Sonntag, 30. Juni 2013

StandingManFrankfurt


#standingmanfrankfurt 
Gestern versammelten sich knapp 50 Menschen am Maincafe in Frankfurt, um stumm gegen die Polizeigewalt in der Türkei zu protestieren und um sich mit den friedlichen Demonstranten zu solidarisieren. Hier seht ihr ein Video von dieser gelungen Soli-Aktion.

Letzte Woche gingen die Bilder des türkischen Peformance Künstlers namens Erdem Gunduz am Taksim Square um die Welt. Er stand reglos den ganzen Tag auf dem Platz und am Abend schlossen sich ihm Istanbuler Bürger an. Seitdem erfolgen auf der ganzen Welt Solidaritätsbekundungen anhand einiger Minuten still Stehens in der eigenen Stadt. Auch Frankfurt beteiligte sich natürlich daran. 

Und hier das Video dazu: http://vimeo.com/68962180

Samstag, 29. Juni 2013

Elf Fragen von schmerzwach ... an den Autoren Andreas Deffner


Andreas Deffner wurde am 31. Januar 1974 in Gladbeck, im Ruhrgebiet geboren. Er hat lange Zeit im Rheinland gelebt und wohnt heute mit seiner Frau und seinen drei Söhnen in Potsdam. Seine ›Zweite Heimat‹ aber ist Griechenland. Seit er nach dem Abitur im Jahr 1993 das erste Mal nach Hellas gefahren ist, war er von Land, Leuten und Kultur begeistert. Und so fährt er, wann immer die Zeit es zulässt, »nach Hause«, nach Toló. In dem kleinen Fischerdorf auf der Peloponnes fühlt er sich ebenso heimisch wie in Potsdam, Gladbeck oder Berlin. Und Oma Vangelio hat immer gesagt: »Junge, du bist in Toló groß geworden!« 

Im Jahr 2010 erschien Deffners erstes Griechenlandbuch »Das Kaffeeorakel von Hellas – Abenteuer, Alltag und Krise in Griechenland« im Re Di Roma-Verlag. Der Nachfolger »Filótimo!– Abenteuer, Alltag und Krise in Griechenland« erschien zwei Jahre später im Größenwahn Verlag Frankfurt am Main. Andreas Deffner schreibt bereits am dritten Buch über Griechenland, das einen Schwerpunkt auf sein ›Heimatdorf‹ Toló legen wird. Zunächst wird jedoch im November 2013 eine komplett überarbeitete und erweiterte Neuauflage des »Kaffeeorakels« im Größenwahn Verlag erscheinen. Daneben bereitet Andreas Deffner auch die nächste Ausgabe der Anthologie-Reihe »Griechische Einladung« vor, die er als Herausgeber im April 2014 im selben Verlag veröffentlichen wird. Titel dann: »Griechische Einladung in die Ägäis«

1. Wer bist du?
Deutscher? Grieche? Ich fühle mich als Europäer, und am liebsten als ganz normaler Mensch! 
2. Was machst du? 
Das, was mir Spaß macht: Ich schreibe Bücher über Griechenland, reise durch Hellas, genieße die Sonne und trinke Frappé. Aber mal im Ernst: Es gibt auch anstrengende Seiten in meinem Leben, aber auch denen sollte man mit Freude begegnen. 
3. Woher kommst du und wohin möchtest du?
Ich komme aus dem wunderschönen Ruhrgebiet und lebe im faszinierenden Potsdam. Wo will man da schon noch hinwollen, außer in meine „zweite Heimat“ Griechenland! Dorthin zieht es mich immer wieder. Irgendwann in 30 bis 40 Jahren meinen Lebensabend dauerhaft dort zu verbringen, stelle ich mir extrem erstrebenswert vor. Irgendwo direkt am Meer, mit täglich frischem Fisch. 
4. Warum bist du Künstler geworden?
Tief in mir drin hat etwas gedrängelt. Ich sollte die unzähligen Geschichten aus Griechenland endlich aufschreiben. Und dann bin ich einfach losgelaufen…
5. Welche Ziele hast du?
Mein Ziel ist es, immer Ziele zu haben. 
6. Wer oder was inspiriert dich?
Meine Frau und meine Kinder. Und auch das Meeresrauschen in Toló, das einem gelegentlich bunte Geschichten erzählt.
7. Wann bist du glücklich?
Wenn es den Menschen, die ich liebe, gut geht. 
8. Wie sieht dein perfektes Leben aus?
Die Menschen als eine große Familie. Sie leben in einem griechischen Dorf, treffen sich täglich auf der Plateia, dem Dorfplatz, und jeder bringt sich nach seinen Kräften in die Gemeinschaft ein. Alt und jung, arm und reich friedlich vereint. Das Ganze bei gutem Wetter und Sonnensschein. Und mittendrin sitze ich mit meinen Kindern. Nach dem Baden im Meer spielen wir Backgammon an klapprigen Holztischen, die Jungs trinken Sauerkirschlimonade und ich mit meiner Frau einen Ouzo mit Mezedes, mit kleinen Häppchen. 
9. Was würdest du tun, wenn du ein Tag lang König von Deutschland wärst?
Ich würde die Hauptstadt nach Nafplion, der ersten Hauptstadt des modernen Griechenlands verlegen. Dann hätten sie dort schon den zweiten deutschen König und das deutsch-griechische Verhältnis würde das hoffentlich auch aufpolieren. 
10. Wovon hast du als Kind geträumt?
Vom Meer. Es hat mich schon immer inspiriert.
11. Worauf könntest du verzichten und worauf überhaupt nicht?
Familie, Freunde, Filótimo. Darauf könnte ich nicht verzichten. Alles andere ist zweitrangig. Na ja, vielleicht noch ein gutes Buch, oder zwei…
http://www.abenteuer-griechenland.eu/deffner.HTML

Donnerstag, 27. Juni 2013

Meine Lieblingsbuchhandlung ... mit Gerda Jäger



Gerda Jäger lebt und arbeitet in Frankfurt,
sie dichtet, schreibt Kurzprosa, rezensiert,
moderiert und ist aktiv in der Förderung von
Literatur und jungen Talenten aus Hessen.
Sie ist Mitglied der Literarischen Gesellschaft
Hessen und von Sprich! e.V.
Die Buchhandlung LeseInsel im Bochumer Kirchviertel bietet eine große Auswahl an Kinder- und Jugendliteratur an. Ebenso wird für erwachsene Leser ein Angebot bereitgehalten. Seit Neuestem sind Unterrichtsmaterialien und sonstiger Lehrerbedarf vorrätig. Freitags ist Vorlesetag für Kinder, außerdem wird gemeinsam gespielt und gebastelt.
Über das Jahr verteilt finden in lockerer Atmosphäre Autorenlesungen für Groß und Klein statt.
Jürgen Riering, Inhaber der LeseInsel, ist gelernter Buchhändler. Er versteht es, seine KundInnen, gleich ob sie alt oder jung sind, kompetent und einfühlsam zu beraten. Niemals verliert er die Geduld. Das Kundengespräch ist für ihn selbstverständlich. In der LeseInsel ist der Kunde also wirklich noch ein König.

Außerdem ist Jürgen Riering Jugendbuch-Autor und steht vor der Veröffentlichung seines zweiten Romans. 2010 wurde der erste unter dem Titel: Der Bund der Wächter, Entführung in Stiepel., Universitätsverlag Brockmeyer publiziert. Kennengelernt habe ich Jürgen Riering auf einer Literaturplattform im Netz, noch bevor er sich selbstständig gemacht hat. Seit Jahren treffen wir uns und tauschen uns über Literatur auch mit anderen aus.

Seit der Eröffnung seiner LeseInsel am 01.11.2011 kaufe ich meine Bücher gern bei ihm, auch wenn ich dann etwas länger warten muss, weil Bochum nicht gleich um die Ecke von Frankfurt liegt. Ein solch kundenorientierter und  freundlicher Buch-Berater hat die Aufmerksamkeit der Internetgemeinde verdient. 


www.leseinsel-bo.de
https://www.facebook.com/pages/Leseinsel/289117864557131?

Mittwoch, 26. Juni 2013

Höllen-Geschenke


Da haben sich 7 völlig unterschiedliche Autor/innen zusammengetan, um über die 7 Todsünden zu schreiben. Das war noch nicht einmal problematisch. Wir haben alles zusammen gemacht. Wir haben geschrieben, untereinander lektoriert und korrigiert - und selbst das Cover und die Herstellung geht auf die Kappe von E.M. Jungmann, der Herausgeberin - ich habe noch ein bisschen beim Vorwort geholfen. Und fertig ist das wunderbare Buch - und wunderbar ist es tatsächlich, ohne Angabe. Jede Geschichte ist anders. Genres, Schreibstile, Weltansichten, einfach alles prallt da aufeinander. Und wer hat was davon? Die Leser/innen. Jetzt kommt der schwierige Teil der Arbeit: das Buch muss bekannt werden. Möglichst ohne viele Rezensionsexemplare zu verprassen, denn ... die müssen wir selbst tragen, wir haben das ja selbst veröffentlicht. Aber natürlich sollen das ganz viele Blogger/innen lesen und besprechen. Also! Moderne Zeiten: Wieso nicht ebooks an interessierte Blogger/innen geben? DAS ist doch die Idee. Also, ihr Lieben: Schickt mir eine Email mit Betreff Höllen-Geschenk und ihr kriegt ein epub / mobi (bitte mit angeben) zugesendet. :-) Achso, meine Email-Adresse: jannis.plastargias@gmail.com
Ich freue mich über euer Interesse! :-)
http://www.amazon.de/Zur-Hoelle-einfach-weitergehen-Erzaehlungen/dp/1489588949/

Dienstag, 25. Juni 2013

Der Bachmann-Preis muss bleiben! #bachmannbleibt

Ingeborg Bachmann
Literatur im Fernsehen? Literatur und Fernsehen? Literatur versus Fernsehen? Da könnte man gleich drei Diskussionen eröffnen. Literatur versus Fernsehen ist Schwachsinn. Genauso wie dieses ewige Lamentieren, wenn sich Leute eine Literaturverfilmung anschauen: natürlich ist immer das Buch sehr viel besser. Na klar und jaja. Wie sagte man in der Schule: Man vergleicht ja auch nicht Äpfel mit Birnen. Fernsehen und Literatur sind unterschiedliche Medien mit unterschiedlichen Funktionen, Möglichkeiten und Mechanismen. Für mich gibt es da keine Wertung. Aber das ist ja eigentlich nicht das Thema - und doch möchte ich so beginnen. Denn mir geht es vor allem um den Punkt: Braucht die Literatur das Fernsehen? Brauchen wir Leser das Fernsehen für unsere Literatur? 
Früher war alles besser! ;-) Da gab es noch das "Literarische Quartett", das dafür sorgte, dass man einen Kanon der Gegenwartsgeschichte hatte. Man stritt sich da, man sorgte für Unterhaltung - und am nächsten Tag sah man die besprochenen Bücher in der Buchhandlung in Riesenstapeln. Die auch nötig waren, kauften doch die Leute, vor allem wenn ein Buch verrissen wurde, gerne einige Exemplare, auch um sie zu verschenken. Denn wurden sie von Reich-Ranicki besprochen, mussten sie von Wert sein, das war eine Orientierung. Diese Zeiten wünschen sich vor allem die großen Verlage, die anspruchsvolle Literatur verkaufen, sicher gerne zurück. Das ist nun lange her, damals verkaufte das Feuilleton auch noch massig Bücher, was heute längst nicht mehr so ist. 

Was kam danach? Elke Heidenreich war noch eine Größe, wurde beachtet, verkaufte Bücher. Alles danach war schwierig, jedes Format wurde verlacht (Man erinnere sich an den verkorksten Versuch von Amelie Fried und Ijoma Mangold). Natürlich es gibt Denis Scheck, der eine wunderbare Sendung macht, sowohl technisch als auch inhaltlich. Doch wer schaut sie sich an? Und die ganzen Sendungen in den Dritten? Die erscheinen so frisch wie der Fisch vom letzten Tag. Da ist die Identifikation mit der Sendung so groß, dass man noch nicht einmal die Sendung seines eigenen Regionalsenders richtig zuordnen könnte. Wie heißt die Büchersendung im Hessischen Rundfunk (so als Beispiel)? Ist die nicht mit Susanne Frölich? Und wann läuft sie? Und warum? Eines wird schon klar: es gibt wenige literarische Formate - und die, die es gibt, sind eher verschnarcht. Ach, halt, feiern die Poetry Slammer nicht gerade bei den Digitalen Sendern der Öffentlich-Rechtlichen Erfolge? Genau! Und dieses Konzept mögen vor allem junge Leute.
Gehen wir einmal einen Schritt weiter: Lesungen in Buchhandlungen, heißt es, seien ja nicht mehr lohnenswert. Hm. Aber zu den Poetry Slams gehen Hunderte, bei unserem Diary Slam waren auch rund Hundert Leute da. Bei Open Books im Kunstverein oder vielen anderen Veranstaltungen während der Buchmesse (im Römer, am Bahnhof) gibt es keine freien Plätze. Die Leute suchen das immer mehr. Wollen gute Lesungen, wollen Entertainment, wollen mitfühlen, wollen mehr vom Werk und vom Autoren wissen - brauchen aber auch Orientierung und eine Einordnung. 
Wenn man sich den Bachmann-Preis anschaut, erfährt man so viele Dinge um den Literaturbetrieb herum, kriegt eine Orientierung, wo die Literatur in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz steht. Man erfährt viel von den Gegenwartsautoren, von ihren Werken, erhalten eine Orientierung, eine Einordnung in die Literaturgeschichte. Wir erfahren, wie gerade der Ton ist, erfahren, wie die Kritiker zurzeit ticken, wie sie argumentieren. Man kann anderer Meinung sein, aber man reflektiert das, was man da sieht und hört, man beschäftigt sich mit Literatur -
wozu man sonst kaum noch eine Gelegenheit hat. In Zeiten, in denen die öffentlich-rechtlichen Sender in D, AUT und CH nur noch Formate der Privaten kopieren, Gelder für das bereits verstorbene und begrabene "Wetten dass?!" ausgeben, bräuchten wir mehr anspruchsvolle Kultur im Fernsehen, mehr Literatur, mehr Qualität - daher sag ich: #bachmannbleibt

Montag, 24. Juni 2013

Wie man mich in Schwierigkeiten bringen kann...


http://radio-kreta.de/ein-paar-fragen-an-jannis-plastargias/
Wenn man diesen Link drückt, entdeckt man ein Interview, das mich etwas in Schwierigkeiten brachte. So viele Dinge, über die ich noch nie nachgedacht habe - und hinterher fielen mir dann viel bessere Antworten ein. Einfach weil mir dann klar wurde, was ich wirklich darüber denke. Das dauert ja manchmal. Wer ist für mich die bedeutendste lebende Person? Mir fiel Obama ein - ich meine bei dem Hype in Berlin schon wieder - aber ist das so ein toller Mann, wie ich es einst dachte? Oder eher Nelson Mandela, der gerade im Sterben liegt? Oder wer sonst? Was sind die Kriterien, woran misst man die Bedeutung eines Menschen? Aber das war nicht die einzig schwierige Frage für mich....

Sonntag, 23. Juni 2013

Hotlist 2013 - Einreichung



Schön, dass eigene Buch auf einer Hotlist zu finden. :-) Gegen eine sicherlich fantastische Konkurrenz! Da wird es also schwer in die TOP 30 zu kommen. :-)

Freitag, 21. Juni 2013

Meine Lieblingsbuchhandlung ... mit Eva Lirot


Eva Lirot, geboren 1966, kommt aus der Domstadt 
Limburg, lebt derzeit auch wieder dort und 
schreibt Kurzkrimis, Kriminalromane und Thriller.

Lieblingsbuchhandlung? Da könnte ich jetzt einige aufzählen... aber dann hätte ich ja das Thema verfehlt... ich muss mich entscheiden... puh... vorab bitte ich all die anderen, die ich hier übergehen muss, um Entschuldigung!
Die Buchhandlung, die ich nun vorstelle, ist schon besonders klasse. Aber ich gebe es lieber gleich zu: Meine Wahl erfolgte nicht nur aus rein rationalen Überlegungen: Der Inhaber ist ein ehemaliger Schulkamerad von mir.
Es begann vor 11 Jahren mit „Schaefer Bücher“ in der Bahnhofstraße 4 in Limburg. Gute Fußgängerzonenlage, umgeben von Eisläden – und dann eröffnete eine große Thalia-Filiale keine Fußminute entfernt. ... Wie Jörn Schaefer und sein Team dem Würgegriff der Kette entkamen? Nun, geholfen hat sicher auch, dass Thalia in den letzten Jahren wirklich alles Mögliche tut, um vergessen zu lassen, dass es sich um eine Buchhandlung handelt...
Aber das allein gab natürlich nicht den Ausschlag. Sondern zunächst einmal das Sortiment: Bestseller gibt es vorrätig, alles andere wird sofort und GERN bestellt. (Und wer will, kann das auch online tun: http://www.schaeferbuecher.de/). Zudem kann man dort Wein kaufen. „Buch und Wein“ heißt folgerichtig die Filiale, die Jörn und Monja Schaefer und ihre Mitarbeiter mittlerweile im Nachbarort Diez, in der Rosenstraße 16, führen.
Kluges Sortiment, engagiert sein, nett und herzlich – und dann einfach nur verkaufen? Geht sicher auch, aber Jörn und Monja Schaefer lassen es sich nicht nehmen, mehrmals im Jahr eine Weinprobe anzubieten. Inklusive Leseprogramm. Geboten wird lyrisches, witziges, spannendes. Der Vielfalt des Buch- und Weinmarktes entsprechend.


... klingt ja alles gut, aber man weiß noch immer nicht so recht, was GENAU es nun ist, dass Jörn und Monja Schaefer so richtig machen? Ich habe mal einige ihrer Kunden dazu befragt. Die einhellige Antwort: Es ist die Atmosphäre, die sie in ihren beiden Buchläden schaffen. Die Menschen merken: Da freut sich jemand auf sie, nimmt sich Zeit, geht auf sie ein. Man wird als Mensch wahrgenommen, nicht nur als Kunde. ... Passiert einem ja nicht mehr sooo oft, oder? Da kommt man doch gerne immer wieder. 

Schaefer Bücher, Bahnhofstraße 4, 65549 Limburg

BUCH und WEIN, Rosenstraße 16, 65582 Diez

Donnerstag, 20. Juni 2013

OccupyGezi


Seit Tagen verfolgte ich bereits das Treiben in der Türkei und postete dazu Bilder, Videos, Informationen auf Facebook. Das bescherte mir die Anfrage vom webmagazin etwas dazu zu schreiben. Einfach war dies nicht für mich, aber lest selbst nach - ich bin froh, dass ich gerade auch von Menschen, die gerade mittendrin (in Istanbul) sind, ein gutes Feedback dafür erhalten habe. 
http://webmagazin.de/social/OccupyGezi-oder-wie-ich-dank-Facebook-Co-zum-Paranoiker-wurde-Gastkommentar

Mittwoch, 19. Juni 2013

Blogger kriegen Liebe geschenkt

Hier könnt ihr Rezensionsexemplare erhalten:
Die ersten sieben Blogger_innen, die eine Email mit Betreff "Ja, ich will!" an jannis.plastargias@gmail.com schicken, erhalten ein freies Rezensionsexemplar. Diese wunderbare Anthologie mit Liebesgeschichten ist in einem kleinen Verlag erschienen, mehr können wir nicht raushauen. :-)
Warum das Buch so interessant ist?
Lest unten, worum es geht. Mehr Infos zum Buch findet ihr auf der Verlagsseite und natürlich HIER.

Es ist mir ein wichtiges Buch, nicht, weil ich das erste Mal eines herausgebe, mit vielen anderen talentierten Autor_innen zusammen gearbeitet habe - sondern weil ich ein gesellschaftlich wichtiges Thema auf meine Weise bearbeiten durfte. Queere Liebe. Queer im Sinne von normabweichend, offen für alle, anders und trotzdem gleich...

Kennst du das? 
Es ist Liebe auf den ersten Blick. Es ist aussichtslos, sagt die Vernunft. Es wird mit Schmerz enden, meint die Angst. Es ist mein Recht, ruft eine Stimme durch die Brust und das Pochen erschüttert Körper und Geist. So geht es auch Olga, die eine schwere Entscheidung treffen muss, Petros, der die Kunst der Liebe erlernt, Morgán, der sich eines Tages verschläft, Carl, dessen bester Sex sein letzter sein wird oder Lennart, der bei seinen poetischen Freunden Rat sucht. Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und die doch eines gemeinsam haben: die Liebe - geträumte, gefühlte, gelebte, gekaufte - die wahre Liebe, so wie sie ist, für jeden anders, für alle ein Grundbedürfnis des Seins.Jannis Plastargias stellt in dieser Anthologie ausgesuchte Geschichten von neuen und besonderen Autoren vor und startet beim Größenwahn Verlag damit die "Queer-Reihe". In deren Mittelpunkt stehen Schicksale, Erzählungen und Gefühle von Frauen, Männern, Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transen oder Personenkreise - deren Charakterisierungen als Emanzipations- und Schimpfwörter - in unserer Gesellschaft zu finden sind.Ein Hoch auf die Liebe, die kein Geschlecht kennt, alles glaubt, alles erträgt, über allem und allen steht und ohne Wunden, Narben oder Kratzer nicht als echtes Gefühl gelten kann. 16 Herzschläge pochen in diesem Buch. 
Kannst du sie fühlen?

Montag, 17. Juni 2013

Der Kultur- und Lese-Aktivist


sprich! im Schaufenster Karstadt - Eröffnungsveranstaltung der Zweiten Frankfurter Sprachwoche (September 2012) : Im Schaufenster sitzen und lesen, das ist wirklich hart! Man hört nichts von außen, fühlt sich wie in einem Aquarium, fühlt sich von den Leuten angegafft, weiß nicht, ob die anderen Spaß haben, sich am Gelesenen erfreuen - oder ob sie sich denken: Was ist denn da los? :-) Nun, ich würde es immer wieder machen, es war eine spannende Erfahrung!



Erneut Zweite Frankfurter Sprachwoche (September 2012) - diesmal fuhren wir dem "Glücksbus" durch die Gegend, in Parks und hier an der Hauptwache und lasen spontan vor dem verdutzten Publikum! 



Mit Levend Seyhan, Carsten Nagels und Safiye Can - die besten der Besten! :-)



Die Lite-Rad-Tour im Juli 2012 war fantastisch! Eine Mischung zwischen Volksradfahren und Lesemnarathon. Beginn war um 15 Uhr am Waggon am Kulturgleis in Offenbach. Eine Stunde etwas haben wir gelesen - danach fuhren wir weiter den Main entlang Richtung Frankfurt zum Yachtklub und lasen dort weiter. Letzter Halt war am Maincafe in Frankfurt. 



Ebenda fand unser Riesen-Lese-Experiment statt: Auf der Wiese vor dem Maincafe Frankfurt lasen 10 Autor/innen aus dem Rhein-Main-Gebiet gleichzeitig aus ihren Texten. Stationen-Lesen quasi. Jeder hatte ein etwa fünfzehnminütiges Programm, das er mehrmals wiederholte. Ein wunderschöner Tag...



Dieses wunderschöne Rasensofa machte Riesenspaß (eines von beiden, das wegen des Nachhaltigkeitstages im September 2012 aufgebaut wurde). Da kamen dann auch ganz tolle Konstellationen zusammen. 


Und Werbung habe ich mit dem Megaphon gemacht. :-))) War schon seeeeehr lustig und experimentell.



Ja, Peter Kapp (unten) von Plan B haben auch auf der Konstablerwache gelesen, gegenüber von Apollo Optik und McDonalds. Man darf keine Scham kennen! :-) Und Sex Sells! Das ließ sich da wieder gut erkennen! Aber da habe ich keine Probleme mit ;-) Verena Boos und Walter Jauernich von Plan B waren ebenfalls dabei. 



Es war feucht, es war kalt, Ende April 2013, beim Maimarkt in Mannheim (was immer das ist! achso, eine Verkaufsmesse ;-)) - Es war turbulenter als auf der Konstablerwache und dem Maincafe zusammen - dabei liefen da viel mehr Leute rum. Ich habe mein eigenes Wort (trotz Mikro) kaum verstanden. Trotzdem mein Programm durchgezogen: und plötzlich blieben Leute stehen, amüsierten sich darüber, waren begeistert. OMG, was man so alles tun muss, um reich und berühmt zu werden! :-))



Und so sah ich nach einer Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2013 aus. In einem Brennpunktviertel in Leipzig, in einem kleinen, unansehnlichen Empfangsraum eines Weiterbildungsträgers, sollte ich vor klassischen "Bildungsverlierern" lesen - aus Plattenbaugefühle, einem Coming-out-Roman! "Was? Es geht um Schwule? Das ist doch räudig!" Dies der erste Kommentar eines Mädchens. Die Sozialarbeiter saßen beide neben ihr. Ich fragte: "Warum?" - "Ah ja, ist doch ekelhaft, wenn sich zwei Männer in den Arsch ficken, oder?" In diesem Moment dachte ich, es könnte eine sehr lange Stunde werden! Nun, unverhoffterweise rettete mich einer der beiden Jungen, der alles andere als schwul war, aus der Situation: Mit lustigen Kommentaren a la "Boah, ist das geil und so etwas auf einer Schulveranstaltung!" Es war ein Kampf - und ich schaffte es wohl mich irgendwie durchzusetzen: der Veranstalter und die Sozialarbeiter waren sehr zufrieden! :-)



Der Leseort "Moksha" ist nicht so ungewöhnlich wie die zuvor genannten, auch das Publikum ist nicht vergleichbar... Obwohl: Kaum hatte Jamal Tuschick angefangen zu lesen, schrie ein alter Herr: "Des hammer net bestellt! Wenn mer des gewusst hätte, wär mer eine Kneipe weidder gegange!" Er und seine Frau wollten in Ruhe essen - und keine "Vorlesung". Das Drama nahm seinen Lauf, das Essen musste eingepackt werden, die Unruhe blieb - und das Publikum dachte, es gehörte zu unserer Performance. Es passte ja auch, die ganze Veranstaltung war irgendwie Slapstick, wir brachten uns dauernd gegenseitig, der Texas Tuschick, die Apfelweinkönigin und der PlastaBasta. Nach der Lesung war ich nahezu reif für die Psychiatrie. :-)))

Das nur ein paar der vielen Beispiele von ungewöhnlichen Lesungen - da gab es noch viel mehr. Auch ich hatte einmal eine, bei der nur genau zwei Besucher kamen, während wir vier Autoren waren. Das störte uns gar nicht, wir soffen zu sechst, hatten unheimlich Spaß und freuten uns, dass wir nicht lesen mussten. :-)

Samstag, 15. Juni 2013

Zeitgenössische Lyrik ... vorgestellt von Martin Piekar 11/10 - Ein Nachwurf


Martin Piekar, 1990 geboren, verfasst Lyrik, Lyrikpreisträger beim 20. Open Mike 2012, 
10 Lyrikbände zeitgenössischer Lyriker auszuwählen und vorzustellen fällt einem als Lyrikliebhaber schwer. Weil es NUR 10 sind. Aber trotzdem habe ich, Martin Piekar, mich gewagt. Ich nenne 10 Lyrikbände, möglichst aktuell, die mein Lesen, meine Leseerfahrung, mich im Lauf der Lektüre verändert haben.

Zum Schluss ein Nachwurf: Bücher, die ich für empfehlenswert halte und sie leider nicht mit in die Auflistung nehmen konnte (und auch hier werden Lücken bleiben), ich musste mich entscheiden und habe teilweise gewürfelt unter meinen Lieblingsbüchern: Sascha Kokot – Rodung, Tristan Marquart – das amortisiert sich nicht, Swantje Lichtenstein – Horae, Monika Rinck – Honigprotokolle (darüber gibt es aber auch zurecht schon so viel!) Leonce W. Lupette – Tablettenzoo, Carl-Christian Elze – ich lebe in einem wasserturm am meer, was albern ist, Sünje Lewejohann – in den hirschen, Daniela Seel – ich kann diese stelle nicht wiederfinden, Christian Schloyer – Panik Blüten, Nadja Küchenmeister – Alle Lichter, Jean Krier – Herzens Lust Spiele, Max Czollek – Druckkammern, Björn Kuhligk – die Stille zwischen null und eins, Marcus Roloff – im Toten Winkel des goldenen Schnitts, Ricardo Domeneck, Körper. Ein Handbuch, Tobias Roth – Aus Waben und schließlich Gedichtbände, über die mir noch Kenntnisse fehlen, und – es gibt so viele gute Lyrik, nur bloß nicht zu viele … Meine Auswahl ist sehr auf deutsche Lyrik zentriert, ich wollte nicht zu weit in der Zeit zurückgehen. Daran ist sicherlich viel Kritik auszuüben und man kann über die Bände streiten: man soll sogar! 
Ich danke für die Möglichkeit es ausführen zu dürfen und hoffe, es gab Freude beim Lesen und Vorfreude auf einen oder mehrere der Bände. Danke.

Herzlich
Martin Piekar

http://faustkultur.de/1213-0-DhW-Max-Czollek.html#.UbRHcvZ5yx4

Freitag, 14. Juni 2013

Elf Fragen von schmerzwach an die Autorin Edit Engelmann


Edit Engelmann wurde 1957 in der Nähe von Kassel in Oberhessen geboren und wuchs auch dort auf. Mit Anfang zwanzig zog sie nach Abschluss des Gymnasiums in den Großraum Frankfurt, wo sie in den nachfolgenden Jahren ein Marketingstudium abschloss und ihre ersten beruflichen Schritte unternahm. Schnell wurde ihr klar, dass der Kommunikationsbereich der weitaus interessanteste Bereich im Marketing ist, und sie stürzte sich mit Begeisterung darauf. Schreiben und texten, Zeitungsartikel beurteilen und selbst verfassen gehörte somit zu ihrem ständigen Arbeitsbereich und zu den Tätigkeiten, die ihr ganz besonders ans Herz wuchsen. Im Rahmen ihrer beruflichen Laufbahn bei verschiedenen nationalen und internationalen Konzernen reiste sie viel und verbrachte auch einige Jahre im europäischen und nichteuropäischen Ausland. Hierbei genoss sie es ausgesprochen, neue Kulturen, Denkweisen und Lebensstile kennenzulernen und ausprobieren zu können. Reisen, das Entdecken und Erleben sowie das Sammeln von neuen Erfahrungen gehören auch heute noch zu ihren Leidenschaften. Nach der Jahrtausendwende lernte sie den Griechen kennen, dem sie nicht widerstehen konnte, und zog schon bald darauf nach Athen, wo sie auch heute noch mit ungebrochenem Mut versucht, die Feinheiten der griechischen Sprache zu ergründen. 

1. Wer bist du?
Ich habe dazu mal ein kleines Gedicht geschrieben:

Die existentielle Frage

WAS BIN ICH?
Nur ein klitzekleines Teilchen
Für ein augenblicklich Weilchen
Auf der Erde – das bin ich!

WARUM BIN ICH?
Zu helfen, zu schützen und pflegen
Alles Leben auf dieser Erde zu hegen
Als Hüter des Wissens – darum bin ich!

WAS MACHE ICH?
Das Gegenteil.

2. Was machst du?
Laut Gedicht das Gegenteil. Ehrlich? - Ich bemühe mich, dieses klitzekleine Teilchen zu sein. Die Zeit zu geniessen und zu leben, die ich hier bin, zu helfen wo ich kann, zu hegen und zu pflegen, wo es mir möglich ist, niemandem auf die Füße zu treten, niemanden zu verletzten und trotzdem so zu leben, wie ich will und es für richtig halte. Menschsein eben.

3. Woher kommst du und wohin möchtest du?
Ich glaube ja an die Wiedergeburt. Von daher gesehen wandele ich auf einem Traumpfad, der von der Tiefe der Vergangenheit in das Licht der Zukunft führt. Ich hoffe, dass ich noch ein paar Leben brauchen werde, bis ich das Ende des Traumpfades erreiche. Und in der Zwischenzeit möchte ich alles sehen, erfahren und fühlen, was auf diesem Traumpfad geschieht.

4. Warum bist du Künstler_in geworden?
Bin ich eigentlich nicht mit Absicht geworden. Im Gegenteil. Meine Lehrer in der Schule (Deutsch 4 im Abi) und in Kunst (gar nicht im Abi zum Glück) haben mir immer empfohlen, einen Beruf zu ergreifen, der – um Gottes Willen – nichts mit Kunst, Kreativität oder Schreiben zu tun hat. Deshalb bin ich in die Werbung gegangen, habe Firmenzeitschriften aus der Taufe gehoben, Artikel und Presseberichte verfasst, an der Grafik von Professionellen herumgenölt und die wenige Kreativität, die man mir zugestanden hat, zur Gänze ausgelebt.  Als ich dann nach Griechenland gezogen bin und den 40-Stunden-Tag mit dem Hausfrauendasein getauscht habe, hat mich die Muse geküßt. Kein Wunder –das waren ja schliesslich Griechinnen.

5. Welche Ziele hast du?
Ich möchte als Mensch zwischen Menschen leben. Ich möchte keine hungernden Menschen mehr sehen, die Müllcontainer durchwühlen müssen. Ich möchte keine Polizisten mehr sehen, die wehrlose Demonstranten zusammenschlagen. Ich möchte keine um Brot singenden Kinder in der U-Bahn mehr sehen und keine hochausgebildeten Ingenieure, die für 50 Cent drei Knoblauchzehen am Straßenrand verkaufen. Ich möchte keine Menschen mehr sehen, die über 80 Kilo Lebensmittel pro Jahr wegwerfen, während andere sich das Essen nicht mehr leisten können. Ich möchte keine Menschen mehr sehen, die für 300 Euro arbeiten müssen, wenn die Wohnung schon 600 kostet. Ich möchte keine Menschen mehr von Fabrikwänden begraben sehen, nur damit sich ein Wohlständler zu seinen 50 noch ein 51. T-Shirt in den Schrank auf den Stapel der nicht angezogenen Kleider legen kann. ... ganz zu schweigen von den Kindern, die auf den Wohlstandsmüll- und –abfallbergen der reichen Industrienationen in Drittländern herumturnen und sich Krankheiten holen, um ihre Familien zu unterstützen. 
Weil ich finde, dass das in einer Welt, die genügend Ressourcen für alle hat, einfach unmenschlich ist.

6. Wer oder was inspiriert dich?
Mein Sohn. Er ist ein Freigeist, hat Tausende von Ideen und teilt sie glücklicherweise mit mir. Viele Anregungen bekomme ich auch aus alltagsphilosophischen Gesprächen mit ihm. Außerdem ist er ein brillianter Kritiker.  
Die Natur. Augen auf und zuhören, was der Wind erzählt. 
Der Mensch. 

7. Wann bist du glücklich?
Irgendwann sagte mir einmal ein alter weiser Mann, dass „Glücklichsein“ nicht passiert, sondern dass man es selbst verursacht. Es sei eine Frage der Gedanken, die man denkt. 
Und seitdem versuche ich eben „glückliche“ Gedanken zu denken und mich von den weniger glücklichen zu verabschieden, wenn sie mich überfallen.  Das ist vielleicht keine 100%ige Methode, aber sie klappt ganz gut und ich kann sagen: Eigentlich bin ich ein glücklicher Mensch – denn ich habe ein Dach über dem Kopf, eine gesunde Familie, genügend zu Essen – und kann machen und denken, was ich will.

8. Wie sieht dein perfektes Leben aus?
Ein perfektes Leben möchte ich ja gar nicht. Wir leben in einer dualen Welt. Somit erleben wir nicht nur das perfekte Leben, sondern gleichzeitig auch notwendigerweise das Gegenteil. Und dieses Gegenteil wäre was? ... Furchtbar? Elendig? Abscheulich? – Dann doch lieber ein unperfektes Leben – die Tiefen frauhaft erträgen und die Höhen dämlich geniessen.

9. Was würdest du tun, wenn du ein Tag lang König_in von Deutschland wärst?
Die Regierung und das Geld abschaffen. Und dann mal schauen, wie sich der Mensch arrangiert. Ich glaube nämlich, dass der schlauer ist und sich besser und menschlicher organisiert, als wir alle denken.

10. Wovon hast du als Kind geträumt?
Als Jane im Urwald zu leben oder mit Mr. Spock auf Reisen zu gehen.

11. Worauf könntest du verzichten und worauf überhaupt nicht? 
Ich sagte oben, ich wäre ein glücklicher Mensch, denn denn ich habe ein Dach über dem Kopf, eine gesunde Familie, genügend zu Essen – und kann machen und denken, was ich will. Darauf möchte ich nicht verzichten.  Alles andere kann – muss aber nicht. Außerdem hätte ich gerne eine saubere Luft zum Atmen, sauberes (d.h. auch nicht chemisch malträtiertes) Wasser und Nahrungsmittel, die noch echte Nahrung und kein Ersatzplastik ist.