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schmerzwach schreibt: Einfach so

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Ich wünschte mir, dass meine Seele genauso unberührt sei wie die Felder hinter dem Bauernhof meiner Schwester. Sie erstrahlen im glitzernden Weiß des Schnees, durch den ich minutenlang gestapft bin. Dann lasse ich mich fallen. Ich stelle einen Schneeengel dar. Blicke in den klaren blauen Himmel. Ach, wie lange hatte ich das nicht mehr gemacht. Den Schneeengel. Das letzte Mal mit ihm. Ich erinnere mich daran. Ich weine. Wie ein kleines hilfloses Kind, das verlassen wurde. Ich habe das alles satt. Ständig drehen sich meine Gedanken nur um die Vergangenheit. Ich halte es nicht mehr aus.  Meine Schwester Hilde liegt mir seit Tagen in den Ohren, endlich in die Stadt zu gehen, mich nicht mehr so einzuigeln. Du musst Leute kennenlernen, sagt sie, ausgehen, shoppen, alte Freunde treffen, einfach leben. Doch ich lasse mich in diese Trauer fallen. Das macht doch alles keinen Sinn, denke ich. Ich habe mir eine stattliche Videothek mit alten Liebesschmonzetten angeschafft und schaue jede...

Falk und seine Arbeit...

...Als ihm sein eigener Psychotherapeut erzählt hatte, dass ein Bekannter eine philosophische Praxis eröffnet hatte und sich gut vorstellen könne, dass auch Falk durchaus in der Lage wäre, es demjenigen gleichzutun, dachte er zunächst, dass man gemeinsam mit den Klienten Bücher lesen, ihnen Texte empfehlen und mit ihnen über den Inhalt sprechen würde. Doch ganz so war es nicht. Die Bücher musste Falk kennen und er konnte sie ihnen auch auf Anfrage empfehlen, aber im Grunde genommen war seine Aufgabe zu fast jedem Thema seine Philosophen parat haben, um zu wissen, welche Anstöße er dem Ratsuchenden geben sollte. Natürlich war da ebenso gefragt, dass er sozusagen schnell schalten und Gedankensprünge nachvollziehen konnte. Er musste einen wachen, freien Geist haben und auf jeden Impuls reagieren und im besten Fall neue Impulse von sich aus geben, damit zum Beispiel Gedankenkreisläufe unterbrochen werden konnten. Und dabei kam wieder die Nähe zur psychologischen Praxis zutage, in solchen F...

Der Falk...

...Das Läuten der Türglocke riss ihn aus seinen Träumen. Oh nein, dachte er sich, ich habe meinen Termin völlig vergessen; allerdings ist das, wenn man seine Praxis in der eigenen Wohnung hat, nicht ganz so fatal. Er stolperte zur Tür und betätigte den Summer, damit seine Klienten in das Haus treten konnten. Wer war es noch einmal? Ach ja, er wusste es wieder: Ein kleiner drolliger Junge und seine Mutter, die auf ihn einen weit problematischeren Eindruck machte als der Kleine. „Kommen Sie doch herein!“ forderte er die beiden auf. Er öffnete die Tür zum so genannten Behandlungszimmer und hieß sie, sich zu setzen. „Machen Sie es sich bequem! Fabio, du kannst dich hinsetzen, wohin du möchtest!“ Falk hatte darauf geachtet, dass es möglichst viele verschiedene Sitzmöglichkeiten in diesem Raum gab. Im Grunde genommen waren in diesem Raum nur Sitzmöbel zu finden, Sitzsäcke, Drehstühle, Sessel, ein Schaukelstuhl, eine Recamiere und ein kleiner Tisch, auf dem Bücher und Zeitschriften auslagen. ...