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Posts mit dem Label "Romanauszug" werden angezeigt.

Ausschnitt aus "Blutzoll" von Thomas Reich

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Eine gute Stunde später saß Doktor Sommerberg im Präsidium. Nervös spielte er mit seinem Kugelschreiber. Die Aufregung war ihm anzusehen. „Er ist uns entkommen.“ „Sind sie sicher, dass es Christoffer war?“ „Wir versuchen der Presse einen Riegel vorzuschieben, aber das hält nicht lange vor. Heute Nachmittag war ein Team in seiner Wohnung. Wir waren mit den Kollegen über Funk verbunden. Von daher wissen wir, dass sich Leichenreste in der Wohnung befanden. Dann zündete eine selbst gebastelte Bombe.“ „Wie bitte?!“ Rutherford lächelte bitter. „Arnac ist tot, zwei seiner Leute ebenfalls. Die Spurensicherung kratzt sie gerade von den Wänden. Wir wissen noch nicht, welche Art von Zünder er verwendet hat. Allerdings kann man sagen, dass der Mistkerl ganze Arbeit geleistet hat. Passt das zu dem Christoffer, den sie kennen?“ „Die Leichenteile, ja… er ernährt sich zunehmend von Menschenfleisch. Aber die Bombe? Woher könnte er nur das Wissen haben?“ „Nun, die meisten der wirklichen Schwe...

Ausschnitt aus "Christoffer" von Thomas Reich

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Rückblickend redete er sich ein, dass er harmlos die Strecke hätte entlangfahren können, ohne Zwischenfälle. Ohne Aussetzer. Doch wie schon oft erwies sich die Gelegenheit als besonders günstig, buchstäblich unwiderstehlich. Er fuhr gerade durch eine kleine Ortschaft Richtung Bundesstraße, als er Melanie Deuner am Straßenrand sah. Nach Manier der Anhalterinnen streckte sie den Daumen raus. Der Zufall wollte es, dass auf ihrem Schild Nürnberg stand. Der Zufall konnte grausam sein. Christoffer der Kavalier. Er konnte die junge Frau nicht einfach so stehen lassen. Er setzte den Blinker & fuhr rechts ran. „Sie haben Glück, junge Frau, ich fahre auch nach Nürnberg. Springen sie rein.“ „Soll ich meine Reisetasche auf den Rücksitz legen?“ „Moment. Ich mach mal den Kofferraum auf.“ Christoffer verstaute ihre Tasche. Die Türen schlossen sich für sie wie ein Sargdeckel. „Ich heiße Melanie, und du?“ „Sascha.“ Im Radio sprach jemand vom Wetter. Es sollte schlechter werden. Möglich...

Ausschnitt aus "Babylons letzter Wächter" von Thomas Reich

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Als ich aufwachte, fand ich mich in einem weißen Raum ohne Fenster wieder. Ich wusste nicht, wie ich hierher gekommen war, noch meinen Namen. Mein Gedächtnis war so leer wie dieser Raum. Ich schlug die Bettdecke zur Seite und versuchte, die Dimensionen meiner Heimstatt zu untersuchen. Neben dem bereits erwähnten Bett besaß ich einen Stuhl, einen Tisch, und einen Kleiderschrank. Weiß lackiert. Im Schrank hingen weiße Hosen aus derbem Baumwollstoff, sowie dazu passende Hemden. In der Schublade fand ich weiße Socken und Unterhosen. Ich begann die Wände abzuschreiten. Ich schätzte die Weite meiner Schritte und kam auf ein ungefähres Raummaß von fünf mal fünf Metern. Ein Zollstock hätte mir das bestätigt, was ich insgeheim schon wusste: Der Raum war absolut quadratisch. Ich fand zwei Türen, von der die eine nur durch die dünne Linie, die die glatte Wand unterbrach, zu erkennen war. Sie hatte keinen Griff. Zu ihrer Rechten hing ein kleiner Kasten an der Wand, der eine milchige Platte in...

Ausschnitt aus "Lass mich dein Raubtier sein" von Thomas Reich

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Nun, wo Anna fort war, blieb keine schützende Hand mehr übrig. Ich erwachte nach drei durchfickten Nächten, die nur den Katzenschlaf kannten zwischen dem Einschlafen der Frau und dem sich zur Tür schleichen. Benommen in einem fremden Bett, den Rücken von Fingernägeln zerkratzt. Zur Flucht zu spät. Zum Kaffee genötigt. Wie konnte mir so ein Patzer geschehen. Dass ich über Nacht geblieben war? „Du hast an eine Andere gedacht, als du mich gefickt hast, nicht wahr?“ Ich dachte nicht daran, auf diese Frage zu antworten! Was erdreistete sie sich? Sie hatte mit dem Fickmeister geschlafen! „Schon okay, brauchst mir nicht sagen. Du wirkst unglücklich.“ „Bin ich nicht!“ „Ach. Dein Körper sitzt hier in meiner Wohnung, seit Mitternacht. Und trotzdem bist du kilometerweit von mir entfernt.“ Sie machte eine kurze Pause. „Und von dir auch.“ „Ich habe eine Trennung hinter mir.“ „Relativ frisch?“ „Kann man so sagen.“ Ich biss mir auf die Lippen und studierte das Kleingedruckte auf der Kaf...