder Albert Camus. Ich kann schreiben, ich kann mich ausdrücken, ich kann Gefühle erzeugen. Aber es ist schier unmöglich, diese Gefühle, die einem Individuum bei einem bestimmten Lied begegnen, so darzustellen, dass jemand anders einen wahren Eindruck bekommt. Dies würde heißen, Dinge für ander...

Fernando Pessoa

Ich habe einen neuen Lieblingsdichter. Gar nicht, weil ich etwas von ihm gelesen habe... also, ich habe schon mal was von ihm gelesen.... Und heute einen Brief an seine Ex-Frau. Aber nicht deswegen ist er mein neuer Liebling. Sondern wegen seiner Biografie. Wegen seiner Heteronyme. Wikipedia schreibt dazu: Die besondere Eigentümlichkeit im Werk Pessoas bilden die Heteronyme. Im Unterschied zu gewöhnlichen Pseudonymen sind die Heteronyme nicht bloß andere Namen für denselben Autor; hinter ihnen stehen fiktive Personen mit eigenen Biographien, eigenen Schreibstilen, Themen, Motiven und philosophischen Kontexten. Der englische Übersetzer Pessoas, Richard Zenith, zählt 72 verschiedene Namen, wobei nicht immer klar wird, welche davon für Heteronyme stehen und welche Pseudonyme sind – entweder für Pessoa selbst oder für eines der Heteronyme. Die drei wichtigsten Heteronyme sind Alberto Caeiro, Álvaro de Campos und Ricardo Reis. Pessoa beschreibt die drei folgendermaßen: Ricardo Reis wurde 18...