Sonntag, 13. Februar 2011

Vater-Sohn-Tag, der ABK und das Thema TRANS-

Lange hat sich der ABK nicht mehr zu Wort gemeldet, seit dem ersten Geburtstag des Blogs, lange ist es her, vergessen haben wir sie aber nicht, insbesondere ich nicht, doch jetzt drängt es mich wieder dazu, wegen einer witzigen Koinzidenz: Während ich letzthin Transamerica schaute, rief mich der Vorsitzende des ABK an:


Dabei erzählte er von dem Vater-Sohn-Tag, den er in seinem Jugendzentrum durchführen sollte, was ich auf den ersten Blick irgendwie nett fand, mir erschloss sich trotz Film noch nicht die Problematik. Doch dann erläuterte sie mir der Vorsitzende: Ja, aber was ist, wenn der Vater des Jugendlichen kein Vater ist? Was ist, wenn er transident ist? Ich schweige, woraufhin ich die gereizte Frage von ihm gestellt bekomme: Weißt du denn nicht, was das ist, ausgerechnet du? Doch doch, beeile ich mich zu sagen, ich schaue doch witzigerweise gerade Transamerica an, "Lynette", du kennst sie vermutlich nicht, Lynette aus Desperate Housewives nämlich, ja, ja, ich schaue solche Serien auch nicht, sie auf jeden Fall spielt eine transidente Frau, die ihren Sohn nach Jahren wiedersehen möchte, in der Kindheit der Vater, nun "Mutter"? Oder wie sagt man da. GENAU! ruft er daraufhin, was ist mit dem Elternteil des einen Jugendlichen, der quasi nicht VATER ist? Wie bezeichne ich diesen transidenten Mann, der ehemals eine Frau war? Und muss ich auf diesen TRANS Rücksicht nehmen, und sowohl den Brief als auch den Flyer anders formulieren? Aber wie? Ich schweige wieder, woraufhin er erneut laut wird. SAG ES MIR! Genau du musst es wissen, lieber Herr Schmerzwach, Kämpfer gegen Machogehabe, sexuelle und geschlechtliche Gleichmacherei etc. Ja, du hast ja Recht, du hast ja Recht. Doch auch ich tue mich schwer mit den Bezeichnungen, gleichwohl mich nicht interessiert, welches Geschlecht jemand hat, welche Sexualität, ich meine hier mit "Interesse", dass es mir egal ist, wenn ich mit jemandem rede, welche Identität er für sich bestimmt hat, so lange derjenige/diejenige mich mit Respekt behandelt, tu ich dies ebenso. Aber an diesem Satz beginnt bereits die Schwierigkeit. Wie drücke ich mich im Blog aus, wenn ich niemanden ausschließen möchte, generell müsste ich Leser_innen auf diese Weise schreiben. Der ABK sagt dazu: Ja, ich möchte niemandem auf die Füße treten, wenn ich es auf die ursprüngliche Weise schreibe, also die männliche Form. Aber? frage ich sogleich nach. Na, meint er, ich respektiere diesen transidentitären Vater, ich werde mich ihm gegenüber nicht anders verhalten als bei anderen Eltern, selbst wenn ich ihn nicht richtig zu benennen weiß, wenn ich ihn bei Briefen nicht bewusst mitdenke. Und trotzdem respektiere und achte ich ihn. Naja, du denkst doch ganz bewusst darüber nach, wie du diesen Brief und diesen Flyer formulierst, oder etwa nicht?! Ja, ja, ja, aber warum nur? Oh Mann, es sollte mir doch größere Sorgen machen, dass er an diesem Vater-Sohn-Tag eventuell Häme und Spott der anderen Väter ausgesetzt ist, oder? Was mache ich da? Ja, was macht der Vorsitzende des ABK denn da? Wie war es denn in diesem Film Transamerica, denn du gerade schaust. Na, da gibt es keinen Vater-Sohn-Tag! Ja, welch Hilfe! schreit er mich an. Wie ist es denn mit dem Jugendlichen: Hat er ein gutes Verhältnis zu seinem transidentitären Vater? Wird er von den anderen Jungs deswegen aufgezogen? Wie sicher ist er sich seiner eigenen Identität? Gute Frage, gibt er zu, und sagt, dass er mich am nächsten Tag anrufen werde, mit mehr Hintergrundwissen, er wird sich nun ein paar Gedanken machen, ein paar Sachen nachlesen...


Der erste von vielen Einträgen über den ABK:
http://schmerzwach.blogspot.com/2009/12/nachts-in-sozialistischen-kopfen-der.html


Gerne dürfen auch die verehrten Leser_innen egal welcher Identität ihren Kommentar zur Problematik hier niederschreiben...

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