Dienstag, 8. Februar 2011

Feiertage - die letzte

Dienstag, der 16.9.2003: Tag der Ängste

Warum habe ich nur solche Ängste? Warum habe ich so viel Angst vor der Prüfung am Freitag? Warum schaffe ich es nicht, diese Zusammenfassung in Interkultureller Kommunikation zu machen? Warum kriege ich stattdessen Weinkrämpfe? Fühle mich leer, überfordert…

Mittwoch, der 17.9..2003: Tag des Weinens

Diese Prüfungsangst ist kaum in den Griff zu kriegen – ich weine heute andauernd, jammere, wünsche mir nie wieder eine Prüfung haben zu müssen: ich setze mich selbst so unter Druck, dass ich ganz überfordert bin – und mich leer und unwissend und unbeholfen fühle. Ich komme mir die ganze Zeit wie ein Versager vor und will das alles nicht mehr, beginne mich dann nach Umarmungen zu sehen, nach C., nach Hilfe, nach Erlösung von den Qualen. Ich bin fast gelähmt vor Angst und Trauer.

Mittwoch, der 24.9.2003: Tag des Schlapp-Seins

Habe heute das erste Mal Insidon genommen. Fühle mich deswegen schlapp oder weil ich so früh aufgestanden bin? Die letzten „Feier“-Tage waren doch eher negativ. Geht das so weiter? Ich hoffe nicht!

Sonntag, der 5.10.2003: Tag der Liebe

C. war drei Tage lang hier, also seit Donnerstag Abend; und es war so schön, so entspannend. Ich dachte fast gar nicht an die Prüfungen, fühlte mich wohl, war glücklich und zufrieden. Wir hatten Spaß, guten Sex, küssten uns viel, langweilten uns nie, es war alles einfach so schön und entspannend. Und als ich ihn dann an den Bahnhof brachte, wurde ich sehr traurig. Vorhin nahm ich auch zwei Tabletten, weil ich so schrecklich traurig war, auch weil Olli gestorben ist. Ich brauche C. sehr, als Stütze, als Liebe!

Donnerstag, der 9.10.2003: Tag der Prüfungen

Am Dienstag war die DaF-Prüfung, heute die erziehungswissenschaftliche. 2,5 bzw. 2,0. Ich war ein wenig unzufrieden mit den Noten, vor allem mit Deutsch. Habe mich blöd angestellt. Aber: ich habe bestanden! Ich war dort – das war schon der Sieg! Ich bin hin, hatte keinen Blackout, habe mich bzw. meinen eigenen Schweinehund, der in meinem Inneren steckt, besiegt. Das ist das Positive daran. Trotz Tabletten, Aufregung, Prüfungsangst, alte Scheiße! Ich habe es geschafft!!!

Samstag, der 18.10.2003: Tag des Schreibens

Am Donnerstag meine 1,0 in Landeskunde, Dann abends das frustrierende Telefonat mit C. Die endgültige Trennung. In den Schlaf weinen. Schlafstörungen. Gestern habe ich dann angefangen, alles aufzuschreiben. Das tat gut. Ich schreibe wieder. Ich muss! Endlich wieder. Alles, was mir einfällt. Meine Trauer über die Beziehungs-Pause/ das Ende (?) – ich kann gar nicht daran denken – es verarbeiten. Anstatt ihn anzurufen, was ich so gerne tun würde, muss ich etwas schreiben.

Mittwoch, der 19.11.2003: Tag der Schmerzen

Seit Sonntag Schmerzen. Kopfschmerzen. Sie gehen nicht weg. Ich muss etwas dagegen tun. Ich muss sie akzeptieren. Habe in der Therapie mit ihnen gesprochen. Sie gehören zu mir. Sie möchten mir helfen… Ich spüre mich, wenn ich Schmerzen haben, spüre mich, wenn ich trauere, spüre mich, wenn ich leide.

Sonntag, der 21.3.2004: Tag des keine-Kopfschmerzentabletten-mehr-nehmens

Heute Morgen wollte Martin eine Kopfschmerztablette von mir, ich fand keine einzige! Und da merkte ich, dass ich schon ewig keine Kopfschmerztablette genommen habe! Und das, nachdem mir der Kopf wochenlang im November und Dezember wehgetan hat, bis dass er fast geplatzt wäre. Das ist doch schön! Ich lebe!

Sogar, wenn ich feiern will, endet alles im Tal der Tränen! ;-)

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