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Auf die eine oder andere Weise - Teil 3

„Es war mein erstes Mal“, begann er ganz aufgeregt, und ich schaute ihn verwirrt an. Seine Geschichte ging so: „Eigentlich wollte ich ja nur ein Bier oder zwei mit einem Freund trinken. Er hatte noch Lust, ein bisschen auszugehen, mal andere Leute sehen, bevor er sich müde ins Bett legte. Wir gingen also in eine Bar mit Karaoke. Dort traf ich einen Freund, der gerade aus Wien zu Besuch ist. Er wollte mich dazu überreden, mit ihm nach dem Karaoke noch weiter um die Häuser zu ziehen, schließlich hätten wir zwei nicht oft die Möglichkeit, zusammen feiern zu gehen. Ich gab ihm Recht, sagte ihm allerdings, dass ich nicht fit genug sei. Dann sagte der Freund, dass er in diesem Falle etwas für mich habe. Ich solle ihm folgen. In Ordnung, wieso denn nicht, dachte ich mir, ich kann ihm ja vertrauen. Wir hingen zusammen auf Toilette und er packte ein kleines Päckchen aus seiner Hosentasche aus. Verwundert beobachtete ich ihn und hätte nicht überraschter sein können, als plötzlich ein weißes Pülv...

Auf die eine oder andere Weise - Teil 2

Natürlich stand ich plötzlich wie paralysiert da, schließlich hatte ich ihn nie vergessen können und sehnte mich noch immer nach ihm. Er hingegen schien ganz Herr der Lage, strahlte mich sofort an, küsste mich unverhofft auf den Mund. Ich wähnte mich im Siebten Himmel. Schicksal, dachte ich. Auf die eine oder andere Weise. Das Leben spielt seltsame Streiche, sagt man. Wenn mich jemand fragt, wieso ausgerechnet mir ständig solche Dinge passieren, kann ich keine Antwort geben. Vermutlich gibt es ein paar wenige Menschen wie mich, die noch nicht einmal die Straße überqueren können, ohne dass ihnen etwas Wunderliches zustößt. Tatsächlich ist es so, dass mir jeden Tag so vieles passiert, dass ich mit dem Erzählen nicht nachkomme. Und entgegen der logischen Schlussfolgerung, dass daher gar nichts eine Bedeutung für mich haben dürfte, ist genau das Gegenteil der Fall: Ich messe jedem Erlebnis eine große Bedeutung bei. Das macht mich etwas überreizt, so wie bei Nichtstillen eines Hungers, aber...

Auf die eine oder andere Weise - Teil 1

Der Hunger führte uns zusammen! Das antworteten wir gleichzeitig und spontan, als uns meine beste Freundin nach unserem Kennenlernen befragte. Ob wir es noch in zwanzig Jahren so betrachten werden? Ist das nicht genauso eine Konstruktion wie alles, was erzählt wird? Jedes Erzählen, egal ob alltägliches oder fiktives? Hätten wir nicht etwas anderes antworten können? Werden wir bald etwas anderes sagen, wenn jemand es wissen möchte? Oder wird nur der Eine Hunger als Grund angeben, der Andere Begehren? Oder romantischer: Schicksal? Hunger. Auf die eine oder andere Weise. Er saß da und sagte: „Entschuldige, ich muss erst einmal etwas essen. Ganz dringend. Dann reden wir. Ich bin gerade total gereizt, weil ich solchen Hunger habe.“ Ich kannte das Gefühl, und in Wahrheit ging es mir ähnlich, nur dass ich niemals solche Maßnahmen erwogen hätte, um meinen bedauernswerten Zustand zu ändern. Plötzlich musste ich lachen, während ich ihn beim Brezeln Essen beobachtete. Wir saßen in der Nähe vom Ka...