Donnerstag, 30. Juni 2011

Google+

Dank meines Blogs bin ich ja total auf Google angewiesen und nutze es rund um die Uhr, also liegt es ganz nah, dass ich alles daran gesetzt habe, auch bei Google+ (das ich ja schon als "gefällt mir" oder "plussen" seit einigen Wochen nutze) reinzukommen - vielen Dank an Pica Dilly!!! -, um mir die Beta-Version mal anzuschauen. Zwar bin ich ganz gut bei Facebook dabei, aber wer weiß, ob Google+ nicht sogar noch nützlicher ist. Zunächst ist es sehr viel übersichtlicher und nicht so von Werbung und allerlei Schnickschnack vollgemüllt - noch! Wer weiß, ob sich das dann in der "richtigen" Version nicht ändert! Übersichtlich ist es also, und das mit den Kreisen - den Circles - ist sehr übersichtlich und nützlich, man kann seine Kontakte, nein, man muss es sogar, in verschiedene Gruppen einordnen und kann die Statusmeldungen nur für bestimmte Gruppen sichtbar machen. Das ist schon mal sehr viel ausgefeilter als bei Facebook, aber das ist ja auch ein bisschen der Vorteil desjenigen, der erst einmal schauen kann, wie es andere machen, bevor er seine eigene Version auf den Markt wirft. Ich weiß noch gar nicht genau, was mich da auf Google+ erwarten wird, klar ist, dass es ein weiteres soziales Netzwerk ist, ein weiterer Zeitfresser, denn es ist ja klar, dass die Zeit anders vergeht vor dem Rechner/ dem Mac. Was ich unbedingt ausprobieren möchte, ist eine totale Neuerung gegenüber Facebook, die, wenn sie gut funktioniert, gleich den nächsten Konkurrenten, das Skype, bangen lässt, denn mit dem "Hangout" lässt sich eine Videokonferenz starten. Einige haben es ausprobiert und finden, dass es gut läuft. Es ist natürlich die Frage, ob Leute tatsächlich von Facebook zu Google+ wechseln werden, ich glaube nicht daran. Schon gar nicht diejenigen, die schon auf Facebook wenig machen. Und sicherer und ungefährlicher als der Konkurrent wird Google+ vielleicht nicht sein. Wenn ich alle Dienste (Email, Blog, Google Translator, Google Suche und Google+) benutze, dann wird Google mehr über mich wissen als ich selbst. Das ist so! Nun, ich ignoriere das! Und probiere mal ein wenig aus. Wer auch bei Google+ ist, möge mich hinzufügen - dann kann ich noch mehr rumexperimentieren. :-) Ein Hangout gefälligst? ;-)

Pacavelli´s Gedanken: Bevor ich aufklatsche?

Was verändern Worte, was verändern Texte in dieser Welt? Sebastian Deya vertraut auf die Macht des gesagten und geschriebenen Wortes. Verlorene Liebesmüh´? Oder werden seine Bemühungen belohnt? Kann er die Welt verändern? Im Grunde genommen stellt sich jedem/jeder Schreibenden diese Frage: Was verändern sie in dieser Welt? Können sie die Welt vor dem Untergang retten? Denn das unsere ganze Gesellschaft vor mächtigen Umwälzungen steht, wird ja täglich offensichtlich. Ob der derzeitige noch sehr hohe Lebensstandard aufrecht erhalten werden kann? Es erscheint illusorisch. Neue Modelle müssen her... Doch wenden wir uns dem Gedicht zu - ja, Fliegen sind ein aktuelles Thema in dieser Sommerschwüle des Wochenanfangs. ;-)


Bevor ich aufklatsche?


Ich wollt. Dass ich ne Fliege wär

das auf und ab; so endlos ziellos
 
akzeptieren. Wär halb so schwer

in hoch und tief. Statt klein und groß.


Ich wollt. Dass ich ne Fliege wär

es akzeptieren. Wo ich morgen bin

dies ewig rastlos hin und her

hoch und tief. `S reichte wohl als Sinn.


Es akzeptieren? Wo ich morgen bin

im Licht? Wollt, dass ich ne Fliege wär

strahlendes Fensterglas. Einfach hin

wo verdammt? Nehm ich nun Flügel her?

Mittwoch, 29. Juni 2011

Kitchen Stories EIGHTEEN - Schreibzirkel

Man könnte diesen Post auch "Hilly und Chilli Billie im Grünerburgpark" nennen, wenn da die beiden Macs nicht dabei gewesen wären. ;-) Ein Schreibzirkel ist eine gute Sache, selbst wenn man nur zu zweit ist. Hilly habt ihr übrigens im "Lieb mich!"-Post kennengelernt. Über Literatur reden, über seine eigenen Texte reflektieren, die neuen Schreibprojekte vorstellen - das sind alles ganz wichtige Dinge, die Prozesse in Gang setzen, Schreib- aber auch Denkprozesse. Noch wertvoller sind die Schreibphasen und die anschließenden Lesungen mit Feedback. Beim Vorlesen eines Textes merkt man oft erst, welche Stellen vielleicht holperig sind, welche nicht authentisch wirken, welche Dialoge sich schwachsinnig anhören und vieles mehr. Es ist eine wahnsinnig gute Schreibübung.

Und es macht unglaublichen Spaß. Vor allem, wenn man ein so talentiertes und nettes Gegenüber hat wie die liebe Hilly, die übrigens Finalistin des Wettbewerbs "Online-Autor des Jahres" ist und der ich dabei ganz feste die Daumen drücke!
Ich glaube, dass der letzte Sonntag, der Tag des Schreibzirkels (und heute ist übrigens der Tag des Schreibens), mit entscheidend war für das ganz neue Blog von Hilly, und zwar - tataaaaaaaaaa HIER! Schaut einfach mal vorbei - ich gehe davon aus, dass das neue Blog bald mit sehr viel interessantem Inhalt gefüllt wird.


Sport ist Mord, dachten wir uns mehrmals, es war ohne Ende schwül - trotzdem joggten gefühlte eine Million Frankfurter, spielten Federball, Frisbee und whatever.  
Während wir fleißig Ideen austauschten und schrieben - Hilly einen fiesen, blutigen Thriller (den Anfang!) und ich mein zweites Jugendbuchprojekt, das ich hier an dieser Stelle im Oktober näher vorstellen werde. Denn zuerst muss ich ja noch von meinem aktuellen Jugendbuch erzählen... Aber nicht heute. Also, seid gespannt. Es passiert viel im Hintergrund. Vor der Buchmesse 2011 wird es zur Buchveröffentlichung kommen und bei der Buchmesse selbst werde ich lesen. Ich hoffe, dass hier dann einige mein Buch erstehen und mir beim Lesen zuhören werden. :-) Bis dahin wollen wir noch einige Schreibzirkel veranstalten - jede_r Schreibende aus der Umgebung ist herzlich dazu eingeladen. 

Dienstag, 28. Juni 2011

38 Grad - Im Grüneburgpark





















und nicht vergessen: draufklicken zum Vergrößern :-)

Letzte Runde

Meinen geschätzten Freund Carsten alias Stancer kennt ihr ja aus mehreren Post-Täuschen, zuletzt beeindruckte er mit "Treue - eine Frage der Definition" auf diesem Blog. Nun hat er ein neues Blog eröffnet. Letzte Runde heißt das gute Stück und darin wird er seinen gleichnamigen Roman veröffentlichen. Als Teaser werde ich euch nun sein Vorwort und sein erstes Kapitel präsentieren. Wer nach mehr lechzt, drückt einfach auf den Link weiter oben. :-) 


Das Vorwort 
Hier das Ergebnis jahrelangen Schaffens, nochmals gründlich überarbeitet: Meine Geschichte "Letzte Runde". Für einen Roman zu kurz, für eine Kurzgeschichte zu lang, also irgendwas dazwischen. Der geneigte Leser möge bitte beachten:

1.) Die Geschichte ist nicht, ich betone, NICHT autobiografisch. Ausnahme: der erste Satz.
2.) Die Geschichte ist nicht jugendfrei; Jugendliche unter achtzehn Jahren sollten sie daher nur unter Aufsicht der Erziehungsberechtigten lesen, diese können dabei eventuell noch was lernen.
3.) Eine oberflächliche Analyse anhand der Checkliste "Automatische Literaturkritik" aus dem Buch "Wie man den Bachmannpreis gewinnt" von Angela Leinen, Seiten 196 ff., kommt zu folgendem Ergebnis: der Text erhält höchstens 6 Plus- und mindestens 18 Minuspunkte, somit ist er garantiert Bachmannpreis-unverdächtig.

Viel Vergnügen! 



Kapitel 1
So lange ich denken kann, wäre ich gerne anders. Also nicht ganz anders, so im Sinne von einer anderen Spezies zugehörig, Bonobo-Affen etwa oder Wellensittiche, das wäre zwar auch in Ordnung, vorausgesetzt, ich fristete mein Leben nicht im Zoo oder im Käfig in Omas Stube, vielmehr bin ich mit meinem Dasein als Mitglied der menschlichen Zivilisation grundsätzlich einverstanden; auch ist es nicht so, dass ich mit einem anderen Menschen als ganzes tauschen möchte, höchstens einzelne Teile, wenn das ginge, aber leider ist das in der Schöpfung nicht vorgesehen, oder zum Glück, man weiß es nicht, und wer weiß, vielleicht geht das ja auch irgendwann, vorausgesetzt man findet einen Tauschpartner, Waschbrettbauch gegen wohlgeformte Füße vielleicht, oder analytische Denkfähigkeit gegen Bauernschläue.

Ich wäre gerne anders, irgendwie. Schon in der Grundschule waren andere immer größer, sportlicher, besser in Mathe, erfolgreicher bei den Mädchen oder sie schafften es auf sonstige Weise, in mir Komplexe hervorzurufen, und daran hat sich bis heute, da die Vierzig bedrohlich blinkt, nicht viel geändert. Gut, die Sache mit den Mädchen hat sich erledigt, aber das macht es nicht einfacher. Alleine schon die Sache mit der Körpergröße: Meine Mutter nennt mich noch heute „mein Kleiner“, obwohl ich von der Reihenfolge her der Mittlere bin, meine große Schwester und mein kleiner Bruder überragen mich jeweils um fast einen Kopf, früher fand ich es deprimierend, „mein Kleiner“, ich hasste es, heute hat es fast etwas schmeichelhaftes und tut nur noch ein ganz kleines bisschen weh. Man sagt ja körperlich kleinen Menschen im Allgemeinen nach, sie seien besonders erfolgreich und durchsetzungsstark, die Geschichte bestätigt das, man denke nur an Napoleon, Danny de Vito oder Norbert Blüm, wobei ich mich mit diesen Herren allerdings weniger in einer Reihe sehe, eher schon mit Gonzo aus der Muppet Show, dem Kommissar bei Paulchen Panther oder Milhouse van Houten.

Dann die Sache mit der Körperbehaarung. Während die anderen Jungs es kaum erwarten konnten, dass ihnen mit einsetzender Pubertät an verschiedenen Stellen endlich die Haare sprossen, an einer ganz bestimmten ganz besonders, musste da bei mir was schief gelaufen sein: Ich war noch nicht aus der Grundschule heraus, da erwuchs mir an besagter Stelle schon ein dichter Busch, wodurch mir beim Umziehen vor und nach dem Schwimmunterricht - ich hasste Schwimmunterricht - sowohl die offen-verhöhnende als auch die verschämt aus den Augenwinkeln betrachtende Aufmerksamkeit meiner noch kindlich-blanken Mitschüler zuteil wurde. Damit nicht genug: wenig später einsetzender Bewuchs weiterer Körperregionen brachte mir den Spitznamen „Cheetah“ ein, nicht etwa „King Kong“, womit ich vielleicht hätte leben können, immerhin war King Kong ziemlich groß; nein, ausgerechnet Tarzans kreischender Schimpanse wurde zu meiner Demütigung herangezogen. Meine Mutter nannte mich übrigens seitdem „mein kleiner Affe“, ich bin mir sicher, sie meinte es nicht böse, Mütter halt.

Dabei habe ich keinen Grund, unzufrieden zu sein: Weder hat mir meine Großmutter mütterlicherseits ihre hexenartige Hakennase vererbt, noch mein Vater seine solange ich denken kann bestehende Kahlköpfigkeit, die hat mein größerer kleiner Bruder übernommen; ja, es gibt schon Attribute an mir selbst, die ich mag, bei aller Bescheidenheit, zum Beispiel, meine blauen Augen und die Grübchen in meinem Gesicht beim Lächeln - wenn ich denn mal lächle.

Was mir weitaus mehr zu schaffen macht als alle Äußerlichkeiten, und zwar immer stärker, je älter ich werde, ist meine Durchschnittlichkeit: Ich war ein mittelmäßiger Schüler mit einem noch mittelmäßigeren Abitur, habe mich einigermaßen durch das Studium gewunden mit einem mittelmäßigen Abschluss, und meine Arbeit empfinde als nicht viel mehr als ein notwendiges Übel, das mich – zugegeben recht gut – ernährt. Oft schon zogen ehemalige Mitschüler, Studienkameraden und Arbeitskollegen an mir vorbei und ließen mich dort zurück, wo sie kurz zuvor selbst noch standen; das erschreckende daran ist, mir fehlt jeder Ehrgeiz, es ihnen gleich zu tun, wenigstens zu versuchen, eine Sprosse der Karriereleiter zu nehmen, es interessiert mich einfach nicht.

Ich beneide Menschen, die etwas besonderes können, die auf der Bühne stehen, weil sie vielleicht gut singen oder mit ihrem spontanen Sprachwitz stundenlang einen Saal unterhalten können; die alleine oder mit ihrer Mannschaft große sportliche Leistungen erbringen und deswegen im Sportteil der Zeitung erwähnt werden; die einen tollen Film machen oder ein großartiges Buch schreiben; oder denen es einfach sonst wie gelingt, andere Menschen für sich zu gewinnen, im Mittelpunkt einer Party zu stehen, es muss ja nicht gleich fürs Fernsehen sein. Manchmal denke ich: das könnte ich vielleicht auch, wenn ich nur etwas fleißiger, ehrgeiziger und entschlossener wäre; bin ich aber nicht, und aller Voraussicht nach werde ich es auch nicht werden, es sei denn, es gelingt mir endlich, mich selbst gehörig in den Arsch zu treten oder jemanden zu finden, der es für mich tut. Unter uns gesagt: Je älter ich werde, desto mehr wird mir klar, im Grunde genommen bin ich eine hohle Nuss, nur hat es anscheinend noch keiner so richtig bemerkt. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da alles auffliegt und ich frage mich, wie lange das noch gut geht, und, im Vertrauen, vor diesem Tag habe ich eine Scheißangst, mehr als vor dem Tod.

Doch, eins kann ich richtig gut: Katastrophen voraussehen, also nicht die wirklich großen wie Erdbeben, Kriege und Feuersbrünste, die abends den Weg in die Tagesschau finden, sondern die kleineren persönlichen Imponderabilien, für die sich die Medien nur ausnahmsweise interessieren würden. Höre ich in der Ferne die Feuerwehr, denke ich, die sind bestimmt unterwegs zu meiner Wohnung, die gerade in hellen Flammen steht; komme ich nach dem Urlaub den ersten Tag ins Büro, lese ich in den Gesichtern der Kollegen: Du ahnst nicht was hier los war, während du weg warst, der Chef tobt, du wirst dir einen neuen Job suchen müssen; klingelt das Telefon, traue ich mich kaum abzunehmen, bestimmt eine schlechte Nachricht, Oma liegt im Sterben oder so. Meine erwarteten Katastrophen haben einen entscheidenden Vorteil: sie treten nicht ein, nie. Das einzige offene Feuer in meiner Wohnung ist das Feuerzeug, wenn ich mir eine Zigarette anzünde; im Büro war alles ruhig, zumal der Chef ebenfalls Urlaub hatte, was ja irgendwie auch Urlaub ist für die, die arbeiten müssen; und Oma ist sowieso nicht kaputt zu kriegen, sie wird uns voraussichtlich alle überleben. Viel schlimmer sind dagegen die Katastrophen, die ich nicht vorhergesehen habe, die mich um so härter treffen, so wie diese eine, die mich seit Wochen gehörig neben der Spur laufen lässt.

Montag, 27. Juni 2011

Der schmerzwach-Lesezirkel INTERAKTIV

tschick, tschick... Betti hat mich in ihrem letzten Beitrag auf eine grandiose Idee gebracht, geradezu bahnbrechend - und so interaktiv intellektuell, yeah, yeah, yeah! Obacht! Was will ich von euch? tschick, tschick... Jede/r, der/die Lust hat, ist dazu aufgerufen: tschick, tschick... Wir lesen gemeinsam ein Buch. Wir beginnen am 1.7.11 mit dem Lesen, alle gemeinsam. 50 Seiten sind bis zum ersten Stichtag am 11.7. gefordert. Ich schreibe im Blog meine Gedanken dazu auf - wird dann am 11.7. online gestellt. Jede/r, der/die mitmacht, hat dann die Aufgabe, die eigenen Eindrücke, Impressionen, Assoziationen, entweder in Form eines Kommentars zu meinem Post zu schreiben oder noch professioneller: mir einen eigenen Post in Form einer digitalen Textdatei zu schicken, den ich dann hier auf dem schmerzwach-Blog veröffentliche. Die nächsten 50 Seiten werden dann bis zum 21.7. gelesen, da gibt es den nächsten Post, dann wieder der 1.8., danach der 10.8. und der letzte Termin ist der 20.8. - dann sollte das Buch gelesen sein. Es ist nur 256 Seiten dick, das sollte möglich sein. Und angeblich ist es der erfrischendste Roman des Jahres 2011. Wovon ich spreche? Von tschick natürlich, tschick tschick... Das Buch von Wolfgang Herrndorf. Ich dachte mir nämlich, dass es kaum Sinn hat, eine große Umfrage zu starten, welches Buch gelesen wird. Ich entscheide mich für ein cooles - und es macht mit wer möchte. Ich würde mich über sehr viel Beteiligung freuen. :-) 
Aber nun ein paar Worte zum Buch, ich zitiere aus der ROWOHLT-Internetpräsenz: 
Maik ist vierzehn und stammt, wie der Name schon sagt, aus Berlin Marzahn. In seiner Klasse hieß er vorübergehend «Psycho», weil er in einem Aufsatz über seine Mutter deren wiederholte Ausflüge in die «Beautyfarm» schilderte, die in Wirklichkeit Entziehungskuren sind. Da er aber in der Schule als eher langweilig gilt oder sich zumindest so fühlt, blieb auch der Spitzname nicht an ihm haften. Erst als der Russe «Tschick» in der Klasse auftaucht – mit Alkoholfahne und demonstrativem Desinteresse – verändert sich die Ausgangslage.
Tschick steht zu Ferienbeginn in einem gestohlenen Lada bei Maik vor der Tür, um ihn aus seiner Einsamkeit zu erlösen. Denn die Mutter ist mal wieder auf Beauty, der Vater mit einer «Assistentin» auf «Geschäftsreise». Da ist es doch nur recht und billig, wenn die beiden sich nun auch aufmachen: erst zu der schönen Tatjana, in die Maik sinnlos verliebt ist und die ausgerechnet ihn nicht zu ihrem Geburtstagsfest eingeladen hat, und dann ab in die Walachei, denn die gibt es, wie Tschick versichert, im Unterschied zu Pampa und Jottwede wirklich. Sie liegt irgendwo im Südosten.

Frauenfußball-WM in Deutschland -3-

www.spox.com entnommen
Die deutschen Damen sind richtige Sympathie-Trägerinnen, allen voran die beiden Torschützinnen des Auftaktspiels in die Frauen-WM, Celia OKOYINO DA MBABI und Kerstin GAREFREKES, die eindeutig den coolsten Namen überhaupt hat. GAREFREKES. tschick, tschick.... :-) Die Kanadierinnen sind auf Platz 6 in der Weltrangliste, haben in der Qualifikation 17:0 Tore geschossen. Sie sind also Weltklasse und das erste Spiel sicherlich kein Spaziergang. Doch was Kim Kulig, Melanie Behringer und Co. abgeliefert haben war technisch einwandfreier, schneller Fußball. Das war gut! Wirklich gut. Und es wird weiter so gehen, die deutschen Damen sind weiterhin die Favoritinnen auf den Titel im eigenen Land. Das freut mich. So wie ich mich darüber freue, dass beim ersten Spiel schon mal die Fans mit dabei waren, schön auf der Fanmeile mitfieberten und grölten. Es macht Lust auf mehr. Und noch schöner für die deutsche Nationalmannschaft: mehr als 73.000 Zuschauer_innen in Berlin im Stadion - so viele wie noch nie bei einem Spiel von Frauen in Europa. Super! :-)





Sonntag, 26. Juni 2011

Frauenfußball-WM in Deutschland -2-

Frankfurt ist toll, nein, wirklich, Frankfurt feiert sich ständig. Das ist gut. Jeder Grund ist willkommen - und auch aus der Frauenfußball-WM schafft es Frankfurt eine Stadtfeier zu machen, nämlich bei der Einweihung der Fanmeile gestern (also am 25.6). Feuerwerk kann Frankfurt sehr gut, fast die halbe Bevölkerung der Stadt an den Main zu bringen noch besser. Hier einige schöne, bunte, spacige Impressionen des großen Fußballs, der aufgebaut wurde, vielen Ruderbooten mit Flaggen und ja, natürlich Feuerwerk.







Southside Festival - MATSCHcamp 3/3

Ehrlich ich hatte einen Ausraster, wirklich! Als ich um 5.30 Uhr auf Toilette musste, ihr wisst schon, Gummistiefel-Action und so, da kam ich nicht mehr da raus, ein Südbadener Jung musste mir helfen. Ich konnte nicht mehr einschlafen danach, nicht dass ich vorher viel geschlafen hätte. Ich war fertig und konnte nicht mehr! Was ich in diesem Video eindrucksvoll dokumentiert habe. ;-)
http://www.youtube.com/watch?v=vYSD519HN1w



Unsere ständigen Begleiter, es entstand eine Hassliebe zwischen Gummistiefel und schmerzwach, echt ey! 


Nun, das obligatorische Festival-Sonnenbrillen-Foto - selbst wenn die Sonne gar nicht schien und wir im Auto saßen. ;-)


Die Temperatur: 9,5 Grad Celsius - war ja nicht so, dass wir zum Southside sind, weil Süden es schon anzeigt (SONNE) und extra Mitte Juni ist und so, weil wir HITZE wollten oder so. Nein, nein, war ja schon super: REGEN - MATSCH - FROST!


MÖCK - Man empfiehlt uns. ;-) Eine wahrlich gelungene Werbung. :-)))) Unser Ausblick aus dem Auto, unserer Chillout-Area (matschfreie Zone). Und das Lied des Tages: Friendly Fires - Kiss of Life. Der Sänger ist der BESTE. Er tanzt auch auf der Bühne so, gibt alles, singt super, tanzt wunderschön, ist nach zwei Liedern schon vollkommen verschwitzt, macht einem eine Riesenlaune. Danke!


Festival-Besucher sind Kosmopoliten, das wollte ich noch einmal erwähnen. Das ist das Schöne an Festivals. Viele verschiedene Menschen aus vielen verschiedenen Orten, neben den Australiern hatten Schweden ihr Zelt. Alles ist relativ entspannt und schön, die Menschen grüßen einen, beginnen unverhofft Gespräche - angenehm!

























Das ist eben auch Festival - ich meine jetzt nicht den Konsum von Alkohol oder anderen Drogen, sondern DRECK überall. Umweltverschmutzung undsoweiter...
Na, vielleicht habe ich in meinen Posts viel gemeckert, über den Matsch und so, aber es war ein tolles Erlebnis - und ohne Matsch mache ich das gerne wieder mit im nächsten Jahr. :-) Natürlich nur mit dem schönsten Mann der Welt - der darf dabei nicht fehlen! :-)
http://schmerzwach.blogspot.com/2011/06/southside-festival-matschcamp-23.html
http://schmerzwach.blogspot.com/2011/06/southside-festival-matschcamp-13.html

Samstag, 25. Juni 2011

WTF, karelgott und "Gitte"! - Teil 5

der talk ist konkret abgefreaked / erinnert mich an die jugendlichen kiff-talks – nur sehr viel straighter und really bongforzionös / oh mein gosh! das meiste werde ich gar nicht unzensiert unterbringen können / ach, egal, das werde ich schon deichseln / endlich mal nicht so eine kassenbonguck-aktion wie sonst / das sind richtige atzen / und am liebsten würde ich die fick-nutten mitnehmen zum konzert / aber ob ich sie dazu kriegen kann? backstage als anreiz? mehr ocken als heute nacht können wir nicht verprassen / der newfag-chefe bringt mich um die ecke / der manager meiner homies bringt sie um die ecke / ist nur die frage – wer zuerst abnippeln muss / sind doch alles reudige pussys / es ist zwar nicht zu erwarten –dass wir irgendetwas auch nur halbwegs gescheites sagen – aber das ist von meinen sonstigen spackigen gesprächspartnern nicht einmal nüchtern und krampfhaft versuchend zu erhoffen / wird schon alto belli sein / krasse maschine! ich frage sie – ob sie bock auf das konzert haben / doch nur chantal sagt spontan zu / bevor sie gehen – verabreden wir beide uns / ich hoffe sie kommt / denn dann kann das project „The Prostitutes versus the prostitutes“ weitergehen!
ich penne bei den homies / zur mittagszeit stehen wir alle etwas verstrahlt auf / sie müssen zum soundcheck undsoweiter /  ich checke ein wenig st. pauli / danach gehe ich in mein hotel / mach mich frisch und werfe einen blick ins web 2.0 / später mache ich mich noch einmal in die city – um etwas shoppen zu gehen / ach – chef – du newbie – du – das war doch eine übelst gute idee von dir / wer hätte das gedacht?! ich nicht / und jetzt freue ich mich wie bommel / ach – wie schön ist das leben – so durchgemöbelt und durchgezogen / das könnte doch öfter rausspringen bei meinem job / solche abende und nächte habe ich mir damals vorgestellt im studium – sonst hätte ich den verfickten scheiß nie durchgehalten!
mir gefallen die vibrations auf st. pauli / der club ist übelst krass / großartig / muhaha muhaha / chillige leute – mit denen man gut talken kann – die einem wünsche erfüllen und keine intelligenzparodisten sind wie in diesen wannabe-metropolen münchen oder frankfurt / chantal und ich werden übelst schlumich mit bier versorgt – immer mit einem smile auf dem face / wir liegen aneinandergelehnt auf einer couch in der backstage-area / die govas sind schon ganz lampenfiebrig – es ist ihr erstes konzert in good old doitsche land – und sie haben es darauf angelegt – ausgerechnet hier mehr success zu haben / narf! ich gönne es ihnen – auch wenn ich die mucke nicht so nice finde wie die von den KINGS OF LEON oder THE KILLERS / die letzteren dürfen sogar ein the im namen tragen – weil sie so nice ones sind / die fickfotze prustet vor sich hin / sie sagt – dass sie für diesen fun hier gern mal hinten raus länger arbeite / bei dieser formulierung muss auch ich glucksen / muhaha muhaha / ich möchte wissen – ob sie keinen krawall von ihrem luden bekommt – wenn sie nicht auf der achse der mösen steht – denn das schien der cause gewesen zu sein – wieso die anderen nutten  nicht hierher wollten / sergej wird mir vielleicht eine schmieren – oder auch zwei – aber wenn er bemerkt – dass ich dafür länger meine beine gespreizt habe – und genauso viel ocken raushole – dann wird alles peacy sein / 

Southside Festival - MATSCHcamp 2/3

Der Schirm war weg, beide Schirme übrigens, und es schüttete einfach Elefanten. Die Nacht war hart - kalt und feucht. Und jeder Klogang die Hölle - in die Gummistiefel rein, in die Kälte raus, aus den Gummistiefeln wieder raus, in die vermeintliche Wärme hinein. Immer aufpassen müssen, dass dieser Klumpatsch - Scheißmatsch nicht ins Zelt dringt. Und der Matsch bekam einfach Überhand. 



Man versank förmlich im MATSCH und es wurde Stunde um Stunde einfach immer schlimmer und ätzender...


Hier der sehr verzweifelte Versuch, Klamotten zu trocknen. Es half nichts. Es gab nirgends Stellen, sie wirklich zu trocknen, überall nur Matsch, Dauerregen, Kälte. Nun ja... Ein richtiges Musikfestival eben. :-)


Es gab viele Stürze in den Matsch, manchmal mit Gepäck und so... nicht so lecker, sage ich euch... Aber das wollte ich dann nicht schadenfroh dokumentieren. ;-)


Trostloses Wetter, ja, aber richtige Festivalfans lassen sich davon nicht beeindrucken, am zweiten Tag begeisterten uns vor allem Everything Everything, Asteroids Galaxy Tour, Portishead und natürlich The Arcade Fire. Das ist dann auch das Lied des Tages, "No cars go": 





























Welche Geschichte man sich dazu ausdenken möchte? Der Möglichkeiten gibt es viele. Verrückt?! Verrückt war auch vor allem Darwin Deez und seine Show am Nachmittag, fantastische Choreografie, er und seine BandBOYS haben alles gegeben. Beweis hier:
Und apropos Video! Hier Tag 2 dokumentiert auf Videokamera:

Freitag, 24. Juni 2011

„Médée“ von Marc-Antoine Charpentier

op-online.de entnommen
Also, hier spricht der Opern-Experte nochmals. ;-) Die Opern-Saison begann mit "Medea" in einer Version von Aribert Reimann und endet mit „Médée“ von Marc-Antoine Charpentier. Gleicher Stoff, aber ganz unterschiedliche Herangehensweisen - und der schönste Mann der Welt und der größte Opernkritiker der Welt (hahahahaha) waren bei beiden mit dabei. Beim letzten Mal über Oper posten, nämlich eben über die Medea hatte ich ja einen regen Email-Verkehr mit einem der Opernsänger hinterher, es war nett - und ich habe meinen Text geändert, denn ich möchte niemanden unverdientermaßen hier in diesem Blog in die Pfanne hauen. So bin ich nicht. Auf jeden Fall fand ich damals das Bühnenbild ganz toll, die Atmosphäre ebenso, aber mit den Koloraturen konnte ich überhaupt nichts anfangen, mit dem ganzen Stil. Die barocke Version von Charpentier hat mir dafür sehr viel besser gefallen, ihr konnte ich folgen. Wundervoll, was Regisseur David Hermann und Ausstatter Christof Hetzer da hingezaubert haben. Letzterer hat ein Bühnenbild zusammengebaut, das in jeder Innenarchitekten-Zeitschrift abgebildet werden könnte, aber hat auch gemeinsam mit dem Regisseur immer wieder Liebe zum Detail gezeigt, in so ganz kleinen Effekten, die gefallen haben. David Hermann tat gut daran, das ganze Stück zu vereinfachen, bestimmte Szenen auszusparen. So konnte sogar ich dieses Mal verstehen, um was es wirklich ging. Im Bild oben sieht man die wunderbare Schwedin Anne Sophie von Otter, die die Medea sang - was eine coole Maschine mit ihren 56 Jahren (!), boah, war die gut, nicht nur beim Singen, auch beim Spielen, fantastisch einfach, wie die meisten der Sänger_innen und ebenso das Orchester unter Leitung des Italieners Andrea Marcon. Das mit dem Chor wurde sehr gut gelöst, er sang immer quasi aus dem Off - sehr schön. Wahnsinn war auch der 1984 (!) geborene Julian Prégardien, der ja den Ehemann Medeas Jason gesungen hat. In diesem Alter schon diese Stimme - und seit zwei Jahren mit Festanstellung an der Frankfurter Oper: Respekt! Die Aufführung fand im Bockenheimer Depot statt - und aus irgendeinem Grund sind da ALLE Aufführungen, die ich sehen darf, einfach nur gut, ist ja auch so sympathisch da. :-) Diesmal habe ich es wirklich nicht bereut, in die Oper mitzugehen, es war richtig schön. Und in der nächsten Saison wird mich die Oper Frankfurt wieder sehen. 

Frauenfußball-WM in Deutschland -1-

Die Frauenfußball-WM in Deutschland muss hier an dieser Stelle natürlich auch ein großes Thema sein, Fußball ist Pop-Kultur geworden, finde ich - und es ist vor allem ein queeres Thema (zwei e, nicht wahr?!), also wichtig für schmerzwach. :-) Ich mache auch ein bisschen Werbung für REWE und die DB - weil ich Sticker-süchtig geworden bin. Ich habe jetzt schon sechs davon, aber ausgerechnet Frankfurt fehlt mir. Mist! Also, die Frauen-WM beginnt am Sonntag. Wer gewinnt, ist ja jetzt schon klar, ich hoffe, die deutschen Damen zerbrechen nicht an dem Druck, im eigenen Land Weltmeisterinnen werden zu müssen. Doch Silvia Neid dementiert den besonderen Druck - und wird es zu verstehen wissen, ihn möglichst von den deutschen Spielerinnen zu nehmen. Drücken wir ihnen die Daumen. 


Ich habe auch mal einen Tipp gewagt. Selbstverständlich habe ich überhaupt keine Ahnung! :-))) Aber, mh, ist doch auch nicht so wichtig. Ich weiß, dass neben Deutschland das Fußball-Land Brasilien ganz gut ist, außerdem die Skandinavierinnen, Korea und China... Ihr seht hier meine Ergebnisse des ersten Spieltages:

Nigeria            1 : 0        Frankreich
Deutschland      3 : 1      Kanada
Japan              1 : 2        Neuseeland
Mexiko             2 : 2       England
Kolumbien        0 : 3       Schweden
USA                1 : 1         Korea DVR
Norwegen        2 : 1        Äquatorial Guinea
Brasilien          2 : 0        Australien

Donnerstag, 23. Juni 2011

Southside Festival - MATSCHcamp 1/3

Wer dieses Blog verfolgt, der weiß es - ICH LIEBE CAMPS! Und 2011 ist das Jahr der Camps für mich. :-) Begonnen hat alles mit dem Dschungelcamp, das ich eingehend studiert und dokumentiert hat, man wird sich erinnern, auch das Bootcamp, nein, Buchcamp spielte in meinem Leben eine wichtige Rolle, darin erfuhr ich nicht nur, dass ich ein Digitaler Dandy bin, sondern es entstanden sich einige wertvolle Kontakte. Aber die Krönung kam am letzten Wochenende, quasi der Olymp der Camps: ein Musikfestival. Aber nicht einfach nur ein "ich-geh-mal-im-Juni-zu-einem-lustigen-Festival-mit-coolen-Band-und-Sonnenschein-Erlebnis", sondern Hartcore, einfach ein Hartcore-Festival mit suuuuuuuuper viel Regen und noch sehr viel mehr Schlamm, ja, Matsch. Ja, ich sage mal, wie es ist, wie es war: ein MATSCHcamp, das eine riesengroße Herausforderung war! :-))) Drei Posts wird es dazu geben, mit einigen Poladroids, einem Lied des Tages und vor allem selbst gedrehten Videos, also seid gespannt, es gibt viel Matsch und verrückte Leute zu sehen! ;-)



Hier ein Bild vom Beginn der Fahrt, der schönste Mann der Welt fährt vergnüglich Auto, die schönste Sonnenbrille der Welt auf der Nase - da wusste er noch nicht, dass die Fahrt sechs lange Stunden dauern und das Wetter eine schreckliche Wandlung vollziehen wird. Anfangs noch Sonne / Sommer - dann Regen / Weltuntergang... Und die Probleme, die in den sechs Stunden auftauchten, neben Regen - Suche nach Gummistiefeln, Stau, Ölprobleme, Menschen, die die Welt retten möchten usw.


Und so mussten wir das Zelt im strömenden Regen aufbauen, noch konnten wir lachen - obwohl sehr spät dran, haben wir doch einen ganz guten Platz, direkt am Weg (ohne Taschenlampe nachts durch das Camp stolpern, ist ja auch nicht schön), ja, wir waren die gelben Jungs von Camp 10. 


Der Wahl-Hesse hat auch in seiner alten Heimat BADEN-WÜRTTEMBERG immer einen Bembel dabei. ;-) So richtig Heimat war es natürlich nicht. Denn Württemberg ist nicht Baden. ;-) Und trotzdem waren doch sehr viele Badener und Schweizer da... und ihr schöner Dialekt mit dazu. Aber ich beschwere mich nicht, an Tag 3 rettete mir ein Südbadener das Leben (er zog mir um 5 Uhr morgens den zweiten Gummistiefel aus). :-))))


Das Schicksal verhinderte schon mehrmals, dass ich meinen Liebling CLUESO mal live hören und sehen darf! Jetzt war es endlich so weit - zwar aus großer Entfernung, aber das schmälerte nicht meine Freude, "Gewinner" endlich "original" zu hören. Saugut, wundervoll, mein Favourite - und damit das Lied des Tages! http://www.myvideo.de/watch/6344716/Clueso_Gewinner

Tja, schön, hier ein Pissoir - ständiges und sehr großes Thema auf Musikfestivals. Die Männer haben es natürlich immer einfacher. Aber wieso das Teil so mitten auf einem Weg stehen muss? Schön für alle sichtbar, eine Million Leute kommen vorbei und so... ;-) Hier sieht man auch gut, dass das Southside Festival in Neuhausen ob Eck (heißt das so?) auf einem Flugplatz situiert ist. Leider war es nicht überall Beton... Meist MATSCHEPAMPE, aber das sagte ich bereits. Noch mehr Eindrücke von Tag 1 erhaltet ihr in diesem lustigen, kleinen Video! 
Da ist neben den Foo Fighters und Hercules & Love Affair, die ich liebe, die wieder so gute Laune gemacht haben, wie damals in Offenbach im Hafen 2 - noch der böse, übelste Kerl der Welt zu sehen, er ist fett und hässlich - und ein Dieb - meinen schönen transparenten Schirm, quasi der schönste Schirm der Welt, den hat er geklaut!!! Okay, es war der Schirm des schönsten Mannes der Welt, aber das macht keinen Unterschied. ICH WOLLTE IHN NOCH BENUTZEN an den zwei nächsten regnerischen Tagen!!! 

Mittwoch, 22. Juni 2011

London Diaries - Betti berichtet... (2)

Murakamis „Norwegian Wood“ wurde mir vor ein paar Tagen von einem Freund ans Herz gelegt. Wobei ans Herz legen vielleicht schon untertrieben ist, er hat es mir quasi ans Herz geworfen. Vor kurzem kam hier auch der Film dazu raus und ich fand das Plakat sehr schön, den Trailer aber eher langweilig. Als ich dann letzen Montag völlig verkatert von Glade (einem Wochend-Rave) an der Themse spazieren ging, lag es doch wirklich gleich an der Ecke einer der Büchertische. Also hab ich es mir gekauft.
Ich musste meinen Glade-Kater noch drei Tage auskurieren und bin nun endlich zum Lesen gekommen. Ich muss sagen, es ist wirklich ein schönes Buch, wenn auch so gar nicht Murakami like. Diese kafkaesken Momente gibt es eher am Rande. Wunderschöne Dinge, die ich bis jetzt aus dem Buch mitgenommen habe:
- Jemandem ein Glas mit einem Glühwürmchen (firefly) schenken. Ein wunderbares Symbol für Hoffnung.
- Lieder, die in einem Buch erwähnt werden, parallel dazu anhören. Für sowas bin ich meist zu faul, hab es diesmal aber gemacht und es ist wirklich schön!!! Vor allem wenn es um den Zeitgeist einer Epoche (hier die 60er) geht. Hier eines der wundervollen Lieder: http://www.youtube.com/watch?v=IvXBwwYWpQk
- Die Idee jemandem, der einem ein Buch empfohlen hat, im 50 Seiten-Takt über die Impressionen, die einem das Buch gegeben hat auf dem Laufenden zu halten. Man liest das Buch dann ganz anders. Ich bin ja eher schreibfaul, aber Ideen über ein Buch zu Papier zu bringen, während man es liest, ist eine gute Sache… auch wenn es nur Gedankenfetzen sind. Am Ende eines Buches sieht man ja immer schon das Ganze. Und wenn der andere es schon gelesen hat, dann geht es weniger ums Nacherzählen als mehr um Inspirierendes. Bin offen für ähnliche Projekte… Buchempfehlungen also immer her (aber bitte solche, die ich auch hier in England bekommen kann). Man macht das natürlich noch lieber, wenn das Gegenüber interessant ist. Drückt mir also die Daumen, dass nicht nur das Buch ein Happy-End hat.
- Murakamis Art über Frauen zu schreiben ist wirklich sehr berührend. Ich habe das Gefühl, dass es wirklich eher Personen mit Charakter sind als Körper, auch wenn das Buch aus der Sicht eines Mannes geschrieben wurde.


Bild von www.lastfm.de entnommen
Als die Musikvorschläge aus dem Buch dann zu Ende gingen, habe ich mich dem neuen Patrick Wolf Album gewidmet (das gestern mit der Post gekommen ist und so schön wie alle vorherigen anzuschauen ist). Er hat ja eine fortschrittliche Art mit der Musikindustrie umzugehen. Weshalb ich ihn auch so liebe. Sein letztes Album wurde durch Aktien von Fans finanziert (bin selbst stolze Inhaberin zwei dieser Aktien). Sein neues Album wurde zwar wieder auf normalem Wege finanziert, aber obwohl es erst heute rauskam, sind die Singles schon über ein halbes Jahr alt und die Tour dazu gabs schon im März. Ich mag das… ich kannte schon einige Lieder und habe das Gefühl, das Album kommt raus, wenn er zufrieden ist und nicht, wenn es ökonomisch sinnvoll wäre. Eines der wundervollsten Lieder darauf ist Bermondsey street (die gleich bei mir um die Ecke ist, wo er auch ungefähr wohnt… ich glaube, ich sollte meinen super size tesco gegen den sainsburys da tauschen, um ihm mal „zufällig“ über den Weg zu laufen). Hier ein Video davon: http://www.youtube.com/watch?v=-Je2cAAB824, ein live Video, aber weil ich auf diesem Konzert war, ziehe ich es dem „Original“ vor. Man überhört das vielleicht aber, in der ersten Strophe heißt es „she kisses him“ und in der zweiten „he kisses him“ und der Song gipfelt in:
Now you know
Love knows no Boundaries
Sees beyond sexuality
And holds the sun
In the palm of its hand


Ist euch schon mal aufgefallen, dass selbst bekennend schwule Sänger meist von straighten Paaren singen oder nur von you and me oder es ist Katie Perry like im Titel, dass auch jeder gleich von der schockierenden und medienwirksamen Sache weiß. Fällt euch ein Gegenbeispiel ein? Patrick Wolf macht das anders. Er ist ja selbst schwul, bi oder was auch immer. Er schreibt von seinem Leben, seinen Lieben und weder seine Sexualität noch sonst was wird medienwirksam eingesetzt. Dafür kann man ihn doch nur lieben, oder? Er hat sich zu Silvester übrigens mit seinem Partner William verlobt, dem das ganze Album auch gewidmet ist (dazu gibt zwei absolut amazing Posts auf Twitter von ihm). Bitte kaufen, anhören und einen der eindrucksvollsten Künstler unserer Zeit genießen!!! 

Dienstag, 21. Juni 2011

Pacavelli´s Gedanken: Angst vor´m Dunkel

So, mit ein bisschen Verspätung die von mir angekündigte Vorstellung meiner Wenigkeit: „Pacaveli“ heißt „umgangs-sprachlich“ eigentlich seit dem 18-03-1985, also 26 Jahre inzwischen, „Basti“ mit Vornamen. Und, ob ihr es glaubt oder nicht, ich habe in diesen 26 Jahren tatsächlich nichts vollbracht, von dem ich selber glaube, es könnte nicht irgendwie den Wert meiner lyrischen Gedanken mindern, falls ich es ehrlicherweise Jemandem in Form einer Vorstellung einfach nur schildere. Von daher beschreibt mich die Tatsache, dass ich Jannis terminlich wegen dieser paar Worte hier habe hängen lassen wohl irgendwie ganz gut. Denn eigentlich habe ich nüchtern betrachtet die „großen“ Dinge, die ich wirklich brauche, für eine lebenswerte Zukunft, die ich einfach zu leisten hatte, geleistet (Abitur etc.). Eigentlich habe ich aber auf der anderen Seite auch wirklich alles „Große“ geleistet, um diese Zukunft nicht erleben zu dürfen. Eigentlich habe ich aber wiederum aber auch schon Dinge geleistet, die so nur wenige Andere bisher leisteten, beispielsweise in puncto „Schreiben“. Eigentlich habe ich dann aber auch Dinge, die eigentlich jeder alltäglich im Stande und in der Pflicht ist zu leisten, wie diese paar Worte der Selbstbeschreibung, schon mehr als tausendmal verbockt. Unter´m Strich weiß ich ganz einfach selbst nicht mehr wirklich, ob es nun eher der Realität entspricht, meiner Vorstellung Glauben zu schenken oder an meine Vorstellungen zu glauben. Weshalb mir nichts anderes übrig bleibt, als meine Vorstellung am Ende euren Vorstellungen zu überlassen, wenn ihr mehr über meine Person erfahren wollt. Und euch darum zu bitten, mich an dieser Erfahrung teilhaben zu lassen, in der Hoffnung, dass meine Vorstellung eines Tages doch noch meinen Vorstellungen entsprechen kann.
Zur Einstimmung auf das heutige Gedicht (um zwei Tage versetzt ;-)) nun ein Lied: http://www.youtube.com/watch?v=J4Mvo7Z9gMM


Angst vor´m Dunkel

Warum erkennst du mich?


Warum quälst du dich?
Mich außergewöhnlich zu nennen?
Am Ende
mich wieder besser zu kennen?
Warum?
Willst du mich erleben?
Warum?
Sollt´s mich am Ende nie geben?
Warum bin ich
so anders, aussergewöhnlich-ungewohnt, so neu
warum bin ich
genau so, enttäuschend, lügend, deinem Weltbild so treu?
Wer
hat deine Seele so gequält
worauf
deine Hoffnung gepfählt
wann
sind deinen Engeln die Flügel gebrochen
warum
sind sie den Bestien zu Kreuze gekrochen?
Hoffst du
Therapeuten
Pharmazeuten
Pillen
sie können bedeuten
all die Sehnsucht nach dir selber einfach killen?
Warum
willst du gähnen
warum
fließen stattdessen die bittersten Tränen?
Vielleicht
lässt du mich
vielleicht
spürst du dich
noch einmal
siegen
noch einmal
fliegen.
Siehst du mich
hast du mich je wirklich gesehen?
Sahst du mich
vielleicht nur gekommen, um wieder zu gehen?
Aus Angst
hast nie das Schauspiel gesehen, was dir die Hoffnung verspricht
wenn der Vorhang des Lebens fällt
die Enttäuschung, dass sie den Willen dir bricht
aus Angst
kein Mensch hält, was dir die Liebe verspricht
siehst du dein Leben vergehen
im Dunkel. Hältst schützend die Hand vor´s Gesicht.

mehr von Basti hier: http://makaveli85.wordpress.com/

Montag, 20. Juni 2011

Die Blumen in der Hand





















L. noch einmal
Die Blumen in der Hand,
lächelte L. mich an,
sie ließen mich nicht vorher fort
sagend,
ich lachte,
sang ein Lied,
er schaute mich an,
wieso tust du das?
fragend.
Ein Mann erschien hinter seinem Rücken,
Zornesfalten zeigten sich auf L´ s Stirn,
ich lachte,
zeigte dem Mann den Vogel,
noch immer draußen stehend
blickte L. mich traurig an,
ich lachte,
ihn in die Arme nehmend,
ich lasse dich nicht mehr fort
sagend.

Freitag, 17. Juni 2011

Die stutenbissigen Platzhirsche liegen que(e)r

Es gibt da so eine Szene, die "quer" ist, und ganz viel für die Genderbewegung gemacht hat. Oder so. ;-) Das war ein schöner Lacher, für den Ruthard Stäblein vom Hessischen Rundfunk bei der Veranstaltung des Studienganges Buch- und Medienpraxis der Goethe-Universität Frankfurt gesorgt hat. Glatt mal ein E bei "queer" weggelassen. Vielleicht waren so kleine Fehlerchen und andere kleine Desaster seiner kurzen Vorbereitungszeit geschuldet - er musste Gregor Steinbrenner kurzfristig ersetzen. Eine schwierige Aufgabe für ihn, vor allem, da er alleine umringt von drei Frauen saß, die a) sehr klug waren und b) nicht so recht wussten, was sie mit seinen "provokanten" Inputs anfangen sollten. Gelegentlich hatte man bei Dr. Julia Voss oder bei Prof. Dr. Sibylla Flügge den Eindruck, dass sie innerlich die Augen verdrehen und sich woanders hinwünschen. Letztere brachte 


 die Studierende, die nach Aino Kelle vom Holzhausenschlösschen, die einführenden Worte sprach, mit einem kleinen Einwurf "Warum nicht?!" völlig aus dem Konzept. Symptomatisch für das nette Beisammensitzen, das daraufhin folgte, keinem tat es weh, keinen brachte es weiter. Bezeichnend auch, dass am Ende Barbara Bingel nachfragte, wie es zu der Auswahl der Thematik kam, man habe sich ja etwas dabei gedacht. So richtig konnte keine/r von den Studierenden darauf eine Antwort geben, auch die Podiumsgäste schienen nicht so recht zu wissen, was das alles soll, und der Moderator meinte am Ende nur, dass er sich bei Hanne Kulessa für diesen Abend zu revanchieren wissen werde - die hat ihn wohl in einer


spontanen Aktion davon überzeugen können, anstatt Gregor Steinbrenner - den ich unbedingt sehen wollte - den "Quotenmann" zu spielen. Wieso war bei so einem Thema eigentlich kein Platzhirsch mit dabei? Ein Mann, der gegen "Quotenfrauen" ist, der die weiblichen Podiumsgäste sanft belächelt, wenn sie etwas über die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt erzählen. Jemand, der im Stile eines Strauss-Kahn auf sie hinunterblickt und der Diskussion Dampf macht. Nun musste Ruthard Stäblein diese Aufgabe übernehmen, eine Rolle, die sich eines Moderators - es sei denn er heißt Michel Friedmann - nicht geziemt. Und es ist ihm ja auch nicht gelungen. Dieses merkwürdige Ungleichgewicht verhinderte eine spannende Diskussion. Ganz von der Fragestellung abgesehen, denn die drängte die Protagonist_innen dazu, ständig Verallgemeinerungen von sich geben zu müssen, so ist eben das Thema. Julia Voss von der FAZ war dann die einzige, die regelmäßig davor warnte, die beiden  Geschlechter und die Konflikte und Schwierigkeiten, die es im Arbeitsleben gibt, zu sehr zu psychologisieren, schließlich gebe es ganz andere Kampflinien, die soziale Hierarchie zum Beispiel, die Altershierarchie und ähnliches. Was sind nun weibliche Strategien, wer ist nun teamfähiger. Es gab am Ende des Abends keine Antworten, und sie gibt es generell nicht. Doch eine Sache bemerkten wir in den Gesprächen nach der Veranstaltung: so sehr wir den Ausführungen zustimmten, die dieses Mann-Frau-Ding nervig findet und dass sich das mit der nächsten Generation auflösen werde - dabei missachtet sie die Erfolge eines Mario Barth, der große Stadien vollkriegt, mit einem Programm, dass eben dieses Mann-Frau-Ding bis zum Gehtnichtmehr ausschlachtet. Da wird es den Einwand geben, dass er sich nur darüber lustig macht und dass die Leute da hingehen, darüber lachen und über solchem Schwachsinn stehen. Tun sie nicht. Die Besucher_inner dieser Veranstaltungen klopfen sich auf den Schenkel und sagen: Haha, ja genau so ist es, und fühlen sich bestätigt. Nein, es ist kein Armutszeugnis eines Mario Barth, sondern ein Armutszeugnis unserer deutschen Gesellschaft, dass so ein Mann einen solchen Erfolg hat. Es ist ein Armutszeugnis für Deutschland, dass hier Menschen das witzig finden, was er von sich gibt. Denn es ist nicht witzig, nicht komisch! Die Klischees, die ein Stäblein brachte, waren nicht von ihm, er benutzte welche, die virulent in den Köpfen der meisten Menschen sind. Dieses Frau-Mann-Dings ist noch längst nicht überholt, im Gegenteil, trotz queerer Szene, die so vieles tut, um dieses zu verändern. 
Jetzt habe ich sehr viel auf diese Veranstaltung geschimpft, die doch insgesamt sehr nett war, das Holzhausenschlösschen ist sehr angenehm, und naja, die Studierenden hatten dieses Semester einfach sehr wenig Zeit. DAS muss man ihnen schon zugute halten. Und dass der Moderator UND ein Podiumsgast kurzfristig absagen - ist schon ein schweres Los. Aber das wichtigste ist: Daraus zu lernen. :-)))) Sagte der Großvater am Ende...