Montag, 16. Juli 2018

Dalkey and Sandycove


"Und? Hast du Bono's Haus gesehen?" Das war die häufigste Frage, die mir nach meinem Besuch in Dalkey gestellt wurde. Vielleicht hätte mal die Person, die mir diesen Ort empfohlen hatte, mich darauf hinweisen können, dass ich früher oder später am Haus des berühmten Iren vorbeilaufen würde. So habe ich es das jetzt wahrscheinlich gesehen, ohne zu wissen, dass Bono manchmal da im Garten sitzt oder vor dem Kamin oder ... vielleicht auch an den kantigen, schlüpfrigen Felsen, an denen ich mir fette Schrammen geholt habe. Dalkey ist nämlich gefährlich und nichts für schwache Nerven. Ins Wasser gehen? Völlig überbewertet - ist eh viel zu kalt, trotz Hitzewelle. :-D
Nein, im Ernst, als ich fett blutete, bereute ich es tatsächlich ein wenig, nicht weiter nach Bray gefahren zu sein, dann hätte ich mit dem Boy aus dem Zug schwimmen können. Der hatte uns mit fantastischen Dance-Moves, gesungenen Dancefloor Hits und einem nackten Oberkörper verzaubert. Ich hatte die Befürchtung, in Bray auf ein Mallorca der Iren zu treffen und stieg in Dalkey aus. Weniger Touristen, mehr Felsen. Nun, manchmal sollte man auf seine Triebe hören ... :-D















Mittwoch, 4. Juli 2018

Friedelhausen, Gießen und der Rest der Welt


Challenge. Eines meiner Lieblingswörter. Herausforderung. Mein ganzes Leben besteht aus Herausforderungen. Ein Mensch, der lange mit Depressionen und Panikattacken zu kämpfen hatte, kann das durchaus so sagen. Ich hatte wirklich lange Phasen in meinem Leben, in denen ich kaum aus dem Bett kam, keine Motivation, nur Apathie in mir drin hatte. Und auch heute noch muss ich mich zu meinem Glück zwingen, mich an Dingen beteiligen, um nicht auf die Idee zu kommen, einfach im Bett liegen zu bleiben. Wie kann so ein guter Fußballer wie Robert Enke, der in der Öffentlichkeit steht, Depressionen haben und sich selbst umbringen? Wie kann jemand wie ich, der so im Leben steht, so vieles erlebt und dabei recht glücklich erscheint, von Depressionen und Suizid reden? Nein, keine Sorge, ich möchte und werde mich nicht selbst umbringen. Darum geht es nicht. Ich möchte nur sagen, dass auch mich so vieles so viel Überwindung kostet. Dass ich 1000000 Ängste habe, dass ich 1000000 Gründe finde, Dinge nicht zu tun, morgens nicht aufzustehen zum Beispiel, dass ich mich oft am liebsten irgendwo verbuddeln möchte.
Challenges. Die habe ich mir in den letzten Jahren auferlegt. Dinge zu tun, die ich sonst nicht tun würde. Ich zwinge mich dazu, zwinge mich zur Erfahrung.  Oft kann ich dann im Nachhinein darauf verzichten, doch woher soll man es zuvor wissen? So auch an diesem Sonntag morgen. Die Challenge war über eine Meetup-Gruppe eine Wanderung mit Abfahrt um 9.49 Uhr zu starten. Das schwierige neben der frühen Abfahrt: den "Führer" und die Gruppe ertragen lernen. Vor allem ersterer machte es mir nicht leicht. 20 Kilometer sollte der Weg betragen, letztendlich waren wir fast 30 Kilometer durch Feld und Flur gelaufen, bei 30 Grad in der Hitze. Es brachte einige des Trupps an die körperlichen Grenzen. Und mich zum Motzen - Muffi war bei mir. :-) Natürlich war der See dann das Highlight und entschädigte für Vieles. Natürlich war die Gegend um Friedelhausen und Gießen und wo wir sonst so waren wunderschön. Aber in einer Gruppe von 20 Menschen aus aller Welt, die auch Sprachen aus aller Welt sprachen, konnte ich mich jetzt nicht so perfekt entspannen - eine kleinere Gruppe, die auch mal miteinander schweigen kann, ist durchaus entspannend! 
Aber es war schön, zu wandern, es war schön, ins kalte Nass zu springen, es war schön, an seine körperlichen Grenzen zu kommen ... Challenge erfolgreich bestanden und abgeschlossen. Es gibt keinen Grund, so etwas nochmals mitzumachen. :-D