Montag, 28. Februar 2011

Kitchen Stories NINE - über das Blogschreiben

Ralph Waldo Emerson sagte einst, dass an die Stelle von Romanen schließlich Tagebücher oder Autobiographien treten werden...


Tagebücher, ja, elektronische Tagebücher wahrscheinlich, Blogs also, ein Blog, wie dieser hier, oder der stancerblog von Carsten oder einer der unzähligen anderen - die Utopie von Emerson ist wohl wahr geworden. Es gibt einen Zusatz, dass diese Tagebücher oder Autobiographien faszinierende Bücher sein können, "wenn ein Mann es nur versteht, aus dem, was er für seine Erfahrungen hält, das auszuwählen, was wirklich seine Erfahrung ist, und die Wahrheit wahrheitsgemäß aufzuzeichnen." Doch, so könnte man fragen, was ist denn "Wahrheit" und was sind "wirkliche Erfahrungen"? Und was faszinierende Blogs? 
Jedes Sprichwort, jedes Buch, jedes kleine Wörtchen, das dir zur Hilfe und Trost bestimmt ist, wird auf geraden oder verschlungenen Wegen zu dir gelangen. 
Das ist ein anderes Zitat von Ralph Waldo Emerson und es spricht mich sehr an, doch wieso? Ich glaube an die Macht des Wortes, ich glaube daran, dass einem Worte helfen können - es können Worte aus Büchern sein, aus einer Email, aus einem Telefonat, persönlichen Gespräch, aus Zeitschriften, Chats oder eben aus einem Blog. Wenn ich das nicht glaubte, schriebe ich an dieser Stelle nichts... Die Dauer aller Bücher wird weder durch freundschaftliche, noch feindliche Bemühungen bestimmt, sondern durch ihr eigenes spezifisches Gewicht oder durch den inneren Wert ihres Inhaltes für den unwandelbaren Geist der Menschen.
Ein weiteres Zitat von Emerson - gilt es nur für Bücher? Oder auch für Blogs? Ich weiß, ein Blog ist nicht wichtig, es ist nur ein Blog... Doch ein Blog ist genauso wichtig wie ein Buch für mich. In einem Blog wie in einem Buch verfasse ich meinen eigenen Text, meine eigenen Gedanken und Ideen, hier bin ich kreativ, hier schreibe ich mir Dinge von der Seele, hier gebe ich, was ich geben kann, meine Worte, meine Phantasie, meinen Geist... Haben meine Gedanken ein Gewicht? Nun, zumindest hätten sie nicht mehr Gewicht, wenn sie sich zwischen zwei Buchdeckeln befänden! 

Sonntag, 27. Februar 2011

Wieso DSDS schauen?

Wir leben in einer globalisierten Gesellschaft, in der es sehr viele Möglichkeiten gibt, seine Freizeit zu nutzen, in der es sehr viele verschiedene Kanäle gibt, sich selbst auszudrücken und zu verwirklichen. Vielleicht zu viele, zu unüberschaubar viele, so dass man sich nachts schmerzwach im Bett hin und her dreht, völlig überfordert mit dieser neuen Welt. Ja, genau das ist das Thema dieses Blogs.
Wir leben in einer Welt, in der jeder seine eigene Individualität ausleben möchte, ein Individuum SEIN möchte, etwas Besonderes, und doch möchte jeder trotzdem ein Teil einer "Bewegung" sein, einer Masse. Nehmen wir die Fußball-Welt- und Europameisterschaften, die man dazu nutzt, sich in großen Gruppen vor Public Viewings zu treffen, gemeinsam zu trinken und zu jubeln - das ist gesellschaftsfähig geworden, vom Straßenkehrer bis zum Geschäftsmann, alle sind sie da und schauen es zusammen an und freuen sich gemeinsam. Das gleiche erlebt man Woche für Woche in den Fußballstadien, doch für den modernen Menschen, der individualisiert ist, der cool sein möchte, wäre es natürlich nicht besonders genug, es jede Woche zu tun. Alle zwei Jahre für eine Zeit lang mitschwimmen, ist in Ordnung, aber gleich jede Woche - dazu müsste man ein richtiger Fußball-Fan sein.


von www.promiflash.de entnommen
DSDS und IBES (ein anderes beliebtes Thema in diesem Blog) schaffen diese Gemeinschaft, jede/r hat es gesehen, kann am Montag in der Schule/ in der Uni oder bei der Arbeit darüber reden, es ist etwas Gemeinsames, jede/r hat eine Meinung dazu, man kann sich auch schön positionieren, kann Sympathien verschenken, DSDS und IBES hat nichts mit Bildung, nichts mit Wissen zu tun, du kannst auf deine eigenen Gefühle und Gedanken, auf deine Sympathien und Antipathien zurückgreifen, ohne dass es dir jemand vorwirft. Wenn du für Pietro Lombardi schwärmst, kann dir jemand sagen: Der ist doch dumm, Mann! Und dann antwortest du: Na und, ist doch egal, dafür hat er Herz, ist total charmant und einfach nur liebenswert und authentisch. Denn authentisch und glaubwürdig sein ist das neue "hip" bzw. "cool" sein, und deswegen hat Guttenberg auch sehr viel mehr kaputtgemacht mit seinen Betrügereien, als es manchen schon bewusst ist. Er hat genau das zerstört, was ihn groß gemacht hat. Authentisch sein - ja, authentisch ist auch Anna-Carina, und wenn sie Sarah Engels disst, dann kommt es echt rüber, dann MUSS Sarah Engels eine blöde eingebildete Kuh sein - und schwupps ist sie draußen. 
Früher als "Wetten dass?!..." den Allein-Anspruch am Samstag Abend hatte, vor den Zeiten von DSDS und das Supertalent, hat man darüber am Montag geredet, doch wenn das Zeug nur Alte anschauen, die Jungen interessiert es herzlich wenig, also muss man Justin Bieber einladen und noch gewagtere Wetten bringen, tja, und dann geht etwas schief.
DSDS und IBES und solche Sachen werden auch noch deswegen erhöht, potenziert, weil es so nett ist, zuhause zu sitzen und alles zu kommentieren, es sofort in die Welt rauszuhauen, über Facebook und Twitter, und dann auf das Echo zu warten. Das macht Spaß! Da wird man erhört, bekommt Aufmerksamkeit, ja, Aufmerksamkeit, die die Teilnehmer/innen bei solchen Casting- und Event-Shows erhalten, die kriegt man dann auch, es ist am Ende nicht zu unterscheiden, wer der Star ist und wer nicht, aber wer braucht das schon. In unserem Ideal dieser Welt sind wir alle Stars...

DSDS - Nur Noch Neune!

von www.promiflash.de entnommen
WAS? Sarah Engels raus??? Nie, nie, nie hätte ich das erwartet! Was ist denn dieses Jahr los? Die war sooooo gut in dieser Mottoshow! Völlig unerwartet und völlig unverdient!
Oh Mann, der Reihe nach, von hinten:
Norman, Sarah und Nina stehen da... Norman weiter. War auch zu erwarten, letztendlich. Der SMDW hatte natürlich Recht, eines der Mädchen. Sarah oder Nina. Da ist es ja wohl klar... Schade!!!
Anna-Carina und Sarah vor - Ach, nee, das wundert uns? Wird wieder dieser Zickenterror weiter aufgebaut? Bescheuert, unnötig, billig! Nun ja... Nee, Anna-Carina hatte ich rausgewählt!!! Wie kann das sein? Sarah? Die war am besten. Sie fliegt sicherlich nicht raus.
Ich mag Pietros Outfit heute, so Gangsta ;-) Und die Lache ist herzensgut! :-)
Nina wurde kaputt geredet von den Juroren, quasi schon rausgewählt: was passiert? Was entscheiden die Zuschauer? Oder doch RTL? ;-) Na, klar, warten. Wer hätte das gedacht! Wen die Jury bestimmt... Entweder die Leute lassen sich so leicht manipulieren... oder RTL schummelt...
Ardian: das Studio ruft Weidda, ja, natürlich ist er weiter, da kann man das Macho-Motto nochmals ein bisschen pushen. ;-)
Marvin ist weiter, da wird sich Violeta freuen...
Marco weiter: sehr schön, der sympathische Ösi, der hoffentlich nächste Woche eine andere Frisi hat!
Norman muss zittern - ach ja! ;-) Habe ich nicht vorausgesagt. ;-)
Zazou - wir wollen sie tanzen sehen, wir wollen sie tanzen sehen, wir wollen, wollen, wollen...
Ist doch klar, Sebastian Wurth schafft es als erster, BIEBER-FIEBER & so. Freuen wir uns! :-)
wie alles begann: http://schmerzwach.blogspot.com/2011/02/dsds-der-superdepperte-schreiber.html

Samstag, 26. Februar 2011

DSDS - Der SuperDepperte Schreiber

von www.rp-online.de entnommen
Das ist doch absoluter Blödsinn, was ich da tue, wirklich, was soll das denn? Die ganze Mottoshow vom 26.2. von Anfang bis Ende kommentieren? Was ist überhaupt das Motto? 
20.18: Wie albern die Show beginnt! Vor allem dieser Lackaffen-Möchtegern-Sänger Patrick Nuo versucht da auf cool zu machen: Abklatschen war gestern, sage ich da nur. ;-)
20.20: Wieso müssen die jetzt am Anfang immer irgendwas vor sich hinträllern? Zum Warmwerden?
20.26: Wie albern der Trailer des armen Marco ist! Der ist doch eigentlich viel zu nett und cool, um so etwas mitzumachen. Mando Diao? Uh. Ich liebe "Dance With Somebody"! Was ne Scheiß-Frisur! Könnte auch ein bisschen mehr Dampf machen, der gute Mann! 
20.31: Der Nuo ist eine Dumpfbacke!
20.38: Zazou - ach, nicht schlecht, ich meine, das Lied war einfach, Tanzen kann sie, süß ist sie... Was will die Dumpfbacke denn jetzt? Die hat noch nie besser gesungen. Die singt so! Dann hätte man sie nicht immer weiterkommen lassen.
20.41 Zazou redet so süß Schweizerdeutsch! :-)
20.50 Was will der Menderes da schon wieder???
20.53 Dieser Fickfrosch regt auf!
20.55 Nina Richel ist so eine Nette, ich kann es nur wiederholen. :-) 
20.58 Sie sieht ja auch ein bisschen wie Kelly Clarkson aus... nur sympathischer eben. Das Lied ist aber doof, wie jedes Lied von K.C.!
21.02 Marco Schreyl ist ja wohl der schlechteste Moderator bei RTL. 
21.04 Ich mag Autos und schöne Frauen! Yes, Ardian!
21.05 Die Mama weint. Oh nein, wie herzzerreißend!
21.07 Sensibel? Oder doch ein Macho? Ein liebenswerter Macho? Alles Schwachsinn, Marco Schreyl! 
21.08 Wieso bewegt er sich so spastisch, der Ardian? Das mit den Tänzern kriegt er aber gut hin... Schlecht ist er nicht!
21.11 Fernanda: Leckerer? ;-)
21.12 @das_linchen tweetet: Patrick Nuo hat seine Tage 


von www.promiflash.de entnommen
21.16 Oh nein, Norman! Nicht Wolfgang Petry! Schmeißt den Schwachmaten endlich raus! Wer braucht den Schlager? Und sein Anzug!!! Panne! Oder anders: Wahnsinn!
21.18 Und Textsicherheit ist auch etwas anderes! ;-)
21.20 Fernanda: grandiös! ;-)
21.26 Sarah KANN singen... Tränen lügen nicht... tralalalalalala...
21.29 Ich möchte sie in den Arm nehmen, die Sarah! Das macht sie gut! :-)
21.34 Den Sebastian Wurth und seinen Dackelblick finde ich süß! Und sein Outfit... :-)))))
21.37 Eine Runde weiter!
21.52 Diese arme bemitleidenswerte Frau, die die Brüste zeigt...
21.56 Der Liebling der Massen: Pietro! Und wie er lacht! :-)
21.57 Jackpot
21.58 Beim Tanzen: Mein Schuh bleibt stecken!
21.59 I need you, Bu! BUB?
22.00 Keine Diskussion: weiter! Sein bester Auftritt, außer "Que sera, sera"! :-)
22.01 Ich sag mal: Publikumsfavorit!!!
22.01 Der Nuo hat wirklich die Tage, oder möchte mal von Pietro oder Ardian vermöbelt werden. ;-)
22.05 Tolle Sprechstimme, die Puppenspielerin, Gesangsstimme auch. :-)
22.06 Anna-Carina sagt: Es sind alles Wassermelonen...
22.07 Was soll das denn jetzt? #sarahbashing ?
22.08 Wieso so ein schweres Lied auswählen, A.C.? DAS wird knapp heute!
22.13 Warum ist das Mädchen so traurig?
22.14 Nee, Tanzen hin Tanzen her - und dazu NEIN sagen: ich finde ihn trotzdem unsympathisch und uncool. ;-)
22.17 Was ist das für ein Langweiler-Lied, Marvin! Finde ich nicht gut! Nächste Woche dann Elton John? Falls Marvin weiterkommt, es wird knapp!
22.19 Marco, halts Maul!
22.20 Die suchen einen Superstar, nicht einen Marvin! ;-)
22.22 Ich frage den SMDW: Wer fliegt raus? Er schweigt. Ich sage, dass es sich zwischen Anna-Carina, Marvin und Norman entscheidet es sich, wer rausfliegt. 
22.24 SMDW sagt: eine von den Frauen. Ich tendiere auch zu Anna-Carina...
22.25 Ich bin echt bescheuert den Blödsinn zu schauen, aber dabei schreiben macht es nicht ganz so langweilig. ;-)



Mittwoch, 23. Februar 2011

Queeres Kranksein

Ich habe es ja gesagt, Kranksein hat mindestes eine gute Seite - neben der Möglichkeit viel zu schlafen - und zwar Filme anzuschauen, viele Filme. So habe ich die SISSY durchgeblättert und mir eine Liste von Filmen zusammengestellt, die mehr oder weniger queer sind... 


earxxxite.blogspot.com
REINAS, ein spanischer Film aus dem Jahr 2005, geschrieben und gedreht von Manuel Gomez Pereira, mit diesen fantastischen Schauspielerinnen, die auch bei Almodovar immer glänzten: Marisa Peredes und Carmen Maura. Überhaupt: Dieser Film scheint eine Hommage an den besten Regisseur aus spanischen Landen zu sein. Worum geht es? Um sechs Frauen, Mütter, die ihre Söhne verheiraten wollen - mit anderen Männern. Und es geht um einen Hund, der viel Unheil anrichtet, einen Vater, der Gärtner ist, und sich in seine Auftraggeberin, eine arrogante, versnobte Schauspielerin, die sich selbst spielt (Marisa Peredes) verliebt, und es geht um einen Streik in einem Hotel, das homosexuelle Menschen als Zielgruppe hat... Ein temporeicher Film, lustig, mit vielen Verwicklungen, ich möchte ihn spanisch nennen, diesen Film, absolut sehenswert. Er lief übrigens auf ARTE. :-)


movie-infos.net
Ein Film, der vielleicht nicht ganz so komisch ist (obwohl er es hätte sein können), trotzdem ganz sehenswert ist: MÄNNER AL DENTE, den der türkischstämmige Italiener Ferzan Ozpetek gedreht hat, Ozpetek - der Regisseur des Kultfilms des Queer Cinema: HAMAM - DAS TÜRKISCHE BAD.  In diesem Film steht eine italienische Großfamilie im Mittelpunkt, aus Lecce, Industrielle, sie machne natürlich auf Pasta, ein Familienunternehmen, schon immer gewesen. Der älteste Sohn arbeitet in der Firma, der jüngere studiert angeblich BWL in Rom und wird bald in den Schoß der Familie zurückkehren und ebenso in der Firma arbeiten. Doch dieser Sohn, Tommaso, möchte das nicht, er möchte bei seinem Besuch der Familie endlich die Wahrheit ausposaunen, dass er Literatur studiere, Schriftsteller werden wolle und außerdem schwul sei. Sein Plan, den er seinem großen Bruder vorher mitteilt: Bei einem wichtigen Essen mit einer anderen bedeutenden Familie, mit der man in der Pasta-Produktion kooperieren möchte, sich zu outen und mit Schimpf und Schande aus dem Haus geschmissen zu werden. Doch an dem betreffenden Abend kommt ihm sein großer Bruder in die Quere: Er outet sich selbst als schwul, wird rausgeschmissen, der Patriarch der Familie kriegt einen Herzinfarkt - und das hat alles ungeahnte Folgen für Tommaso. Diese Komödie soll beschwingt sein - na, ist sie gelegentlich, manchmal jedoch hätte man diesem Film mehr Mut und weniger Klischees gewünscht, klar, Ozpetek zielte auf diese Klischees ab, doch ob das nach wie vor so zeitgemäß ist, könnte man zumindest als Frage stellen. Die Großmutter ist stark angelegt, leider wird aber ihre Geschichte etwas verschenkt, weil sie zu wenig in die gegenwärtige Zeit eingebunden wird. Aber auch bei diesem Film habe ich es nicht bereut, ihn mir reinzuziehen. 


http://elleaimelecinema.fr/wp-content/uploads/
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Anders erging es mir bei ANOTHER GAY SEQUEL: Gays Gone WILD, der "schwulen" Version des Teenie-Films "American Pie". Dieser Film von Todd Stephens aus dem Jahr 2008 ist die Fortsetzung des Films aus 2006 "Another Gay Movie", der ganz klar darauf aus ist, eine weitere Fortsetzung an den Start zu bringen. Es wäre kein Verlust, wenn es dazu niemals käme. Die vier schwulen Freunde aus dem ersten Teil möchten nun Spring Break feiern, natürlich in einer Gay Version, und machen bei einem Wettbewerb mit, in dem es darauf ankommt, möglichst oft zu ficken bzw. gefickt zu werden. Dabei haben die vier Jungs die Jasper-Gang (3 Jaspers, die natürlich alle sehr gut aussehen und sehr schwul sind) als größte Widersacher. Ein alberner Film, wie man sich denken kann, mit vielen dummen, albernen Witzen, schwulen Charakteren, die man nicht unbedingt sehen möchte (Perez Hilton und RuPaul zum Beispiel),  


flixster.com
mit einem völlig albernen Plot, der natürlich mit den üblichen Genre-spezifischen Schenkelklopfern versehen ist, der sich an andere Vorbilder aus dem Kino orientiert. Völlig zurecht kriegt er bei der Bewertung bei IMDb nur 3,7 von 10 Sternen. Das einzig Erheiternde an dem Film war für mich, dass Porno-Star Brent Corrigan eine witzige und winzige Rolle als "Meermann" (eine männliche Meerjungfrau) spielt, und ausgerechnet der Einzige ist, der keinen Sex haben kann. ;-)

Dienstag, 22. Februar 2011

BEAT Generation - Schreiben, saufen, huren - Teil 3 -

Neal Cassady lief in der Nacht des 3.Februar 1968 irgendwo in Mexiko die Bahngleise entlang, es regnete - plötzlich beschloss er, dass er müde sei, zu müde um weiterzugehen. So legte er sich auf die Gleise. Und wenig später fiel er in ein Koma und wachte nicht mehr auf. Warum? Weil er eine tödliche Mischung von Drogen und Alkohol intus hatte. Warum ich das erzähle?


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Neal Cassady war der heimliche Held von einem Gedicht, das der 27jährige Allen Ginsberg im Jahre 1955 schrieb: "Howl" - ihr erinnert euch ja noch an meine Rezension zu diesem Film. Neal Cassady also, der Held, der immer betrunken war, der nicht erwachsen werden konnte und wollte, Cassady, der in allen Beatnik-Köpfen herumspukte, nicht nur in Ginsbergs. Es gibt eine Verfilmung aus dem Jahr 1997 mit Thomas Jane und Keanu Reeves: "Wie ich das erste Mal Selbstmord beging", in dem Cassady die Hauptfigur ist. Darin steht die Zeit im Mittelpunkt, als er 19 war, seine erste Freundin sich umbringen wollte, ins Koma fiel, und er sie nach zwei drei Besuchen, für immer verließ, weil er das alles nicht aushielt. Doch sie trat wider Erwarten in sein Leben zurück, als er gerade mit einem sechzehnjährigen Mädchen zusammen war... Cassady ist übrigens auch die Hauptfigur im berühmtesten Roman von Jack Kerouac, dessen gemeinsames Buch mit William S. Burroughs ich nach "Howl" rezensierte. Das berühmte Buch "On The Road" von Kerouac wird 2011 verfilmt. Hoffentlich spannender als die Verfilmung aus dem Jahr 1997 von Stephen Kay, der offensichtlich die Figur Cassady verehrt, aber der einen schreckliche öden Film produziert hat, der auch ein bisschen düster und gleichzeitig nichtssagend ist. Selbst Keanu Reeves, als abgewrackter älterer Freund von Neal, der dessen minderjährige Freundin abstauben möchte, kann den Film nicht retten.


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William S. Burroughs wiederum ist die Hauptfigur folgenden Films: "Naked Lunch". Meine Geschichte dazu geht so: Schon vier Mal hatte ich in der Vergangenheit versucht, diesen Film zu schauen, und IMMER schlief ich dabei ein. Wieso ein fünftes Mal versuchen? Weil ich zum Beispiel viel Zeit hatte die letzten Tage, weil ich krank im Bett lag. Lesen geht nicht, Fernsehen schon...
Nun, wieso aber das fünfte Mal: Bei den ersten Malen waren immer die Umstände Schuld, zugekifft nachts Film Nummer 4 beim Videoabend überleben ist nicht sooooo leicht. Auch jetzt beim fünften Mal schlief ich tatsächlich ein, der Virus war Schuld. Dabei ist der Film gar nicht langweilig. Eher mysteriös. Man weiß nicht genau, was passiert, was eine Halluzination ist, was nicht, was man wie zu deuten hat. Aber worum geht es in dem Film von David Cronenberg aus dem Jahr 1991? Ganz vereinfacht gesagt: Der Kammerjäger Bill Lee stellt eines Tages fest, dass seine Frau sein Insektengift genauso spritzt, als wäre es Heroin. Es macht schreckliche Halluzinationen. Eines Tages überredet sie ihn, es auch auszuprobieren... Um sich wieder von dieser Abhängigkeit zu befreien, besorgt er Medikament, ein Gegengift dazu, doch als er nach Hause zurückkehrt, erwischt er seine Frau Joan mit seinem Freund Frank in flagranti. Scheinbar ruhig sagt er ihr, es sei Zeit für Tell, und sie tut sich ein Glas auf den Kopf, das er mit seiner Pistole wegschießen möchte. Doch leider geht das schief. Er bringt sie mit dem Schuss um, weil er sie in die Stirn trifft. So muss er fliehen. Und zwar in die "Interzone"... Und ab jetzt wird es wirklich wirr, er halluziniert von Agenten: schrecklich eklige Käfer, die sich in Schreibmaschinen verwandeln und wieder zurück, und die mit ihm reden... Ein Meisterwerk von David Cronenberg, einem genialen Regisseur, ja, obwohl ich schon mehrmals dabei eingeschlafen bin. Das Interessante ist, dass Cronenberg nicht etwa den Roman Naked Lunch eins zu eins filmt, sondern die Biographie von William S. Burroughs mit einbezieht, und genauso eine Geschichte von ihm als Rahmenhandlung benutzt ("Exterminator")... Sehenswert!


Die Links zu BEAT Generation - Schreiben, saufen, huren...
http://schmerzwach.blogspot.com/2011/01/beat-generation-schreiben-saufen-huren.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2011/01/beat-generation-schreiben-schreiben.html

Sonntag, 20. Februar 2011

Guttenberg, DSDS und das Geschichten erzählen...

Storytelling war vor einigen Jahren das große Trendwort in Pädagogik, Psychologie und im NLP (Neurolinguistisches Programmieren). In der Schule bedeutete Storytelling zum Beispiel, dass man einen erzählerischen Einstieg wählte, um die Schüler emotional zu berühren, in der Psychologie baute man über das Erzählen von sich selbst eine Brücke zum Klienten. Bei Vorstellungsgesprächen präsentiert man sich selbst, bekam ich einmal bei einem Coaching gesagt, und das tue man über Geschichten, die man über sich erzählt. Du kannst die eine gleiche Geschichte verschieden erzählen und charakterisierst dich so selbst und vor allem formst du dich und dein Leben damit. Einen Studienabbruch kannst du depressiv mit "ich war halt immer so überfordert und kam nicht mehr mit" einleiten, aber auch sagen "naja, ich habe bald gemerkt, dass ich andere Stärken habe, deswegen habe ich mein Studium abgebrochen und gebe mir die Möglichkeit, meine Kompetenzen in der Praxis auszuleben". Oder so. ;-) Sagt man...


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Guttenberg erzählte Geschichten von sich, gemäß des Storytelling, baute sich selbst auf, als sympathischer, fleißiger, ehrenwerter, glaubwürdiger Mensch, als ein neuer Typ des Politikers, jung, dynamisch, gleichzeitig konservativ und trendy, authentisch und elegant, mit den Medien umgehen könnend, immer souverän, immer alle Schwierigkeiten umschiffend. Und nun das: er wird des Betruges verdächtigt, Plagiatsvorwürfe bei seiner Dissertation - und jetzt kommt er ins Straucheln, brüskiert die Presse, einst beste Freunde des Lieblingspolitikers aus deutschen Landen, naja, die BILD wird wohl noch zu ihm stehen, zumindest mein Freund Franz-Josef Wagner (;-)). Kein gutes Krisenmanagement. Er hat sich durch seine eigene Selbstdarstellung, durch sein Storytelling, das er auch mithilfe der Presse, die ihn angeblich nun jagt, in die Tat umgesetzt hat, die Latte sehr hoch gesetzt, um jetzt daran gemessen und beurteilt zu werden...


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Auch in DSDS wird das Storytelling vom Anfang bis zum Erbrechen genutzt. Geschichten werden um die einzelnen Kandidaten herumgesponnen, ob sie es wollen oder nicht. Da ist dann ein Ardian der Macho und wird schnell als der Bad Boy hochstilisiert, mit erhobenem Zeigefinger sogar, damit auch der letzte versteht, dass das ganz schlimm ist, aber für amüsantes Konfliktpotenzial sorgen wird. Nein, er sollte ja nicht rausfliegen, aber die Sendung braucht halt den Bad Boy. Da wird eine Sarah Engels als eingebildete Zicke dargestellt, auch das braucht das Format. Dabei wird ihr selbst vorgeworfen, eine Geschichte von sich zu erzählen, und zwar die der eingebildeten Zicke, die deswegen ausgebuht wird, weil sie zu angeberisch sei. Und um das zu unterstreichen versuchen die Macher das Publikum so aufzustacheln, dass es buht. Gut gemacht! ;-) Schöööön manipuliert, RTL! Wer seine ihm zugedachte Geschichte nicht erzählen möchte, fliegt raus. Siehe Christopher, der einfach nicht den schönen Surferboy spielen wollte. Wenn Marvin hingegen nicht tanzen möchte, passt das in das Schema und wird weiter hochgespielt. Wenn Pietro verzweifelt versucht, nicht als Komiker rüberzukommen, wird auch damit gespielt, das ist nett, das ist süß, das ist seine Rolle: Der junge Mann, der ein Komiker ist, aber so gerne ernstgenommen werden möchte. Aber wie beeinflussen die Kandidaten dieses Storytelling? Oft bieten sie selbst diese Rollen durch ihre Präsentation zu Beginn an, bewusst oder unbewusst, und der kluge Bohlen und seine Helfer erkennen das sofort, Norman ist unser Schlagerstar, der sowohl Frauen im mittleren Alter als auch schwule Männer begeistert, der Müllmann Mike ist gut, auch solche Leute können singen, aber bitte nicht über die erste Live-Show hinaus. Ist das alles verdammenswert? Nein, ich denke nicht. So funktioniert das Leben, es ist im Büro nicht anders, nur dass dort nicht überall Kameras sind, aber Augen der Kollegen sind auch überall und das Getratsche genauso. 

Die Enttäuschung ist groß - DSDS 2011 ;-)

Ahja, gut, zwei Minuten darüber aufgeregt - länger hält es bei mir ja auch nicht an. Und trotzdem: AWA raus??? Was sollte das denn? Die coolste Sau von allen - und dann das? Ach, wie kann ich mich darüber aufregen?!


von www.promiflash.de entnommen
Awa passte wohl nicht ins Bild - anders als Sarah, die die Annemarie (war das der Name des Luders aus der letzten Staffel?) in DSDS 2011 spielen soll, den kleinen Süßen gibt es ja auch, Sebastian, den Gangsta - Ardian -, den Außenseiter-Underdog Marvin, den Schlagerstar Norman, der so oder so eine Single mit Bohlen aufnehmen wird, auch wenn er in der nächsten Sendung rausfliegt, die kleine schnuckelige Tänzerin mit dunkler Haut (zwei wären zu viel gewesen und Zazou ist einfacher...), Pietro, der sympathische Proll mit Komik- und Herzfaktor. Der intellektuelle Typ mit Herzfaktor ist dann der Marco, das kleine witzige ehrliche Mädchen ist auch einmal vertreten: Nina (deswegen musste ja auch Nicole raus - zu sexy das Outfit, wirkte wohl nicht lieb und nett genug heute). Christopher flog raus - danke für die Beeinflussung. Wer vorher schon niedergeschrieben wird hat keine Chance. Felix raus? Tja, fanden die Mädels das durchsichtige Teil und diese Hosen doch zu tuntig, obwohl er ja so hetero ist? ;-) Wen habe ich vergessen? 

Samstag, 19. Februar 2011

DSDS 2011

Ja, ist klar, schmerzwach scheut sich nicht vor dem "Unterschichten"-Fernsehen, zuerst das Dschungelcamp, jetzt auch noch DSDS, unser Untergang ist nicht mehr weit, wenn die Dichter und Denker sich so in die Niederungen des pop-kulturellen Lebens verirren. Oder?


von www.bild.de entnommen
Es gehört zum guten Ton, über solche Dinge zu lästern, aber wieso? Hat das nicht mit Minderwertig-
keitskomplexen zu tun? Ich meine, muss ich Angst haben, nicht als Literat und "Möchtegern-Intellektueller" ernstgenommen zu werden, wenn ich zugebe, dass ich mir das reinziehe? Egal. Ich schaue es und gebe es offen zu. :-) Und ich stehe auf AWA. Sie soll weiterkommen, sie soll gewinnen, sie soll in die Charts... Aber eines muss man zur Qualität der Sendung sagen, das Dschungelcamp war eine gut gemachte Sendung, die Moderationen, die Schnitte, die Musik. Das kann man von DSDS nicht behaupten. Diese Stereotypisierungen wirken hier aufgesetzt, wie gewollt und nicht gekonnt, viel zu sehr wird das Ganze übertrieben, diese dämlichen Rahmen-Geschichten nerven einfach nur. Und diese Manipulationen: was haben sie gegen Sarah und Ardian? Wieso diese jungen Menschen in der Live-Sendung so vorführen? Es gäbe andere Methoden, solche Dinge anzusprechen, nicht vor der Kamera. Aber es soll ja etwas damit erreicht werden, Begründungen gesucht werden, warum sie rausgewählt werden bzw. Typen aufgebaut werden, die ein bestimmtes Konfliktpotenzial aufbauen. Ardian und Sarah sind sehr gute Sänger, könnten weit kommen - wenn das RTL möchte. Denn wer glaubt heutzutage noch, dass die Zuschauer tatsächlich entscheiden dürfen??? Christopher fliegt vielleicht raus, weil Dieter Bohlen ihn heute als Langweiler charakterisiert hat. Respekt, Christopher, dass du in der Sendung klar gezeigt hast, dass du dich nicht von ihm beeindrucken lässt. Doch was lief im Vorfeld ab, was man wieder nicht mitgekriegt hat? Wer nicht ins Raster passt, wird rausgemobbt bei RTL´s DSDS. Oder? 


von www.promiflash.de entnommen
Schön für den kleinen Sebastian, das er ins Bild passt: Wie sollte der rausgewählt werden können? So niedlich, so Justin Bieber, den muss man doch drin behalten. Oder? Marco ist so sympathisch, so nett, auch der wird sicherlich nicht rausgemobbt, den will man drin behalten, der hat den Ösi-Bonus. Und was ist mit Felix? Dieser eklige Schönling, der in der Schule bestimmt von den meisten gehasst wird, weil er so ein Möchtegern ist, sich so toll vorkommt - der wird als sportlicher Hetero-Fußballer, der trotzdem schick ist, sich pflegt, dargestellt, ein Typ, von dem man ja schwärmen muss, nicht wahr?! Und was ist mit der Puppenspielerin? Weiter. Was ist mit dem Komiker mit dem Herz? Pietro. Der ist ja so echt, so authentisch. Stimmt! Ist er! Ich mag ihn auch, ihm möchte man es wirklich wünschen... Was denkt ihr, wer weiter kommen wird/ soll?!

Kitchen Stories EIGHT

Monika Maron begegnete mir das erste Mal in meiner Prüfungszeit im Studium, vorher hatte ich noch nie etwas von ihr gehört oder gelesen, und dann entdeckte ich plötzlich "Stille Zeile Sechs", ein Buch, das mich schwer beeindruckte, welches dann MEIN Buch für die Prüfung in Literaturwissenschaft wurde. Doch ein Fan von ihr wurde ich sehr viel später: Als mir C. den Roman "Animal triste" in die Hand drückte und sagte, dass er dieses Buch liebe. Völlig zurecht, wie ich damals fand, und auch beim zweiten Mal lesen im letzten Jahr wieder befand. Doch hier geht es nun um das Schreiben an sich. 2005 wurde sie für die Poetik-Vorlesungen an der Goethe-Uni in Frankfurt eingekauft - bereits ein Jahr vorher macht sie sich Gedanken über das Warum des Schreibens, das für sie eine innere Notwendigkeit ist, vor allem aber auch Neugierde und Interesse. Mehr dazu erfahrt ihr in einem kleinen Video, das ich gedreht habe: 

Die Mörder-Rasierklingen-Stoffschuh-Geschichte

Ihr erinnert euch ja noch an Abernathy, ist ja erst ein paar Posts her. ;-) Abernathy ist ja etwas verpeilt, stets trendy und natürlich hat sie auch Lieblingsschuhe, und das sind solche Benetton-Stoffschuhe. Und das kommt so:


http://monsieur-hasehase-et-moi.blogspot.com/
2010/07/shoppingtour-in-bremen.html
Vor einiger Zeit waren doch diese ganz schlichten Stoffschuhe trendy, sagt sie. Ich fand die schon vorher schön und wollte unbedingt ein Paar, also hab ich bei ebay (vielleicht sollte ich die Abernathy-Geschichten ja ebay stories nennen ;-)) für ein Paar Benetton Stoffschuhe geboten. So, ich hab sie für nur einen Euro bekommen- damals wollte die ja noch keiner. Als ich sie dann bekam, war im Schuh etwas drin, was da NICHTS zu suchen hatte, erzählt sie. Ich weiß gar nicht, warum ich es überhaupt bemerkt habe, sagt sie irritiert, vielleicht habe ich geschaut, ob die Sohle okay ist. Und ja, da war sie, eine mörderische Rasierklinge in dem linken Schuh! Sie erzählt: Ich hatte mir zuerst überlegt, das anzugehen, Schadensersatz oder so.. Andererseits ist mir aber nix passiert. Außerdem wäre es mir zu anstrengend gewesen. Naja, diese Schuhe habe ich immer noch und sie sind die bequemsten und besten, die ich besitze. Vor allem passen sie zu allem und die Sohle ist fußergonomisch... Wahrscheinlich mag sie Abernathy auch deswegen gerne, weil sie die Geschichte dazu lustig findet...

Freitag, 18. Februar 2011

I Killed My Mother

Ins Kino kann man alleine, man schaut ja sowieso einen Film und redet nicht, ich verstehe die ganzen Leute nicht, die dann doch nicht ins Kino gehen, weil sie niemand begleitet, ich gehe ja des Films wegen und nicht weil ich Lust auf lustige Interaktion mit anderen habe - dann gehe ich lieber auf eine Party, zu Ausstellungseröffnungen oder in eine Kneipe. 


http://www.movieposterdb.com/
Und bei "I Killed My Mother", dem Erstling von Xavier Dolan, bereue ich es nicht, trotz der Absage der anderen den Film alleine angeschaut zu haben. Ich höre es natürlich leise neben mir wispern, ach, was, nicht leise wispern, alle schreien es gerade wieder heraus: JAAAAAA, du bist schon wieder wegen der kleinen, hübschen Jungs hin. Tze! Der Kanadier Xavier Dolan ist Jahrgang 1989 und "I Killed My Mother" sein erster Film, zu dem er das Drehbuch schrieb, den er als Regisseur inszenierte und auch als Hauptperson fungierte. Faszinierend. Er schrieb das Drehbuch mit 16, da versemmeln andere gerade ihren Realschulabschluss, glauben, dass die DSDS-Finalisten die größten Künstler auf Gottes Erden sind und popeln sich in der Nase. Der Inhalt des Films ist kurz erzählt: ein sechzehnjähriger Junge erzählt von seinem sehr neurotischen und obsessiven Verhältnis zu seiner Mutter, mit all den krassen Dialogen und Konsequenzen, die daraus folgen.
Ich sitze gebannt in der letzten Reihe des Kinos (ich musste zwei Plätze weiterrutschen, weil sich ausgerechnet vor mich die einzigen zwei Riesen setzen mussten und ich die Untertitel nicht mehr lesen konnte) und überlege, ob ich den Film gut finde. Manche Einstellungen erinnern stark an Filme von Wong Kar-Wai, nein, das ist nicht negativ gemeint, abgekupfert hat er nicht, und bedenken wir noch einmal: Er drehte den Film mit 19! Diese Einstellungen gefallen mir sehr, kleine erträumte Szenen, kleine Taschenspieler-Tricks, sehr liebevoll, sehr kreativ. Nein, was mich gelegentlich abtörnt ist, dass es doch manchmal zu viel ist, zu viel des Mutterhasses, durchaus realistisch, echt, authentisch, auch wenn ich das zum Glück nie erleben musste, aber mir ist es zu viel. Ich ertrage seine Aggressionen nicht, seine lauten Worte, umso mehr vielleicht, weil ich Schreien und aggressive Kommunikation nicht mit Familie zusammendenke, aber das ist natürlich etwas Subjektives. 
Vielleicht passt nicht alles zusammen in diesem Film, das mag sein, das interessiert aber auch nicht großartig, nicht umsonst gewann der Film mehrere Preise, wurde sogar als Kanadas Beitrag für den besten ausländischen Film bei der Oscar-Verleihung eingereicht. Ganz sicher nicht zu unrecht, aber man mag sich kaum vorstellen, wie die Filme des Xavier Dolan sein werden, wenn er etwas welterfahrener ist... 
Der Jugendliche in den Film - Hubert - hasst seine Mutter und doch würde er jeden umbringen, der ihr etwas antun würde. Sie ringt einerseits um seine Liebe, ist andererseits unfähig, ihre Rolle als erwachsene Frau, Vorbild und Mutter für ihn auszufüllen. Sie sehnt sich nach der Zeit, als sie sich alles erzählten - dass er seit zwei Monaten einen Freund hat, erfährt sie zufällig von der Mutter seines Freundes, den er teilweise ebenso behandelt, wie seine Mutter, obwohl der ihn abgöttisch liebt. Ja, Hubert lässt sich bedienen, erwartet, dass die anderen alles für ihn machen, für ihn da sind. Selbst seine Lehrerin, die eine Vertraute wird, bis er ins Internat muss, weil es seiner Mutter reicht mit ihm...
Lohnenswert ist dieser Film, gut fotografiert, die Musik gefällt, die Schauspieler ebenso. Ein Kultfilm ist es vielleicht nicht, vielleicht abgesehen von schwulen Teenie-Boys, die in ihrer Pubertät das gleiche durchgemacht haben oder durchmachen...

Donnerstag, 17. Februar 2011

Kitchen Stories SEVEN

In Kitchen Stories SIX konnte man es bereits sehen: da saß ich nicht in der Küche und mein alter Laptop hat auch ausgedient: die fiftynine ist voll im MAC-Fieber, nun gehöre auch ich zur "gruseligen" APPLE-Familie. Aber dies soll nicht das Thema dieses Postings werden! Sondern....


Die Beschäftigung mit der Frage "Warum schreibe ich?" bzw. "Für wen schreibe ich? Warum sollen die Menschen meine Texte lesen?". Ich möchte es kurz einmal anders angehen als sonst. In Über Universen hatte ich mich ja schon mit der Thematik befasst... Diesmal gehe ich den esoterischen Weg: Krishnamurti sagte, dass Selbstverwirklichung eine Fluchtmöglichkeit für die Menschen darstelle, Selbstwirklichkeit sei nichts anderes als die Reaktion auf die Außenwelt, sie ist "nichts als das Bemühen, der Reaktion auf diese Außenwelt Ausdruck zu geben - Selbstverwirklichung durch die Kunst, die Wissenschaft, durch verschiedene Formen des Handelns." Dabei meint er nicht, dass Kunst generell eine Sache der Selbstverwirklichung sei, wahre Kunst sei echt und spontan und sei in sich selbst vollkommen, er meint eher diejenigen, die auf Künstler tun, um sich selbst zu verwirklichen, die Kunst als Mittel missbrauchen, um etwas zu erreichen, eine Befriedigung, eine, die sie in ihrem Umfeld nicht finden können. "Ein wirklicher Künstler spricht nicht über seine Selbstverwirklichung, er drückt aus, was er intensiv empfindet." 


Ich weiß, dass dies alles sehr schwer zu verstehen ist, vor allem in solch einem kleinen Ausschnitt. Was ich aber andeuten möchte: Wir Blogger schreiben doch unsere Blogs, um uns selbst darzustellen, um uns selbst zu verwirklichen, es ist doch nicht wirklich Kunst, bei den meisten zumindest nicht, es ist Selbstdarstellung, man möchte eine Bedeutung haben, man möchte eine kleine Berühmtheit werden, ja, ich schließe mich doch da auch mit ein. Wieso schreiben wir? Weil wir gelesen werden wollen, weil wir uns bedeutend vorkommen möchten. Aber was ist Kunst? Wieso soll man gelesen werden? Wieso sollt ihr meine Texte lesen? Ja, das ist schwer zu beantworten, wirklich schwer. Ich versuche ehrlich zu sein! Manche Texte sind hier literarisch, manche weniger, manche sind einfach komisch. Ich versuche mir selbst auf die Spur zu kommen. Die Darkroom Diaries zum Beispiel sind keine große Kunst, aber es ist auch nicht so, dass ich sie nur geschrieben habe, weil Sex sich gut verkauft, nein, ich wollte diese Anekdoten erzählen, weil ich sie auch in der Realität erzähle. Hier in diesem Blog rede ich authentisch, so wie ich bin. Wie sieht es mit den Texten in der Anthologie und in den Zeitschriften aus? Sind sie literarisch? Gibt es da einen Mehrwert, habe ich etwas zu sagen? Ich weiß das alles nicht. Ist es Selbstzweck, was ich hier tue, Eigenwerbung, ein Mittel zur Selbstverwirklichung? Oder ist es wahre Kunst? Warum solltet ihr diese Texte lesen? Damit hier mehr Klicks produziert werden? Damit ich stolz auf mich sein kann? Damit ich meine Veröffentlichungen bewerben kann?

Mittwoch, 16. Februar 2011

Ich müsste mal was schreiben

Ein weiterer Gastbeitrag meines Freundes Carsten vom stancer-blog, der sich gerade genauso wie ich mit der Frage nach dem Warum des Schreibens und dem Wer liest das Ganze beschäftigt. Ich möchte insbesondere auf diesen Post hier http://stancerblog.blog.de/2011/02/14/montagserkenntnis-hobbyschreibers-10593597/ hinweisen, der unter anderem mir gewidmet ist. Im Posting-Tausch antwortet er quasi auf meinen Posting Kitchen Stories SIX (wenn auch im Voraus ;-)). Viel Spaß damit!


Vor einiger Zeit ließ ich mich hier über meine Freude am Schreiben auf der einen und über meine saumäßige Schreibdisziplin auf der anderen Seite aus. Was hat sich seitdem geändert? Nichts. Jedenfalls nichts in Richtung einer erkennbaren Verbesserung. Obwohl, ich schreibe seit einigen Monaten sehr regelmäßig und relativ viel: kurze Texte, nicht länger als 140 Zeichen, die sogar eine gewisse Leserschaft finden und von dieser zuweilen mit einem gelben Sternchen bedacht werden, Sie wissen was ich meine.


Auch einen längeren Text habe ich (seit über einem Jahr, insofern relativiert sich der Begriff "länger" etwas) in Arbeit, ich weiß noch nicht, was daraus werden soll, ein Roman, eine Kurzgeschichte vielleicht. Das Problem ist (normalerweise hasse ich diese Phrase als Einleitung eines Satzes, in diesem Falle trifft sie jedoch den Nagel ins Auge): Ich schreibe nicht weiter daran, jedenfalls nicht regelmäßig. Dabei mangelt es nicht an Zeit und auch nicht an Ideen. Ich schreibe einfach nicht, warum auch immer. Nehmen wir einen typischen Sonntag, der eigentlich ideale Tag für schriftliche Betätigung. Erstmal ausschlafen, das ist ja klar. Dann ein ausgedehntes Frühstück mit meinem Partner, das ist uns heilig. Keine Ahnung, warum die diese Sonntagszeitung immer so umfangreich machen. Im Kulturteil lese ich über erfolgreiche Buchneuerscheinungen und die Schilderung eines normalen Arbeitstages des Autors. Schlechtes Gewissen packt mich und der feste Entschluss, mich später an den Schreibtisch zu setzen. Nach dem Frühstück verlagere ich mich in meinen bequemen Lieblingssessel am Fenster, wo ich die Zeitung zu Ende lese, anschließend blättere ich noch etwas in den Zeitschriften, die ich endlich mal lesen sollte, zumal die nächste Ausgabe bald kommt.


Das Wetter ist schön, wir beschließen, einen Spaziergang zu machen; danach, von der Wirkung frischer Luft getrieben, werde ich meiner kreativen Tätigkeit nachgehen. Der Weg führt uns am Biergarten vorbei. Wollen wir kurz auf eins...? Klar wollen wir. Kaum sitzen wir am Tisch unter hohen schattigen Kastanien, kommen Freunde von uns dazu, zufällig, nur auf ein Bier. Dabei bleibt es natürlich nicht, es ist so gemütlich, das Bier schmeckt. Als wir am frühen Nachmittag nach Hause kommen, lege ich mich hin, ein Stündchen nur. Als ich die Augen wieder aufschlage, schlägt die Kirchturmuhr sechs. Ich fühle mich noch etwas matt, zwinge mich aber vom Sofa. Einen Kaffee, eine Zigarette, dann an die Arbeit.


Während ich den Rechner starte, schauen mich ungeöffnete Post und zu tätigende Überweisungen anklagend an, die sich im Laufe der Woche auf dem Schreibtisch angesammelt haben. Deren Erledigung geht natürlich vor, erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Nachdem alles geöffnet, abgeheftet und überwiesen ist, öffne ich nun endlich die Datei meines Textes, der nun schon so lange seiner Vollendung harrt. Die erste halbe Stunde ist eine Qual. Ich lese das bereits geschriebene, ändere, ergänze oder streiche vielleicht das eine oder andere Wort oder einen ganzen Satz. Dann nähere ich mich dem vorläufigen Ende meines Textes, also der Stelle, an der es weiter gehen müsste. Ich habe lange nicht mehr meine Twitter-Timeline nachgelesen, nur ganz kurz. Zwei Tweets verlangen nach einer Antwort meinerseits, was ich umgehend voller Witz und Charme erledige.


Zurück zum Text. Also, wo war ich stehen geblieben. Der Satz, der jetzt geschrieben werden will, ist mit Abstand der schwerste. Er muss das vor längerer Zeit geschriebene verbinden mit dem noch zu schreibenden. Ein Blick auf die Uhr: ich muss meine Eltern anrufen, sonntags um diese Zeit rufe ich sie immer an, die warten sicher schon. Danach wird mir der Satz wie von selbst aus der Feder fließen, weil ich denn den Kopf etwas freier habe nach Erledigung familiärer Pflichten. - Keiner da, sind wohl unterwegs. Dann eben nicht. Gut, zum Text also. Ich beginne den problematischen Satz, kette mühsam Wort an Wort, bringe ihn zu Ende, Punkt. Nein, das geht nicht, er passt zum übrigen Text wie eine weiße Hand, die man einem Dunkelhäutigen transplantiert hat, weil gerade keine andere zur Hand, also ich meine, verfügbar war. Das Bild ist witzig, daraus kann man einen guten Tweet machen, der mir Sternchen, RT´s und Neufolger bringen wird, also wieder bei Twitter rein, wo ich neben der Platzierung des witzigen Tweets kurz die Timeline überfliege (33 Neueingänge, davon vier Antworten auf meine Tweets, denen ich gewohnt elegant entgegne).


Ich lösche den soeben geschriebenen Satz, der so gar nicht passen wollte und beginne einen neuen, wobei ich im Schreiben merke, ja, der fügt sich harmonisch an, davon noch zwei, drei weitere und der Schreibfluss würde mich erfassen. - Telefon. Meine Mutter. Detailreich erzählt sie mir die mehr oder weniger bedeutenden Ereignisse ihrer zurück liegenden Woche, ich ihr meine, wenn auch vielleicht nicht ganz so bis in alle Einzelheiten (manches müssen Mütter ja auch nicht wissen). Eine knappe halbe Stunde später, nachdem alles wesentliche ausgetauscht ist, widme ich mich wieder der Schrift. Der Satz steht wie eine Eins, perfekt, nun also der nächste, der mich dem Traum schriftstellerischen Ruhmes näher bringen wird. Mein Held betritt eine Kneipe. Ich habe Durst. Genauer: Kaffeedurst. Koffein wird die kreativen Gedanken erblühen lassen. Der Weg zur Kaffeemaschine führt mich an meinen Zigaretten vorbei. Gute Idee, lange nicht geraucht. Genüsslich stoße ich die bläulichen Wolken durch die Balkontür nach draußen, während der Kaffee duftend durchläuft.


In der Tat gehen mir die folgenden Sätze wesentlich besser von der Hand, der Text wächst, ich fühle mit meinem Helden, ich komme gut voran. Die Uhr leider auch. Nachdem ich den Satz zu Ende gebracht habe, muss ich aufhören, unaufschiebbare Einladung zum Essen, wir sind sowieso schon spät dran. Morgen; morgen werde ich an dieser Stelle nahtlos anknüpfen, das nehme ich mir fest vor. Wenn nicht... siehe oben.

Dienstag, 15. Februar 2011

Iron & Wine im Mousonturm

Es ist der Mousonturm, immer wieder der Mousonturm, wo denn auch sonst, hier dieser Veranstaltungsort mit dem super Line-Up, klein aber fein, der Mousonturm, und einmal mehr der Ort eines schönen Konzert-Erlebnisses...


New Hippies oder Neo Hippies oder wie möchte man Iron & Wine nennen? Brauchen sie eine Bezeichnung? Wie sie da am Montag, den 14.2., ab etwa 22 Uhr im Mousonturm auf der Bühne stehen, die Mannen um Singer-Songwriter Sam Beam, der diesen seltsamen Bandnamen einem Nahrungsergänzungsmittel namens "Beef Iron & Wine" entlehnt hat, und musizieren, ja, musizieren, echte Musiker, so genannte handgemachte Musik, mit Background-Chor, mit Schlagzeug, Gitarre, Bass, Banjo, Synthie und Blasinstrumenten, das Saxophon, die Querflöte und vor allem die wohlklingende Klarinette... 


Der schönste Mann der Welt war dabei, und er fand das Konzert genauso gelungen wie ich - nein, man fühlt sich nicht in Woodstock-Zeiten zurückversetzt, nein, das sicher nicht, und doch möchte man sagen: Wie früher, Musik der Musik willen, Kunst nicht des Effektes willen, nicht um Show zu machen, sich zu verkaufen, keine Menschen, die da vorne stehen, weil sie berühmt sein wollen, nein, ein Musiker, der Geschichten mit seinen Liedern zu erzählen hat, der Emotionen besingt, die Liebe, das Gefühl, ein Sänger, der authentisch ist, der richtig gut singen kann, die Instrumentalisierungen der Lieder gefühlvoll, harmonisch, der Zuhörer fühlt mit... Das ist große Musik, nicht laut, sehr unaufgeregt, liebevoll, sie kommt von innen, sie ist schön, einfach schön. So muss ein Konzert sein, mit dem schönsten Mann der Welt im Arm, mit einem wundervollen Sänger mit zarter Stimme auf der Bühne und dem Himmel so nah... 

Montag, 14. Februar 2011

Freunde - mal DREI

Da ist diese eine liebe Freundin, die ich habe, die von 100 Kultfilmen 95 gesehen hat und vom Namen her die restlichen 5 kennt, nennen wir sie Abernathy - sie wird den Verweis kennen. Sie ist nicht nur eine Cineastin, diese Abernathy, sondern kennt sich auch in musikalischen Dingen sehr gut aus und schickt mir immer sehr schöne Lieder. Was ihr aber am höchsten anzurechnen ist: Sie ist der Grund, wieso ich diesen Blog schreiben, wirklich wahr, wer hätte das gedacht?! Nicht nur auf die Idee hat sie mich gebracht, sondern auch einen Tipp gegeben, wie ich das in die Tat umsetzen könnte...


Aber bevor der Eindruck entsteht, dass sie Superwoman ist - sie ist schon sehr toll -, aber ein kleines Manko hat sie schon, sie ist gelegentlich verpeilt, was sie nur sympathischer macht, und natürlich ein Grund ist, wieso wir befreundet sind. Neben der Tatsache, dass wir beide Wild Tigers I Have Known lieben (durch diesen Film haben wir uns quasi kennengelernt). Sie wollte Bright Eyes Karten bei ebay ersteigern. Doch verplant wie sie ist, hat sie es einfach verpennt, sich nicht darum gekümmert - das Ende vom Lied, man kann es sich schon denken, die Karten sind ausverkauft und kosten nun richtig viel Geld. Was soll sie tun? fragt sie sich. Da muss sie eben teure nehmen. Naja, wie geht das? Und ich, der noch nie etwas über ebay gekauft habe, versteht das folgende Problem: Sie fragt diesen ebay-Verkäufer, wie das nun geht: ob sie die Tickets im Voraus zahlen muss oder ihm das Geld nicht auch beim Konzert geben kann. Währenddessen verschwand das Angebot plötzlich und sie wusste nicht, ob das bedeutet, dass sie die Tickets nun kriegt oder vielleicht doch nicht. Viele Fragezeichen schwebten über ihr. Also schrieb sie ihm nochmals. Er hatte das Angebot rausnehmen müssen, sagt sie, weil er die Karten auch nur ersteigern und dann weiter verkaufen wollte oder so, so ganz hat sie ihn da nicht verstanden. Das hätte nun das Ende der Geschichte sein können, aber nein! Ihr Username bei ebay lautet laura_laurent, was bekanntlich ein Bright Eyes Lied ist. Dieser Verkäufer schrieb nun eine Nachricht, dass er ihren Namen gut findet. Abernathy wieder möchte dann von ihm wissen, ob er trotzdem auf das Konzert gehe. So geht das hin und her - und das immer über dieses dämliche ebay Nachrichten-Systen, was wohl sehr unpraktisch ist, ich kenne mich da genauso wenig aus. So gab sie ihm ihre Email-Adresse. Und jetzt? Sie schreiben sich nun regelmäßig Nachrichten, was Abernathy erfreut, weil sie in London, wo sie nun wohnt, noch nicht so viele Menschen kennt, er in ihrem Alter ist und wohl den gleichen Musikgeschmack hat. Sie treffen sich beim Konzert von Bright Eyes...


wie ich Freunde kennenlerne:
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/03/freunde.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2010/03/freunde-hoch-2.html

Sonntag, 13. Februar 2011

Vater-Sohn-Tag, der ABK und das Thema TRANS-

Lange hat sich der ABK nicht mehr zu Wort gemeldet, seit dem ersten Geburtstag des Blogs, lange ist es her, vergessen haben wir sie aber nicht, insbesondere ich nicht, doch jetzt drängt es mich wieder dazu, wegen einer witzigen Koinzidenz: Während ich letzthin Transamerica schaute, rief mich der Vorsitzende des ABK an:


Dabei erzählte er von dem Vater-Sohn-Tag, den er in seinem Jugendzentrum durchführen sollte, was ich auf den ersten Blick irgendwie nett fand, mir erschloss sich trotz Film noch nicht die Problematik. Doch dann erläuterte sie mir der Vorsitzende: Ja, aber was ist, wenn der Vater des Jugendlichen kein Vater ist? Was ist, wenn er transident ist? Ich schweige, woraufhin ich die gereizte Frage von ihm gestellt bekomme: Weißt du denn nicht, was das ist, ausgerechnet du? Doch doch, beeile ich mich zu sagen, ich schaue doch witzigerweise gerade Transamerica an, "Lynette", du kennst sie vermutlich nicht, Lynette aus Desperate Housewives nämlich, ja, ja, ich schaue solche Serien auch nicht, sie auf jeden Fall spielt eine transidente Frau, die ihren Sohn nach Jahren wiedersehen möchte, in der Kindheit der Vater, nun "Mutter"? Oder wie sagt man da. GENAU! ruft er daraufhin, was ist mit dem Elternteil des einen Jugendlichen, der quasi nicht VATER ist? Wie bezeichne ich diesen transidenten Mann, der ehemals eine Frau war? Und muss ich auf diesen TRANS Rücksicht nehmen, und sowohl den Brief als auch den Flyer anders formulieren? Aber wie? Ich schweige wieder, woraufhin er erneut laut wird. SAG ES MIR! Genau du musst es wissen, lieber Herr Schmerzwach, Kämpfer gegen Machogehabe, sexuelle und geschlechtliche Gleichmacherei etc. Ja, du hast ja Recht, du hast ja Recht. Doch auch ich tue mich schwer mit den Bezeichnungen, gleichwohl mich nicht interessiert, welches Geschlecht jemand hat, welche Sexualität, ich meine hier mit "Interesse", dass es mir egal ist, wenn ich mit jemandem rede, welche Identität er für sich bestimmt hat, so lange derjenige/diejenige mich mit Respekt behandelt, tu ich dies ebenso. Aber an diesem Satz beginnt bereits die Schwierigkeit. Wie drücke ich mich im Blog aus, wenn ich niemanden ausschließen möchte, generell müsste ich Leser_innen auf diese Weise schreiben. Der ABK sagt dazu: Ja, ich möchte niemandem auf die Füße treten, wenn ich es auf die ursprüngliche Weise schreibe, also die männliche Form. Aber? frage ich sogleich nach. Na, meint er, ich respektiere diesen transidentitären Vater, ich werde mich ihm gegenüber nicht anders verhalten als bei anderen Eltern, selbst wenn ich ihn nicht richtig zu benennen weiß, wenn ich ihn bei Briefen nicht bewusst mitdenke. Und trotzdem respektiere und achte ich ihn. Naja, du denkst doch ganz bewusst darüber nach, wie du diesen Brief und diesen Flyer formulierst, oder etwa nicht?! Ja, ja, ja, aber warum nur? Oh Mann, es sollte mir doch größere Sorgen machen, dass er an diesem Vater-Sohn-Tag eventuell Häme und Spott der anderen Väter ausgesetzt ist, oder? Was mache ich da? Ja, was macht der Vorsitzende des ABK denn da? Wie war es denn in diesem Film Transamerica, denn du gerade schaust. Na, da gibt es keinen Vater-Sohn-Tag! Ja, welch Hilfe! schreit er mich an. Wie ist es denn mit dem Jugendlichen: Hat er ein gutes Verhältnis zu seinem transidentitären Vater? Wird er von den anderen Jungs deswegen aufgezogen? Wie sicher ist er sich seiner eigenen Identität? Gute Frage, gibt er zu, und sagt, dass er mich am nächsten Tag anrufen werde, mit mehr Hintergrundwissen, er wird sich nun ein paar Gedanken machen, ein paar Sachen nachlesen...


Der erste von vielen Einträgen über den ABK:
http://schmerzwach.blogspot.com/2009/12/nachts-in-sozialistischen-kopfen-der.html


Gerne dürfen auch die verehrten Leser_innen egal welcher Identität ihren Kommentar zur Problematik hier niederschreiben...

Samstag, 12. Februar 2011

Kitchen Stories SIX

Menschen, die schreiben, sagen oft: Wenn ich doch nur die Möglichkeit hätte, mehr Zeit für das Schreiben zu investieren, dann... ja dann wäre mein Leben sehr viel lebenswerter, glücklicher. Nicht schuften müssen, um Geld zu verdienen und zu überleben, sondern einfach Zeit zur freien Verfügung - und schreiben, schreiben, schreiben... 


So einfach ist das natürlich nicht. Wer kennt nicht  diese Situation: Du musst eine Haus-/ Magister-/ Diplomarbeit schreiben... und dir fallen plötzlich so viele Dinge ein, die dich am Schreiben hindern, was du alles unbedingt machen musst, putzen zum Beispiel, einkaufen gehen, schließlich hast du nichts da, und was ist, wenn du während des Arbeitens plötzlich Hunger bekommst oder Durst, nein, dann geht es nicht weiter, und schließlich musst du das jetzt noch schnell machen, bevor du nachher in einen Schreibfluss kommst; und dann ruft dich nach dem Putzen/ Einkaufen auch noch der beste Freund an, der Liebeskummer hat - natürlich musst du dich mit ihm treffen, dich um ihn kümmern... Und so geht es auch mir: den Freitag halte ich mir in der Regel frei, um zu schreiben. Diesen Freitag stand ich also früh auf, und dann fielen mir eine Million Dinge ein, die ich ja noch unbedingt machen muss... Aber es geht noch weiter. Man sucht ja eine Ausflucht, man hat Angst sich hinzusetzen, Angst zu schreiben, Angst vor der Angst - nämlich, dass das alles anstrengend ist, dass man blockiert ist, und so blockiert man sich tatsächlich. Schlechte Laune kommt hoch, man gerät in so eine Panik-Situation. Dann hilft so gar nichts mehr. Plötzlich ist man ganz schön gereizt, die Zeit rennt einem davon und bald denkt man: Heute klappt dass eh nicht mehr, ist ja schon Abend, dann gehe ich doch lieber raus. Aber dann wird einem bewusst: Scheiße, diesen Freitag hatte ich mir doch extra zum Schreiben freigehalten, der Samstag ist verplant und Sonntag, wer weiß, was Sonntag wieder ist, mit den Sonntagabend-Gefühlen. Und dann ist auch schon wieder dieser Manic Monday!...


Eine coole Spongebob-Folge dazu: http://www.youtube.com/watch?v=X3tAAJrTSsk
Kitchen Stories:
http://schmerzwach.blogspot.com/2011/02/kitchen-stories-five-in-der-kritik.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2011/02/kitchen-stories-four-das-bin-doch-ich.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2011/01/kitchen-stories-three-in-der-artempire.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2011/01/kitchen-stories-2.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2011/01/kitchen-stories-one.html

Freitag, 11. Februar 2011

HAMBURG-SUPER-BUDE -Orientierungsloses Blau

Hamburg, einmal mehr, diesmal im Winter... In der SUPERBUDE, yeah! 


Das letzte Mal, war ja noch sehr schönes Sommerwetter, mein erstes Mal, Juni 2010, ich war überrascht, ich war fast schon verliebt. Doch wie würde Hamburg im Winter sein? Mh... Damit es spannender wird, habe ich mir ein ganz besonderes Hotel ausgesucht. 


DIE SUPERBUDE.


Und ich habe das blaue Zimmer bekommen, schön viele ANKER, wir sind ja in Hamburg. Die Superbude ist schön designt undsoweiter, ganz cool, man wird geduzt am Empfang, alles ganz easy, ganz locker... Fotos ganz schön, im Aufzug Kunst, das könnt ihr im Video unten sehen. Lustige Namen für einzelne Räume, zum Beispiel die "Turnhalle" für den Freizeitraum mit Kicker...


Aber warum war ich überhaupt in Hamburg? Mal wieder die Integrationisten, die ewigen...


Doch diesmal passierte etwas Spannendes, die Veranstaltung war cool, ich habe eine tolle Frau kennengelernt, konnte kritisch sein, wir konnten mal Klartext sprechen, und das obwohl da Leute waren, die sich gar nicht so gut kannten, oder vielleicht gerade deswegen? Es war befreiend, es hat Spaß gemacht, und das Thema war einfach mal wichtig: Antidiskriminierung, vor allem im Kontext von Arbeitsplatz...


Na, an Zeitschriftenmangel leidet man nicht in der Superbude. :-)


Warum war ich noch in Hamburg? Um meine alten Schulfreunde zu treffen. An der Sternschanze. Alleine dieses Viertel ist ein Grund nach Hamburg zu ziehen, finde ich. Ich habe wieder einiges Neues gelernt und nach viel Bierkonsum war ich ganz glücklich, aber auch schon davor. ;-) Denn was ich mich besonders faszinierte, das letzte Mal auch schon, dass ich da Leute traf, die ich in der Schulzeit kannte, also vor gefühlten hundert Jahren - und dass es trotzdem so vertraut mit ihnen war, denn irgendwie sind wohl Schulfreunde so etwas wie Familie. Schulfreunde lernt man in Zeiten intensiven Wandels kennen, und man lernt sie intensiver kennen als die späteren Freunde, zumindest in der Regel. Es ist schön, solche Freunde zu haben. Und das obwohl man sonst so wenig Berührungspunkte hat...


Im Video ist vor allem ein Aspekt wichtig: meine Liebe zur Großstadt trotz übermächtiger ORIENTIERUNGSLOSIGKEIT!!! :-) Seht selbst... 


http://www.youtube.com/watch?v=uURmH8wx6JU

schön auch: http://www.youtube.com/watch?v=B1CEJE-yv38


Meine Ode an Hamburg aus dem Juni hier: