Posts

Posts mit dem Label "Thees" werden angezeigt.

Mein Bukowski 3/3

Bild
http://www.teamlambchop.de/wp-content/bukowski.jpg ... Als Thees wieder verschwand, führte ich mein altes Leben und vergaß Bukowski, der Virus war sehr kurzzeitig in mir drin gewesen. Und er kehrte erst beim nächsten Besuch von Thees zurück, einige Jahre später – wir hatten beide feste Jobs, die uns beide ankotzten. Diesmal hatte er „Factotum“ dabei, mit Matt Dillon, den ich genauso verehre wie Mickey Rourke, ein Film, der in der Zeit spielte, als der Erfolg Buks noch bei weitem nicht absehbar war. Es passte in diese Zeit, in unsere Umbruchsphase, in die von Thees und mir: wir wollten schreiben, wir wussten endlich, dass es keine Ausreden mehr geben dürfe, dass wir endlich so weit sind, nicht DEN Roman zu schreiben, sondern das, was in uns drin ist und raus muss, ohne diese Bukowski-Attitüde, ohne cool sein zu wollen. Hört sich wahrscheinlich paradox an: Bukowski half uns dabei, nicht Bukowski zu folgen, sondern unser eigenes Ding zu machen. So war das. Und trotzdem: Bukowski war...

Mein Bukowski 2/3

Bild
http://www.teamlambchop.de/wp-content/bukowski.jpg Wir waren beide noch recht jung, damit meine ich, dass wir noch nicht volljährig waren, anders als jetzt, da war er im Gymnasium eine Stufe über mir. Wir beide waren intellektuell und in diesen Kreisen, in denen man das pflegte, angehende Künstler, man kennt das ja. Doch wir unterschieden uns in einem Punkt: während ich mich durch Albert Camus, Thornton Wilder und Thomas Mann quälte, las er Henry Miller, Jack Kerouac und eben Charles Bukowski. Ich konnte damit nicht viel anfangen, schon gar nicht, nachdem er mir William S. Burroughs vorschlug, die Nova-Trilogie nämlich, und ich so gar nichts verstanden habe, als läse ich ein Buch auf Chinesisch. Wir trafen uns eines Abends am Rhein, mit seiner damaligen Freundin Mo, ich hatte meine beste Freundin Lotta dabei, wir unterhielten uns stundenlang über Filme und Bücher, tranken Rotwein aus der Flasche, aßen Paprika-Chips und schauten gen Straßburg, ein fremdes Land, uns so nah. Thees war...

Mein Bukowski 1/3

Bild
http://www.teamlambchop.de/wp-content/bukowski.jpg Thees ist mein Bukowski. Also, das ist jetzt nicht ganz richtig. Thees ist selbstverständlich nicht mein Bukowski, sondern nur mein Missing Link zu Bukowski, aber irgendwie... irgendwie ist er doch auch mein Bukowski. Thees. Ich meine jetzt nicht Thees Uhlmann, den einzig anderen Thees, den ich kenne, den Thees Uhlmann von Tomte. Von den Texten her, zum Beispiel „Sonnige Nacht“, passte er natürlich auch, „Das Leben ist so hart, es sollte ein Job sein, man sollte Geld dafür bekommen dass man es schafft...“ Übrigens eine witzige Geschichte, wie ich Bekanntschaft mit Tomte schloss. Ich stand an der Saturn-Kasse, mehrere Riesenschlangen, ich fragte mich, wo es am schnellsten ginge – und da sah ich ihn: einen wunderschönen Jüngling, siebzehn vielleicht, achtzehn vielleicht, in einem schwarzen Kapuzen-Pulli gekleidet, die Jeans ganz tight, blaue, abgewetzte Chucks, Engelslocken und das hübscheste, weil ebenmäßigste Gesicht, das ich je i...