Kitchen Stories ELEVEN (Psychotherapie und Schreiben)
In einem Interview mit der Psychologie Heute sagt Ulla Hahn, dass sie nicht glaube, dass Psychotherapie in eine Schreibblockade führe (obwohl ja manche Schriftsteller deswegen die Psychotherapie ablehnen, denn wo bliebe der Stoff, wenn man das alles auf diese Weise verarbeite). Sie sagt, dass selbst wenn sich Probleme und Konstellationen veränderten, es noch genug Schrott gebe, worüber man schreiben könne. Sowieso sei ein großer Unterschied zwischen Psychotherapie und Schriftstellerei: Denn schließlich seien diese Erinnerungen, die hochkommen, die Gefühle, die man dazu erspüren soll, nur der erste Schritt. Beim Schreiben müssten da noch ganz andere Dinge passieren, ein Prozess der Ästhetisierung muss erfolgen. Man muss die richtigen Worte auch im literarischen Sinne finden, die Erinnerungen sind wie eine knetbare Masse. Sie gilt es zu verändern, wie es der Text erfordert, ja, der Text gewinnt eine größere Macht als die Erinnerungen. Ulla Hahn sagt, dass man sich beim Schreiben ...