Donnerstag, 16. Dezember 2010

Liebesgeschichte in 11 Liedern - Teil 4 -

Lied 4: Soulstice – The Reason

Es war merkwürdig, in Madrid zu sein. Ich machte ein Auf und Ab mit – so viele Gefühle. Schwankte zwischen Sich-Zurückgewiesen-Fühlen und Geborgenheit, zwischen Entspannt-Sein und Panik. Ich liebte Madrid, ich liebte die alten Gebäude, die vielen großen Parks, die vielen Menschen, die großen Straßen, die verrückte Metro, die teilweise so labyrinthartig war, ich liebte die Atmosphäre, ich liebte die andere Mentalität, den anderen Lebensrhythmus. Ein weiterer Tag, an dem Tom sich mir ganz widmen konnte. Ich wollte ihn genießen. Sobald ich loslassen konnte, keine Erwartungen an ihn hatte, konnten wir viel lachen, waren ein Dreamteam. Doch es war so schwer. 

Jetzt sah ich ihn wieder vor mir, war ihm nahe. Und meine Gefühle schwappten über, meine Bedürfnisse, meine Lust, ihn zu berühren, Sex mit ihm zu haben. Ich hatte seit Monaten keinen Sex mehr gehabt, das letzte Mal mit ihm. Ich wusste gar nicht, ob ich es mit einem anderen machen könnte. Sobald ich ihn berührte, ihn anschaute, wollte ich… Es war schwer auszuhalten, es war schwer, keine Erwartungen zu haben. Er zeigte mir einen anderen Park (Casa de Campo), der noch größer war. Es war ein warmer Tag, der goldene Oktober. 

Wir saßen im T-Shirt auf einer Steintreppe, aßen Donuts, schauten auf den Freizeitpark, den wir aus einiger Entfernung sehen konnten. Es war so ruhig. Wir redeten über unser Leben. Ich sagte ihm, dass es seltsam ist, mit ihm in Madrid rumzuhängen. Ich fühlte mich hier merkwürdigerweise heimisch. Abends liefen wir erneut durch Chueca. Wir wollten in ein anderes Viertel, in eine andere Kneipe. 

Der Lockenkopf und der Knutscher begegneten uns. Eine Riesenstadt… aber schon wieder diese beiden. Sie begrüßten uns und fragten sofort, ob wir mit ihnen gehen möchten. Tom verneinte, sagte, dass es in Chueca keine schönen Bars gebe und er mit mir in eine andere Kneipe möchte. Wir verabschiedeten uns. João, so heißt der Lockenkopf, wie ich nun erfuhr, küsste mich auf die Wangen und sagte dabei: Adios, mi querido. Ich schlug später im Lexikon nach: Liebling, Geliebter, Schatz. Daher war ich einerseits ein bisschen traurig, nichts mit den beiden unternommen zu haben, andererseits hatte ich Angst. Angst davor, den Knutscher und Tom miteinander flirten zu sehen. Das befürchtete auch Tom. Wir gingen an diesem Abend relativ früh nach Hause, kuschelten ein bisschen miteinander. Ich fühlte mich gut mit ihm.

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