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Fortsetzungsroman: Moody Blue 5

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http://schmerzwach.blogspot.de/2012/08/ fortsetzungsroman-moody-blue-4.html   Wenn das alles nach seinen Wünschen läuft, schafft er es bestimmt, eine Lernstrategie zu finden und wird endlich erfolgreich in seinem Studium, dann wird er sich auch wieder für das Theaterspielen Zeit nehmen können. Vielleicht klappt es. Ich schlug nun vor, eine kleine Rast zu machen, wir waren am Rheindamm angelangt und zehn Meter von uns entfernt stand eine Bank. Auf diese setzten wir uns, schweigend. Er schaute nun um sich, betrachtete die Bäume, die majestätisch vor dem Rhein ragten. Nach wie vor gingen mir diese Gedanken durch den Kopf: Dieses verdammte Sex-Angebot. Es verwirrte mich, da ich lange Zeit nicht mehr an so etwas gedacht hatte, so etwas überhaupt nicht erwartet hätte. Levent schwieg.  In der Dunkelheit konnte man ein kleines Leuchten erkennen, da hatten welche Kerzen aufgestellt. Wer ist das? fragte er. Wahrscheinlich ein paar Jugendliche, die kiffen wollen, sagte ich. Lass uns...

Fortsetzungsroman: Moody Blue 4

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http://schmerzwach.blogspot.de/2012/08/ fortsetzungsroman-moody-blue-3.html Levent hingegen möchte Schauspieler werden. Mittlerweile, begann er, mittlerweile möchte ich Regisseur werden, das mit dem Schauspielern klappt sowieso nicht mehr, ich bin zu alt um einzusteigen. Regisseur, das wäre es, da müsste ich aber auch das Leben kennen, alles schon erlebt haben, in sehr vielen Situationen gewesen sein. Ich dachte: Wie in dieser vielleicht? Aber er sprach mir ein bisschen aus dem Herzen, auch ich glaube das, auch ich komme mir so vor, als kennte ich das Leben nicht gut genug, um es auf dem Papier darzustellen. Ich bin noch nicht weit herumgekommen, bin vielleicht zu ängstlich dafür. Auf der anderen Seite: Gab es nicht dieses französische Zwillingspaar, das Zeit seines Lebens in der Küche saß und trotzdem wild vor sich hin schriftstellerte? Die waren ja auch nirgends herumgekommen! So viele Ideen hätte ich, meinte er, die ich umsetzen könnte, aber ich muss zuerst zu Ende studieren, ic...

Fortsetzungsroman: Moody Blue 3

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http://schmerzwach.blogspot.de/2012/07/ fortsetzungsroman-moody-blue-2.html In meinen Gedanken hatte ich früher meine Liebe zu Levent zerstückelt, jegliche Begierden zerstört bis nichts mehr übrig davon war, bis eine Zeit lang überhaupt nichts war. Später begann ich ihn wie einen Lieblingsbruder zu lieben. Einen kleinen Bruder, auf den man gut aufpassen, um den man sich sorgen muss. Konnte man mit einem kleinen Bruder Sex haben? Und onanieren? Auch das fand ich in diesem Mo-ment merkwürdig. Vor kurzer Zeit hätte ich mich dem allen hingegeben. Früher malte ich mir solche Situationen aus, in meinen Geschichten hatten heterosexuelle männliche Schönheiten plötzlich wilden, ekstatischen Sex mit ihren schwulen Verehrern. Naja, früher hatte ich alles anders gesehen. Früher träumte ich viel mehr. Solche Träume hat man eben, wenn man unbefriedigt vor sich hin vegetiert. Haben dann aber dementsprechend auch Autor/innen von erotischer Literatur ein besonders unbefriedigendes Sexleben? Gibt es...

Fortsetzungsroman: Moody Blue 2

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http://schmerzwach.blogspot.de/2012/07/fortsetzungsroman-moody-blue-1.html Er lehnte die Zigarette ab, er rauche nicht mehr, habe es sich erfolgreich abgewöhnt. Respekt, sagte ich, so kenne ich meinen willenlosen Levent gar nicht. Das war Levents Problem seit jeher gewesen: er konnte sich zu nichts aufraffen, Kraftlosigkeit, Schwäche, diese Ausdrücke passten zu ihm, Passivität, Trägheit, Verträumtheit.  Ich erzählte ihm einst von einer Hauptfigur aus einem griechischen Roman, den ich gelesen hatte, ein junger Mann, der sehr geheimnisvoll war, ständig verschwand, auf unerklärliche Weise wieder zur zweiten Hauptfigur zurückkehrte. Der junge Mann ließ sich durch das Wort „fast“ am besten charakterisieren, schrieb der Erzähler: Er ist fast schön, fast rothaarig, fast ehrlich, fast gut, fast intelligent, fast verwegen, fast in Ordnung... Er flunkerte dauernd, bekam alle Frauen, auch die hübschesten und ungewöhnlichsten und reifsten, ins Bett. Und noch mit einigen anderen Zitaten...