Montag, 30. März 2015

Tour de Kultur 14

Manche Wochenenden beginnen einfach früher, manchmal eben schon am Mittwoch - insbesondere dann, wenn die Schirn Kunsthalle zur Ausstellungseröffnung einlädt. Diesmal etwas kleiner, im Schirn Cafe: Alicja Kwade ist die Künstlerin, deren Installation in der Rotunde ihre Kreise dreht - jeden Tag von 10 - 22 Uhr. Ich wollte sehr gerne ein Foto davon machen, aber es ging irgendwie nicht. :-) Dafür gibt es aber sehr gute Fotografen, die das besser können: BILDER.  Matthias Ulrich hatte die spannende Einführung gesprochen, wies auch daraufhin, dass die Schirn Kunsthalle bereits bei der Ausstellung "Unendlicher Spaß" eine Installation der Künstlerin gezeigt hatte. Noch interessanter war, dass es manche Besucher/innen schafften, die Geräusche der Installation in der Rotunde auszublenden - um 22 Uhr wurde es still und manche merkten es gar nicht.

Es ist zwar Arbeit, diese Jurytätigkeit für die Goldene Leslie (Jugendbuchpreis von Rheinland-Pfalz), aber da ich schöne Jugendbücher lesen darf ... Das ist doch Spaß! :-) Ich bin immer so gespannt auf die Bücher, jedes Jahr aufs Neue! Und Donnerstag kamen sie endlich an, nach einer einwöchigen Reise von Mainz nach Frankfurt, in die fiftynine. Und ich hatte, glaube ich, dieses Mal Glück in der ersten Runde. :-) Mindestens zwei Bücher sind genau mein Fall. 

Dann ging es abends weiter mit einer Ausstellung. Dieses Mal die Finissage von Niko Neuwirth: Facing Europe. Der Fotograf zeigte Bilder, die er auf seiner Reise nach Skandinavien machte, wobei er sich (ähnlich wie ich bei "schmerzwach reist") einfach treiben ließ ("ohne Plan") und schaute, wo und bei wem er ankam. Es ging ihm vor allem auch darum, Menschen zu begegnen. Wirklich wunderbare Fotos. Und ich freue mich sehr auf die Fortsetzung!






Trotzdem war für mich der Höhepunkt der Auftritt von honeybsuicide. Bei einigen der Lieder dachte ich: Uh, ist das Lied nicht in den Charts? Das MÜSSTE in den Charts sein, auf jeden Fall! Und ich wünsche es ihnen so sehr. Besonders schön an diesem Konzert war nicht nur die wunderbare Stimme von Julia, der Sängerin, oder die faszinierenden Effekte (Klangwelten), sondern das Setting im Studio 294. Die Lichter wurden ausgeschaltet, Fotos und Videos (aus den Bildern von Niko zusammengestellt) an Wände und Decken projiziert, Liegestühle wurden hingestellt, alles total chillig und relaxing. Toll!
Bilder davon könnt ihr in der Facebook-Veranstaltung betrachten. 

Freitag gab es dann gleich zwei Ausstellungseröffnungen und damit die Qual der Wahl. Zunächst ging ich zur Ausstellungseröffnung im Montez Frankfurt an der Honsellbrücke, wo Sebastian Bieniek (Berlin) und Dirk Baumanns (Frankfurt) die Ehre hatten auszustellen - "17,3". Roman Soukup machte eine Einführung, Borgenine musizierte (aber da war ich schon weitergezogen). 






Schönere Bilder kann man bei Corinna Kaiser finden. Ich finde ja die großflächigen, bunten Bilder von Dirk Baumanns total inspirierend, seine Skulpturen sind auch sehenswert, aber auf eine andere Art: kennt ihr das, wenn ihr etwas total eklig findet, aber trotzdem dauernd hinschauen müsst? So in etwa. Doch das ist gewollt! - A) muss man wohl jetzt doch die Bilder von Corinna ankucken ;-) und B) am besten die Ausstellung selbst. Zuerst dachte ich, dass ich keine Kunst von Sebastian Bieniek kenne - als ich aber seine Werke in dieser Ausstellung anschaute, wusste ich: ja, ich hatte schon das Vergnügen, an gleichem Ort, es ist wiedererkennbar, was er macht.

Und dann kam noch die Ausstellungseröffnung von Jaro Cerny im Horst: "Zwischenlicht / Aromaticus" - der zweite Teil des Titels erklärt bereits, womit der Künstler gearbeitet hat. ;-) Gewürze. Eine Ausstellung also für alle Sinne. Und eine Vernissage, bei der vor allem die Ohren genießen durften. Zunächst sang und spielte der Australier Kent Eastwood, dann legten die zauberhaften Fr. Heinz und Hr. Schimanski auf. Top! Einmal mehr herrschte eine wunderschöne Atmosphäre im Horst vor, mit vielen sympathischen und kunstinteressierten Menschen. Spannend, nicht nur für den Künstler selbst, war es, ihnen zuzuschauen, wie sie die Kunstwerke betrachteten. 



Ja, es waren mal wieder soooo viele wunderbare Eindrücke, so viel Kultur, so viel Genuss und Spaß! Tour de Kultur: YEAH!

Donnerstag, 26. März 2015

Heinrich Böll Stiftung: Spagat ins Glück 30/03/2015, 19.00 Uhr

Es ist eine große Ehre für mich: Ich wurde als Experte zu einem Thema in die Heinrich Böll Stiftung eingeladen, das wohl bisher etwas kurz gekommen ist. Lesben und Schwule mit Migrationsbiografie. Constance Ohms hat mich zu einer Lesung mit Gespräch nach Berlin eingeladen - und ich hoffe, dass sich viele Menschen zum mitdiskutieren einfinden werden.
Montag, 30. März 2015 - 19:00 – 21:00
BerlinHEINRICH-BÖLL-STIFTUNG - BUNDESSTIFTUNG BERLIN, Schumannstr. 8

In der Veranstaltungsbeschreibung der Heinrich Böll Stiftung heißt es:

Spagat ins Glück
Lesben und Schwule mit Migrationsbiografie
Verheimlichen und verleugnen – für viele Lesben und Schwule mit einem Migrationshintergrund eine notwendige Überlebensstrategie. Zerrissen zwischen den Erwartungen und Vorstellungen ihrer Familien und ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen versuchen sie, ihr Leben in dieser Gesellschaft zu gestalten. Sie erfahren dabei Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Sexismus.
Ihre Familien und Gemeinschaften bieten Schutz und stärken ihr Selbstverständnis. Zugleich ist Homosexualität dort oftmals stark tabuisiert. Die eigene – abweichende – sexuelle Orientierung offenzulegen, kann zum Ausschluss aus der Familie und Gemeinschaft führen.
In ihrer jüngsten Veröffentlichung befasst sich die Antidiskriminierungsexpertin Constance Ohms mit Menschen, die mehrfach von Diskriminierung betroffen sind. Sie geht der Frage nach, wie sich das Konglomerat von Diskriminierungen auf die Biografie des oder der Einzelnen auswirkt: Kann die Zugehörigkeit zu einer diskriminierten gesellschaftlichen Gruppe durch die Zugehörigkeit zu einer privilegierten Gruppe kompensiert werden? Wenn ja, in welcher Art und Weise? Verstärken sich möglicherweise die Effekte auf die Biografie eines Menschen, wenn er oder sie mehreren benachteiligten Gruppen angehört? Wie gehen diejenigen, die von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind, mit ihren Erfahrungen um?
Mit Dr. Constance Ohms, Expertin im Bereich der Antidiskriminierungspolitik und häuslicher Gewalt in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Jannis Plastargias, Autor und Kulturaktivist, Frankfurt. Moderation: Jouanna Hassoun, Projektleiterin von MILES -Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule vom LSVD (Lesben und Schwulenverband BB), Berlin - Brandenburg

Montag, 23. März 2015

Tour de Kultur 13

Schon als Kind war ich ein Serien-Junkie. "Hart aber herzlich", "Remington Steele", selbst "Denver-Clan", "Dallas" oder "Falcon Crest" schaute ich mir begeistert an. Später dann "L.A. Law", "Picket Fences" oder "Emergency Room". Ich fand es einfach schön, wenn etwas sich immer weiter und weiter entwickelt, Welten erschaffen werden, die man immer weiterspinnen kann. Hatte ich eine Folge geschaut, wollte ich gleich die nächste sehen. Eine Sucht! Warum erzähle ich das? So begann mein Wochenende am Freitag. Mit einer Serie. Nachdem ich mich von einem lieben Freund und Ex-Mitbewohner in eine stundenlange Diskussion über Blockupy und Anti-Kapitalismus habe verwickeln lassen, wollte ich gerne zuhause bleiben und nicht mehr auf die Party vom Lichter Filmfest ... Ich schaute mir also eine Folge der Serie "Scorpion" an, die auf einer wahren Begebenheit und einem wahren "Charakter" beruht. Ein Genie, das weitere Genies um sich geschart hat, als Ersatz-Familie, und die gemeinsam knifflige Fälle lösen. Hört sich erst einmal nicht so interessant an, aber ich mag die Serie sehr gerne und hoffe auf mehr. 
Samstag war ich dann sehr viel aktiver, alles begann mit einem Besuch meiner Lieblings-Buchhandlung Büchergilde, nahe der Konstablerwache. Anlässlich des Indiebookday 2015 kaufte ich mir ein Buch von Nino Vetri: "Die letzten Stunden meiner Brille". Den Verlag kannte ich bisher noch nicht: edition.fotoTAPETA. Ich bin sehr gespannt.



Später ging es weiter auf die erste Ausstellung von Julia Flick in der Sankt Peter Jugendkirche: „XpRiments: An Exhibition“ führt auf eine abstrakte Reise durch Stadt, Natur und den eigenen kleinen Kosmos.
Fotografische Experimente mit Außen- und Innenwelten wechseln Perspektiven, verdrehen die Wirklichkeit, setzen neue Energien frei.
Eine Ausstellung auf der Suche nach geordnetem Chaos und Struktur.
Über das Finden und Erzeugen von Symmetrien in allem was uns umgibt. (aus der Facebook Veranstaltung)


Julia Flick, XpRiments, Bild: Petra Flick
Insbesondere der dazugehörige Film, der als "Abrundung", als eine Art "Zusammenfassung der Ausstellung" von Julia Flick konzipiert wurde, hat es mir angetan. Die Musik von Sebastian Grünwald passte hervorragend zu den Bildern. Die Fotos luden dazu ein, sich zu überlegen, nicht nur, wo sie gemacht wurden, sondern auch aus welcher Perspektive heraus. Man sah einige Menschen, deren Körper seitlich abknickte, um herauszufinden, wie sie was betrachten sollten. Es war spannend dies mitanzuschauen. (Ich sehe mir ja auf Ausstellungseröffnungen lieber die Menschen an als die Kunstwerke.)

Am Abend gab es dann die Schirn at Night, die immer überraschend ist, immer wieder ein neues Publikum neben dem alten anzieht. Diesmal ging es um die Affichisten und die "Poesie der Großstadt". Dazu wurden nicht nur die Herren von Yok Yok engagiert, ihren Kiosk in der Rotunde der Schirn Kunsthalle aufzubauen, sondern es wurden Celo & Abdi eingeladen, als "Großstadtpoeten" ihre Songs zu rappen. Ich rechne der Schirn Kunsthalle sehr hoch an, mit solchen Aktionen ein ganz anderes Publikum als sonst anzuziehen. Ich bin da sehr dafür, finde es schön, wenn Museen, Kunsthallen, Galerien niedrigschwellig um eine Klientel werben, die sonst nicht den Weg zu ihnen findet. Dementsprechend waren da viele junge Leute, die man sonst eher in Hip Hop Schuppen vermutet und auch findet. Da ich ja so gerne die Leute beobachte, fand ich das ganz cool. Da ist es mir dann auch ganz egal, dass da diese fetten Rapper (und nein, ich meine nicht "FAT") auftreten. Ich hätte ganz andere Sänger/innen eingeladen, aber das ist auch subjektiver Geschmack und eine persönliche Meinung, die etwas Hip Hop feindlich ist - die meisten Vertreter dieses Genres in Deutschland halte ich für alles andere als für Großstadtpoeten. Es gibt natürlich ein paar richtige gute Leute, auch in Deutschland, ich wage jedoch die bereits genannten nicht dazu zu zählen. Ist eben meine Meinung. Aber ein Wort soll noch zu diesem jungen Gangsta-Publikum gesagt werden: Früher haben die versucht, einem die freshen Sneaker abzurippen, jetzt klauen sie einem die Gummibärchen aus der Hand. Schon armselig! :-)))) 

Sonntag ging es nach Anschauen einer weiteren Folge "Scorpion" und einiger Arbeit am neuen Projekt ASTIKOS in die Oper Frankfurt, in der "Die Passagierin" aufgeführt wurde. Diese Oper von Mieczyslaw Weinberg (1919 - 1996) in zwei Akten, acht Bildern und einem Epilog Libretto von Alexander Medwedew nach der gleichnamigen Novelle von Zofia Posmysz ist übrigens eine Frankfurter Erstaufführung. Dabei wird in Rückblenden die Geschichte von Lisa und Marta erzählt. Lisa war Wärterin im KZ Auschwitz und Marta ihre Gefangene. Viele Jahre später treffen die beiden sich unverhofft auf einem Kreuzfahrtdampfer wieder ... Ich hatte vorher vermutet, die ganze Zeit weinen zu müssen, in der Oper sitzend. Dem war gar nicht so. Ich war eher so fasziniert von der Drehbühne (echt super gemacht) mit den integrierten Obertiteln (sie wurden in Schreibschrift projiziert) und vor allem von der fantastischen Musik, dass ich mich gar nicht so richtig in die Szenerie habe einsaugen lassen, wie das oft bei Filmen bei mir der Fall ist. Ich achtete auf so viele Dinge, auf die schönen Stimmen der Sänger/innen, auf die Kostüme, auf die Vermischung von Gegenwart und Vergangenheit auf der Bühne - ja, das war etwas, was mir bei der Aufführung besonders gefallen hat. Wie die verschiedenen Zeitebenen ineinander greifen. Plastisch kann ich das anhand eines Beispiels machen: Lisa und Walter befinden sich im Tanzsaal auf dem Dampfer, dann kommt Marta hinein, zieht ihre Perücke ab - die anderen tun das gleiche, ziehen ihre Abendgarderobe aus, die KZ Kleidung an, und so verwandelt sich die Szenerie plötzlich zu Auschwitz. Atemberaubend einfach! Eine krasse Oper, die erst 2010 in Bregenz uraufgeführt wurde, dabei schon 1968 entstanden war. Absolut sehenswert!

Donnerstag, 19. März 2015

Leipziger Buchmesse 2015

Bild: Nikk Schmitz
Es ist wie es ist. Schrieb nicht nur Erich Fried. Sagen nicht nur Altsäcke. Es ist wie es ist - kann man so ziemlich auf jede Situation anwenden. Also genauso auf diese. Man könnte selbstverständlich: Shit happens sagen. Auch das. Sicher. Im letzten Jahr war ich nach der LBM krank, war ärgerlich, aber praktischer als ... davor! So wie in diesem Jahr. Ich lag tagelang krank und leicht depri im Bett, mir liegt untätig sein nicht besonders, ich schleppte mich dann am Donnerstag mit letzter Kraft zum Zug, konnte weder lesen noch schreiben, hörte Musik - und versuchte, irgendwie heil anzukommen. Und war dann bei der Ankunft schon wieder Matsch. Selbst wenn ich nicht so aussah ...
Das könnte eine Erklärung dafür sein, dass ich nach acht wunderbaren, locker flockigen Buchmessen in Folge bei der neunten einfach nicht den Flow bekam - oder auch nicht. Vielleicht braucht es gar keine Erklärung, vielleicht ist es einfach ein Gesetz und hat mit Statistik, Wahrscheinlichkeit oder einfach dem Lauf der Dinge zu tun. Wenn alles immer gut wäre, dann wüsste man ja nicht mehr was gut wäre, denn es gäbe ja kein schlecht. Oder so. Es muss das eine geben, damit es das andere gibt. Gesetz der Reihe. Ein Mal von zehn muss irgendwie doof sein. 
Dabei war es natürlich gar nicht so doof. Es gab sehr viele schöne Momente bei dieser Leipziger Buchmesse, schöne Begegnungen, witzige Lesungen. Bei meinem neuen Projekt - einen Verlag gründen: ASTIKOS - gab es eben genau das zu feiern. So etwas wie einen Einstand, was wir am Freitag nachmittag getan haben. Überhaupt haben wir uns ganz häufig getroffen in der Gruppe (Yola, Marta, Levend, Carolin Wasauchimmer, Nikk, Daniel, Kadda, Soni), waren gemeinsam beim punbpub in Leipzig - von Leander Wattig organisiert - im Papa Hemingway, was irgendwie Kult ist - und es einem schwer machte, sich zu betrinken oder satt zu werden. Wir waren auch bei der Party der jungen Verlage, bei der ich allerdings einen kleinen Hänger hatte. Fitter wiederum war ich auf der Party im Deutschen Literaturinstitut. Dort waren die die ganzen Leute von den jungen Lesebühnen mit Schwerpunkt Lyrik, die ich im Februar in München zu einem Workshop Wochenende getroffen hatte - wobei ich mich vor allem freute, immer wieder Tristan Marquardt über den Weg zu laufen. Apropos über den Weg laufen: Nicht nur viele mir bis dahin unbekannte Facebook Freund/innen traf ich (unter anderem Stephanie Maucher und Andrea Bielfeldt), sondern auch Justus in der Tram - eine ebenso schöne Begegnung. Und ich durfte mich sehr darüber freuen, eine wunderbare Gastgeberin, Carina, zu haben. Mit der es Sonntag eine wunderbare, große Pizza zum Abschluss gab ... 
Und ja, wie immer traf ich meine lieben Freund/innen von den jungen, unabhängigen Verlagen: Selma von binooki - und natürlich ebenso Kai, Sebastian und Leif und Tomke von Voland & Quist, die Herren und die Dame vom Verlag J. Frank, Daniel vom mairisch Verlag, Kristine vom Verbrecher Verlag und und und ... Ich könnte diese Liste auch unendlich fortsetzen. Auch um die Menschen, die mit mir an queeren Anthologien arbeiten (Devin, Jana, Nino) und die mit mir diese verquere Lesung in einem Bistro in der Stadt hatten, wir ohne Mikrofone lesen mussten, dachten what a chaos - und dann echt viel Spaß hatten. Und auch die Leipziger Autorenrunde, die Leander Wattig wieder super organisiert hat, machte Spaß. Und ein supernetter Spaziergang mit Stefan Mesch an den Cosplayern vorbei ...
Ach jetzt, wo ich das alles schreibe, denke ich: ach, war doch ganz okay, wieso habe ich den Text so begonnen. Ja, um es zu erklären: Es gab schöne Momente, aber irgendwie war dieses Mal nicht so der Flow. Auf der Party der jungen Verlage wurde ich immer wieder darauf angesprochen. Offensichtlich bin ich immer so positiv, fröhlich, strahle gute Laune aus, dass es soooo ungewöhnlich ist, wenn ich einfach nur müde und ruhig drauf bin ... Und dann bekam ich tatsächlich irgendwann schlechte Laune - weil ich dauernd gefragt wurde, weil ich dauernd aufgefordert wurde, doch endlich wieder gut drauf zu sein. Doch das geht nicht automatisch. Selbst bei mir nicht.
Dazu kam, dass ich mir dieses Jahr sehr viele Gedanken gemacht habe, wie es weiter geht. Was ich möchte, wo ich hin möchte. Der Verlag astikos ist natürlich ein Grund, mein eigenes Schreiben ist ein Grund, meine vielfältigen anderen künstlerischen Projekte, alles ist ein Grund ... Ich werde dieses Jahr 40 ... Schauen wir mal, was das Jahr 2015 noch so bringt ...

Montag, 16. März 2015

Tour de Literatur


Kennt ihr noch diese launigen Irish Pub Quiz', die wir früher mit Guinness neben uns genossen? Immer bei den James Bond-Fragen versagte ich - oder wenn es um die deutsche Rechtschreibung ging. ;-) In Geografie war ich allerdings ganz gut. Ja, und das ist die Überleitung. Wie nennt man eine Veranstaltung, in der das Irish Pub Quiz auf den Diary Slam und der wiederum auf Skurrilitäten aus dem Togo, Israel, Teneriffa und Norwegen trifft? Genau. Die Tour de Literatur. :-)

Mittwoch, 18. März um 20:00
Die Zentrale Frankfurt, Berger Str. 175, 60385 Frankfurt am Main

Wie kam es dazu, dass ich mit einem russischen Juden in seiner Garage Tee trank und die Nacht in einem Luftschutzkeller verbrachte?
Was verbirgt sich hinter dem militärischen Begriff „Strohwitwe“?

Wir begeben uns an diesem Abend auf eine literarische Weltreise, finden die Antworten auf diese und viele weitere Fragen und hoffen auf weitere Beiträge aus euren Reisetagebüchern. 
Es lesen: Uta Depner aus ihrem spannenden Reisebuch Café Togo, Jannis (Teneriffa) & Anne (Israel) battlen sich und Markus liest Anekdoten aus Norwegen. 
Weitgereiste sind gebildet! Um das unter Beweis zu stellen, veranstalten wir rund um die Lesungen ein Quiz zum Thema fremde Länder. 

Wer spannende, skurrile, lustige Reiseberichte beitragen möchte, ist herzlich willkommen! 

Ort: Die Zentrale, co-working-space, Bergerstr. 175 (neben dem Berger Kino), Frankfurt
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: Frei
Alkoholische und nichtalkoholische Getränke und Snacks sind vorhanden.

Mittwoch, 11. März 2015

Leipziger Buchmesse 2015 - Und wo kann man mich treffen?


Ich liebe Buchmessen. Die Frankfurter Buchmesse, weil sie in meiner Heimat stattfindet ;-) - die Leipziger Buchmesse, weil ich Leipzig fast genauso liebe. Und Buchmessen an sich: Books, Drugs and Rock'n'Roll sage ich nur. Und dieses Jahr wird es eine ganz besondere Messe für mich, was an ASTIKOS liegt. Was es damit auf sich hat? Da kommt noch was ... ;-) Aber auch aus anderen Gründen freue ich mich auf die Buchmesse. Ich treffe alle meine Liebsten wieder, Carolin Wasauchimmer, Nikk, Daniel, Kadda, Soni (Andrea leider nicht), Yola und Susi und ganz viele andere tolle Menschen. 
Natürlich habe ich auch ein paar Termine. Sehr freue ich mich darüber, dieses Jahr auf der wunderbaren Leipziger Autorenrunde,  die der umtriebige und laut dem amerikanischen Magazin ELLE heiß begehrte Leander Wattig organisiert, als Referent dabei zu sein. Thema:  “Autoren und Kulturschaffende als Community – wie Kreative sich vor Ort und im Netz gegenseitig unterstützen und sichtbar machen können”. Das findet am Samstag, 13.3., statt, genauer gesagt um 10.30 Uhr. In der Happy Hour um 16.30 Uhr werde ich wieder zurück sein.
Denn zwischendurch werde ich eine Reise zur Lucca Bar machen. Um 13.00 Uhr werde ich da (sprich: Ratsfreischulstraße 10) aus meiner Liebesanthologie "Gleich, Liebes, gleich ist das Essen fertig" lesen oder eher moderieren. Lesen werden Jana Walther, Devin Sumarno und evtl. Raik Thorstad. 
Am Freitag bereits werde ich um 13.00 Uhr am Stand des Größenwahn Verlags (Halle 4, Stand 107) etwas zu meinem Briefroman "Liebe/r Kim" erzählen. Noch spannender wird es  dann ab 19.00 Uhr im Tapetenwerk (Haus K, EG, Atelier 10, Incentive Arts und Villa Utrian, Lützner Straße 91), dort werde ich erneut lesen (wie im letzten Jahr), diesmal aus dem Briefroman. Da freue ich mich auch schon drauf.
Am Donnerstag ist wieder das Pubnpub und eine Lesung zu "Tausend Tode schreiben". Was ich sonst so mache? Schreibt mich an, gebt mir Bescheid. Ich habe noch einige Termine frei. :-)

Sonntag, 8. März 2015

Der kommunikationsfreie Tag


Ich kann mich noch erinnern, wie ich im Jahre 1997 ohne Mobiltelefon auf einem Musikfestival (Pink Pop in den Niederlanden) unterwegs war und meine Freunde verlor - was schlimmer für sie war als für mich, da ich die Geldbörsen für sie aufbewahrt hatte. Sie hatten von der Bühne springen wollen, stage diven - tja, und obwohl wir einen Treffpunkt für Fälle des Nichtfindenkönnens ausgemacht hatten, klappte das nicht ... Was ich damit sagen möchte: Ich war also sehr spät dran damit, ein Mobiltelefon zu erwerben, sehr viel später sogar, ich glaube, das war 2001 oder 2002. Und ich benutzte es wirklich nicht oft. Auch mit dem Internet am Smartphone war ich sehr, sehr spät dran. Umso erstaunlicher ist nun meine Sucht. 
Es ist kaum zu glauben: Schaue ich zuhause einen Film oder eine Serie, blicke ich ständig auf mein Smartphone, sitze ich in der Bahn das gleiche Spiel, selbst beim Kaffee Trinken mit Freunden, immer, immer wieder muss ich schauen, ob neue Nachrichten, Emails oder whatever ankommen. Und beantworten. Ständig ist irgendwas. Ständig muss ich etwas organisieren, besprechen, posten, liken, faven, retweeten und was es sonst noch alles gibt. Die Frage nach dem Warum ist schon längst nicht mehr die Kernfrage. Es ist eben so. Es ist eine Sucht - und es ist unsere moderne Gesellschaft. Ohne die Schuld von mir selbst weisen zu wollen, es ist nun eben so. 
Nun habe ich diesen "kommunikationsfreien Tag" eingeführt in diesem Jahr. Zum Selbstschutz. Um endlich mal einen Tag GANZ abzuschalten. Kein Social Media, keine Emails, keine Whatsapp, SMS, keine Anrufe. Nicht arbeiten. Einfach nur chillen. Für mich sein. 
Aber es ist schwer. Wirklich schwer. Ich befinde mich in einer Situation, in der ich ständig ein Projekt im Nacken habe, ständig etwas zu tun, immer muss etwas beantwortet und bedacht werden. Es ist eben so. Ich kann nicht aus meiner Haut. Schließlich macht es mir auch großen Spaß! Aber es geht so nicht. Ich brauche mal Abstand, mal einen Tag Kurzurlaub von all dem. Ruhe. Aber ich muss etwas dafür tun. Ich schalte mein Smartphone auf Flugmodus, damit ich den Wecker oder Musik nutzen bzw. hören kann. Doch ich zucke immer wieder, während ich einen schönen Film schaue, möchte herausfinden, ob es etwas Neues gibt. Ich zucke, weil ich zwischendurch an meine Projekte denken muss. Aber nein, an diesem kommunikationsfreien Tag muss ich abschalten, muss ich es aushalten, nichts zu tun! Obwohl ich Zeit habe. Nein, das muss sein. Weil alles viel zu viel ist. Viel zu viel Kommunikation.
Ich brauche diesen kommunikationsfreien Tag, muss ihn mir aber von mir selbst abtrotzen!