Mittwoch, 29. September 2010

www.putpat.tv

Ich fand lastfm.de schon super, was man da alles machen kann, einfach saugut! Aber mir gefällt www.putpat.tv noch besser, da kann ich meinen eigenen Musikvideokanal kreieren, in dem ich per Vequalizer meine Lieblingsmusiker eintrage, so lerne ich neue Lieder und Interpreten kennen, oder erinnere mich wieder an alte Lieder, die mich früger fasziniert haben. So macht Musikfernsehen wieder Spaß, nachdem man sich ja MTV oder VIVA nicht mehr reinziehen kann, weil ständig dämliche amerikanische Reality-Soaps oder Zeichentrickserien laufen. Ein Mischmasch von coolen alten und neuen, völlig unbekannten Liedern findet sich in meiner Favoritenliste:

Momo: Fondanela

Tryo: Serre Moi

Feist: Mushaboom

The Dodos: Fools

Fiona Apple: Not About Love

Estopa: El Del Medio De Los Chichos (Live)

Pearl Jam: Jeremy

Kings Of Leon: The Bucket

Florence And The Machine: Rabbit Heart (Raise it Up)

CocoRosie: Rainbowarriors

Darwin Deez: Radar Detector

Noah and the Whale: Love Of An Orchestra

Tryo: El Dulce De Leche

Deichkind: Luftbahn

Camouflage: Love Is A Shield

Cold War Kids: Hang Me Up To Dry

The Ting Tings: Great DJ

Fiona Apple: Sleep To Dream

Shantel: Inside

Caribou: Sun

Villagers: Becoming a Jackal

Bearing Strait: Bearing Straight

Montag, 27. September 2010

Tour der Kultur Teil 3 / am 24.9.10

Es ist kalt, ich friere, ich habe schlechte Laune... Kälte ist nicht gut, Kälte ist ganz und gar nicht gut, sie schmerzt, man möchte nicht wach sein, schmerzwach, ja, kaltwach, kaltschmerz, übel, schlechte Laune, will nicht. Aber wieso diese einleitenden Sätze? Weiß nicht, vielleicht als Erklärung, wieso der schönste Mann und ich dieses Mal mit der Bahn fuhren?



Die u5 kennt der Herr Woody ja genau, fährt ja oft gen
ug damit, und manchmal wird er auch darin gefilmt. ;-)




Es ist keine Kunst, auf der Rolltreppe zum Ausgang Schirn auf Drama-Queen zu machen. ;-)



Vielleicht so viele Bilder, BEVOR wir zum MMK und zur Ausstellung kommen, weil diese auch mit Fotos zu tun hat? Oder weil die so "speciale" ist, diese Ausstellung, oder langweilig, lieblos, unausgegoren? Wir werden gleich sehen...



"Goldlöckchen" sieht es genauso! Was? Alles! Dass man doch auf AEÖs am besten viel trinken sollte, schlau reden, peinlich sein, und die Ausstellung selbst erst viel später anschauen, bei einem Besuch ohn
e so viele Leute. Oder bei dieser Ausstellung auch gar nicht, wie Daniels Tochter andeutete (Wer ist Daniel? Egal für die Geschichte!): Sie tat sich ihr Stirnband vor die Augen, um das ganze Elend nicht mehr anschauen zu müssen, zu bunt, zu viel Nacktheit, BÄH, ich bin doch erst neun Jahre alt, und so...



Dann sah man so etwas... Und das war harmlos ge
gen das:



Dieses Foto habe ich übrigens im Pressebereich der MMK-Seite heruntergeladen. Danke, liebes MMK. Es zeigt Bilder von Larry Clark. Aus der Ausstellung "The Lucid Evidence", die gemeinsam mit "Not in Fa
shion" eröffnet wurde. So ganz klar wurde einem nicht, was zu was gehörte, zumindest nicht, wenn man die einführenden Worte nicht hören konnte, weil man zum Beispiel gaaaaaaaaaaaaanz hinten stand, Millionen Menschen vor einem, aber andererseits: der Wein neben uns. Da muss man eben abwägen. ;-)



Das ist hetzt wieder "Not in Fashion". Ja, die 90er-Jahre, meine Jugend, meine ersten Modesünden (die als Kind zählen ja nicht), und ich bin froh, dass mich da Fabian Hart noch nicht kannte. Sonst käme ich noch in seinem Blog vor, als Modeopfer, als schlechtes Beispiel, Fabian Hart als Modepolizist. Hahaha. Zum Glück haben wir uns in den 2000ern kennengelernt, und hoffentlich schaut er sich die Fotos von mir hier nicht so genau an. :-)




Man beachte meine Foto-Kunst. Im Hintergrund, ein bewegtes Bild, mit wehenden Haaren, in Schwarz-Weiß, als Kontrast die farbigen farblosen Menschen vor dem Bild, nicht in Bewegung, statisch, diskutierend, wohl eher nicht über das Bild, eher über die Aktienkurse? Oder versuchte der mit den langen Haaren den Kurzhaarigen zu überzeugen, das Kind in die Walldorf-Schule zu schicken?

Was ich bei der Ausstellung in der Schirn, "Weltenwandler", sehr loben kann, die Ausstellungsarchitektur und die Hängung, kann ich hier im MMK schwer tadeln. Die Fotos aus der Sammlung kommen nicht zur Geltung, sie werden oft eher wahlllos, immer lieblos wirkend, irgendwohin geklatscht. Es wirkt ein bisschen wie das Aussortieren vieler verschiedener Foto-Alben. Was ist schön, was ist hässlich, was ist Kunst, was ist Gebrauchsfotografie? Es ist ein bisschen ärgerlich, dass der MMK-Gänger so überfordert wird, als müsste das MMK immer die gesamten Sammlungen auf einmal ausstellen, als wüsste man nicht, dass hier wirklich viel zu sehen ist. Wie wäre es damit? Einfach weniger Bilder, die dann zur Geltung kommen, und dafür dann mehr Ausstellungen? Es ist ein Museum, nicht das H & M, oder?

In der Schirn Kunsthalle - Weltenwandler. Die Kunst der Outsider / am 23.9.10


So, da saß ich vor dem Fernseher, machte mal wieder ganz eingebildet ganz auf Kultur, 3 Sat lief, und was sah ich da: Yes! Eine Themenwoche zu "Weltenwandler". Ja, in der Tat, irgendwie kam mir das bekannt vor, da hatte ich, da hatte ich doch eine Einladung zur "AEÖ" von der Schirn für den 23.9. erhalten, oder? Nun, tatsächlich, das war so. Yeah! Eine Themenwoche auf 3 Sat und mittendrin eine Ausstellung der Schirn. Juchheeee! Da muss ich hin, da gehe ich hin...



So, das hier nun ein Bild vom Online-Auftritt von 3 Sat:
http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/tips/148086/index.html

Die Ausstellung ist bunt, kein Wunder, "das Denken jenseits der Norm lässt fantastische Werke entstehen", wie es in der Beschreibung der Schirn-Site nachzulesen ist. "Gebunden an die schöpferischen Fähigkeiten, an seelische Zustände, die vom Alltäglichen, ´Normalen´ mehr oder weniger abweichen, enthüllen Outsider-Künstler in ihren Werken Unerwartetes."

In der Ausstellung kann der Herr "Normalo" und die Frau "Gewöhnlich" in viele verschiedene Welten abtauchen, natürlich nicht so tief, wie diese "wahnsinnigen Künstler", doch annähernd. Annähernd deswegen, weil es einem die Architektur der Ausstellung leicht macht, nicht nur die Farben, sondern auch die Hängung, die einen erahnen lässt, wie es wohl in so einem Kopf vorgeht, der eine andere Wahrnehmung als die des "gesunden" Bürgers zutage treten lässt. Ein bisschen Labyrinth, ein bisschen Schizophrenie, ein bisschen Sammlerwut, ein bisschen leuchtende Farben, komische Kreaturen, Wahnsinn, der sich in Millionen kleinen Strichelchen zeigt.

"Die Ausstellung zeigt in einem Spektrum vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart eine exemplarische Reihe von intensiv erlebbaren Räumen, in denen sich auf eindrucksvolle Weise die individuellen Welten der Künstler erschließen: So betritt man das „Ewigkeitenendeland“ eines August Walla, taucht in die Liebes-traumwelten der Aloïse und in die präzisen mathematischen Utopien von George Widener ein oder trifft auf die lebensgroßen Kokongespinste von Judith Scott. Die gewandelten Welten vermögen den Betrachter anzuregen, aus den Gewissheitsstrukturen des Alltags herauszutreten." (http://www.schirn-kunsthalle.de/index.php?do=exhibitions_detail&id=104〈=de)

Der Autist George Widener wurde am Sonntag auf 3 Sat porträtiert, das Gespräch kann man sich hier näher betrachten:
http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/specials/147718/index.html
Die Themenwoche auf 3 Sat geht noch bis zum 1.10., mit ein paar sehr sehenswerten Beiträgen. Es wird oder wurde die "Prinzhornsammlung" theamtisiert, genauso wie Teile von ihr in der Ausstellung der Schirn einen Platz finden. Diese kann man sich noch bis zum 9.1.2011 anschauen. Und man sollte es auch. Seit der Ausstellung von László Moholy-Nagy vor einigen Monaten ist dies die interessanteste und eingängigste Ausstellung in der Schirn.

Dienstag, 21. September 2010

Julian Kantus

Ich twittere ja... Manche fragen sich warum. Welchen Zweck sollte es haben? Naja, man schnappt so einiges auf... finde ich... Manchmal einen guten Spruch, manchmal eine gute Seite im Internet, manchmal einen Film-Tipp, manchmal einen neuen Trend, manchmal eine neue Musik... Wie in diesem Fall. Ich folge Julian Kantus und er mir. Natürlich gibt es Gründe, warum wir uns gegenseitig folgen, und natürlich schauen wir, was der andere so treibt... Bei diesen Recherchen entdeckte ich sehr coole Lieder von ihm auf Youtube. Man möge sie manchmal etwas kitschig finden, etwas prätentiös, aber irgendwie ist das eine oder andere Lied einfach schön. Schön schön. ;-) Gebt doch einfach einmal Julian Kantus bei Youtube ein.
Meine Lieblingslieder:
1. Verlass dich - http://www.youtube.com/watch?v=ZeQRPEYIrBY
2. Denkst du - http://www.youtube.com/watch?v=MtjAiYNkdpI
3. Traumfänger - http://www.youtube.com/watch?v=n9UjpWSQ2ec
Ihr könnt auch auf seine Seite gehen: http://www.juliankantus.de/

Sonntag, 19. September 2010

Telefonieren...

Ich hasse Telefonieren. Das traut man mir gar nicht zu. Man denkt, ey, der Alte ist so kommunikativ, so mitteilungsfreudig, so beredsam. Und der soll nicht telefonieren wollen und können?! Nein, das kann nicht sein. Doch es stimmt. Trotz all meiner Selbstbezogenheit, und beim Telefonieren ist man ja selbstbezogener als in anderen Kommunikationen, weil man das Gegenüber nicht sieht - wie kann das sein? Vielleicht ist es ja das, was mich verunsichert? Dass ich nicht weiß, welches Gesicht das Gegenüber macht? Oder habe ich die Angst, nicht alles das, was ich sagen möchte, sagen zu können? Ich könnte abgewürgt werden, bevor ich das Notwendige gesagt habe. Das kann beim Schreiben nicht passieren. Wer keinen Bock auf den Text hat, liest nicht mehr weiter. Ich kriege es ja nicht mit, kann mich der Illusion hingeben, dass jeder von Anfang bis zum Ende liest. ;-) Und bei einer Face-To-Face-Unterhaltung kann der andere steuern, oder man selbst steuert. Aber am Telefon? So oder so sieht man das Gesicht, das Verständnis oder Ärger, Freude oder Angepisstsein etc. zeigt. Beim Telefonieren ist andererseits das doch eigentlich auch ein Vorteil, nicht gesehen werden zu können. Man könnte sich Zettel zurecht legen, mehr oder weniger ablesen, was drauf steht. Einfacher geht es doch gar nicht. Und trotzdem habe ich Angst, und trotzdem schreibe ich zuerst drei Emails, bevor ich anrufe. Und je weniger ich eine Person kenne, desto weniger schaffe ich es mich zu überwinden, sie anzurufen. Etwas, das sonst gar nicht meine Schwäche ist. Es ist noch nicht einmal so, dass ich absoluten Blödsinn am Telefon rede. Aber die Nervosität. Diese schreckliche Nervosität. Wie häufig hatte ich nach den Telefonaten alle möglichen Informationen erhalten, aber nicht die, die ich benötigte. Oder wie oft hatte ich nach dem Telefonieren das Gefühl, dass die andere Person mich nun für beschränkt hält, obwohl das nur Einbildung war? Nicht einmal mit dem schönsten Mann der Welt kann ich wirklich telefonieren. Unser längstes Telefonat ging wohl fünf Minuten. Eine Freundin weigert sich fast schon, mich anzurufen, vor allem, wenn ich gerade bei der Arbeit bin. Weil... ich dann so anders bin, so merkwürdig bin, ja, fast schon hassenswert. Es macht keinen Spaß mit mir zu telefonieren. Sagen manche. Ich sei dann traurig oder abweisend oder depressiv. Es gibt Ausnahmen. Die Aversion hat sich in den letzten Jahren verstärkt, das heißt, die Leute, die mich schon lange kennen, können wohl meist noch normal mit mir telefonieren... Naja, das Telefonieren ist ja heutzutage auch nicht das wichigste Kommunikationsmittel, würde ich sagen. Man kann ja auch schreiben, so bleibt man auch Up to Date, zumindest bei mir. ;-)

Mit dem Rad

ja ja ja wir san mitm radl da ja ja ja wir san mitm radl da...


Ich weiß gar nicht, wieso ich da so vergnügt auf dem Fahrrad sitze. Was gibt es denn da zu lachen? kann ich mich selbst mal fragen. Ich hasse doch Fahrrad fahren. Ich hasse es wirklich, nicht nur, weil ich dem schönsten Mann der Welt regelmäßig hinterherradeln muss, völlig außer Puste, während er am besten noch nen Kaffee schlürft und nen Kuchen isst auf dem Rad sitzend, sondern auch prinzipiell, ja, ich verspüre eine Abneigung gegen das Fahrrad fahren, das ist so, wird immer so bleiben, selbst wenn ich mittlerweile regelmäßig fahre... Aber vielleicht habe ich auch so glücklich drein geschaut, weil der schönste Mann der Welt vor mir stand, oder auch weil ich an das Lied dachte:

Resi
Resi bring ma noch a brezn
kannst di a was zu mir setzn
schau die buntn lichtern dortn
bin so blau kann sie nicht mehr ortn
resi bring ma noch ein liter
schau wie bleed der glotzt der dieter
i woiß des is da bester freund
na schön das war net so gemeint
ja sag wo kommt der dieter her
der klingt ja wie ein rasenmähr
ich komm aus dem ruhrgebiet
wo die amsel singt und der flieder blieht
ja ja ja wir san mitm radl da ja ja ja wir san mitm radl da
ja dann bring ma noch ein liter
ich sag auch nichts mehr übern dieter
ist ja gar nicht voll der krug
resi das ist ja betrug
ja resi sei net so gemein
schenk ma noch a glaserl ein
ja resi schau do net so stier
i bin do erst seit kurzem hier
i muß do ers ma lern...
muß do ers ma lern wie der hase hier hupft
ja resi sei net so verschnupft
ja ja ja wir san mitm radl da ja ja ja wir san mitm radl da
resi bring ma noch a maß
i bin a ganz a liaba has
was steht denn da der baum im weg
resi bring mir mal die motorsäg
resi bring ma noch a brezn
kannst di a was zu mir seetzn
ja ja wir ham ja gar kein radl da
wir san ja mitm auto da
ein nagelneuer jaguar
jetzt samma auf dem autobahnzuzubringer
da hinten steht ein wolpatinger
nee das ist die polizei
ich denk jetzt ist der spaß vorbei
ja nächstes jahr samma wirklich mit dem radl da

Quelle: http://www.i-songtexte.com/15444/titel/index.html

Samstag, 18. September 2010

Battles

Bei meinem Bildungsurlaub Spanisch mit Schwerpunkt Lateinamerika musste ich so den einen oder anderen Film anschauen, der mich nicht erfreute. Sterbenslangweilig ist der richtige Ausdruck. Doch an einem Nachmittag wachte ich auf und war gleich hin und weg. Was sah ich da:

Den La Danza de la Tijeras - Scherentanz.
Auf Youtube zu sehen z. B. in dem faszinierenden Video: http://www.youtube.com/watch?v=cYQsc1T9vcw (FIESTA EN PUQUIO DANZA DE LAS TIJERAS ALACRAN VS CUCHICHA).

Ja, sie tanzen tatsächlich ein Battle. Mehr Informationen dazu hier: http://reisetravel.eu/lifestyle/sound-tv-kultur/traditionsreiche-akrobatik-die-scherentaenzer-aus-dem-hochland/:

Begleitet von Harfen- und Geigenmusik vollführen die Scherentänzer, die so genannten dansak oder danzaq, ihre akrobatischen Darbietungen, während die Scheren in ihren Händen unentwegt klirren und der Aufführung somit einen unverwechselbaren Klang verleihen. Im Takt der Musik zeigen sie gymnastische Sprünge und außergewöhnliche körperliche Fähigkeiten, die in der Tat zu der Annahme verleiten, die Tänzer seien von einer übernatürlichen Macht gesteuert. Abwechselnd zeigen sie in ihren bunten Trachten ihr Können und versuchen sich dabei in einer Art Duell oder Wettkampf, dem Atipanakuy, gegenseitig zu übertreffen und als lebende Beispiele für Körperbeherrschung ihre Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen. ...
Die Scherentänzer kommen auf den Hauptplätzen in den Dörfern zusammen und tanzen. Als die andinen Gottheiten wieder zum Leben erwachten und sich vereinten, um den Gott der Christen zu bekämpfen, wurden sie ihrer Ansicht nach in Männern wiedergeboren, welche in tief greifender Ekstase tanzten und übernatürliche Kräfte erhielten. Dies erlaubte ihnen, großartige übermenschliche Leistungen zu vollbringen und dem Schmerz zu widerstehen. Die Indigenen glauben daran, dass die Tänzer bei ihren Darbietungen dazu in der Lage sind, mit den alten Berggöttern, den Apus Wamani, zu kommunizieren, mit denen sie einen Pakt haben und die sie als Gegenleistung für ihr Leben begleiten und beschützen. ...

Mich erinnern diese Battles an die nicht minder faszinierenden Battles der Breakdancer. Hier als Beispiel die TNT Crew: http://www.youtube.com/watch?v=5fHrq78fDIo.

Mehr Informationen hierzu: http://de.wikipedia.org/wiki/Breakdance:
Bei sogenannten Breakdance-Battles treten einzelne Tänzer oder ganze Teams gegeneinander an, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. In abwechselnder Reihenfolge gilt es, den gegenüberstehenden Kontrahenten durch die eigene Darbietung zu übertrumpfen. Es gibt Verhaltensregeln während des Wettbewerbs. So führt z. B. das absichtliche Berühren des Gegners in den meisten Fällen zur Disqualifikation des Tänzers. Bei organisierten Wettkämpfen entscheidet eine Wertungsgericht über den Sieger, welches zumeist selbst aus ehemaligen Tänzern besteht. International und national ausgetragene Wettkämpfe erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, vor allem das weltweite BOTY. Oft werden in Kombinationen mit anderen Elementen des Hip-Hop, wie z. B. Rap oder Graffiti, Outdoor-Events organisiert, die große Zuschauermengen anziehen.

Und hier noch einmal ein Solo von Albi Gika, einem Mitglied der TNT-Crew, dem ich stundenlang zuschauen könnte. Und auch schon im Mousonturm bei einem Tanztheater in der Realität durfte:
http://www.youtube.com/watch?v=ky8QGEKFKrY

Freitag, 17. September 2010

Was ich heute gelesen habe...

Ich weiß nicht, ich finde, dass man nicht den Teufel an die Wand malen sollte. Sagt man so? Auf jeden Fall dachte ich immer, ich sei pessimistisch. Aber da hatte ich mich noch nicht mit Weltverschwörungstheorien auseinandergesetzt. Auch nicht mit Thilo Sarrazin oder sonstigen merkwürdigen Gestalten. Aber hier geht es weiter mit meiner Forschung über "Muslime" und was von ihnen oder über sie gebloggt wird. Achtung, sage ich nur!

Quelle diesmal: http://bmss.wordpress.com/2010/07/21/europa/

Europa – Ab 2012 Vertreibung der Muslime
Das amerikanische Trend Research Institute zählt seit 1980 zu den angesehensten Prognose-Instituten der Welt. Es wird regelmäßig von den führenden anglo-amerikanischen Medien zitiert. In der soeben erschienenen Sommerausgabe des von diesem Institut veröffentlichten Trends Journal (Summer Issue 23/No.10) heißt es in einem 28 Seiten langen Bericht, dass die Wirtschaftskrise schon in wenigen Monaten mit nie geahnter Macht und kaum vorstellbaren wirtschaftlichen Folgen auf Amerikaner und Europäer zurückschlagen werde. Die nur für Abonnenten zugängliche und nicht online verfügbare gedruckte Ausgabe befasst sich vor allem mit den daraus resultierenden Folgen. Der Chef des Trend Reserach Institutes, Gerald Celente (ein Italo-Amerikaner), empfiehlt allen in Europa lebenden Muslimen und islamischen Gruppen schon jetzt, Fluchtpläne zu erarbeiten oder aber Europa schon jetzt allmählich wieder zu verlassen, da sich in Europa die Geschichte wiederholen werde und es flächendeckend zu derzeit noch kaum vorstellbaren Vertreibungen von Muslimen kommen werde.

Die Empfehlung, Fluchtpläne zu erarbeiten, sei „nicht übertrieben“, schreibt die Fachzeitschrift. Die ethnischen Säuberungen, die sich dann nur gegen zugewanderte Muslime richteten, würden 2012 beginnen und etwa 2016 beendet sein. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union hätten nicht die geringste Chance, dagegen einzugreifen, weil überall in der EU Nationalismen, ethnische und religiöse Spannungen plötzlich wieder aufbrechen würden und das Überleben der jeweiligen Regierungen bedrohten. Der brutale Schrei nach Autonomie, den man derzeit nur von Schotten, Basken und Flamen in Europa höre, werde schon in wenigen Monaten in Europa flächendeckend zum Normalfall werden, weil keine Region mehr für die andere oder gar für Migranten aus fernen Ländern bezahlen wolle. Es sei unmöglich, Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen per Gesetz dazu zu zwingen, auf Dauer friedlich miteinander zu leben. Daran änderten Migrantenquoten, Verordnungen, Gesetze und Zwangsmaßnahmen nichts – nur vorübergehend. Und dann brächen die alten Rivalitäten um so schlimmer wieder auf. Es werde vor diesem Hintergrund möglicherweise sogar zu Kriegen in Europa kommen und die Geschichte werde sich beim Thema ethnische Säuberungen ganz sicher wiederholen. Das sei jetzt klar absehbar. Denn überall in Europa würden die Bürger bei der Rückkehr der Wirtschaftskrise die Frage stellen, was Migranten eigentlich kosteten – und dann müsse die jeweilige Regierung antworten. Die Frage nach den Kosten der Migration sei in wirtschaftlich guten Zeiten von der Politik stets verdrängt worden. Das Trend Research Institute ist unverdächtig, politisch rechts oder links zu stehen und für oder gegen eine Ideologie oder Religion zu sein. Und Gerald Celente hat in den vergangenen 20 Jahren mit der Präzision eines Scharfschützen immer wieder auf die absehbaren politischen Entwicklungen in der Welt aufmerksam gemacht. Vom Zusammenbruch der früheren Sowjetunion bis zur aktuellen Wirtschaftskrise – stets hat sein Institut Recht behalten. Aber nie wollte man seinen neuesten Prognosen in Europa Glauben schenken – anders als in den USA, wo er und sein Institut Stars sind. So wird es wohl auch in diesem Falle sein.

(Quelle: The Trends Journal Summer Issue 2010 / Vol. XVIII, No. 23)

Anmerk.: Sie werden hoeflich gebeten aus ihren Wohnungen auszuziehen und das Land zu verlassen?

Aber es geht noch schlimmer weiter, auf dieser Seite:

http://sosheimat.wordpress.com/

Schaut euch mal bitte diese gerade genannte Seite an. Ich bin schockiert.

Mittwoch, 15. September 2010

Frühstück mit Scot

Da ist wohl etwas an mir vorbeigegangen: Weder das bereits 1999 geschriebene Buch Breakfast with Scot noch die kanadische Verfilmung des Stoffes im Jahre 2007 waren mir bekannt. Umso schöner, dass Joachim Bartholomae vom MännerschwarmVerlag für das deutsche Publikum nun diesen Roman aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt hat.
Im Roman geht es um das gut situierte, in der konservativen Gesellschaft angekommene schwule Ehepaar Sam und Ed. Das Leben des gesund lebenden Chiropraktikers und des Mitarbeiters einer italienischen Kunstzeitschrift wird auf den Kopf gestellt, als Scot in ihr Leben tritt. Scot ist der Sohn der drogensüchtigen Julie, die in ihrem Vermächtnis die beiden Männer darum bittet, sich nach ihrem Tod um den Jungen zu kümmern. Im Grunde genommen wäre eher Julies Ex-Freund Billy derjenige gewesen, der sich um Scot hätte kümmern sollen, doch dieser, der der Bruder von Sam ist, ist nicht erwachsen genug. Er flieht nicht nur die Beziehung, sondern entflieht gleich auf einen anderen Kontinent. Sam und Ed sind ganz normal in Anführungsstrichen. Ed, ehemals Hockeyspieler, Sam sehr männlich und vernünftig. Niemals küssen sie sich in der Öffentlichkeit. Umso schockierter sind sie dann, als sie feststellen, dass Scot eine Tunte, wie sie im Buche steht, ist. Er steht auf parfümierte Cremes, Badezusätze und pastellfarbene Schals. Schnell bringt das elfjährige Kind Unruhe in das soziale Umfeld der beiden, von Neugier über echte Hilfsangebote bis zu offener Schadenfreude der Nachbarn. So werden angesichts des Sissy Boys von nebenan schnell die Zugbrücken zu den Homes und Castles in der Nachbarschaft hochgezogen. Nichtsdestotrotz kämpft sich der kleine Charmebolzen durch und gewinnt nicht nur die Herzen des Paars, sondern auch einige Freunde. Gemeinsam mit Sam und Ed steht er alle Hänseleien in der Schule durch, sogar als er gleich zwei Mal abgeholt werden muss, weil er Nylonstrümpfe in der Schule trägt. Letztendlich wird der Tunten-Level auf erträgliche Maße heruntergehandelt.
Ein wirklich sympathisches Buch, dieser Roman „Frühstück mit Scot“ von Michael Downing, der viele unserer eigenen Vorurteile in der Szene hinterfragt und auf den Kopf stellt. Es ist der moderne spießige Teil von Amerika, der hier persifliert wird, die Reihenhaus-Gegenden, die Möchtegern-Toleranten. Doch dann taucht ein selbstbewusster junger Mann auf, der auf rosa Klamotten, tuntige Schals und Gürtel, auf blauen Lidstrich steht, und bringt alle durcheinander. Da legt ein Vater dem vierjährigen Sohn den Handrücken auf die Stirn, nachdem Scot mit ihm Cheerleader gespielt hat - “wahrscheinlich, um seinen Testosteronspiegel zu testen”, kommentiert der Erzähler. Ja, plötzlich haben die Menschen Angst, dass die Kindern mit dem „Schwulen-Virus“ infiziert werden könnten, Sam und Ed sind da ja anders…
Michael Downing hat einen sozialkritischen Roman über das gegenwärtige Amerika geschrieben. Ich möchte nicht verallgemeinern. Es geht um die weiße Mittelschicht in Neuengland, in der Nähe von Harvard. Da lästert Ed über die Lehrerin von Scot, die scheinbar Pädagogik ohne das Medium Fernsehen nicht kennt. Spanisch wird gelernt, in dem man amerikanische Soaps auf Spanisch anschaut und Chips dabei isst.
Eine Textstelle, die mir gefallen hat, die mich an mich erinnerte und an einen Blog-Eintrag vor einigen Wochen:
Ich wusste, dass Höhenangst irrational ist, aber ich wusste auch von dem irrationalen Impuls, der mich befällt, , sobald ich zu nahe an einen Abgrund komme. Ich habe keine Angst zu fallen, ich habe Angst, dass ich springen könnte.

Quelle:
Michael Downing: Frühstück mit Scot / Roman /aus dem Amerikanischen von Joachim Bartholomae/ Klappenbroschur / 224 Seiten / 16,00 EUR (D) / ISBN: 978-3-939542-98-8

SMS an Dich

Hahahaha. Habe ich mich vorhin weggeworfen. Aus Recherchezwecken habe ich heute ausnahmsweise die MIX am Mittwoch (kostenlose Wochenzeitung für Frankfurt) nicht gleich in den Papiermüll geschmissen. Dort gibt es eine witzige Rubrik, die "SMS an Dich" heißt - ich bin hin und weg von der Seite. Hin und weg, was manche Leute fürn Blödsinn in eine Zeitung setzen lassen. Nachrichten, die eh niemand liest, so ähnlich wie auf VIVA, wenn nicht nur Kinder, sondern auch erwachsene Menschen auf die Idee kommen, so etwas wie "Thomas, ich liebe dich" zu schreiben, als gäbe es nicht Tausende Thomas, die gerade diese Sendung anschauen, und als wäre es nicht etwas unwahrscheinlich, dass gerade in dieser Minute genau der Richtige auf den Bildschirm schaut und diese Nachricht tatsächlich liest. Absurd. Ähnlich in dieser Zeitung. Aber wieso ich mich kaputt gelacht habe:
heidrun, ich hatte dich nur darum bitten wollen, einen Kuchen für das Kitafest zu backen. Kein Grund, einfach aufzulegen, wenn du meine Nummer siehst. Gruß von Elke
Was da wohl zwischen Elke und Heidrun vorgefallen sein mag? :-) Und welch schöne Idee, Heidrun über die MIX versuchen, schlechtes Gewissen einzureden. Kuchen für das Kitafest. Oh je. ;-)
Weitere Nachrichten:
Sorry, für die Situation fehlt mir ein Protokoll... und es fehlt auch dieses Kapitel in meinem Lebenslauf. Vielleicht willst du es mit mir schreiben?
Wer soll sich denn hier angesprochen fühlen? Und: sicherlich ein Mann, der so etwas schreibt. Und welche Frau findet so einen Spruch gut? Eine kleine dumme Tippse vielleicht? Mh. Wie bekloppt dieser Spruch ist. Oder? Aber weiter geht es:
Hallo Käferfahrer/in- jemanden mit Werkstatt gefunden? Suche auch eine Werkstatt und könnte evtl. von Deinen Erfolgen profitieren?!
Auch eine Möglichkeit, an Tipps zu kommen, reichlich absurd, wie ich finde. Aber gut, kreativ ist es, irgendwie.
Etwas für Menschen, die auf Kosenamen stehen:
Lieber Käfer! Manchmal merkt man erst, wie wichtig einem ein Mensch ist, wenn er nicht mehr da ist. Ich will Dich nicht noch einmal verlieren!!! Dein Glückspilz
Äh ja, und dann sage ich dir so etwas Wichtiges über die MIX, mein Käfer, die liest du doch immer, so wie dein kleiner Glückspilz doch auch, gell. Jaaaaa, gutschi gutschi...
Der schönste Mann der Welt fragt dazu nur: Denken die sich das aus???

Dienstag, 14. September 2010

Vielleicht sollte man mal...

... ein paar Blogs von Menschen lesen, die einen muslimischen Hintergrund haben, nur mal so aus Interesse und Neugierde, was wird da so gebloggt rund um den 11.September herum und vor allem angesichts der Debatte um Thilo Sarrazin?

1. Versuch:
http://www.toomuchcookies.net/ "Das krümelige Weblog – live aus der Parallelgesellschaft ..."

Schlimmer noch als Thilo Sarrazin … heißt der Titel des Posts vom 1.September, und OMAR fährt fort:

… sind die dümmlichen Möchtegern-Sarrazine dieser Republik, die sich in ihrem Stammtischgeplärre bestätigt fühlen und wahrscheinlich einen Suffzustand für den geeigneten Zustand halten, um nüchterne Analysen anzustellen und Forderungen an die Politik zu stellen. Anders als mit einem Suffzustand kann ich mir manche Forderungen und Einstellungen nicht erklären!

Er berichtet von seinem Kollegen, der ihn auf eine Sendung anspricht, in der Thilo Sarrazin interviewt wird. OMAR hat diese überhaupt gar nicht gesehen, doch bei dieser Bemerkung wird ihm Beleidigt-Sein vorgeworfen, fälschlicherweise. OMAR tut seine Meinung kund zu den Äußerungen Sarrazins. Naja, seine Argumente sind nicht neu, er versucht auch möglichst objektiv zu sein, und nicht zu ausufernd. Doch dann entbrennt nach einem Kommentar von "Knut" eine heiße Diskussion zwischen ihnen auf, da wird der Ton schon anders. Interessant zu verfolgen.

Am 8.September schreibt er:

Frohe Botschaft: Morgen ist Eid-al-Ramadan?!
Tja, wieder stellt sich die Frage nach der Neujahrssichtung und ich wähle wieder als therapeutisches Mittel das Schreiben, um für mich zu einem Ergebnis zu kommen. Die Frage ist:
Ist das Fastenbrechenfest, das Eid-al-Fitr, Bayram oder Neudeutsch Zuckerfest schon morgen oder erst übermorgen?

Tja, irgendwie habe ich mir auch schon Fragen über dieses Fest gestellt. ;-)
Besonders interessant finde ich den Artikel:

http://www.toomuchcookies.net/archives/3854/offener-brief-an-die-friedrich-naumann-stiftung-fur-die-freiheit.htm
Darin regt er sich darüber auf, dass die besagte Stiftung Necla Kelek den Friedenspreis verleiht, eine Entscheidung, die für ihn ungefähr so abseitig und absurd ist, wie wenn man vor einigen Jahrzehnten Joseph Goebbels einen Friedenspreis verliehen hätte...

Sehr witzig ist der zweite Versuch: http://www.muslimkarneval.de/ Hier nämlich befindet sich ein Zusammenschluss von ganz vielen verschiedenen muslimischen Bloggern, ja, bitteschön, so heißt das. Ziel dieser Site ist:

Der Blogkarneval deutschsprachiger Muslime stellt eine Hilfestellung für muslimische deutschsprachige Blogger dar und soll dazu beitragen, die Kommunikation zwischen diesen zu stärken und Blog-Neulingen den Weg zum eigenen hoffentlich erfolgreichen Blog zu erleichtern, sowie die Blogkultur unter deutschsprachigen Muslimen zu stärken.

Einen großen Raum nehmen hier erst einmal die http://www.muslimkarneval.de/2009/08/24/die-ramadan-wochenblogs/ ja, genau die Ramadan-Wochenblogs ein.

Sehr schön ist auch der Blogkarneval "Helden", an dem unter anderem toomuchcookies teilnimmt. Dort entdecke ich auch die Bloggerin "Habse(e)ligkeit" und ihren Eintrag: http://habseligkeit.wordpress.com/2010/08/18/derjenige-ist-nicht-glaubig-der-sich-satt-ist-wahrend-sein-nachbar-an-seiner-seite-hungert/ in dem sie über das Fasten schreibt, ich habe den Ramadan noch nie verstanden, auch nicht das Fasten in anderen Religionen. Ob ich jetzt mehr weiß, keine Ahnung, interessant war es schon... Ach ja, jetzt habe ich bei ihr doch noch etwas zum 11.9. gefunden, irgendwie:

http://habseligkeit.wordpress.com/2009/07/22/die-frage-aller-fragen/

Wer hat angefangen?

***

Zeigt man US-Bürgern Bilder vom 11. September und fragt sie anschließend, wie sie zum Irakkrieg stehen und ob sie Schuldgefühle wegen der fragwürdigen Kriegsführung ihres Landes haben, dann kann man beobachten, dass die Schuldgefühle geringer ausfallen.

Noch eine Beobachtung, eigentlich dasselbe nur in grün: Einnert man Israelis an den Holocaust so sehen sie an dem Vorgehen ihres Landes gegenüber den Palästinenser weniger Schuld auf ihrer Seite.

Das heißt, dass Gefühl, Opfer geworden zu sein reicht aus, um sich weniger als Täter zu sehen.

Übertägt man das ganze auf das Individuum, auf mich und dich, also auf zwischenmenschliche Beziehungen, sieht es wahrscheinlich so aus: Honkiponki (Name v. mir geändert) hat mich gehauen, also haue ich zurück und weil das nicht genug ist kneife ich ihn auch noch.

Oder vielleicht auch so: Furtolina (Name v. mir geändert) hat mir das Herz gebrochen, also breche ich ihr die Beine.

Das altbekannte Schema: Er / Sie hat angefangen!

Aber seit wann urteilen wir nach diesem Schema, war das schon immer so? Vielleicht sollte man an dieser Stelle die Frage: Wer hat angefangen? aus einer anderen Perspektive beantworten…

Lies:

Sure 7

16. Er sagte: „Darum, daß Du mich in Verirrung hast fallen lassen, werde ich ihnen ganz gewiß auf Deinem geraden Weg auflauern.
17. Hierauf werde ich ganz gewiß von vorn und von hinten, von ihrer Rechten und von ihrer Linken über sie kommen. Und Du wirst die meisten von ihnen nicht dankbar finden.“

Wir stellen fest: Der Teufel hat damit angefangen

und wir folgen

Naja, der eine oder andere wird jetzt sagen, was soll das? Warum quält er uns mit Zitaten aus anderen Blogs, die so gar nicht zu Schmerzwach passen, ach, keine Ahnung, ich finde es einfach interessant, ein bisschen da rumzustöbern, es macht Spaß...

Schön ist auch: http://ein-fremdwoerterbuch.blogspot.com/

Ich mag die Bilder von Kübra, ich mag ihre Texte... Zum Beispiel: http://ein-fremdwoerterbuch.blogspot.com/2010/08/der-sommer-war-sonnig-und-spirituell.html

Ach, und ihr wisst, wie das ist, stundenlang kann man weitersurfen, spannend, spannend. Surfen die Integrationisten mit?

Montag, 13. September 2010

Oper: Medea in Frankfurt

Nun ja, da habe ich mir ja ganz etwas Tolles ausgedacht, mit dem schönsten Mann der Welt in die Oper zu gehen, in die Oper, ich, wo doch jeder weiß, dass ich echt ein Problem mit Opern habe, im Grunde genommen mit allem, in dem Geschichten gesungen werden, noch schlimmer finde ich Musicals und Musical-Filme, ich meine, wieso müssen die denn alles singen? Reden ist doch viel schöner, naja, man merkt schon, ich bin kein Freund der Oper, kein Freund der Hochkultur. ;-) Für mich muss alles leicht verdaulich sein. Hahaha. Nein, im Ernst. Die Medea schön und gut, schließlich wurde ich über das Buch von Christa Wolf: "Medea.Stimmen" geprüft, ich kenne also die Geschichte, finde sie auch spannend, und überhaupt: ich liebe die griechischen Sagen und die klassischen Dramen, aber gesungen? Und da kommt Aribert Reimann ins Spiel, der den Text von Grillparzer zu dieser Oper geformt hat. Schräge Musik scheint sein Metier zu sein, nicht nur diese ständigen qietschenden Streich-Instrumente, nicht nur die Pauken und plötzlich aufschreckenden Trommelhiebe nervten, sondern diese ständigen übertriebenen und übermäßigen Koloraturen. Man muss ja nicht "a-a-a-a-a-a-a-a-ll-e-e-e-e-s singen, und schon gar nicht drei Mal hintereinander. Bis die mal einen ganzen Satz gesungen hatten, da war ich in Gedanken schon zwei Szenen weiter. Dabei haben die meisten gar nicht schlecht gesungen: die Medea selbst (Claudia Barainsky) war wirklich gut und hat sich durch diese schrecklichen Koloraturen bravourös gehangelt, ihr Kollege Michael Nagy, der den Jason spielte, bewies sehr viel Sportsgeist, indem er trotz akuter Kehlkopfentzündung (wie ich im Nachhinein erfuhr) durch diesen heftigen "Parcours ritt", leider fiel er damit ein bisschen gegen die anderen ab; doch die Optionen für die Oper Frankfurt waren: a) die Oper am Sonntag ausfallen zu lassen, b) ihn zu verheizen, um die Leute nicht nach Hause schicken zu müssen. Ich persönlich finde diese Entscheidung bedauerlich, die Gesundheit eines Künstlers geht vor! Ich wäre lieber ein paar Tage oder Wochen später noch einmal zu einer Vorstellung gekommen und hätte einen gesunden, guten Nagy gesehen und vor allem gehört. Außerdem hätte der Mann von der Oper, der ihn vor der Vorstellung entschuldigte, besser eine andere Wortwahl getroffen. Eine "Husten-Nacht" klang schon etwas merkwürdig, was hinderte ihn daran "Kehlkopfentzündung" zu sagen? Besonders gut waren wohl Michael Baba, der den Kreon (den König) spielte und sang, und Tanja Ariane Baumgartner als Dreadlock tragende Gora. Ich fand allersings die Kreusa ( Paula Murrihy) am witzigsten, wie sie vor sich hinträllerte (also ohne Text, einfach so - echt cool!). Das Bühnenbild von Marco Arturo Marelli fand ich wirklich gut, das war vielleicht das beste an dieser Oper. Es sah ein bisschen wie in Lanzarote aus. Und irgendwann kamen dann plötzlich Steine runtergerasselt in den vorderen Bereich der Bühne, schön! Vielleicht noch ein Wort zur Geschichte. Medea wurde am Ende des Stücks nicht umsonst von der Kostümfrau Dagmar Niefind ein bisschen wie eine orientalische Kopftuch tragende Frau zurecht gemacht. Sie symbolisierte die Fremde, der es nicht leicht gemacht wird, sich zu "integrieren". Da haben wohl die vielen Integrationisten mal wieder geschlafen, wie? ;-) Sie bekommt gar einen "Integrationskurs" von Kreusa, wie wir gewitzelt haben, aber alles hilft nichts, wenn alle gegen einen sind und vor allem nicht bereit sind, jemamden so zu nehmen, wie er ist. Zur Integration gehören immer mindestens zwei Parteien, so sagt man, nicht wahr?! Das wäre nun ein gutes Schlusswort gewesen, aber ich möchte nicht verhehlen, dass wir Pfennigfuchser, okay, okay, es war meine Idee, denn ich bin ja - wie gesagt - nicht so der Opern-Fan, also, dachte ich schon vorher sportlich, mh, könnte mir vielleicht nicht so gefallen, dafür möchte ich dann nicht auch noch viel Geld ausgeben, also müssen Karten in der billigsten Kategorie her, und siehe da, wir waren dann irgendwo im dritten Rang, halbrechts mittig oder so. Und es war gut, es war einfach gut, nicht nur dass wir alles sehen konnten, mit Ausnahme von dem einen oder der anderen aus dem Orchester, aber vor allem machte es eine schöne Atmosphäre, man fühlte sich ein bisschen wie zufällig dazugekommen und die Möglichkeit bekommen zu lauschen. Oh, hast du das gesehen? Uuuuuh, spannend, oder? Un vor allem wirkte das Bühnenbild wahrscheinlich von so weit oben noch besser.

Samstag, 11. September 2010

Unter Integrationisten...

Gestern war ich unter Integrationisten, zwei Erkenntnisse schlossen daran an: A) wie verdammt "Deutsch" bin ich eigentlich?! B) Wie kann man als Lamm freiwillig in die Höhle des Löwen eindringen wollen?
Ich war bei der Promotion zum Dokumentarfilm "Heimaträume" der Filmemacherin Enida Delalic am 10. September
im Kellergewölbe der Kultur in der Fabrik e.V.
Der Film begleitet sechs Frauen mit „Migrationshintergrund“ in Frankfurt am Main zu den verschiedenen bedeutenden Orten ihrer Biografie, sowohl real als auch imaginär in ihren Erzählungen.
Zu A): Nun ja, ich meine... naja, wir hatten uns nicht beeilt, der schönste Mann der Welt und ich, wirklich nicht, und trotzdem waren wir mehr als eine Stunde zu früh dran. Da stand doch ab 20 Uhr beginnt die Veranstaltung. Nun, um kurz nach neun wurde ein Anteaser des Film gezeigt, ohne Ton wohlgemerkt. Warum? Technische Probleme... Ich war ganz "Deutsch", ja, in Anführungsstrichen, denn... was ist schon Deutsch, keiner weiß es genau. Aber es gibt so ein paar Eigenschaften, die gemeinhin dafür gelten. Ordnungsliebe, Genauigkeit, Pünktlichkeit. In anderen Ländern ist das mit der Pünktlichkeit nicht so! Sagen auch die Integrationisten. Integrationisten sagen nämlich: wir sind doch keine spießigen Deutschen, wir sind Multikulti, und das macht uns Spaß, wir sind anders, wir helfen den "Migrantinnen und Migranten" bei der Integration. Wir sind nicht solche "Sarrazin"-Deutsche, wir sind die Guten, die Netten, die Unspießigen. Wir haben Kultur, und zwar wählen wir ganz ekklektisch aus allen Kulturen das Beste heraus, denn schließlich kennen wir ja so viele Migrantinnen und Migranten und sind Experten, während Sarrazin zum Beispiel bestimmt noch nie mit einem Migranten geredet hat. Sarrazin überhaupt: den sollte man totschweigen, der ist Bäh!, sagte man mir gestern Abend. Ich schlug vor, eine "Gegenveranstaltung zu Sarrazin" zu machen, jetzt, da alles aktuell ist. Lesen wir doch einfach ein paar Kapitel von Sarrazin, widerlegen wir das Geschriebene oder verifizieren es auch im Notfall. Übrigens ein sehr realistischer Notfall, denn über Sarrazin könnte man einiges sagen, aber DUMM ist er nicht. Alles ist kalkuliert, und ich traue es ihm durchaus zu, dass er Fakten ausgepackt hat, die nicht ohne Weiteres widerlegbar sind. Doch mir wurde gesagt, dass man ihn totschweigen müsse, so ein Schmarrn! So ein böser Böser. Ja, hast du das Buch denn gelesen? Ach, was, heißt es dann, ich lese doch dieses Buch nicht, ich gebe doch keine Zwanzig Euro dafür aus... Ja, nun, aber zwei Sätze vorher hatte die besagte Person gesagt, dass es in Deutschland keine "Kritik-Kultur" gäbe. Nur frage ich mich, wie man in Deutschland ständig ein Buch und vor allem dessen Autoren beschimpfen, diskreditieren kann, ohne das besagte Buch gelesen zu haben? Ich möchte Sarrazin nicht verteidigen. Mir ist egal, ob er jetzt auch noch eine besonders hohe Pension rausgehauen hat, jetzt, da er gegangen worden ist bzw. sich selbst gegangen ist. Mir ist auch egal, ob er sich angeblich als Opfer fühlt. Es war alles kalkuliert von ihm, da bin ich mir sicher. Aber es ist egal. Etwas anderes passiert doch jetzt: Es brandet eine Diskussion in Deutschland auf, die teilweise nicht schön ist, teilweise aber verdammt notwendig. Doch es zeigt sich, dass gerade diese Integrationisten nicht verstanden haben, worum es geht, was auf dem Spiel steht. Das Thema "Integration" wurde auf Platz 2 der Topics in Deutschland gehievt, jetzt müsste man etwas daraus machen. Und nicht etwa Heiapopeia und Ringelpietz mit Anfassen, was diese Integrationisten-Sozialarbeiter/innen jedes Mal machen. Nein, diesmal sollten sich auch diese angeblichen Gutmenschen einmal an die eigene Nase fassen und überlegen, warum "die Integration der Migrantinnen und Migranten" nicht wirklich funktionieren kann, und wie man dem entgegen treten kann, ehrlich und seriös. Denn, wenn man einmal genau schaut, dann gibt es auch "integrationsunwillige Deutsche", da muss man sich nur mal "Goodbye Deutschland" anschauen oder dergleichen. Was da von "Deutschen" über ihr Land und ihre Gesellschaft geäußert wird, ist nicht minder Deutschlandfeindlich wie das, was diese 10-15 % integrationsunwilligen Migrantinnen und Migranten äußern. Und davon gibt es viele Menschen. Viele Menschen, die zur Partei DIE LINKEN oder zur Partei der PIRATEN tendieren, und das sind nicht wenige in Deutschland, würden in einem Test sicherlich nicht "integrationswilliger" erscheinen, da bin ich mir sicher. Und von den ganzen Rechten wollen wir erst gar nicht anfangen, von den Neonazis, den DVU, NPD und Republikaner-Anhängern. Zählt man die alle zusammen, glaubt ihr nicht, dass sie eine annähernd hohe Prozentzahl Einheimischer, die nicht auf das Deutsche Grundgesetz schwören könnten, und schon gar nicht nach den Grundsätzen leben? Ich möchte sogar behaupten, dass einige Pass-Deutsche, die ihre Staatsgehörigkeit ganz neu haben, einen viel bewussteren Umgang mit dem Grundgesetz, mit der deutschen Verfassung und mit der deutschen Politik haben als viele Einheimische. Das allerdings kapieren weder die Integrationisten noch diejenigen, die nun eine Sarrazin-Partei wählen würden. Warum wollen sie denn das überhaupt? Das Politbarometer gestern Abend sagt, dass mehr als die Mehrheit der Bürger in Deutschland die "Integration" als gescheitert ansehen. Einige davon finden, dass man von Seiten der Politik zu wenig gemacht habe, einige aber finden, dass sie sogar zu viel gemacht habe. Nur was soll die Politik tun? Und was ist überhaupt Integration? Wer von den Befragten könnte dafür eine Definition geben? Wer würde in gleicher Situation in einem fremden Land das tatsächlich tun, was von "den Migrantinnen und Migranten" gelegentlich erwartet wird? Nein, ich möchte nicht tiefer in diese Thematik eindringen. Ich möchte eher sagen, dass sich die Integrationisten, und der ABK sagt dies ja immer wieder, dass sie sich selbst feiern, dass sie selbstgerecht sind, dass sie selbst nicht wirklich mit Kritik umgehen können. Denn, wenn sie es könnten, würden sie bei sich selbst anfangen. Dann würden sie zugeben, dass Vieles von dem, was sie machen, nur der Wunsch nach Projektgelden ist, dass Vieles von dem, was sie machen, nur Multikulti-Kokolores ist, was nur esoterische Muttis und Papis interessiert, die den Gong noch nicht gehört haben. Was war eigentlich noch einmal B)? Ich weiß es nicht mehr. Ich bin täglich unter Integrationisten. Manchmal mache ich das Gleiche wie sie. Manchmal auch genau das Gegenteil. Ich weiß es nicht. Nur ist mir bewusst, was ich da tue, mir ist bewusst, wie begrenzt mein Handlungsspielraum ist. Und mir ist bewusst, wenn ich Kokolores mache, den Integrationisten nicht. Das weiß ich aus Gesprächen, gerade auch an solchen Abenden, hundertprozentig.

Freitag, 10. September 2010

Playing The City 2 - AEÖ


Am Mittwoch war nun endlich die Ausstellungseröffnung in der Schirn Kunsthalle... Man erinnere sich an meinen Clip: http://www.youtube.co/watch?v=1yyj0wyBuuo. Am Anfang des Clips zur neuen Ausstellung sieht man mich am Anfang des folgenden Clips. Darauf sieht man auch die Anfertigung der Tape-Installation, das auch von mir besondere Aufmerksamkeit erhilet: http://www.youtube.com/user/SCHIRNKUNSTHALLE.



Da krabbelten erwachsene Menschen drin herum. :-) War irgendwie faszinierend! Das stand ich mal darunter... Das ist die Tape-Installation:

Das österreichisch-kroatische Designkollektiv For U
se/Numen lässt mit handelsüblichem Klebeband in Innen- und Außenräumen begehbare Installationen entstehen, die wie schwebende, transparente Kokons wirken und an biomorphe Architekturentwürfe und urbane Utopien der 1960er- und 1970er-Jahre erinnern. Die Mitglieder der Gruppe For Use/Numen haben sich in den vergangenen Jahren verstärkt mit dem umgebenden Raum auseinandergesetzt und spektakuläre Bühnenbilder entworfen. Die von der Gruppe entwickelte „Tape Installation" bietet sowohl ein durchsichtiges und beeindruckendes Spektakel als auch eine begehbare Landschaft, in der sich der Nutzer liegend oder sitzend von der Umwelt abschließen kann. Für PLAYING THE CITY 2 entsteht eine neue Variante dieser Arbeit, die die spezielle Architektur der SCHIRN mit ihren Stützen und Säulen im Außenraum einbezieht. (Quelle: Schirn-Webseite)



Und das von ein bisschen weiter oben! :-) Auch schön illuminiert... Alles ist erleuchtet...



Hier beginnt der Mond seine Wanderschaft. Eine der 23 Aktionen in 20 Tagen:

Die Arbeit „Private Moon“ besteht aus einem etwa zwei Meter großen Mond aus Aluminium, Plexiglas und elektrischer Beleuchtung.
Der Mond konnte in der Zentrale von PLAYING THE CITY 2 für eine Nacht ausgeliehen werden. Schon jetzt hat er für die kommenden drei Wochen jeden Abend ein Date mit freundlichen Frankfurtern bei ihnen zuhause. Anmeldungen für den Mond sind darum leider nicht mehr möglich. Aber ihr könnt ihm weiterhin folgen. Hier auf dem Blog werden wir jeden Abend ein Foto des Mondes auf seiner Reise durch die Stadt veröffentlichen. (Quelle: Schirn-Seite)

HOL DIR DEN MOND VOM HIMMELDer russische Künstler Leonid Tishkov arbeitet mit unterschiedlichen künstlerischen Medien, u. a. mit Malerei, Ze
ichnung, Video, Performance oder Literatur. Die Arbeit „Private Moon“ besteht aus einem etwa zwei Meter großen Mond aus Aluminium, Plexiglas und elektrischer Beleuchtung. Der private Mond kann in der Zentrale von PLAYING THE CITY 2 für eine Nacht ausgeliehen und während der Dauer des Projekts im Frankfurter Stadtgebiet an unterschiedlichen Orten zum Leuchten gebracht werden. Eine Fotografie des Mondes an seinem jeweiligen Standort dokumentiert die Reise innerhalb der Stadt und verbindet die unterschiedlichen Orte zu einer Art Sternenbild.
Mehr Informationen bekommt man hier: www.playingthecity.de. Bitte draufklicken.Von mir gibt es hier noch ein paar Im
pressionen der AEÖ am 8.9.:



Ich kann gerade nicht eruieren, ob sie sich angeregt unterhalten, über die Ausstellung diskutieren, über die Qualität der Getränke debattieren... oder über andere Besucher/innen lästern. ;-)



Und wie ist hier die Stimmung? Mmmmmhhhhh
hhh... Man weiß es net...



Einfach mal frech von oben draufgehalten... Sieht doch nett aus... in der Rotunde der Schirn Kunsthalle...

Donnerstag, 9. September 2010

Gezuar Fiter Bajramin!

Folgende Kurzmitteilung bekam ich heute Mittag:
Te jemi se bashku ne festim, ashtu sic jemi ne besim, nuk na pengon largesia, kur na bashkon perendie, "GEZUAR FITER B
AJRAMI" te fala Ceka.
Die Nummer: +38970599138
Tja, was mache ich damit? Eine naive Vermutung: Offensichtlich hat sich da jemand "verwählt", wollte jemand anders erreichen, hat aber mich erwischt. Aber lasst mich mich ein wenig als Detektiv betätigen.
a) Ländervorwahl 00389 ist laut Internet Mazedonie
n. Da kenne ich natürlich niemanden.
b) Was steht denn eigentlich in der SMS?
Also nach Google Sprachtool kann das kein Mazedonisch sein. Mh, denke ich mir. Kroatisch wird so ähnlich sein. Aber Bajram kenne ich doch aus dem Türkischen. Könnte es Bosnien sein? Ist es vielleicht Albanisch? habe ich mich gefragt. Und da wirft das Sprachtool folgendes aus:
Um gemeinsam zu feiern, wie wir das Vertrauen, n
icht verhindert, distanzieren wir uns, als göttliche uns eint, "Happy Fitr" und Grüße Ceka.
Aber weiter geht es: Das habe ich im Internet g
efunden:



"memedheu : Message: Gezuar Fiter Bajramin!"
Offensichtlich eine feierliche Redewendung zum Ende des Ramadans.
Also, da hat mir ein Mister "Ceza" (wird das "Checker" ausgesprochen?) eine liebe SMS a la "Herzliche Feiertage" geschickt. Gerade ist ja für den islamisch-gläubigen Teil der Erde Ramazan/Ramadan zu Ende gegangen.
Ende des Fastenmonates – Fastenbrechen Fest Eid al-Fitr 2010.
Ist ja nett, dass ich bedacht werde, obwohl ich nicht gefastet habe und ergo das Fasten nicht brechen muss. :-) Muss wohl wirklich ein Versehen gewesen sein, aber ein nettes, witziges. Also an alle Muslime, die gerade fasten, und des Albanischen mächtig sind:
Gezuar Fiter Bajramin! :-)
Nachtrag vom 10.9., schrieb mir ein ganz lieber ehemaliger Schüler:

...ich übersetze mal für dich :)


"An so einem Feiertag zusammen zu sein, so wie wir es in unserem Glauben sind, stört uns nicht die Entfernung, wenn uns Gott vereinigt, „ALLES GUTE ZUM ZUCKERFEST“ grüß dich Ceka."


So das ist nun ei...ne grobe Übersetzung. Man kann das leider nicht zu 100% übersetzen, aber wenigstens kennst du den Sinn nun.
Ach und.. Wunder dich nicht, die Netzverbindungen sind dort teilweise so schlecht, das dann solche missverstände automatisch passieren, wenn die Netze wie an solchen Tagen überfordert werden.

Dienstag, 7. September 2010

Projekt Körper

So, ich muss nun zu diesem Buch von Waltraud Posch (Projekt Körper - Wie der Kult um die Schönheit unser Leben prägt) zurückkehren. Wieso? Das ist nämlich so: ich habe einige Kilo zugenommen, irgendwie. Also, nicht viel, ich finde es auch gar nicht so schlimm. Aber: mir passen meine Klamotten oft nicht mehr. Die spannen so, und das hasse ich, das muss nicht sein, das will ich nicht. Naja, das alleine wäre vermutlich nicht so schlimm, aber als ich letztens fälschlicherweise einen Bekannten, der zugegebenermaßen eine sehr gute Figur hat, gefragt habe, ob ich fett bin, hat dieser fälschlicherweise eine unkluge Äußerung gemacht, die mich zu einiger Depression führte. Daraufhin bin ich jetzt seit fünf Tagen am Joggen und am Hanteln stemmen. Wieso eigentlich? Ja, die Klamotten. Ja, diese Freunde und Bekannten... Doch bin ich ein anderer, nur weil ich ein paar Kilogramm mehr auf die Waage bringe? Bin ich weniger wert, weniger sexy, weniger Mann? Pädagogen fangen immer mit dem bösen Fernsehen an, das macht uns zu schlechten Menschen, denn es verführt uns und wir denken, wir müssten dem nacheifern, was es uns zeigt. Waltraud Posch schreibt von einer eindeutigen Konnotation von Fitness und Schönheit.

Diese zeigt sich unter anderem darin, dass Sportlerinnen und Sportler in Medien als ästhetischer Aufputz und Sexsymbole positioniert werden. Besonders Athletinnen der Disziplinen Tennis und Schwimmen, aber zusehends auch männliche Athleten verschiedener Disziplinen, mutieren zu "Sport-Pin-ups" und befinden sich ebenso wie Schauspielerinnen auf der Gratwanderung einer Positionierung zwischen Professionalität und Attraktivität.
Früher waren vor allem Frauen das Ziel der Schönheitsindustrie, doch seit Langem werden auch Männer in den Fokus genommen.

1990 wähnte Naomi Wolf in "The Beauty Myth", die Männer seien "als nächste dran": "Jetzt wo Männer als neuer Markt betrachtet werden, den Selbsthaß zu erschließen gilt, haben die Leitbilder begonnen, den Männern die gleichen Halbwahrheiten darüber zu erzählen, was Frauen wollen und wie sie Männer sehen, die sie bisher den Frauen über die Männer erzählt haben."
Männern wird nun ebenfalls diktiert, was sie zu tun haben und wie sie auszusehen haben, nämlich schlank und durchtrainiert. Manche Beziehungspartner fordern das als ihr Recht, ihren Anspruch: "Du kannst etwas für dich tun, du kannst für mich schön sein/bleiben." Manche Freunde beweisen sich als Freund,e in dem sie einem aufs Brot schmieren, dass man zugenommen habe. So als wäre man bösartig, ein mieser Partner, ein schlechter Freund, wenn man das nicht tut. Zeitschriften wie Men´s Health oder GQ behaupten gar, dass ein systematisch gestalteter Männerkörper als

"äußerst hilfreich, wenn nicht sogar unbedingte Voraussetzung" darstellen würden, um "in sämtlichen Lebensbereichen (intimen wie öffentlichen, privaten wie beruflichen) erfolgreich zu handeln".
So als wäre man mit einem etwas weniger schlanken Körper nicht ein guter Liebhaber oder nicht gut in seinem Job... Man schaue sich auch einmal die Zeichentrickfiguren oder Spielfiguren von kleinen Jungs an: grundsätzlich haben diese Vorbilder sehr gut gebaute Körper.

Dieses Thema lässt einen in der heutigen Zeit nicht los. Es führt so weit, dass es bei manchen Männer im Extremfall sogar zur "Muskeldysmorphie" führen kann, wenn es pathologisch wird. Nach Harrison G. Pope ist dies eine "eingebildete Schwächlichkeit" oder "Muskelsucht". Die daran "erkrankten" Männer betreiben exzessiv Fitness und ernähren sich mit fettarmer Kost. Das kann bis zu einer Art Magersucht führen. Und wozu das Ganze? Um mehr Anerkennung zu bekommen. Von der Gesellschaft, vom Partner, von den Freunden.

Und was hat das mit Lebensgenuss zu tun? Dieses Abrackern, Joggen gehen, Muskeltraining machen, fettarm ernähren, auf Alkohol verzichten... Was bringt das alles? Wer glaubt denn heutzutage nicht daran, dass nur die Schönen Erfolg haben können? Dass man immer weiter an sich arbeiten muss, um sich weiterzuentwickeln, um attraktiv für andere zu sein, um nicht hinter den anderen Menschen zu verblassen? Insgeheim möchte jeder schön, schlank und attraktiv sein... Und die anderen? Werden die nicht oft genug als Außenseiter betrachtet?

Quelle der Zitate (kursiv):Waltraud Posch: Projekt Körper - Wie der Kult um die Schönheit unser Leben prägt. Campus Verlag, Frankfurt, 2009, 261 Seiten, € 24,90
http://www.campus.de/wissenschaft/kulturwissenschaften/Projekt+K%C3%B6rper.85891.html

Sonntag, 5. September 2010

Ruf mich bei deinem Namen

Manchmal wird man von einem Buch mit voller Wucht getroffen, man denkt: Oh Mann, wie konnte dieser Autor oder diese Autorin Gefühle mit solch einer Intensität und Authentizität beschreiben?! Man fühlt sich in Bezug auf seine eigenen Sprachfähigkeiten absolut unterbemittelt. Man beginnt sich aber auch zu fragen, ob man vielleicht weniger Tiefe in seinen Gefühlen besitzt als andere Menschen, als Figuren in einem Roman. So ein Buch ist das!

Möge dieser Sommer niemals enden… denkt sich die siebzehnjährige Hauptperson Elio. Völlig überraschend trifft ihn die erste große Liebe, die nicht eine Frau ist, sondern der Amerikaner Oliver, der sich für wenige Monate bei Elios Familie eingenistet hat, um an der schönen italienischen Riviera an seinen Studien zu arbeiten. In diesem Sommer schwanken die beiden zwischen Verlangen und Verzweiflung hin und her. Sie suchen nach der absoluten Erfüllung, die ihnen leider nur für sehr kurze Zeit gewährt wird.

Wer in „Ruf mich bei deinem Namen“ einen gewöhnlichen Coming-Out-Roman wähnt, der ist bei diesem als Taschenbuch im DTV-Verlag erschienenen Buch auf der falschen Fährte. Wie in jedem guten Roman kommt es kaum auf das Thema an, kaum auf die Geschlechter der Figuren, einzig die Sprache, die gewählten Worte sind wichtig. Noch wichtiger als der Inhalt. Noch wichtiger als die Form. Die Sprache transportiert ein Gefühl, eine Atmosphäre. Die Sprache trägt einen Roman. Und sowohl André Aciman als auch die sehr gute Übersetzerin des Buches Renate Orth-Guttmann beherrschen die Sprache und werden nicht von ihr beherrscht.

„Aber ich war selig. Dass er unser Gespräch über Celan nicht vergessen hatte, gab mir Auftrieb wie schon seit vielen Tagen nicht mehr, und dieses Hochgefühl verbreitete sich auf alles, was ich anpackte. Nur ein Wort, ein Blick – und restlose Seligkeit. Vielleicht war es eben doch gar nicht so schwer, glücklich zu sein. Ich brauchte nur die Quelle des Glücks bei mir selbst zu suchen, statt es von anderen zu erwarten.“

„Ich bedachte nicht, dass mich, da ein Wort von ihm mich so beglückte, ein anderes mich ebenso leicht niederschmettern konnte, dass ich, wenn ich nicht unglücklich werden wollte, lernen musste, solch kleinen Freuden auch zu misstrauen.“

Sie sind sich beide sehr ähnlich, vor allem in ihrer Gelehrtheit und Bibliophilie, wobei der jüngere Elio den älteren Oliver dabei noch aussticht. Dafür ist letzterer weiter in seiner geistigen Entwicklung. Wie Katz und Maus scheinen sie miteinander zu spielen, doch in Wirklichkeit missverstehen sie sich. Was der eine als Zurückhaltung betrachtet, wertet der andere als Desinteresse. Was der eine als zweideutige Geste meint, versteht der andere nicht als solche. Und so spielen sie ihr vermeintliches Spiel eine Weile, so lange bis es Elio fast nicht mehr aushält. Der Klavierspielende Elio, der für Oliver alles spielen würde,

„…bis du sagst, ich soll aufhören, bis es Zeit zum Mittagessen ist, bis meine Finger bluten, weil ich so gern etwas tun möchte, weil ich alles für dich tun würde, sag nur ein Wort…“

Auf dieses Wort wartet Elio, doch es kommt zunächst nicht. Anders als von seiner Nachbarin Marzia, mit der er eine Affäre anfängt, die auch nicht mit Beginn der körperlichen Beziehung zu Oliver endet.

„Ich dachte, du kannst es nicht leiden, habe ich gesagt und gemeint: Ich dachte, du kannst mich nicht leiden. Ich hoffte, du würdest mich vom Gegenteil überzeugen, und vorübergehend hast du das ja auch geschafft. Warum werde ich dir das morgen früh nicht mehr glauben?“

Es dauert seine Zeit, bis sie ihre Liebe zueinander entdecken, aber dann tun sie dies umso intensiver: Dann beginnt für sie ein Sommer tiefer Gefühle, in dem sie sich endlich aufeinander einlassen, sich einander körperlich hingeben und sich in ihrem jeweiligen Gegenüber auflösen und neu gründen, was durch den Satz symbolisiert wird:

"Ruf mich bei Deinem Namen, dann ruf ich Dich bei meinem."

Selten gab es einen Roman, der eine aufkeimende Liebe so präzise und gleichzeitig so schön beschreibt. Ein absolutes Muss für jeden und jede, der oder die von der Liebe lesen möchte, die sich an scharfsinnigen Beobachtungen und tiefgründigen Reflektionen erfreut.

Der Roman "Ruf mich bei deinem Namen“ von André Aciman umfasst 288 Seiten und ist im Juni 2010 im Deutschen Taschenbuch Verlag erschienen. Er ist im Fachhandel für 9,90 Euro erhältlich.

Samstag, 4. September 2010

Mitmachen beim Bündnis der Migrantenvereine!

Und hier die ersten Fotos vom Bündnis der Migrantenvereine. Mit Dank an Herrn Andrej Ebert von der Deutschen Jugend aus Russland, der eine schöne Galerie auf picasa zusammengestellt hat. Einfach draufdrücken und anschauen.

Mitmachen beim Bündnis der Migrantenvereine! - djr.foto - Picasa-Webalben

Tour de Kultur - erneut

Ach, das Fahrradfahren werde ich nie mögen, und Ausstellungseröffnungen bleiben weiterhin eine sehr ambivalente Sache für mich. Ein bisschen so, wie damals im Studium: Nachdem ich das Vorlesungsverzeichnis in den Semesterferien durchkämmt hatte, freute ich mich wochenlang auf die neuen Seminare, welch spannenden Thematiken, neue Dozenten, neue Kommilitonen, neue Entwicklungen in der Wissenschaft, Wissbegierde... um dann gleich in den ersten zwei Wochen der Vorlesungszeit schon wieder völlig abgenervt zu sein, weil wieder keine meiner Vorstellungen sich in der Realität bewies, die Dozenten langweilig wie eh und je, die Kommilitonen nicht minder, und dann wieder diese unseligen Referate, die von Studierenden gehalten werden müssen, damit der Dozent nicht so viel zu tun hat. So ähnlich also ist es auch bei Ausstellungseröffnungen. Wie sehr freue ich mich darüber, es hört sich mal wieder ganz interessant an, ja, diesmal könnte es etwas sein, und was ist, naja, meistens nur irgendsoein Quatsch.



Beginn: erneut vor der fiftynine. Teilnehmer: diesmal nur der schönste Mann der Welt und der Herr Schmerzwach. Ziel: erst einmal das M
MK Zollamt.


Hier werden die Arbeiten des Künstlers Cyprien
Gaillard ausgestellt, der 1980 in Paris auf die Welt kam und der sich mit zahlreichen Ausstellungen auf der ganzen Welt einen Namen gemacht hat."Überlagerungen und trivialisierende Wiederaufnahmen von Architekturen und Geschichte untersucht Cyprien Gaillard in seinen Arbeiten an unterschiedlichen Orten und mit verschiedenen Verfahren. Dahinter steht jedoch keine Nostalgie, keine elegische Trauer um das Verlorene, sondern eine mitunter aggressive Lust an der Verwandlung." (Aus dem Veranstaltungsflyer)

Ich war sehr überrascht von dieser Ausstellung,
das war die erste, die mir gefallen hat im MMK Zollamt, warum auch immer. Vielleicht weil meine Affinität zu Fotos generell höher ist als zu abstrakter Kunst, in die man sich erst einmal hineindenken muss. Neben des Videos in einem der Räume (auch das sehr spannend), war im zweiten Veranstaltungsraum eine große "Vitrine" mit Polaroid-Fotos aufgestellt.



Und so sah das dann aus. Immer neun Bilder, d
ie thematisch zusammenpassen:



Besonders gut gefielen mir diese Kombinationen:




Beim letzten Bild schlagen wieder meine griechi
schen Wurzeln durch, oder? Oder doch der Wunsch nach Intertextualität in diesem Blog?

Die Ausstellung ist lohnenswert, ganz sic
her! Danach ging es weiter zur Aktion Frankfurt Kunst Mitte. Denn die Galerien der FRANKFURTKUNSTMITTE laden an folgenden Freitagen zu ihren gemeinsamen Vernissagen: am 3.9. (ja hier!), 22.10. und 3.12.
Einige Impressionen seht ihr hier:


Fand ich auch nicht schlecht, man muss es allerdings mögen, was Andreas Lutherer macht.


Das sind zwei Plexiglasscheiben, auf die Lutherer die Figuren aufgepinselt hat. Effekt: dass es mehrdimensional aussieht.



Diese Bilder gefielen auch, vor allem das Große aus der linken Seite. Und damit ging auch die zweite Runde der "Tour de Kultur" zu Ende. Fortsetzung folgt...