Freitag, 29. Juni 2012

Literadtour


Es ist DAS Literatur-Event des Sommers: Lesen UND Radeln entlang des wunderschönen Mains. Halt wird an drei coolen Locations gemacht! Nehmt auch daran teil! Entweder an einem der Veranstaltungsorte, an zweien oder an dreien – oder gar von Anfang bis Ende mit dem Fahrrad? Wer es schafft, kriegt eine hübsche Belohnung! :-)
Der Beginn ist um 15.00 Uhr am Waggon am Kulturgleis in Offenbach: Da wird mit dem Lesen begonnen. Danach entlang des Mains radeln.
Um 17.30 Uhr Lesung am Yachtklub, auf der schönen Terrasse, auf dem Main quasi. Danach radeln oder ein Stückchen die Mainpromenade entlang laufen.
Und als letzten Höhepunkt um 19.30 Uhr Lesung am Maincafe Frankfurt – und Apfelwein trinken und diskutieren. Oder auch nicht. ;-)
Unter anderem lesen Petra M. Jansen, Jule Weber, George Goodman, Dennis Krause, Carsten Nagels und Jannis Plastargias, mehr dazu hier: https://www.facebook.com/Literadtour.
Die Texte? Nun, Poetry Slam, Naturgedichte, witzige, sozialkritische Texte, alles ganz bunt gemischt und etwas anders. Ein bisschen Beat. Ein bisschen Underground…
Noch einmal alle Daten:
29.7.2012
15.00 Uhr am Waggon am Kulturgleis in Offenbach
17.30 Uhr am Yachtklub in Frankfurt
19.30 Uhr am Maincafe in Frankfurt

Donnerstag, 28. Juni 2012

Duocarns - Die Ankunft von Pat McCraw

Es war eine doppelte Premiere: Das erste Ebook, das ich jemals gelesen habe - und es war nicht immer ganz einfach, ohne das Rascheln des Papiers auskommen zu müssen - UND mein erster Ausflug in die Genres Erotic Fantasy und Gay Romance. Vielleicht waren das die zwei Gründe, warum ich nicht ganz so gut in den Text gekommen bin. Aber nun zur Geschichte: Im ersten der sieben Bände von Duocarns stranden fünf attraktive, außerirdische Duocarn-Krieger mit ihrem Raumschiff in Kanada. Schuld daran ist eine Anomalie (allerdings erfährt man über die Art der Anomalie und ihrer Herkunft im ersten Band noch nichts, vielleicht später?). Aber nicht nur Meodern, der blitzschnelle Supermann, der muskelbepackte Xanmeran, der fungizide Hybrid Tervenarius, Patallia, der Mediziner und ihr Führer und der Sternenkrieger Solutosan sind in Kanada, sondern auch ihre Feinde, die Bacanis, die sehr grausam sind, und schon nach kurzer Zeit einige Menschen auf bestialische Weise umbringen und damit mehr oder weniger bewusst eine Spur legen. Schon bald lernt Solutosan die Sozialarbeiterin Aiden kennen, die die Außerirdischen tatkräftig unterstützt, ihnen alles mögliche beibringt, was die für ein Erdenleben brauchen, den Rest erfahren sie durch das Internet. Begünstigt wird dieses Einleben auch durch ihre vielfältigen Gaben und Talente. Auch der homosexuelle Krieger Tervenarius erfährt erste Bewunderung durch den Häusermakler David. Er entzieht sich ihm anfangs, aber David lässt sich nicht abschütteln. Eine tiefgründige und sinnliche Liebesbeziehung entsteht. Der den Kriegern (den Guten!) treu ergebene Bacani-Navigator, Chrom, verliebt sich auf einer Dating-Page im Internet und landet einen Volltreffer: Er findet die Navigatorin der feindlichen Bacanis, Psal.
Schon verwirrt? Ich war es zwischendurch, denn die Autorin Pat McCraw switcht zwischen beiden Lagern hin und her, und nimmt die Perspektive der einzelnen Figuren der beiden Lager ein. Das ist einerseits spannend, weil man so alle wichtige Figuren begleiten kann, andererseits ist der Leser aufgefordert, eine hohe Denk- und Aufmerksamkeitsleistung zu erbringen. Nichts also für eine U-Bahn-Fahrt oder für den Park. Man kommt zunächst schwer in den Text hinein, weil die Figuren erst beschrieben werden müssen, und wenn man ungeübt in diesem Genre ist, dann hat man Schwierigkeiten, den Beschreibungen zu folgen, zumindest ging es mir so. Doch als ich im Lesen drin war, gefiel mir die Charakteristik der Figuren (die "Guten" sind sehr sympathisch, bei den Bösen sorgt nur Psal für Identifikationspotenzial, die anderen beginnt man recht schnell zu "hassen"). Der Roman ist locker und flüssig geschrieben, gewinnt gegen Ende schließlich Fahrt und wird sehr spannend - und dann hört der Band auch schon auf. Ich hätte mir gewünscht, dass der Mittelteil etwas spannender gewesen wäre. Vielleicht auch, dass der Anfang etwas klarer wäre und vielleicht doch zumindest ein bisschen die Anomalie erklären würde, die immer so ein bisschen wirkte, als ob die Autorin nicht so recht wüsste, wieso diese geschehen ist. Im ersten Band wurden viele Erzählstränge aufgenommen, die in den nächsten sechs Bänden weitergesponnen werden. Die Homo-Erotik wirkte ganz überzeugend, ich fand es jetzt nicht arg pornös, aber auch nicht sehr kitschig. Pat McCrawn sagte mir, dass der Anteil daran in den nächsten Bänden noch größer wird. Darauf bin ich genau so gespannt, wie auf eure Reaktionen. Falls ihr noch keine Ahnung habt, ob ihr wagen sollt, die 3,99 Euro für das Ebook bzw. 9,90 für das Printbuch auszugeben, hier eine Leseprobe:
http://scullyvanfunkel.de/leseproben/duocarns-die-ankunft-von-pat-mccraw/
Mehr auch hier: http://www.duocarns.com und natürlich hier:
http://schmerzwach.blogspot.de/2012/06/elf-fragen-von-schmerzwach-die-autorin_05.html

Mittwoch, 27. Juni 2012

Der träumende Jonas EINS

Bei meinem ersten Buch Plattenbaugefühle wurde ich oft gefragt: Sag mal, ist das biografisch? Nein, war es nicht. Es gab Anteile an dieser Geschichte, die der Realität entsprachen. Der Sozialarbeiter Aris, zufälligerweise griechischer Herkunft, arbeitete zufällig an der gleichen Schule wie der Autor einst. Danny gab es wirklich, nur heißt er anders und ist eigentlich eine Mischung von zwei realen Personen, ja, Shad M. gibt es tatsächlich. Aber nein, bei Jonas aus dem Buch lief das alles ganz anders als bei Jannis, dem Autor. Er hat ganz andere Eltern, kommt aus einer anderen Schicht, hat andere Ansichten als ich damals hatte. Und viel mehr Style. Aber was den Jonas aus Plattenbaugefühle mit dem Jannis eint: Dass beide sehr viel lesen und träumen. "Jonas" war auch immer schon mein ´Alter Ego´. Jonas ist der schwule Anteil von Jannis aka Schmerzwach. Und bevor es Plattenbaugefühle gab, hatte ich schon einen Roman geschrieben. Vor langer, langer Zeit. Und da gab es auch eine Hauptfigur mit dem Namen Jonas, und diese war sehr viel mehr Jannis. Ja, dieser Jonas, das war ich! Und ich träumte. Von der Liebe! Ich war noch jung, noch vor dem Abi - und fing an zu schreiben. Meine Träume, meine Fantasien beim Bücherlesen und Filme schauen. Denn: so viele Filme und Bücher gibt es, die von Liebe handeln, und wunderschön sind - und in denen sich immer ein Mädchen in einen Jungen verliebt, oder umgekehrt. Oder in denen Jungs eine schöne Freundschaft haben, mehr angedeutet wird, aber nicht erzählt. Wie viele schwule Jungs spinnen dann diese Geschichten weiter oder dichten sie um? Wie der Junge in "Der träumende Jonas"... "Der Prozess" von Kafka wird umgedichtet, genauso wie "Tausendundeine Nacht", Geschichten vom "Momo"-Schriftsteller Michael Ende, die Filme "Au revoir, les enfants" und "Lebe wohl, meine Konkubine" oder auch die "Artus-Saga", ja, die vor allem. Es geht um das Geschichten erzählen, um das Fantasieren und vor allem geht es um LIEBE, ganz viel LIEBE!!! :-) Einfach hinein lesen und in anderen Welten schwelgen...
"Der träumende Jonas" ist bei Epubli als Ebook UND als Printbuch erschienen - das Ebook ist für 3,99 Euro erhältlich:
https://www.epubli.de/shop/buch/tr%C3%A4umende-Jonas-Jannis-Plastargias-9783844225075/16107

Dienstag, 26. Juni 2012

Elf Fragen von schmerzwach an die Autorin Chris P. Rolls


Geboren in Großbritannien 1971, lebe und arbeite ich in der wundervollen Griesen Gegen, MVP. Fantasy ist mein bevorzugtes Genre und seit ich vierzehn bin, schreibe ich auch Homoerotik. Derzeit liegt mein Schwerpunkt auf dem Bereich Fantasy, Gay Fantasy und Gay Romance. Bislang habe ich sieben Bücher/ebooks und Geschichten in zwei Anthologien veröffentlicht. Zum Beispiel "Bruderschaft der Küste", die Reihe "Die Anderen - Gay Mystic Fantasy" und "Pegasuscitar I - Auf magischen Schwingen"


1. Wer bist du?
Ich schreibe unter dem Pseudonym Chris P. Rolls
2. Was machst du?
Hauptberuflich arbeite ich mit Pferden und bilde Reiter aus.
3. Woher kommst du und wohin möchtest du?
Geographisch komme ich aus England und bin derzeit da angekommen, wo ich gerne leben möchte: in Mecklenburg Vorpommern. Schriftstellerisch möchte ich gerne noch weiter kommen.
4. Warum bist du Schriftstellerin geworden?
Ich schreibe eher nebenberuflich, denn die Pferde sind mein Hauptberuf und meine Berufung.
5. Welche Ziele hast du? 
Viele und einige schon erreicht. Ich stelle jedoch fest, dass man von dort aus auch neue Ziele ins Auge fassen kann.
6. Wer oder was inspiriert dich?
Meine Pferde, Gespräche, Bilder, Musik, die Landschaft. Oft sind es Kleinigkeiten, die zu Geschichten werden.
7. Wann bist du glücklich?
In vielen kleinen Momenten. Meistens auf dem Pferderücken.
8. Wie sieht dein perfektes Leben aus?
Beinahe wie mein jetziges. Es müsste nur mehr Stunden haben und ab und an weniger Sorgen.
9. Was würdest du tun, wenn du ein Tag lang Königin von Deutschland wärst?
Vermutlich mich irgendwo hinsetzen, klein machen und hoffen, dass es schnell vorbei ist.
10. Wovon hast du als Kind geträumt?
Von Pferden und geheimnisvollen Welten.
11. Worauf könntest du verzichten und worauf überhaupt nicht? 
Auf sehr viele Dinge, Luxus, einen Fernseher. Nicht auf meine Pferde, das Schreiben, mein Netbook und Internet.

Mehr über ihre Bücher hier: 

Montag, 25. Juni 2012

herz-terroristin von lütfiye güzel


Gibt es eine neue Beat Generation? Und wer ist sie? Ist die neue Beat Generation virtueller Art? Früher saßen die Leute, die sich vielleicht als Boheme fühlten, in Cafes zusammen oder auch bei sich zuhause, kippten Wein und redeten über Kunst und Literatur, über Sex und Drogen - über eine neue Welt vielleicht sogar. So stelle ich mir das vor zumindest. Und heutzutage? Bloggen, Facebooken, Chatten, Emailen und Twittern wir miteinander, wir von der neuen Boheme? Wer ist diese Boheme überhaupt? Wer zählt sich dazu? Oder nennen wir das Underground? Indie ist ja auch ein anderes Wort. Indie-Verlage, Indie-Autoren. Weil unabhängig. Weil wenig kommerziell. Weil nicht von Literatur leben könnend. Doch darf sich jeder Underground nennen? Wie sieht es mit Lütfiye Güzel aus? Sie hat jahrelang in kleinen Stadtmagazinen und Studentenzeitschriften Gedichte veröffentlicht, ist Poetry Slammerin, hat ihre Gedichte auf Blätter gedruckt, sie an Fans gegeben. Im April ist ihre erste Buchveröffentlichung beim Dialog e.V. Gesellschaft für Deutsch-Türkischen Dialog Verlag an den Start gegangen. Herz-Terroristin heißt der Gedichtband und es gibt ihn HIER zu kaufen. Ist DAS Underground? Sind diese 80 Seiten Beat, tritt sie in die Fußstapfen unserer großen Vorbilder?
Untergrund-Literatur ist meines Erachtens immer ein Hin und Her zwischen sozialkritischem Zorn und Melancholie. Zorn auf die Politik, auf die gesellschaftlichen Zustände – wie zum Beispiel im Gedicht „Hinter dem Denken...“. Melancholie ist der Weltschmerz, Melancholiker werden die Menschen genannt, die sich eine andere Welt wünschen. Melancholie wird in der Psychologie der Neuzeit als Depression definiert. „Zimmer 525“: Was ist das für ein Zimmer? Ist das Kind fremd im Land? Wurde es von irgendwohin in dieses Zimmer verpflanzt? Will es nicht sein, wo es ist? Oder ist es gar pathologisch? Ist das Zimmer 525 in einem Krankenhaus oder einer Anstalt? 
Ach so, ich vergaß Lütfiye Güzel vorzustellen:
"lütfiye güzel - 1972 in die welt geschossen (geburtsort: küche in duisburg-hamborn) später dann poetin & so weiter". So steht das auf der Rückseite ihres Buches. Nun, das reicht zu wissen - denn die Texte, jegliche Texte von Autor/innen, sprechen für sich. Die Gedichte sind realistisch, sie sind kurz und prägnant, manchmal eher Aphorismen - und man stellt sie sich herausgeschrieen auf einem Poetry Slam vor, oder auch leise vorgetragen (je nachdem, welches Gefühl sie vermitteln wollen), wie ein Carsten Nagels es tut, der beim 3.Autoren-Abend im Glücksladen etwas Ähnliches vortrug (und es auch wieder tut auf unserer Literadtour am 29.7.2012). Ich verstehe nicht viel von Lyrik, das muss ich ja immer wieder gestehen, aber die Lyrik von Lütfiye Güzel verstehe ich, mit ihr kann ich etwas anfangen. Und das ist schon recht viel, wenn es um Lyrik geht, finde ich. :-) Aber überzeugt euch selbst:
http://www.amazon.de/Herz-Terroristin-Gedichte-L%C3%BCtfiye-G%C3%BCzel/dp/3981259459

Sonntag, 24. Juni 2012

Literatur versus Euro 2012 - oder viel Leid im Glück

Ja, natürlich, es war ein bisschen eine Fehlplanung: eine Lesung im Sommer, das tolle Lüften-Festival als Konkurrenz, das schöne Biergarten-Wetter - und natürlich König Fußball! Deutschland gegen Griechenland im Viertelfinale der Euro 2012. Wieso sollte man da in den Glücksladen kommen, und Literatur hören? Dann auch noch diese ernste Themen! Aber: Jeder, der nicht da war, hat etwas verpasst! Definitiv!
Wieso? Verena Boos begann mit einem Text, in dem es um die Exhumierung von Opfern der Franco-Ära in Spanien geht. Freiwillige übernehmen dies - sie selbst engagierte sich dafür und nahm die Stimmung dort auf und wahr. Mehr dazu in diesem derFreitag-Artikel. Sie erprobte ihren Text, mit dem sie sich für den Open Mike bewerben möchte (über den Open Mike hatte ich ja letztes Jahr ausführlich berichtet). Danach wurde ausführlich darüber diskutiert. Dann las der aus Aserbaidschan stammende Vougar Aslanov einen Romanauszug: "Die verspätete Kolonne", der sich um den sowjet-afghanischen Krieg der 1980er und Schikanen innerhalb der Armee dreht. Dabei gab er spannende Einblicke und Einschätzungen über die Achtziger Jahre der Sowjetrepublik, über die Perestroika, den Kreml-Flug von Matthias Rust und natürlich Aserbaidschan, dem diesjährigen Ausrichter des Eurovision Song Contest. Was ist Pressefreiheit? war ein Thema. Diese gibt es weder in Aserbaidschan noch in Deutschland (auch wenn das hier manche glauben). Nicht nur bei ihm gab es heftige Diskussionen, sondern auch bei Peter Kapp, dem Dritten im Bunde an diesem Abend, übrigens allesamt Autoren von Plan B. Er trug Texte vor, die im Dritten Reich spielten, und die aus einer Reihe stammen, die einen Versuch startet, Comics noch mehr als Graphic Novels mit Text und vor allem ernsthafter Literatur zu vermengen. Sehr spannend! Während die Deutschen Tor um Tor schossen - wir hörten das Jubeln der Leute aus dem Baum-, Musikanten- und Sandweg, sahen es aber immer etwas später auf dem Laptop, auf dem parallel der Livestream lief -, diskutierten wir über das Lieblingsthema unseres neuen Bundespräsidenten Gauck: Freiheit. Wir redeten über Diktaturen, Unterdrückungsmechanismen und wie manipulierbar Menschen sind. Das war unheimlich spannend! Und man sollte den Abend unbedingt vor sehr viel mehr Menschen wiederholen!


Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Nach der Lesung tranken wir noch Bier und Wein - und aßen leckere Suppe von Kristina und leckere Brötchen und Desserts. Und dann versuchten wir von Bornheim zum Yachtklub zu gelangen, sahen und hörten dabei viele hupende Autos und noch mehr Deutschland-Fahnen. Paaaaaaaarty! Wir feierten dafür im Yachtklub. Zuerst eine Impression vom Main. :-)
Wir übten für die Euro 2012-Sauf-meisterschaften, die im Juli stattfinden (Ort noch nicht bekannt) - Favoriten schon! ;-) (Familie P wird über Familie S triumpfieren ;-)). Ein toller Abend, mit tollen Menschen, tollen Texten und tollem Bier (uuuuhhh: Estrella aus Spanien :-))).

Die Parade der Kulturen 2012 ZWEI








Donnerstag, 21. Juni 2012

Der Plan B von Plan B, am 22.6. ab 20 Uhr

Ja, es ist crazy. Es ist vielleicht sogar wahnsinnig, und doch... ich meine... nicht jede/r ist Fußball-Fan, manche noch nicht einmal bei der Euro 2012 - nicht dass ich es nachvollziehen könnte. ;-) Aber was machen die anderen? Wer sind die anderen? Ich weiß, was sie tun könnten, denn ich weiß auch, was sie im letzten Sommer getan haben... :-) Die anderen sind für den Plan B auserkoren! Und der Plan B ist, in den Glücksladen (Glücksclub) zu gehen, um 20 Uhr, am Freitag, den 22.6., und... der Autorengruppe Plan B zu lauschen und Fußball Fußball sein zu lassen - und Literatur Literatur. Ihr habt Angst, etwas zu verpassen? Wir lassen natürlich auf einem großen Laptop das Spiel per Livestream laufen und jeder kann alles mitkriegen - ja, und die zweite Halbzeit schauen wir zusammen an, literarisch wertvoll mit klugen Kommentaren und außerdem: Ich bin Deutsch und ich bin Griechisch. Also! Mit mir anschauen! :-) Freue mich auf euch alle morgen! Wir werden trunken sein - und nicht nur von der Literatur. ;-) Ach ja, mehr Informationen über die Veranstaltung gibt es hier:

Plan B liest... (Verena Boos, Vougar Aslanov, Peter Kapp und Jannis Plastargias)
Plan B ist ein Zusammenschluss von Frankfurter Autoren: Wir möchten die lokale alternative Literaturszene stärken und bereichern. Unsere Aktivitäten bestehen in Lesungen, Performances, der Mitarbeit an Initiativen. Wir diskutieren unsere Texte auf monatlich stattfindenden Sitzungen. 
http://www.plan-b-frankfurt.de/Plan_B/Home.html
Vougar Aslanov liest aus seinem neuen Roman "Die verspätete Kolonne" über den sowjet-afghanischen Krieg der 1980er und Schikanen innerhalb der Armee.
Verena Boos erprobt ihren Exhumierungstext "Himmel und Hölle".
Peter Kapp liest aus seinem aktuellen Erzählband "Kummersdorf", sowie Lyrik.
Die Moderation übernimmt Jannis Plastargias, der auch sein neues "Buch zum Blog" dabei hat.
so war es beim letzten Mal:
http://schmerzwach.blogspot.de/2012/05/wer-hier-liest-liest-im-gluck.html

Mittwoch, 20. Juni 2012

Euro 2012: Fräulein Wunderbar denkt... (2)


Wie war das noch mal mit dem Abseits?... 

…frage ich mich jedes Mal, wenn sich ein paar Männer unserer Mannschaft mühselig ins vordere Drittel des Gegners gekämpft haben, um das ersehnte Tor zu schießen. Ok, ok, ich gestehe: es wurde mir von den Herren der Schöpfung schon einmal erklärt, ich habe es jedoch schlicht und ergreifend wieder vergessen. Frauen und Fussball, geht das denn überhaupt? Ich erinnere mich gut an ein Bild aus meiner Kindheit. Ich spielte zusammen mit dem Nachbarsjungen hinter dem Haus. Im Fernsehen lief das Finale der WM 1974. Auf den Straßen war außer uns Kindern kein Mensch zu sehen. Alles Menschenleer. Totenstille. Dann plötzlich, in diese Stille hinein, schrie es plötzlich aus allen Wohnungen: „Toooooooooooooooooooooooooor!“ Und meine Mutter schrie am allerlautesten. In den nachfolgenden Jahren hatte ich für Fußball, wie viele andere Frauen auch,  nur ein müdes Gähnen übrig und ein fußballbegeisterter Mann an meiner Seite hätte in diesen Jahren vermutlich sehr gelitten. Dann kam die WM der Herzen. Eine junge Mannschaft – ein wundervoller, unvergessener Jürgen Klinsmann – eine WM in Deutschland – und ein leidenschaftliches Fieber, das jeden ergriff, Frau und Mann, jung und alt. Über Deutschland lag ein unvergessener Fußballzauber. Auch ich konnte mich diesem Zauber nicht entziehen und ich entdeckte ein Herz in meiner Brust, das für Fußball schlug.
Damals wurde ich bei den gemeinsamen Fußballabenden von meinen Freunden zum besten Fan gekürt, obwohl mein Sohn, geparkt auf dem Beifahrersitz, vor Scham am liebsten im Erdboden versunken wäre, wenn ich nach einem Sieg unserer Mannschaft hupend im Kreisverkehr fuhr, das Auto geschmückt mit zwei Fähnchen.
Damals lernte ich auch, was ein Abseits ist, aber wie gesagt, ich habe es zwischenzeitlich leider wieder vergessen.
Diese WM der Herzen hat dem Fußball viele neue treue Fans beschert – uns Frauen! Manch eine mit viel Hintergrundwissen, manch eine nur mit dem nötigsten und sicherlich auch die ein oder andere mit so gut wie gar keinem. Und es gibt immer noch genug Männer, die uns während einer Welt- oder Europameisterschaft lieber hinter dem Herd sehen als vor dem Fernseher. Wenn ich so etwas höre, beginne ich zu schnauben wie ein Stier, der sich gerade auf sein Angriffsziel fixiert. Und „Mann“ geht mir dann besser aus dem Weg. Ja, es stimmt, manchmal stimmt uns auch der Anblick eines ganz besonders netten Spielers selig. Aber, mal ganz ehrlich, so unter uns…..schaut ihr nicht auch ganz beiläufig, wenn die Frauen spielen? Oder schaut ihr Frauenfußball gar nicht erst an…
Ich gebe zu, Fußball ist und bleibt hauptsächlich eine Männerdomäne und ich persönlich schaue, „Mann“ glaubt es kaum, aus rein spieltechnischen Gründen lieber Herren- als Damenfußball. Und wenn ich gefragt werde, ob ich von Fußball denn eine Ahnung hätte, gestehe ich gerne, dass ich darüber nicht so viel weiß, eine WM oder eine EM für mich aber trotzdem das absolute Jahreshighlight ist, auf das ich mich schon Anfang des Jahres wie verrückt freue. Und wenn ich einen Bart hätte, würde ich ihn mir wachsen lassen, wie Jannis und Jürgen Klopp. Jawohl, das würde ich tun!
Und wenn es dann endlich soweit ist und das Eröffnungsspiel beginnt, bleibt der Herd kalt und ich lasse mir eine Pizza kommen ... oder ich schwenke das Deutschland-Fähnchen beim Kochen.
http://schmerzwach.blogspot.de/2012/05/fraulein-wunderbar-denkt-1.html

Dienstag, 19. Juni 2012

Sprich! e.V. kriegt den Bürgerpreis am 18/06/12


Gestern wurde der Bürgerpreis der Stiftung der Frankfurter Sparkasse an Ehrenamtliche überreicht. In der Kategorie Alltagshelden erhielt Sprich! e.V. den dritten Platz, übrigens gemeinsam mit dem Forum für mehr Integration e.V., mit dem wir auch kooperieren. Beide erhalten 500 Euro, Georgette Carbonilla für Sprich! und Lynda Hamelburg für das Forum haben den Preis entgegen genommen. Wer mehr darüber erfahren möchte (auch mehr Bilder sehen möchte): https://www.facebook.com/sprichfrankfurt.


Der Stadtkämmerer Uwe Becker begrüßte das Publikum und führte durch die Veranstaltung. Er musste einige Honoratioren begrüßen, neben dem Innenminister Boris Rhein waren auch noch etliche Stadträte anwesend. Dies zeigt wie wichtig der Stadt Frankfurt seine Ehrenamtler sind, schön auch, dass man den Preis in diesem schönen Kaisersaal überreicht bekommt.



Gemeinsam mit Uwe Becker stellte der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Sparkasse, Herbert Hans Grüntker, die Preisträger/innen vor, es gab vier Kategorien, U21, Unternehmer, Alltagshelden und Lebenswerk.



In der U21 - Kategorie haben unter anderem die Bücherpicknicker, ein Projekt der Stadtbücherei Frankfurt erhalten, worüber ich mich sehr freue. Mehr dazu unter ICH BIN EIN PICKNICKER! Am Montag, den 3.9., werde ich übrigens Plattenbaugefühle bei den Bücherpicknickern lesen und diskutieren. 



Besonders viel Applaus erhielt Hans-Dieter Kreis für sein Lebenswerk - seit 47 Jahren leitet er den Jugendchor Eschersheim. Er hat es geschafft, den ganzen Kaisersaal zum Singen zu bringen. :-)



Danach gab es einen Umtrunk, Boris Rhein war mittendrin statt nur dabei. :-) Sprich! e.V. ist schon nach einem Jahr Bestehen so weit gekommen, die nächste große Veranstaltung findet vom 1.9. - 9.9. in Frankfurt statt. Die zweite Frankfurter Sprachwoche nämlich. Mehr zu den Projekten gibt es hier: http://www.sprich-frankfurt.de/. Der Verein sucht immer Unterstützer, Sponsoren, Fans. :-)

Montag, 18. Juni 2012

Euro 2012 - auf der Berger Straße

Lars Bender, Erlöser

"Wir waren ja schließlich zuerst da!" Nein, nicht im Kindergarten gehört, sondern gestern auf der Berger Straße - was war passiert? "Mediterrane Gleichgültigkeit" trifft auf deutschen Ordungs- und Pünktlichkeitssinn. ;-) Wir wollten mal wieder auf der Berger Straße der deutschen Nationalmannschaft zujubeln, der genaue Ort war uns egal, Hauptsache Sitzplätze und einen guten Blick auf eine Leinwand. Nun, zu dritt sollte das ja zu machen sein... aber offensichtlich doch nicht, denn die "normalen" Leute treffen sich schon zwei Stunden vor Spielbeginn, um sich die besten Plätze zu sichern. Na dann! Wir nicht. Letztendlich fanden wir etwas Passendes. Einen Vierertisch im "Mi casa", nette Leute dort, Cocktail Happy Hour rund um die Uhr, Tapas und Sangria, besser geht es fast nicht. Der Fernseher war leider etwas von uns weg geneigt, aber noch im grünen Bereich. Bei Beginn des Spiels fragt eine junge Frau aufgeregt den schönsten Mann der Welt, ob er nicht etwas nach links rücken könne. Er weigert sich mit der Begründung, dass er ja dann wegen seines Vordermannes auch nichts sehen könne. "Wir waren ja schließlich zuerst da!" war dann ihre Argumentation, die wir nicht beantworteten - man muss ja nicht jeden Quatsch beachten. Sie hätte sich ja auch mal überlegen können, wieso sie nicht in der ersten Reihe sitzen wollte und ob sie tatsächlich erwartete, dass nur für sie die erste Reihe frei bleibt. ;-) Ja, die Berger Straße ist voll! Es ist ab einer Stunde vor Spielbeginn (fast) jeder Platz besetzt, feindselig werden die restlichen verteidigt, weil noch jemand später dazu kommt. Die Kneipen machen das Geschäft des Jahres und es sei ihnen gegönnt. Und nach dem Spiel laufen alle die Berger Straße entlang mit Fahnen, schwarzrotgold geschminkt, freudestrahlend und singend. In so einem Moment wünscht man sich, dass immer Europa- und Weltmeisterschaften stattfinden mögen. Zur deutschen Mannschaft: Boah! Was sind sie stark! Wer war bei dieser Euro 2012 noch so souverän und marschierte so selbstbewusst und halbwegs ungefährdet in die nächste Runde? Und jetzt gegen Griechenland. :-) Man erinnert sich an die Euro 2004, als die Griechen überraschend Europameister wurden. Auch dieses Jahr stehen sie mehr als überraschend im Viertelfinale. Werden sie eine große Gefahr sein? Diese Mannschaft ist mit ihrer Defensivtaktik immer gefährlich. Sie warten auf Fehler der Gegner und bestrafen sie dann mit Kontern und einer Zielsicherheit, die ihresgleichen sucht. Je mehr die Gegner gegen das griechische Tor anrennen, desto stärker scheinen sie zu werden. Aber! Die deutsche Mannschaft ist nicht so lethargisch wie die Russen, kann besser im Mittelfeld zaubern und im Angriff glänzen als die Polen. Und: Nicht umsonst ist die deutsche Nationalmannschaft die professionellste bei dieser Euro 2012, was die Taktik, die Vorbereitungen usw. angeht. Nein, der Deutsche mit griechischen Wurzeln, Jannis, wird wieder gegen die Griechen und für die Deutschen wetten. Nur: bisher hat es den Griechen Glück gebracht, wenn ich gegen sie wettete (siehe Euro 2004). ;-)

Sonntag, 17. Juni 2012

Philip Dehm Fotografie

Hallo liebe schmerzwach-Leser,

by Philip Dehm
mein Name ist Philip Dehm, ich bin 28 Jahre alt und technischer Angestellter aus dem Raum Karlsruhe. In meiner Freizeit bin ich Drummer bei Palm Valley, doch zu meiner großen Leidenschaft zählt seit einiger Zeit das Fotografieren von Menschen. Vor kurzem habe ich in Frankfurt ein paar Fotos mit Jannis gemacht.
Dafür hat er mir die Möglichkeit gegeben mich hier mal kurz vorzustellen und etwas zu meiner Fotografie, und wie ich dazu gekommen bin, zu erzählen: 
Das Ganze hat vor ca. 3-4 Jahren angefangen, als ich mir nach langer Zeit mal wieder eine Kompakt-Kamera gekauft habe. Schnell war ich total in meinem Element und habe anfangs hauptsächlich Naturfotos, Landschaften und ein bisschen Street fotografiert. Teilweise habe ich mir schon einige Bildbearbeitungs-Techniken durch Tutorials im Internet angeeignet und die Bilder so etwas getuned. 
Schnell stieß ich dabei jedoch an meine (und technischen) Grenzen und wollte einfach noch bessere, schärferer, freshere Bilder schießen. Somit folgte der Kauf meiner ersten DSLR, eine Canon EOS 550D, die ich bis heute habe und damit regelmässig fotografiere. Mit einer befreundeten Arbeitskollegin, die schon einige Model-Erfahrungen hatte, konnte ich dann mein allererstes Shooting mit einem Menschen vor der Kamera machen. Mein erstes Bild war dies hier: 
Seit diesem Zeitpunkt hatte ich, was Portrait-Fotografie angeht, Blut geleckt und mir gefällt es bis heute, egal ob bei HochzeitenFamilienshootings oder Mitarbeiter / Bewerbungs-portraits... 
... das Optimum aus den Personen vor der Kamera herauszukitzeln.
Dabei ist es mir neben dem Endergebnis der Bilder ebenso wichtig, wie sich der Mensch vor der Kamera dabei fühlt, fotografiert zu werden, und derjenige sich in seiner Rolle wohl fühlt. So entstehen die besten Bilder. 
Der Feinschliff erfolgt dann zuhause am Rechner, wo ich an den Reglern schraube bis ich und meine Kunden mit dem Endergebnis zufrieden sind und sich selbst mit dem Bild identifizieren können. 
Solltest du, lieber Leser, auch mal Interesse an einem lockeren Shooting haben, oder einfach nur mal durch meine Bilder stöbern wollen, dann schau doch mal hier vorbei: www.philipdehm-fotografie.de oder https://www.facebook.com/PDFotografie 
Viele Grüße,
Phil @ Fotografie.de
Palm Valley - Offizielle Bandpage von Palm Valley
www.palmvalley.de
Palm Valley - Hält man das Bild im Kopf fest, welches einem erscheint, nachdem man Palm Valley ausgesprochen hat, ist man genau am richtigen Ort. Mit ihrer Musik lassen sie die Sehnsucht nach Sommer..

Samstag, 16. Juni 2012

Lesung beim jour:fritz


Gestern habe ich beim jour:fritz bei Fritz deutschlanD in Rödelheim gelesen... Das muss ich nun näher erklären. Was ist der jour:fritz? Das Haus 9 (Kesselhaus) in der Westerbachstraße 47 teilen sich vier Vereine, wobei Fritz deutschlanD e.V. der Träger ist, noch mit dabei sind Hackerspace FFMKulturnetz Frankfurt e.V. und der Tauschring Bockenheim. Bei diesem von Mai bis Oktober monatlich stattfindenden jour:fritz soll Gelegenheit gegeben werden, sich auszutauschen und zu netzwerken, aber auch vom Wissen oder der Kunst der anderen zu profitieren. Beim nächsten Treffen im Juli wird es einen Vortrag über das Bedingungslose Grundeinkommen geben. 


Gestern durfte ich als Mitglied des Kulturnetzes Frankfurt aus Plattenbaugefühle lesen. Ich war vorher noch nie in diesen Räumlichkeiten und war sehr erstaunt, wie cool das alles ist. Unten im Keller gibt es einen Band-Raum, in dem Konzerte stattfinden (es gibt auch eine fritz deutschlanD-Band :-)), in dem man Partys feiern kann, es gibt ein kleines süßes Cafe mit "Vintage"-Möbeln, oben Büros, es gibt eine Steinmetzerei usw. Das Kesselhaus war ursprünglich mal eine Schuhmacher-Fabrik. 

Tja, wie in der Schule: wieso vorne sitzen, wenn man sich hinten zusammendrängen kann. Aber Frage an den jungen Mann, der freundlicherweise Fotos für mich gemacht hat: Wieso wurden die nicht fotografiert, sondern nur ich, wie ich mir an den Kopf schlage? Hahahaha. Es war eine sehr entspannte Lesung mit sehr reger Diskussion, hat wirklich Spaß gemacht. Ich merkte auch, dass da Menschen sind, die so ein bisschen anders ticken als der Mainstream, das erklärt sich durch ihre Zugehörigkeiten zu den Vereinen, oben kann man ja auf die einzelnen Vereinsnamen drücken und mehr über sie erfahren. Es lohnt sich! Schön war auch, dass später am Abend der "Fotograf" zu mir kam und mich für mein "tolles Schreiben" lobte. Das freut mich natürlich! :-)


Jetzt noch ein kleines Rätsel: rechts sind die Toiletten, welches ist wohl die Kabine für die Damen und welche für die Herren? 

Freitag, 15. Juni 2012

Schmeckt wie Urlaub und macht nicht dick von Andreas Bertram

Die Hauptfigur Andy kommt uns sehr bekannt vor: Er sucht nach einem Mann fürs Leben. Das ist nicht ganz so einfach, wie viele von uns bestätigen können. Er sieht durchschnittlich aus, hat in der letzten Zeit ein bisschen zu viel Schokolade gegessen und der erfolgreichste und ehrgeizigste Mensch der Welt ist er auch nicht. Er verdient sich eher schlecht als recht seinen Lebensunterhalt mit einer Buchhandlung. Dann hat er auch noch ein Haus geerbt, um dass er sich erst einmal eher kümmern und Geld reinbuttern muss. Er wurde vor nicht allzu langer Zeit von seinem Freund, mit dem er mehr als zwei Jahre zusammen war, verlassen. In dieser Situation wärmt er wieder eine alte Affäre auf, und zwar mit dem attraktiven Seifenopern-Star Manuel, obwohl dieser ihm vor ein paar Jahren schon einmal das Herz gebrochen hatte. Gleichzeitig lernt er auf kuriose Weise den netten Polizisten Robert kennen, der der perfekte Partner für ihn wäre – wenn Andys Herz nicht immer noch an Manuel hinge. Das wäre schon genug für den armen Protagonisten, aber dann findet er sich durch seinen besten Freund Nils in einem turbulenten Eifersuchtsdrama wieder, in dem ein Haare schneidender Latino-Sexgott, ein russisches Busenwunder und eine Transgender-Wahrsagerin eine nicht unbedeutende Rolle spielen.
Ist das eine queere Version eines Rosamunde Pilcher-Romans? Ja und nein. Ja, in dem Sinne, dass der Roman zwar Schmonzetten-Anteile hat: Zum Beispiel ist da Manuel, der Sohn eines Ministers ist, verbotene Liebe, reiche Leute aus der bayrischen Provinz. Auch die Geschichte um Nils mit der Eifersucht rund um den Prominenten-Friseur, der sein Fast-Gatte ist, könnte aus einer frischen Sommerkomödie im Zweiten stammen. Ja, wenn die Konstellation heteronormativ wäre. Nein, weil der Roman auch brisantere Themen behandelt wie Homophobie, Mobbing, Gewalt gegenüber Homosexuellen in der Provinz, Abweisung aus religiösen, parteilichen oder familiären Gründen.
Der Roman liest sich leicht, eine tolle Lektüre für U-Bahn-Fahrten, für den Strand oder für das Bett - also vor dem Schlafengehen eben. Es sind 400 meist rasante Seiten, man merkt sofort, dass Andreas Bertram ein Drehbuch-Autor ist. Es ist immer ein sehr schmaler Grat, auf dem er sich bewegt: Ist das Benutzen der Klischees noch Ironie und absolute und gewollte Überzeichnung? Oder rutscht er manchmal aus Versehen da hinein? Besonders hervorzuheben ist, dass der Autor geschickt Wendungen einbaut, die den Roman von Anfang bis Ende spannend machen. Ich meine damit die "terroristischen" Anteile, die nicht nur kriminell sind, sondern vor allem amüsant. Wenn man keine große Literatur erwartet, sondern einfach nur unterhalten werden möchte, und zwar auf nicht unintelligente Weise, dann darf man diesen Roman getrost in die Hand nehmen und sich darin verlieren.
Andreas Bertram: Schmeckt wie Urlaub und macht nicht dick. Roman. Querverlag, Berlin 2012. 408 Seiten. 14,90 €. ISBN: 978-3-89656-199-2

Donnerstag, 14. Juni 2012

Euro 2012: Dürfen "wir" uns nicht einfach daran erfreuen?

Wieder ein Großereignis, das schmerzwach in Bann hält - und wieder ist es so wie beim Eurovision Song Contest auch: überall Politik und eigentlich würde ich dieses Minenfeld gerne umgehen. Das erscheint aber unmöglich, deswegen erst einmal:
Ja, monatelang wurden auf Facebook ekelhafte Bilder gepostet, mit denen darauf aufmerksam gemacht wurde, dass Tiere in der Ukraine gequält werden. Habe ich vernommen und finde es sehr schlimm (auch ohne solche Dinge selbst gepostet zu haben). Ja, in beiden Ländern ist man homophob, sehr homophob - und das ist etwas, das ich nicht dulden kann. Es ist schlimm und nicht akzeptabel. Da sind wir uns auch alle einig. Ja, die Ukraine verstößt gegen die Menschenrechte und gegen den kleinen gemeinsamsten Nenner der Europäer (und der EU), nämlich Grundrechte für jeden Bürger und Demokratie - sie tritt die Würde ihrer Bürger mit Füßen, sperrt unschuldige und "unbequeme" Menschen ein (z.B. Juliya Tymoschenko) - das ist nicht akzeptabel und dagegen muss etwas getan werden. Ja, es gab in Polen Ausschreitungen und auch das ist traurig und wirft kein gutes Licht auf diese Euro 2012. Ich finde auch gut, dass die europäischen Politiker/innen ein Zeichen setzen und sich nicht in den ukrainischen Stadien zeigen, mit dem Hinweis, dass ein paar Meter weiter Tymoschenko und andere in Haft sind. Andererseits finde ich es schade! Und das darf hoffentlich gesagt werden. Ich bin kein Nationalist und kein Fremdenhasser und ich beziehe das auf alle Mannschaften: Für die Spieler ist es eine besondere Ehre vor ihrem eigenen Staatsoberhaupt zu spielen, schade also, wenn Angela Merkel und Königin Beatrix dann nicht anwesend sind.


aus https://www.facebook.com/schwatzgelb
Legitim finde ich es trotz allem, wenn Fans in die Ukraine fahren und ihre Mannschaften anfeuern - und sich dabei herzlich wenig um Politik kümmern. Das ist ihr gutes Recht! Sie haben sich vielleicht mühsam Geld zusammengespart, jahrelang auf die nächste Meisterschaft gefreut, wollen Spaß und sich am Erfolg ihrer Mannschaft erfreuen. Legitim ist es auch, wenn die Spieler sich nicht großartig einmischen - es ist ihr Job da zu spielen. Für Proteste ist da kein Platz, sie müssen sich auf ihre Aufgabe konzentrieren. Legitim ist es auch, dass die Fans "zuhause" mit ihren Mannschaften mitfiebern und auch da nicht jede Minute über die ukrainischen oder polnischen Verfehlungen diskutieren müssen. Es gibt noch genügend anderen Quatsch, den die Zuschauer während solcher Fußballspiele herausschreien - plötzlich werden alle zu besseren Trainern als Jogi Löw, schreien tagelang: Gomez raus, Klose rein - und wer schießt dann die Tore? Da wird Foul geschrieen und Elfmeter und ganz klar rote Karte - in der Wiederholung sieht man, dass der eigene Spieler geschickt geflogen ist. ;-) Aber auch das gehört dazu und macht das Spiel so reizvoll für alle. Es ist gleichzeitig einfach und kompliziert. Die Regeln sind so trivial, die Taktik erscheint es auch zunächst, doch je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr kann man dazu diskutieren... Und noch ein Wort zum "Nationalismus"? Ja, der nimmt während so einer Meisterschaft zu, da bin ich mir sicher, auch der "Fremdenhass" nimmt zu in dieser Zeit, da gibt es Studien, die das belegen, und auch das ist nicht erfreulich. Das hat aber auch mit den Emotionen, die beim Fußball entstehen, zu tun. Man fiebert mit einer Mannschaft mit, in der Bundesliga zum Beispiel mit dem BVB, da beginnt man die Rivalen zu hassen, die Bayern zum Beispiel, oder auch Schalke. Es beginnt mit Ärger und Wut und schlägt dann um. Bei der EM und der WM sind es eben nicht Clubmannschaften, die man anfeuert, sondern Nationen. Das ist eben so. Das wird auch so bleiben. Da steigert man sich rein, da verflucht man plötzlich "die Italiener", weil sie in der letzten Minute ein Tor geschossen und damit "die Deutschen" rausgehauen haben, die dann nicht ins Finale kommen. Das kann dann auch noch bis zur nächsten Meisterschaft oder gar für immer andauern. Und wenn jemand das doof findet, dass man "wir haben gewonnen" nach dem Spiel gegen Holland sagt oder auch "wir spielen heute Abend gegen"... das kann ich nachvollziehen. Natürlich stehen nicht "wir alle" auf dem Fußballplatz, da stehen elf Spieler, die einen deutschen Pass haben, aber diese Identifikation muss wohl erlaubt sein, so schwer ich mich selbst damit tue. Es wird auch keiner hören, dass ich "wir Deutschen" sage, ich spreche immer von "der deutschen Mannschaft". Aber okay, ich beschwere mich auch nicht, wenn alle anderen das machen, jeder darf das für sich selbst entscheiden. Genauso mit den Flaggen und Fahnen - ja mei, dann hängen die halt überall. In anderen Ländern hat man da auch ein viel unverkrampfteres Verhältnis dazu. Nein, die Deutschen sind keine Nazis, wenn sie ihre Flaggen hissen - erst wenn da ein Hakenkreuz dran ist, aber lassen wir das. Worum geht es in diesem Beitrag? Lasst uns doch einfach Spaß an dem ganzen Trubel haben, lasst uns nicht alles zerreden und klein machen. Es sind Emotionen, die uns da leiten - lassen wir sie zu. Vier Wochen sind doch auszuhalten, oder? :-) Und nicht alles ernst nehmen, man darf auch oberflächlich sein und über die Tattoos der Spieler und über ihre "Schönheit" reden, denn es kommt eben nicht nur aufs Spielen an, es geht darum, eine Beziehung aufzubauen, Gefühle zuzulassen und sich einfach von der Euphorie anstecken zu lassen. :-) Und wer es nicht möchte, kann dies auch lassen - auch wenn es schwer ist zu ignorieren, wenn in jeder Kneipe Fußball läuft und die Timeline jeden Abend mit Fußball-Kommentaren zuquillt. ;-)

Mittwoch, 13. Juni 2012

Hermanns Zebra im Yachtklub am 06/06/12


Am 6.6. war ich also im Yachtklub, um einer Band zu lauschen, die den ominösen Namen "Hermanns Zebra" trägt. Mir schwante Böses, doch die Schwäne blieben draußen, ganz in der Nähe des Yachtklubs, der total schönen Location AUF dem Main, am Main und überhaupt - und das Böse blieb auch draußen...



Nein, ich wusste nicht, was mich da erwartet, und war überrascht... Die Ankündigung lautete: stealth pop, melancholisch deutsch, elektroakkustisch, geht die band hermanns zebra auf reise. in frankfurt main haben sich die 3 musiker 2011 gefunden und spielen ihr 3. Konzert und zum ersten mal auf dem wunderschönen alten Boot. Hermanns Zebra sind Johannes Kühn - Gesang/Gitarre, Markus Öhlinger - Bass/Sitar-Fx und Achim Steffenhagen - Drums. Mehr über sie: https://www.facebook.com/pages/Hermanns-Zebra/117668658321888.



So, wie auf dem Bild fühlte es sich im Yachtklub an, den Hermann´schen Zebras zuzuhören, melancholisch, atmosphärisch, wie aus einer anderen Welt... Eine Reise, ja, auf eine Reise in eine fremde Welt schickt einen der Sänger Johannes Kühn, mit seiner zittrigen Stimme, die an jemanden erinnert, der einem nicht einfällt, und es muss auch nicht sein... http://www.youtube.com/watch?v=xsN5zPOMM6w Eine Instrumentalisierung, die auch an etwas erinnert, das einem nicht einfällt - Hermanns Zebra machen fremdartige Musik, die einem ganz heimatlich vorkommt, ein Widerspruch, ein schönes Paradoxon. Eine Reise in einen anderen Zustand, eine Reise ins Nirgendwo (so wie man auf der Tanzfläche im Yachtklub steht und auf den Main schaut, der einen auch an etwas erinnert, das einem nicht einfällt - wie Urlaub vielleicht, wie eine Verheißung einer neuen, besseren Welt). Hermanns Zebra ist noch recht unbekannt - das sollte sich ganz schnell ändern. Ich kann sie nur weiter empfehlen... Und ich habe sie live gesehen, im Yachtklub... 

Dienstag, 12. Juni 2012

Schmerzwach - die Postkarte Reloaded




Für das Blog-Buch gibt es nun eine neue Postkarte. Dazu habe ich erst einmal eine Frage: Was findet ihr besser? Mit Adressfeld oder ohne? Wer möchte die neue Karte denn eigentlich haben? Ich werde sie demnächst an verschiedenen Stellen auslegen. :-)