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Marianna

Sie saß an einem plätschernden Bach, hockend, mit einer Hand im sicherlich kühlen Nass und murmelte vor sich hin. Was sie da wohl redet? fragte er sich. Sie ließ ihre Hand vor und zurück gleiten und ihre Worte wurden ein wenig lauter, doch noch immer unverständlich für ihn. Er sah ihre langen wellenden Haare, brünett, und ihm war, als ob diese kurz davor waren, sich in die Lüfte zu hieven, gen Himmel – vielleicht betete sie ja dafür, dass genau dies passierte, dachte er. Ihm gefiel ihr Profil, die Nase einer griechischen Göttin, der volllippige Mund, die von der frischen Luft rosigen Wangen, die langen Wimpern, die Ohren, die halb verdeckt von den Haaren waren und an denen lustige Ohrringe, wahrscheinlich kleine Schmetterlinge, hingen. Wo schaute sie nur hin, fragte er sich. Und welche Farbe haben ihre Augen? Er kam ihr näher, doch sie bemerkte ihn nicht, so vertieft war sie in ihr Tun. Jetzt müsste ich ein Foto von ihr knipsen, ihre Seele würde sich darauf finden. Oder was auch immer ...

Kränk - Take Three

Die Hölle in meinen Augen? Schlimmer als diese dammischen Fundamentalisten aus allen monotheistischen Religionen sich das Jenseits für die Sünder/innen ausdenken? Ärzten und Krankenschwestern in Krankenhäusern ausgeliefert zu sein. Wie vorwurfsvoll man angeschnauzt wird für Dinge, für die man nichts kann: Schweinchen Dick wurde zum Beispiel ausgeschimpft, weil die Infusion noch nicht bei ihm durchlief. Als könnte er etwas dafür, dass die Ärzte etwas anderes zu tun hatten. "Und wieso wollen sie wieder eine Tamponade?" - "Vielleicht blute ich mal wieder aus der Nase?" - "Den Teufel tun sie! Das ist Nasenschleim!" - "Ach, und der ist rot?" Ja, gut, ich sage ja nichts mehr. Nichts auch gegen meinen Arzt, der offensichtlich ein Frühaufsteher ist. Schon VOR DEM Frühstück tauchte er plötzlich auf, und kurz und schmerzlos zog er mir die Tamponaden und Fäden aus der Nase. Nee, tut ja auch nicht weh. Und danach fließt ja nicht NOCH MEHR Blut UND Nasenschle...

Kränk - Take Two

Wo fange ich nur mit dem Erzählen an? Mit welchen widerlichen Details belästige ich euch zuerst? Letzter Stand: Blut läuft aus der Nase. Ist eben so. Regen Sie sich ja nicht darüber auf, Herr Schmerzwach, ist eben so, wenn die Tamponade rauskommt. Ja, vielen Dank, Herr Doktor! Gefühlte eine Million Medikamente, die ich nun einsetzen muss, aber nicht schneuzen, bitteschön! Schon am Montag fing es mit der Fließbandabfertigung beim Anästhesisten an, was Neues habe ich da nicht erfahren, außer dass meine Hausärztin, die Quick (Blutgerinnung) vergessen hat zu überprüfen. Also, morgen vor der OP nochmal. Ahja, alles klar. Was ist QUICK fragt mich dann die Krankenschwester. Die Kompetenz schreit aus ihr heraus. Ich fühle mich in kompetenten Händen. Hoffentlich kriege ich einen anderen Anästhesisten als den, der sich nicht einmal die Mühe gibt, meinen Namen richtig auszusprechen. Ich bin ja wirklich nicht für Krankenhäuser geboren. Kann keine Tabletten schlucken, ein Trauma, kann nicht schlafe...

Kränk - Take One

Ich werde sterben. Das ist schon ganz sicher. Und es tut mir Leid für alle. Ich werde sterben und es wird jeder mitkriegen. Ja, ich ziehe alle da mit runter. Alle. Ausnahmslos. So ist die kleine Diva. Melodramatisch, niemals still leidend, immer ganz groß bei dramatischen Gesten. Es tut mir Leid! Vor allem um den schönsten Mann der Welt, der wohl der genervteste Mann der Welt sein wird diese Woche. Sorry, wirklich, ich möchte das nicht. Aber es wird so sein! Schon die Gespräche beim OP-Arzt und dem Anästhesisten heute waren nicht nur nervenaufreibend. Sondern haben mich fix und fertig gemacht. Was mit meiner Nase passiert, mit der Nasenscheidewand, den Nasenmuscheln. Und mit dem Gaumensegel. Den nicht zu vergessen, da kommen dann die Schmerzen her, danach! Oh nein! Ich hasse Krankenhäuser, Schmerzen, Weiß, Krankenschwestern, Schmerzen, Krankenhäuser, diese Betten da, die anderen Patienten, überhaupt alles. Und die Schmerzen. Die Schmerzen. Und ich hasse Krankenhäuser. JA, ICH WEISS! IC...

Der kranke Esel

„Bist du immer noch krank?“ fragte ich meinen lieben Freund Mustafa. „Ja, wirklich schlimm. Es geht nicht vorbei. Das liegt nur an diesem Scheiß-Wetter“, sagte er und nieste. „Kennt deine Mutter keine tollen Hausmittel, die dich von dieser Grippe erlösen?“ „Hör mir damit auf. Meine Großmutter hat mir so ein seltsames Gebräu aus der Türkei geschickt. Ich will gar nicht wissen, was das genau ist. Es sieht so widerlich aus, dass ich niemals nur in die Nähe davon kommen werde.“ „Ach, ist das die Oma, die glaubt, dass der Fernseher ein Teufelswerk ist?“ Er stöhnte. „Ja, genau die. Sie versucht mich übrigens nicht nur mit Hilfe dieser ´Arznei´ zu heilen, sondern wendet ihre telepathischen Fähigkeiten an.“ „Haha, sagt sie also. Und? Wirkt es?“ „Selbstverständlich. Das Fieber ist um 0,05 zurückgegangen. Pah.“ Ich ging ins Wohnzimmer, in dem meine Mutter saß und in ihrem Buch der Wunder las. Das war ein Buch über das griechische „Lourdes“, dort wurden bereits viele Menschen gerettet, die glaubt...