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Bitte steck mich nicht in Schubladen!

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2006 „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin…“ – ich laufe den Main entlang mit Tausenden von grölenden Menschen, die glücklich ihre Fahnen schwenken. Sie singen, sie lachen, sie freuen sich. Ich schaue sie mir an, lasse jede Skepsis, jedes Misstrauen, das ich gegenüber Patriotismus und Nationalismus hegte, fallen. Ich lasse mich von der Menge treiben, spüre einen wohligen Schauer. Ich habe gute Laune. Ich möchte tanzen. Mein Herz zerspringt vor Freude.  Wer hätte das gedacht?  Eine junge Frau stupst mich von der Seite an: „Sing mit, wenn du ein Deutscher bist, sing mit…“ Und ich singe. Sie lacht mich an und schenkt mir ein Bier. Plötzlich geht es nicht mehr weiter. Wir bleiben stehen an einem brasilianischen Stand: Hier bewegen sich alle zu Techno-Musik, stehen auf den Tischen, trinken, hopsen, singen. Ich denke: das sind also die Deutschen, die angeblich nicht feiern können?   Als ich vor dem ersten Spiel an den Römerberg kam, wunderte ich mich doch ...

Utopia - Was ist meine Utopie?

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Christiane Jatahy (BR)  utopia.doc  Mi. 09. — So. 13.10.2013 VIDEOINSTALLATION  * ab 17.00 Uhr, Eintritt frei.  In brasilianischem Portugiesisch mit deutschen Untertiteln  ORT  Studio 2  Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main Eröffnung Mittwoch ab 17 Uhr - da werden auch alle Projekt-Teilnehmer/innen anwesend sein Mehr zum Projekt: http://www.mousonturm.de/web/de/ veranstaltung/utopia-doc Ein paar der Dinge, die ich gesagt habe: ... Meine Eltern sind typische Gastarbeiter, haben sich in Deutschland erst kennen gelernt, in Griechenland hätten sie sich vermutlich nie getroffen, sie kommen geografisch aus unterschiedlichen Gegenden. Trafen sich dann ausgerechnet in Kehl am Rhein. Zu meinem Leidwesen. Kehl ist das letzte Kaff. Immerhin ist es an der Grenze zu Frankreich und zu einer Großstadt, Straßburg, die sogar sehr schön ist. Mich hat diese Thematik Fremde und Heimat, Integration und Migration usw. immer stark beschäftigt. I...

Meine Mutter Griechenland

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In diesem Buch erzähle ich Geschichten über Integration, Heimat, Fremde, Sprache und Sehnsucht. Als Deutscher mit griechischem Namen besitze ich ja wohl das nötige Gespür, um so manches Klischee zu enttarnen und augenzwinkernd auf den Punkt zu bringen. ;-)  Die wechselnden Erzähler der Geschichten spiegeln meine Erfahrungen wider:  „Es gibt weder „die Deutschen“ noch „die Griechen“, wir werden alle von so vielen Menschen und Dingen geprägt, aber auch von unserem eigenen Charakter, von unseren Erfahrungen, von unseren Stärken und Schwächen – wir sind alle so verschieden vom anderen, dass wir uns teilweise so fremd vorkommen“.  http://www.amazon.de/Meine-Mutter-Griechenland-ebook/dp/B00B73C9VM/ "Beate, der Vassili bleibt Grieche!" sagte Helena Sarikakis. Könnt ihr euch noch erinnern? Harald Schmidt persiflierte die Lindenstraße. :-) 

Die indonesischen Schwestern von Sandra Wöhe

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Foto von Daniela Lettner Wir saßen in einem Hotel-Restaurant gegenüber vom Bahnhof in Frankfurt, die Kellnerin traute sich nicht mehr in unsere Nähe, wir nahmen ein Interview für Radiosub , dem schwullesbischen Magazin auf Radio X Frankfurt, auf: Marcus, ich und die wundervolle Sandra Wöhe , die ich ab dem ersten Moment lieb gewonnen hatte, so schnell geht das manchmal bei mir. Ich hätte ihr am liebsten noch ganz viele Fragen gestellt, so interessant fand ich sie, so klug. Die Gelegenheit bot sich dann tatsächlich auch. Wir hatten die gleiche Richtung, fuhren also noch ein paar Stationen mit der U-Bahn - und beschlossen in Kontakt zu bleiben. Sie versprach mir an Weihnachten Karten zu schicken, und die letzten zwei Jahre dachte sie tatsächlich daran. Aber noch mehr freute ich mich vor kurzer Zeit, als ich ein Paket von ihr erhielt und ein bananenblattgrünes Buch zum Vorschein kam.  Ich muss zugeben, dass ich zunächst die Befürchtung hatte, einen ähnlichen Stoff lesen zu müss...

Der ABK im Schnee - die Umfrage-Ergebnisse

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Der Vorsitzende des ABK hat sich bei unserem heutigen weihnachtlichen Frühschoppen bereit erklärt, die Ergebnisse meiner Umfrage auf dem Blog zu kommentieren.  Nein, hier ist niemand vom ABK drauf, die zwei Fotos entstanden bei unserem Nachhauseweg nach Kehl-Sundheim.  Also, zunächst einmal zum eigenen Ergebnis, der ABK hat 5 Nennungen und damit 16 % erhalten. Zufrieden? Nun, das Ergebnis ist nicht überragend, aber immerhin möchten die Leute mehr über uns erfahren als über Frankfurt, Lifestyle-Themen, Medien oder das Thema Integration, was scheinbar nur dir wichtig ist, lieber Schmerzwach... Naja, lieber ABK, euch sind ja die Integrationisten auch ein Dorn im Auge, siehe http://schmerzwach.blogspot.com/2010/06/der-abk-und-die-integrationisten.html . Das ist wohl wahr! Nun gut, es ist so wie es ist, nicht wahr?! Kommen wir zum klaren Sieger: 13 Nennungen (43 %) haben die Anekdoten bekommen, völlig zurecht übrigens. Man denke nur an: http://schmerzwach.blogspot.com/200...

Stuhl hin oder her... KOKOLORES... - Teil 5 -

Metin ruft mich an, und sagt: „Oh Mann, die Österreicher nerven mich. Die machen gerade so, als müssten sie mich – als Deutschen – ausweisen, wenn ich innerhalb von drei Monaten keinen sozialversicherungspflichtigen Job nachweise. Puh, diese alten Rassisten!“ Auf diesem Spielplatz, auf der Rutsche oben, nicht von anderen einsehbar, malten wir uns die Zukunft aus, redeten von Erfolg, von Glücklich sein, etwas erreichen, etwas vollbringen. Wir waren voller Hoffnung, dass wir unserem Schicksal entkommen können. Doch scheinbar hat es uns immer wieder verfolgt, uns zeitweise zur Strecke gebracht. Unseren Idealismus abgetötet vielleicht. Unsere Hoffnung. Unsere Ziele. Wir wollten etwas Sein, etwas Darstellen, Anerkennung erhalten, Ankommen. Unsere Väter schufteten sich den Rücken krumm für uns, damit wir es einmal besser als sie haben. Metins Vater sagte nach meines Vaters Tod: „Ich hab gesagt, Papa Aris, arbeit nicht so viel. Machst dich kaputt! Habe ich gesagt. Jetzt ist er tot!“ Er wein...

Stuhl hin oder her... KOKOLORES... - Teil 4 -

Gemma war die einzige, die ihren Weg bis zum Ende ging. Die jetzt Lehrerin ist und sicher ihren Job gut macht. Die Familie hat, glücklich ist, die ihren Schülerinnen und Schüler etwas mit auf ihrem Lebensweg geben kann. Die anderen sind nicht mehr im sozialen Bereich zu finden. Außer mir. Ich arbeite in einem bundesweiten Projekt mit, das die Chancen von erwachsenen Menschen mit Migrationshintergrund verbessern soll, sich in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, mehr so ein politisches Ding. Metin sagt: „Ich musste meinen Eltern immer bei Behördengängen helfen, die waren so unselbständig, konnten zu wenig Deutsch, um sich selbst zu helfen, waren von allem überfordert. Sie hatten viele Ängste, die sie auf mich übertrugen. Wie hätte etwas aus mir werden können?“ Wie hätte aus ihm etwas werden können, mit all diesen Handycaps, Schwierigkeiten und Diskriminierungen. Es gab immer einen Unterschied zwischen ihm und mir. Ihm sieht man das „Ausländer-Sein“ an, er ist der böse Türke, der ...

Stuhl hin oder her... KOKOLORES - Teil 2 -

„Kokolores, Klischee – bringt uns alles nicht weiter. Du bist so wie du bist, weil du clever bist. Nichts weiter. Einfach ein cleveres, weltoffenes Bürschchen, und das ist gut so. Fang aber nicht mit diesen Stühlen an, sonst ramme ich dir einen in deinen kleinen Bauch.“ Toula, die bei unserer ersten Demo gegen die Bildungsmisere, vorneweg lief, plötzlich gegen die Polizisten wetterte, so etwas wie „Bullen raus, geht nach Haus´“ skandierte, woraufhin wir ihr sofort rieten, ihren Mund zu halten, bevor sie noch niedergeknüppelt werde. Unsere Väter kamen aus unterschiedlichen Gründen nach Deutschland. Metins Vater war ein intellektueller Linker, hochgebildet, mit Universitätsabschluss als Ingenieur. Mein Vater war ein armes Dorfkind mit geringer Schulbildung, der als ältester der Brüder beschloss sich fünf Jahre lang als Gastarbeiter bei der Firma Züblin zu verdingen, um Geld nach Hause zu schicken, den Standard der Familie anzuheben, dann zurückzukehren, eine Frau zu finden und zu heira...

Stuhl hin oder her... KOKOLORES - Teil 1 -

Unsere Väter trafen sich eines Mittags in der Kantine des Badischen Stahlwerkes, klopften sich gegenseitig auf die Schultern und sagten es so: „Ah, du Papa Aris?!“ – „Ah, du Papa Metin?!“ – „Ja. Metin ist guter Junge.“ – „Ja. Ja. Dein Aris auch ein guter Junge.“  Und dann kümmerten sie sich wieder um ihr Essen, vermutlich irgendetwas mit Kartoffeln.  Metin und ich befanden uns auf dem Spielplatz, in der Nähe seiner Straße, gut versteckt in der großen Rutsche, wenn man saß, sah man uns nicht von außen. Das war auch gut so. Unsere Väter sollten uns nicht beim Kiffen erwischen. Wir sagten es so: „Scheiße, Mann, wir müssen hier aus dem Kaff raus, wir haben keine Chancen hier, keine Optionen.“ – „Ja, Mann, wir können uns hier nicht entfalten. Wir müssen weg, in die Großstadt, wir brauchen Museen, Theater, wir brauchen eine Chance, um weiterkommen zu können.“   Das war vor langer Zeit gewesen. Wo sind der Metin und der Aris von damals geblieben? Und wo unsere Väter? M...
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Ich kann das Wort Integration nicht mehr hören und nicht mehr sehen!!! Als würde so ein Mist irgendjemandem irgendetwas bringen!!!

Gestern morgen in Mainz...

... musste ich mich schwer wundern. Ich habe es also gut getan, man merkt mir meinen "Migrationshintergrund" nicht an, YEAH, ich bin so deutsch, habe ja auch keinen Akzent, sehe gar nicht so aus, und meine Argumente sind auch noch vernünftig, YEAH, ich bin wohl "integriert", ja, ich bin vielleicht sogar "assimiliert", ich musste mich wirklich schwer wundern. Dabei muss ich diesen Menschen, der mir das sagte, nicht ernst nehmen, ich meine, wer versucht in einer Runde von Experten diejenigen mit Migrationshintergrund abzuzählen... du hast MIHIGRU, du nicht, du schon, du nicht, du nicht, du hast... Dabei sprach er ja noch nicht einmal etwas Falsches an, nein, im Gegenteil, er sprach an, dass in diesem Bereich "Arbeit zu Integration und Migration" so viele "Deutsche" arbeiten und so wenig mit MIHIGRU. Nun, erstes Problem: die Integrationisten reden gerne einmal davon, wie man "diese Menschen dazu bringen könnte, zu unserer Beratung zu ...

Integrationisten - immer wieder...

Der ABK hat mir einen Link geschickt, ja, tatsächlich, so etwas kommt vor: der ABK beschäftigt sich nun doch mit dem Internet, aber nur der vielen Informationen willen, an die man neuerdings gar nicht mehr ohne dieses Medium komme. Sicherlich könnt ihr euch an den Beitrag vom 9.6.2010 erinnern: "Der ABK und die Integrationisten"! Der ABK fühlt sich nun von folgendem Artikel mehr als bestätigt: http://www.stefanluft.de/091208_Integrationsindustrie-ZAR-10-09-Luft.pdf Ja, bitteschön, lest ihn euch durch und sagt dann, dass der ABK abgehoben und weltfremd ist. Nein, ist er nicht! Stefan Luft schreibt da ein paar kluge Dinge... Aber seht selbst. :-)

Cup ohne Grenzen

Dominik Bahiense de Mello, ein Name wie in einem Buch von Gabriel Garcia Marquez, ein junger Mann mit Herz, viel Charme und vor allem Verstand, dieser Dominik Bahiense de Mello, mit brasilianischem Vater und in Deutschland geboren, hat uns am Dienstag gut trainiert, einen ersten Schliff gegeben. Er konnte allerdings nicht verhindern, dass wir das erste Spiel gestern beim Cup ohne Grenzen der Deutsche Bank Skyliners verpennen, Strafpunkte wegen Fouls erhalten, keine Unterschiede zwischen Mann und Frau machen, andererseits zu gut dafür sind, kleine Jugendliche böse abzuwatschen wie die restlichen Mannschaften. Wir besiegten die Besten, die jungen talentierten Stipendiaten der Start-Stiftung, und wurden trotzdem nur, was heißt hier nur?, Zweiter, hatten dabei riesengroßen Spaß. Unser Team bestand aus Taiwanesen, Peruanern, Ecuadorianern, Italienern, Kolumbianern, Griechen, Türken, Philippinnen, Tunesier, Eritreer. Ein bunter, lustiger Haufen. Und immer die Öffentlichkeitsarbeit im Nacken ...

Nachts in sozialistischen Köpfen des ABK

Sie sind nicht modern diese Menschen, das lässt sich widerspruchslos behaupten. Den Alternativen Block Kehl kann man nicht googlen. Der ABK hat kein Facebook-Profil, kein Studivz, kein wer-kennt-wen, hat kein MSN, noch nicht einmal eine Email-Adresse. Der ABK verweigert sich Twitter, Nachrichten Online lesen, und Blogs erstrecht. Das ist der ABK - und er tut gut daran. Vielleicht. Der ABK - oder richtiger die Mitglieder des ABK - schauen nicht die "Super Nanny" und auch nicht "Raus aus den Schulden", DSDS, Popstars oder den "Frauentausch". Sie verdammen das alles sogar. Ohne sich näher damit beschäftigt zu haben. Doch das darf der ABK. Weil es der ABK ist. Wenn eine Zeitung gelesen wird, dann die Taz. Oder noch linkere Organe. Der ABK ist nicht zeitgemäß, ich weiß. Und die Frage ist, was mich damit verbindet. Ich chatte, blogge, twittere, schaue gerne besagte Sendungen. Trotzdem fühle ich mich verbunden. Kann dem ABK zustimmen. Kann nachvollziehen, wenn e...