Dienstag, 22. Februar 2011

BEAT Generation - Schreiben, saufen, huren - Teil 3 -

Neal Cassady lief in der Nacht des 3.Februar 1968 irgendwo in Mexiko die Bahngleise entlang, es regnete - plötzlich beschloss er, dass er müde sei, zu müde um weiterzugehen. So legte er sich auf die Gleise. Und wenig später fiel er in ein Koma und wachte nicht mehr auf. Warum? Weil er eine tödliche Mischung von Drogen und Alkohol intus hatte. Warum ich das erzähle?


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Neal Cassady war der heimliche Held von einem Gedicht, das der 27jährige Allen Ginsberg im Jahre 1955 schrieb: "Howl" - ihr erinnert euch ja noch an meine Rezension zu diesem Film. Neal Cassady also, der Held, der immer betrunken war, der nicht erwachsen werden konnte und wollte, Cassady, der in allen Beatnik-Köpfen herumspukte, nicht nur in Ginsbergs. Es gibt eine Verfilmung aus dem Jahr 1997 mit Thomas Jane und Keanu Reeves: "Wie ich das erste Mal Selbstmord beging", in dem Cassady die Hauptfigur ist. Darin steht die Zeit im Mittelpunkt, als er 19 war, seine erste Freundin sich umbringen wollte, ins Koma fiel, und er sie nach zwei drei Besuchen, für immer verließ, weil er das alles nicht aushielt. Doch sie trat wider Erwarten in sein Leben zurück, als er gerade mit einem sechzehnjährigen Mädchen zusammen war... Cassady ist übrigens auch die Hauptfigur im berühmtesten Roman von Jack Kerouac, dessen gemeinsames Buch mit William S. Burroughs ich nach "Howl" rezensierte. Das berühmte Buch "On The Road" von Kerouac wird 2011 verfilmt. Hoffentlich spannender als die Verfilmung aus dem Jahr 1997 von Stephen Kay, der offensichtlich die Figur Cassady verehrt, aber der einen schreckliche öden Film produziert hat, der auch ein bisschen düster und gleichzeitig nichtssagend ist. Selbst Keanu Reeves, als abgewrackter älterer Freund von Neal, der dessen minderjährige Freundin abstauben möchte, kann den Film nicht retten.


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William S. Burroughs wiederum ist die Hauptfigur folgenden Films: "Naked Lunch". Meine Geschichte dazu geht so: Schon vier Mal hatte ich in der Vergangenheit versucht, diesen Film zu schauen, und IMMER schlief ich dabei ein. Wieso ein fünftes Mal versuchen? Weil ich zum Beispiel viel Zeit hatte die letzten Tage, weil ich krank im Bett lag. Lesen geht nicht, Fernsehen schon...
Nun, wieso aber das fünfte Mal: Bei den ersten Malen waren immer die Umstände Schuld, zugekifft nachts Film Nummer 4 beim Videoabend überleben ist nicht sooooo leicht. Auch jetzt beim fünften Mal schlief ich tatsächlich ein, der Virus war Schuld. Dabei ist der Film gar nicht langweilig. Eher mysteriös. Man weiß nicht genau, was passiert, was eine Halluzination ist, was nicht, was man wie zu deuten hat. Aber worum geht es in dem Film von David Cronenberg aus dem Jahr 1991? Ganz vereinfacht gesagt: Der Kammerjäger Bill Lee stellt eines Tages fest, dass seine Frau sein Insektengift genauso spritzt, als wäre es Heroin. Es macht schreckliche Halluzinationen. Eines Tages überredet sie ihn, es auch auszuprobieren... Um sich wieder von dieser Abhängigkeit zu befreien, besorgt er Medikament, ein Gegengift dazu, doch als er nach Hause zurückkehrt, erwischt er seine Frau Joan mit seinem Freund Frank in flagranti. Scheinbar ruhig sagt er ihr, es sei Zeit für Tell, und sie tut sich ein Glas auf den Kopf, das er mit seiner Pistole wegschießen möchte. Doch leider geht das schief. Er bringt sie mit dem Schuss um, weil er sie in die Stirn trifft. So muss er fliehen. Und zwar in die "Interzone"... Und ab jetzt wird es wirklich wirr, er halluziniert von Agenten: schrecklich eklige Käfer, die sich in Schreibmaschinen verwandeln und wieder zurück, und die mit ihm reden... Ein Meisterwerk von David Cronenberg, einem genialen Regisseur, ja, obwohl ich schon mehrmals dabei eingeschlafen bin. Das Interessante ist, dass Cronenberg nicht etwa den Roman Naked Lunch eins zu eins filmt, sondern die Biographie von William S. Burroughs mit einbezieht, und genauso eine Geschichte von ihm als Rahmenhandlung benutzt ("Exterminator")... Sehenswert!


Die Links zu BEAT Generation - Schreiben, saufen, huren...
http://schmerzwach.blogspot.com/2011/01/beat-generation-schreiben-saufen-huren.html
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