Der Kanal von Lee Rourke
Langeweile zu haben oder gar ein Langweiler zu sein war sehr lange Zeit verpönt, es haftete an allen Menschen ein Makel, die mit Langeweile zu tun hatten. Bereits Kindern wird eingetrichtert, dass sie niemals Langeweile haben sollten, immer beschäftigt sein, immer etwas tun. Das Nichtstun, dass still sitzen und an gar nichts denken wird nur Greisinnen und Greisen zugestanden - und wenn diese agil sind, nicht einmal denen... Man musste das nicht großartig reflektieren. Doch in der gegenwärtigen Kultur bekommt die Langeweile plötzlich einen neuen Platz, sie ist en Vogue. In der Novemberausgabe des Merkur erschien ein Essay zum Thema Langeweile, der Popjournalist Simon Reynolds schrieb in seinem Buch "Retromania" darüber und auch Philipp Wüschner machte sich in "Die Entdeckung der Langeweile - Über eine subversive Laune der Philosophie" darüber Gedanken. In der taz-Ausgabe vom 13.12.2011 schrieb Aram Lintzel über dieses Kultur-Phänomen und nannte noch weitere Beispie...