Donnerstag, 19. März 2015

Leipziger Buchmesse 2015

Bild: Nikk Schmitz
Es ist wie es ist. Schrieb nicht nur Erich Fried. Sagen nicht nur Altsäcke. Es ist wie es ist - kann man so ziemlich auf jede Situation anwenden. Also genauso auf diese. Man könnte selbstverständlich: Shit happens sagen. Auch das. Sicher. Im letzten Jahr war ich nach der LBM krank, war ärgerlich, aber praktischer als ... davor! So wie in diesem Jahr. Ich lag tagelang krank und leicht depri im Bett, mir liegt untätig sein nicht besonders, ich schleppte mich dann am Donnerstag mit letzter Kraft zum Zug, konnte weder lesen noch schreiben, hörte Musik - und versuchte, irgendwie heil anzukommen. Und war dann bei der Ankunft schon wieder Matsch. Selbst wenn ich nicht so aussah ...
Das könnte eine Erklärung dafür sein, dass ich nach acht wunderbaren, locker flockigen Buchmessen in Folge bei der neunten einfach nicht den Flow bekam - oder auch nicht. Vielleicht braucht es gar keine Erklärung, vielleicht ist es einfach ein Gesetz und hat mit Statistik, Wahrscheinlichkeit oder einfach dem Lauf der Dinge zu tun. Wenn alles immer gut wäre, dann wüsste man ja nicht mehr was gut wäre, denn es gäbe ja kein schlecht. Oder so. Es muss das eine geben, damit es das andere gibt. Gesetz der Reihe. Ein Mal von zehn muss irgendwie doof sein. 
Dabei war es natürlich gar nicht so doof. Es gab sehr viele schöne Momente bei dieser Leipziger Buchmesse, schöne Begegnungen, witzige Lesungen. Bei meinem neuen Projekt - einen Verlag gründen: ASTIKOS - gab es eben genau das zu feiern. So etwas wie einen Einstand, was wir am Freitag nachmittag getan haben. Überhaupt haben wir uns ganz häufig getroffen in der Gruppe (Yola, Marta, Levend, Carolin Wasauchimmer, Nikk, Daniel, Kadda, Soni), waren gemeinsam beim punbpub in Leipzig - von Leander Wattig organisiert - im Papa Hemingway, was irgendwie Kult ist - und es einem schwer machte, sich zu betrinken oder satt zu werden. Wir waren auch bei der Party der jungen Verlage, bei der ich allerdings einen kleinen Hänger hatte. Fitter wiederum war ich auf der Party im Deutschen Literaturinstitut. Dort waren die die ganzen Leute von den jungen Lesebühnen mit Schwerpunkt Lyrik, die ich im Februar in München zu einem Workshop Wochenende getroffen hatte - wobei ich mich vor allem freute, immer wieder Tristan Marquardt über den Weg zu laufen. Apropos über den Weg laufen: Nicht nur viele mir bis dahin unbekannte Facebook Freund/innen traf ich (unter anderem Stephanie Maucher und Andrea Bielfeldt), sondern auch Justus in der Tram - eine ebenso schöne Begegnung. Und ich durfte mich sehr darüber freuen, eine wunderbare Gastgeberin, Carina, zu haben. Mit der es Sonntag eine wunderbare, große Pizza zum Abschluss gab ... 
Und ja, wie immer traf ich meine lieben Freund/innen von den jungen, unabhängigen Verlagen: Selma von binooki - und natürlich ebenso Kai, Sebastian und Leif und Tomke von Voland & Quist, die Herren und die Dame vom Verlag J. Frank, Daniel vom mairisch Verlag, Kristine vom Verbrecher Verlag und und und ... Ich könnte diese Liste auch unendlich fortsetzen. Auch um die Menschen, die mit mir an queeren Anthologien arbeiten (Devin, Jana, Nino) und die mit mir diese verquere Lesung in einem Bistro in der Stadt hatten, wir ohne Mikrofone lesen mussten, dachten what a chaos - und dann echt viel Spaß hatten. Und auch die Leipziger Autorenrunde, die Leander Wattig wieder super organisiert hat, machte Spaß. Und ein supernetter Spaziergang mit Stefan Mesch an den Cosplayern vorbei ...
Ach jetzt, wo ich das alles schreibe, denke ich: ach, war doch ganz okay, wieso habe ich den Text so begonnen. Ja, um es zu erklären: Es gab schöne Momente, aber irgendwie war dieses Mal nicht so der Flow. Auf der Party der jungen Verlage wurde ich immer wieder darauf angesprochen. Offensichtlich bin ich immer so positiv, fröhlich, strahle gute Laune aus, dass es soooo ungewöhnlich ist, wenn ich einfach nur müde und ruhig drauf bin ... Und dann bekam ich tatsächlich irgendwann schlechte Laune - weil ich dauernd gefragt wurde, weil ich dauernd aufgefordert wurde, doch endlich wieder gut drauf zu sein. Doch das geht nicht automatisch. Selbst bei mir nicht.
Dazu kam, dass ich mir dieses Jahr sehr viele Gedanken gemacht habe, wie es weiter geht. Was ich möchte, wo ich hin möchte. Der Verlag astikos ist natürlich ein Grund, mein eigenes Schreiben ist ein Grund, meine vielfältigen anderen künstlerischen Projekte, alles ist ein Grund ... Ich werde dieses Jahr 40 ... Schauen wir mal, was das Jahr 2015 noch so bringt ...

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