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Teil 3: Gefährliche Liebschaften: Formwandler und Homosexualität in „Star Trek: Deep Space Nine“ aus einer queeren Perspektive

Im Hintergrund sieht man, dass sich zwei Klingonen sehr durch diesen Nebel und Laas gestört fühlen. Einer der beiden tritt auf ihn zu und beschwert sich darüber, woraufhin Laas entgegnet, dass er formwandle, wo und wann er wolle. Der Klingone wirft ihm nun vor, einer der Gründer zu sein und dass dementsprechend das Blut unschuldiger Klingonen an seinen Händen klebe. Der Klingone zieht mit Kampfgeschrei ein Messer, im Gegenzug erschafft der Formwandler ein Kurzschwert und sagt amüsiert: „Mine´ s bigger!“ Der Klingone zielt auf die vermeintliche Magengegend des Gegners, doch das Messer versinkt in der verflüssigten Masse, die eben noch humanoider Körper war. Laas´ Schwert hingegen wird immer länger und trifft den Klingonen tödlich. Zu dieser Sequenz schreibt die Wissenschaftlerin Scheer, müsse man neben den Kategorien „Geschlecht“ und „sexuelle Orientierung“ auch noch eine dritte hinzuziehen: die der „race“. Denn Klingonen werden in der Fachliteratur als science-fictionalisierte Verkörpe...

Teil 2: Gefährliche Liebschaften: Formwandler und Homosexualität in „Star Trek: Deep Space Nine“ aus einer

Zur Folge „Chimera“: Sie beginnt mit der Sequenz, in der Odo, ein Formwandler, der in Deep Space Nine der Sicherheitsoffizier ist, und O´ Brien, dem Schiffsingenieur im Cockpit sitzen. Schon hier finden wir die „unsichtbare“ Sichtbarkeit von Heterosexualität, als die beiden Männer, die mit Frauen verheiratet sind, über Geschenke an diese reden. Dabei sieht man zwei verschiedene Typen von Männlichkeiten: O´Brien als Vertreter der normativen, traditionellen Männlichkeit hat kein Geschenk und damit kein Gespür für die weibliche Sehnsucht nach Aufmerksamkeit. Odo hingegen, der den femininen, empathischen Mann darstellt, hat gleich zwei davon: einen Diamanten und Süßigkeiten, was beides als Geschenke für Frauen per se gelten. Die Wissenschaftlerin Durden stellt fest, dass seit den 1890er Jahren das Wissen um „weibliche“ Bedürfnisse und Themen bei Männern als Indikator für Homosexualität gilt. Weswegen heterosexuelle Männer sich davon distanzierten, um nicht in diesen Verdacht zu kommen. In ...

Teil 1: Gefährliche Liebschaften: Formwandler und Homosexualität in „Star Trek: Deep Space Nine“ aus einer queeren Perspektive

Unter Einbeziehung eines Textes von Uta Scheer schildere ich eine Folge von „Deep Space Nine“ aus einer queeren Perspektive. Die „Star Trek“-Fernsehserien versprechen eine bessere Zukunft – ein Universum, in dem Diskriminierungen auf Grundlage von Rasse, Geschlecht oder der sexuellen Orientierung als überwunden gelten oder, wenn doch noch vorhanden, erfolgreich bekämpft werden. Und gerade diese Einstellung gilt als entscheidend für den weltweiten Erfolg von „Star Trek“ – und einer bis dato einmaligen, globalen Fankultur, inklusive vieler queerer Fans. Aber verwirklicht „Star Trek“ sein Versprechen in Hinsicht auf die science-fictionalisierte Repräsentation von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Transgenders und gelebter Sexualität, die nicht heteronormativen Standards entspricht? Um diese Frage zu beantworten, analysiert die hessische Kulturwissenschaftlerin Uta Scheer eine Episode namens „Chimera“ aus der dritten „Star Trek“-Serie „Deep Space Nine“. Zunächst unterstreicht Scheer noch einm...