Freitag, 30. Januar 2015

Elfies 2015: werde mein freund

So. 1.2.2015 · 12 - 16 Uhr und Fr. 6.2. 15 - 18 Uhr: »Werde mein Freund« 
Jannis Plastargias sitzt im Schaufenster und arbeitet – DU kommst herein und lernst ihn kennen! Selfie, Facebook, Freund. Die Selfies werden auf der Fanseite gepostet.

Am Sonntag werde ich auch mit den Künstler*innen reden, überlegen, wie wir die Kunst aufbauen - so dass alle, die kommen, auch direkt beim Prozess mit dabei sein können. Das wird sicher spannend. Am Freitag werde ich ein Schreibprojekt haben - auch daran kann man partizipieren, wenn man es möchte. :-)

Freundschaften unter Künstler*innen gab es in allen Zeiten. (1)

Doch waren die Kontaktmöglichkeiten einst auf seltene Treffen und langwierige Schriftwechsel beschränkt, sind die Gelegenheiten der Begegnung in sozialen Netzwerken in der Gegenwart ins fast Unermessliche gestiegen. Es besteht nicht nur die Möglichkeit, sich seine Werke in digitaler Form zuzusenden und miteinander zu besprechen, sondern man ist in der Lage, mit mehreren Künstler*innen gleichzeitig zu kommunizieren und kann gar Projekte miteinander bearbeiten.


Diese Möglichkeiten werden bereits vor Ausstellungsbeginn gemeinsam virtuell (über Facebook Gruppe und Fanseite) ausgelotet, etliche Ausstellungsobjekte werden dadurch erst entstehen, andere bleiben in ihrer Virtualität verhaftet und gemeinsam wird eine geeignete Präsentationsform entwickelt. Vorträge, Performances, Musik- und Literaturveranstaltungen zur Thematik runden das Ausstellungsprofil ab.

Sonntag, 18. Januar 2015

Queere Videos 13: Bonaparte mit "Two Girls"


"Haters gotta hate", "Lovers gotta love" - "And I made of that" - Ja, ein Lied eines Liebenden ist das! "I'm in love with two girls" ... Viel Liebe ist da also im Spiel ...

Meistens sind ja meine queere Videos welche, in denen gleichgeschlechtliche Intimität selbstverständlich dargestellt wird bzw. insofern thematisiert, dass Teile unserer Gesellschaft damit ein Problem haben (Stichwort: Homophobie). Doch queer ist ja mehr. Queer ist auch, wenn Menschen asexuell, pansexuell oder auch polyamourös sind. Und genau so ein Video suchte ich - und fand es schnell auch. Bei Bonaparte. Tja, bei wem auch sonst. Die Musik der 2006 in Barcelona gegründeten Band (die allerdings in Berlin tatsächlich beheimatet ist) fällt nicht leicht zu beschreiben, manchmal wird ihnen das mysteriöse Genre „Visual Trash Punk“  unterstellt. Nun, es ist auf jeden Fall Punk, auf jeden Fall trashig und legt erstrecht wert auf das Visuelle. Das sieht man auch in diesem Video von Otis Ike sehr gut: Absoluter Trash, künstlerisch hochstilisiert - und man fragt sich die ganze Zeit: Mag ich das? Muss ich das gut finden? Oder finde ich es eher fragwürdig? Und doch ist da irgendwas ... 
Dass ich Bonaparte noch kein einziges Mal in diesen fünf Jahren hier vorgestellt habe, ist allerdings sehr merkwürdig, gelten sie doch als „analoge Bohème“. Mit der Bohème beschäftige ich mich ja hier oft, ja, ich bezeichne mich fast schon als solche, zumindest als "schmerzwach" - nur wäre das Adjektiv "digitale" fast sinnvoller. Die Konzerte sind so expressiv wie dieses Video, bunt, anders, actionreich. 
Polyamorie nun ist vereinfacht gesagt, die Praxis mehrere Liebesbeziehungen nebeneinander zu führen, wobei bestimmte Voraussetzungen bestehen müssen, a) das Einverständnis und Wissen aller Beteiligten, b) müssen dies alles verbindliche und langfristig angelegte Beziehungen sein und c) ist natürlich ganz viel Vertrauen notwendig.
Wenn es nun in dem Lied heißt "I'm in love with two girls", dann folgt hier auch sogleich die Erkenntnis, dass die Person nun alles zwei Mal machen muss, für beide Personen da sein muss, beiden Personen (symbolisch betrachtet) zwei Nester zu bauen, sich einzusetzen und involviert zu sein. Das ist natürlich nicht immer einfach und kann überfordern - vielleicht soll dieses Video das ausdrücken. Ich weiß es nicht. In dem Fall erkenne ich ja das "queere" eher am Text als am trashigen Video. Abe rich mag es trotzdem, vor allem die Sequenz auf diesem Festival (Hippies?). Viel Spaß beim Schauen! :-)

Freitag, 16. Januar 2015

Keine Kommunikation für einen Tag - als neues "Ritual"


Rituale. Ein mittlerweile nicht mehr ganz so trendiges Wort wie noch vor zwei drei Jahren. Rituale brauchen wir in unserem Leben. Rituale, die uns das Leben in einer sich immer rasanter verändernden Welt vereinfachen. Rituale sind etwas Regelmäßiges, etwas, das Sicherheit gibt, worüber man nicht nachdenken muss, sondern irgendwann automatisch macht. Man muss nicht immer wieder neu darüber nachdenken, sondern macht es immer wieder, fühlt sich geborgen, weiß, was es tut. 
Das häufigste Problem im modernen Leben: Überforderung. Ja, diese Überforderung führt häufig zum Ausbrennen, bis hin zum waschechten "Burn-out", der uns ganz zum Erlahmen bringt. Erschöpfung, ein Phänomen, das immer mehr Menschen kennen in einer Welt, in der es immer eine Option, etwas zu tun gibt. In einer Welt, in der wir dauer-erreichbar sein müssen, ständig Emails, Whatsapp-, Facebook- oder Twitter-Nachrichten beantworten, in denen wir permanent auf unsere Smartphones, Tablets und Laptops schauen. Ein Overflow. Wann haben wir einmal Zeit nur für uns und unsere Gedanken? Ich sehe Leute, die im Saunabereich auf ihr Smartphone blicken, manche telefonieren sogar (was ich besonders ärgerlich finde, ist es doch eine "Ruhezone"), schreiben aufgeregt Nachrichten. Verlernen wir nach und nach das Abschalten?
Ich merke es auch an mir. In den letzten Monaten quälten mich vermehrt Erschöpfungszustände. Ständig hatte ich im Kopf: Hm, dem musst du noch benachrichtigen, hm, die wollte ich noch anrufen, hm, das muss ich noch schreiben oder verbloggen. Aber immer öfter auch dieses: Ich will nicht mehr, ich will meine Ruhe, und zwar vollständig, ich will nichts mehr von all dem wissen, nicht noch einen Artikel über die Buchbranche oder über politische Ereignisse lesen und kommentieren.
Dann gab es letztens den ersten Tag für mich ganz ohne Kommunikation mit dem Außen, also weder Social Media, noch Telefon, noch Emails oder sonstwas. Ein Tag für mich, ein Tag, ohne mit irgendwem etwas abzusprechen, gemeinsam zu organisieren - einfach nur für mich sein, machen, was ich Bock habe. Das war an meinem Namenstag am 7.1. Ausgerechnet an dem Tag, an dem das Attentat in Paris bei der Zeitschrift Charlie Hebdo passierte. Ich kriegte alles am nächsten Tag erst mit ...
Dieser Tag tat mir gut, sehr gut sogar. Ich konnte sehr viel besser abschalten als sonst. Selbst wenn man einen Tag versucht, privat zu sein, nichts Berufliches zu machen, wird man durch Leute daran erinnert, oder kriegt geschäftliche Mails, die man ja unbedingt sofort beantworten muss. Kriege ich es nicht mit, weil ich den Flugmodus anschalten, kann ich auch nicht sofort reagieren. Punkt aus! Und das muss jedem Menschen wenigstens einen Tag lang gestattet sein! So versuche ich jetzt regelmäßig mal einen Tag zu finden, an dem ich das tun kann, ohne das "die Welt untergeht" - die geht sowieso niemals unter wegen mir. So wichtig bin ich nicht und werde ich niemals sein. Und das ist auch gut so! :-) Diese "Ruhe-Insel" ist notwendig, ist wie ein Kurzurlaub, wie ein Tag am Meer, oder an einem schönen großen Fluss wie der Tejo in Lissabon (siehe Bild). 
Dieses Mal ist dies also der kommende Montag, auf den ich mich sehr freue! Also, wer mich da versucht zu erreichen: Sorry, aber keine Kommunikation für einen Tag! :-)

Mittwoch, 14. Januar 2015

Elfies. Über Freundschaften, Interaktion und Kunst im digitalen Zeitalter / Die Veranstaltungen

Foto: Vanja Vukovic - Filmstill "Finding Philia"
Ausstellende Künstler/innen:

Vanja Vukovic, Dirk Baumanns, Kosta Tsobanidis, Adonis Malamos, Katharina Wackermann, Fabian Freese, Nikolas Brummer, Vládmir Combre de Sena, Safiye Can, Ferdi Tosunlu, Snežana Golubović, Roya Ash, Harald Etzemüller und Karin Nedela 

Im Rahmen dieser Ausstellung im ausstellungsraum EULENGASSE, die zwischen dem 4.2. - 15.2. stattfinden wird, gibt es einige spannende Veranstaltungen. Zu jeder einzelnen wird noch eine gesonderte Facebook-Veranstaltung mit mehr Informationen online gestellt. Hier ein erster Überblick über die Events:

23.1. – 3.2.2015 "Werde mein Freund!" Zwischen 23.1. – 3.2. passiert etwas im Ausstellungsraum: ich werde ihn als „Arbeitsraum“ nutzen, am Schaufenster sitzen und ein Plakat aufhängen: „Suche Facebook-Freund/innen“, Vorbeigehende können eintreten, mit mir reden, sich mit mir „anfreunden“ und dann machen wir ein Selfie, was ich auch auf der Fanseite poste.

4.2.2015, 19 Uhr Einlass, ab 19.30 Uhr Beginn
"Freundschaftsparty"
Die „Ausstellungseröffnung“ wird eine „Freundschaftsparty“ sein, am 4.2. wird Facebook ELF Jahre alt. Gerda Jäger wird "ELFchen" vortragen, Safiye Can wird aus ihrem Bestseller-Lyrikband "Rose und Nachtigall" Gedichte rezitieren (Autorenwebsite: www.safiyecan.de) und sehr freuen wir uns über die Teilnahme des Katersalon Berlin mit Christiane Frohmann (Frohmann Verlag), die eine Präsentation zu ihrem Buch "Selfie-Publishing. Instantane Ichmeldungen" beisteuern wird. Weitere Performances sind geplant.
http://frohmannverlag.tumblr.com/generator
https://www.facebook.com/Katersalon

5.2.2015, 19 Uhr Einlass, ab 19.30 Uhr Beginn
"Lesung 'Tausend Tode schreiben' II, Frankfurt"
"Nach unserer physisch und emotional fordernden Lesung in Berlin im letzten Dezember treffen sich nun einige der Frankfurter Beitragenden und lesen ihre Texte aus 'Tausend Tode schreiben'."
Wer mitlesen möchte, meldet sich bitte beim Verlag oder Jannis Plastargias.
Mehr zu #1000tode hier: https://www.facebook.com/writinga1000deaths?fref=ts
https://www.facebook.com/events/1685229845037109/

7.2. ab 19.30 Uhr
"Reunion-Party"
Eine exemplarische Facebook-Nutzerin wird all ihre Freund/innen einladen, und diejenigen, die sie noch nicht face to face gesprochen hat, das erste Mal im Real Life treffen, und die anderen endlich mal wiedersehen.
Die Veranstaltung ist auch für Nicht-Freund/innen offen - man kann durchaus offline neue Freund/innen kennenlernen, die dann Online-Freund/innen werden. :-)

8.2. 15.00 – 17.00 Uhr
"Künstler-Publikum-Speeddating"
Vier von den Künstler/innen setzen sich in vier Ecken und stehen dem Publikum Rede und Antwort im kleinen Kreis. Vier Mal fünf Minuten. Fragen wie: Wie kamst du darauf, dieses Kunstwerk zu produzieren? Was gab es für Hindernisse bei der Herstellung? etc. Natürlich kann man da nur Themen anreißen und Anstöße geben. Danach gibt es die Möglichkeit bei Wein, Bier und Kaltgetränken die Gespräche zu vertiefen. Eine etwas experimentellere Art, eine Midissage zu begehen. Mit Kaffee und Kuchen.

12.2. 19.30 Uhr Einlass, 20.00 Uhr Beginn
"controVERS in Digitalien"
Die Dichter/innen der Gruppe controVERS lesen Gedichte passend zum Thema „Digitalisierung der Welt“. Gerda Jäger, Barbara Zeizinger und andere lesen.

13.2. 18.00 Uhr Einlass, Veranstaltung 18.30 – 23.00 Uhr: "Pardauz, queer!"
Um 18.30 Uhr beginnt das „Teach-in“ („Diskussionsrunde“) mit dem folgenden Thema: „Queere Identitäten im Netz“. Jessica Purkhardt, freie Journalistin und Transgender-Aktivistin, Ioannis Karathanasis, Vorstand Queernet Hessen, Änna N., Queer-Aktivistin, und Michael Holy, Historiker und Schwulen-Aktivist der ersten Stunde, sprechen über Geschlecht, Geschlechtlichkeit und Identität im Netz. 
In den Siebziger Jahren gab es noch kein Internet, welches gerade das queere Leben sehr stark verändert hat – doch inwiefern? Welche Besonderheiten gibt es in Bezug auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten, sprich: Wenn das Geschlecht nicht als „männlich“ oder „weiblich“ definiert wird bzw. nicht heterosexuell ist? Wie steht es mit der Klarnamenpflicht, gerade wenn man verborgen sein Anderssein auslebt? Und wie nutzen wir in der Community das Internet überhaupt – Social Networks, Dating-Portale, spezielle queere Seiten?
Ab 20.00 Uhr folgt dann ein „Sit-in“ („Barabend“) zum Weiterdiskutieren, rumsitzen, trinken, rauchen und die Ausstellung anschauen. Allerdings wird dieses Chillen mit Performances angereichert, z.B. wird der Musiker Philipp Höhler („Tony Riga“, „Beschwerdechor“) eine überraschende Mitmach-Aktion mit den Gästen durchführen. Weitere lustige Interaktionen sind geplant, bleiben aber noch geheim, damit das Motto „hoppla“ („pardauz“) auch Realität wird. 
https://www.facebook.com/events/1569570916621597/

15.2. 17.00 – 20.00 Uhr
"Auktions-Sonntags-Show"
Eine Auktion unserer ausgestellten Werke, aber auf unterhaltsame Art als "Saturday Evening Show" mit ein bisschen Musik (Singer-Songwriter), ein bisschen Lesung, Performances. Es soll Spaß machen, getrunken und verkauft werden. Eine etwas andere Finissage mit Jonela Manola Hoxhaj.

https://www.facebook.com/Elfies2015
http://www.eulengasse.de/

Donnerstag, 8. Januar 2015

schmerzfach feiert: Schmerzwach - 5 Jahre Heartcore Blogging

Schmerzwach - 5 Jahre Heartcore Blogging
Einen Tag lang nichts tun, nicht ans Telefon gehen, das Smartphone links liegen lassen, keine Social Media Kanäle beachten, einfach nichts beantworten und beachten - nicht einmal diese schreckliche Sache in Paris bekam ich mit! Ich hatte mich einen Tag völlig abgeschottet, Filme geschaut, gegessen, getrunken, Entspannungsübungen gemacht, geschlafen, einfach: gechillt -
- und doch ist etwas passiert gestern. Andere haben gearbeitet, während ich mich und einen an mich selbst geschenkten Tag gefeiert habe. Und was ist also an diesem wunderschönen 7.1.2015 passiert? Ein neues ebook kam auf den Markt, mein ebook. Mein schmerzwaches ebook: "Schmerzwach - 5 Jahre Heartcore Blogging". Neben den Postings im Dezember hatte ich auch immer wieder an diesem kuratierten ebook mit den besten Beiträgen gearbeitet - allerdings nicht nur die sind da drin, nicht nur Leseproben aus Büchern, sondern auch die eine oder andere Geschichte, die ihr noch nicht mitgekriegt habt ...
Der schmerzwach Blog ist mit viel Herzblut geschrieben, die Beiträge kostenlos und ohne Barriere zu lesen, das ebook jedoch kostet 0,99 Euro Unkostenbeitrag, das ist nicht viel, das ist für so viel Stoff gar wenig. :-) Also, wer es haben möchte, kann es in unzähligen italienischen Shops kaufen, oder einfach hier.
In "Schmerzwach - 5 Jahre Heartcore Blogging" ist auch die Geschichte rund um fuckformynextbook drin. ;-)


Mittwoch, 7. Januar 2015

schmerzwach feiert: Namenstag - der heilige und der unheilige Jannis


Wie ebenfalls bekannt ist: Ich feiere meinen Namenstag am 7.1.! Jedes Jahr. Na gut, eigentlich feiere ich nicht wirklich. Geburtstage feiere ich auch nur eher ausnahmsweise. Aber zumindest denke ich an diesem Tage daran. Und dieses Jahr möchte ich wirklich etwas Besonderes machen. Mir selbst einen Tag schenken. Nachdem ich das hier gepostet habe, werde ich das Internet höchstens nutzen, um Öffnungszeiten von irgendwas herauszufinden, ansonsten genieße ich, gehe nicht ans Telefon, chille einfach, gehe vielleicht alleine ins Kino, in die Sauna, werde viel lesen - werde bei mir sein!
Johannes der Täufer. Das ist mein Taufpate, quasi. Und mein geliebter Cousin Nikos hat mir einst diese schöne Ikone gemalt. Mehr von ihm hier:
http://www.nikoskallis.gr/en/
Warum diese Bilder hier? Ein Schaffensprozess! ;-) So läuft das mit den Selfies, die ich poste. Da wird einiges ausprobiert ... :-)













Montag, 5. Januar 2015

ESC 2015 - Meine Lieblingshits ever


Wer diesen Blog verfolgt, weiß, dass ich ein großer Fan des Eurovision Song Contest bin. Da ich auf einem Neujahrsbrunch mal wieder damit angefixt wurde, habe ich mir in den letzten Tagen ganz viele alte ESC Songs angehört - und nun möchte ich meine überraschende Top 55 kundtun, die übrigens keine Rücksicht darauf nimmt, welche Platzierung die Titel im Contest hatten, Sieger*innen werden nicht bevorzugt, alleine mein kruder Geschmack zeigt sich hier, unbestechlich, aber durchaus geprägt von meinem Umfeld in der Kindheit (ich bin inmitten von Griechen, Jugoslawen, Armeniern und Türken aufgewachsen). Die Top 55 ist natürlich auch nur in diesem Moment in dieser Reihenfolge, morgen kann dies schon ganz anders ausschauen, schließlich gefallen mir alle Lieder in dieser Liste sehr gut. Die gesamte Playlist in einer anderen Reihenfolge erhält man hier.

01. Zeljko Joksimovic - Lane Moje (Serbia and Montenegro) 2004 (Platz 2)
Das schönste am ESC ist doch gerade, dass solche Lieder eine Chance bekommen, die Reise um die ganze Welt antreten zu dürfen - mitreißende, wunderschöne Folklore, in der Originalsprache gesungen, mit Verve und großer Ausstrahlung.
02. Hari Mata Hari - Lejla (Bosnia and Herzegovina) 2006 (Platz 3)
Das Lied hätte ich auch auf Platz 1 setzen können, ich habe es sicherlich genauso oft gehört wie "Lane moje" - denn das ist eines der wichtigsten Kriterien: Es muss in meinen Playlisten aufgetaucht sein. Ein romantisches Lied voller Herzschmerz ... Übrigens ist dieses Lied von Zeljko Joksimovic komponiert und getextet worden!
03. Marianna Zorba - Horepse (Greece) 1997 (Platz 12)
Bei mir Platz 3, im Contest auf einem sehr mittelmäßigen 12.Platz gelandet. Warum? Ich weiß es nicht. Doch ehrlich gesagt erkannte auch ich erst später, dass ich es cool finde, wie sie davon singt, im Rhythmus ihres Herzschlages zu tanzen. 
04. Şebnem Paker - Dinle (Turkey) 1997 (Platz 3)
"Hör zu", singt sie, auch etwas flotter, genauso folkloristisch wie alle Lieder bisher. Gut zugehört haben vor allem die Zuschauer*innen zuhause, die in manchen Ländern das erste Mal voten durften. Wäre es nach ihnen gegangen, hätte die Türkin damals sicher gewonnen - die Jurys, die damals mehrheitlich entschieden, verhinderten es.
05. Amina - Le dernier qui a parlé (France) (Platz 2)
Sie wäre fast die Gewinnerin geworden, musste sich im "Tie Break" Carola aus Schweden geschlagen geben. Der letzte, der redet, behält recht in deinem Hause. Traditionell. Nordafrikanisch. Das französische Broadcasting hatte immer das Ziel, seine Vielfalt auch beim ESC abzubilden ...
06. Verka Serduchka - Dancing Lasha Tumbai (Ukraine) 2007 (Platz 2)
Die wahren Held*innen des ESC befinden sich also auf den zweiten und dritten Plätzen, das bewahrheitet sich auch hier. Ich liebe ja auch solche stimmungsvollen, ja, albernen, nicht ganz ernst gemeinten Lieder beim ESC. Wenn sie was können. Und Verka Serduchka ist groß!
07. Anouk - Birds (The Netherlands) 2013 (Platz 9)
Viel zu schräg für den Bewerb - anders lässt es sich für mich nicht erklären, wieso dieser wunderbare, getragene Chanson nicht weiter vorne gelandet ist. Ich mag ihn supergerne.
08. Afro-Dite - Never Let It Go (Sweden) 2002 (Platz 8)
Ähnlich ging es den als Favoritinnen gehandelten dunkelhäutigen Schwedinnen, die mir damals richtig gute Laune machten. Sehr schade! Shake it, shake it!
09. Emmelie De Forest - Only Teardrops (Denmark) 2013 (Platz 1)
Die erste Gewinnerin in meiner Liste. Ich war zwar für Anouk, aber dieses Lied mochte ich ebenfalls sehr. Die süße Elfe im Wald mit diesem Flötisten an der Seite ... Heart!
10. Loreen - Euphoria HQ (Sweden) 2012 (Platz 1)
Natürlich hat sie verdient gewonnen, natürlich hätte sie auch jeden anderen Platz in der Top 10 haben können - aber hier habe ich mich echt mal etwas überhört. Die schwedischen Lieder schaffen es gelegentlich zu großen Hits zu werden, siehe Abbas "Waterloo".
11. Severina - Moja štikla (Croatia) 2006 (Platz 12)
Vermutlich nehmen es die meisten gar nicht ernst, dieses Lied, aber ich mag es total gerne. Genau meine Musik, macht mir total gute Laune, Feier-Laune, Afrika Paprika, Sex Sex Sex. Yeaaaaaaaaah!
12. Aud Wilken - Fra Mols til Skagen (Denmark) 1995 (Platz 5)
Und jetzt wieder Gegen-Programm. Ein Lied, das man ernst nehmen muss, das für mich überraschend auf Platz 5 landete, denn man muss sich erst einmal reinhören. Aber dann ... Eine tolle Jazz-Sängerin mit einem gefühlvollen Lied.
13. Helena Paparizou - My Number One (Greece) 2005 (Platz 1)
Völlig verdient auch hier in diesem Fall. Da hat alles gestimmt. Ja, tut mir Leid, dass man "im Westen" einen anderen Geschmack hat. Das ist ein ESC Song! Das ist ein Siegertitel. Und gar nicht so trivial, wie manche tun. 
14. Alexander Rybak - Fairytale (Norway) 2009 (Platz 1)
Okay. Ich muss es loswerden: Er ist sooooooooooooo niedlich! Ein klarer Favorit, ein verdienter Sieger, ein guter Typ. Und wieder einmal eine Geige. Mit der Norwegen übrigens auch 1995 gewann. ;-)
15. Mary Roos - Aufrecht geh'n (Germany) 1984 (Platz 13)
Ein enttäuschender 13.Platz verhindert nicht, dass das eine meiner Hymnen ist. Ich habe das Lied erst kürzlich auf Facebook zitiert! I like it!
16. Remedios Amaya - Quién Maneja Mi Barca (Spain) 1983 (letzter Platz)
Noch schlimmer erging es dieser wundervollen, barfüßigen Flamenco-Sängerin, die einfach mit Null Punkten, Zero Points nach Hause fliegen musste. Und das ausgerechnet beim Münchner ESC. Bitter und völlig unverdient. Ich liebe es!
17. Rodolfo Chikilicuatre - Baila El Chiki Chiki (Spain) 2008 (Platz 16)
Viel besser haben die Leute dieses Lied auch nicht verstanden, ich finde es total witzig, ich mag es, ich mag ihn. Und achtet mal auf die Tänzerinnen!!! Hahaha.
18. Gülseren - Rimi Rimi Ley (Turkey) 2005 (Platz 13)
Da gewinnt mal Griechenland ganz klar - und ich denke mir nur: Shit! Ich war für die Türkin! ;-) Das Problem ist die Akkustik, die der armen Sängerin böse reinspielt. Der schlechte Platz ist auch nur dadurch zu erklären, denn sie hat schließlich ALLES gegeben! Mit Trommeln, Tänzer*innen, Klamotten ...
19. Massiel - La la la (Spain) 1968 (Platz 1)
Die Spanier*innen beim Contest sind so crazy, auch Massiel. Lalalalalalalalalala. Achtet mal darauf, was sie mit den Händen an den Ohren macht ...
20. Mariza Koch - Panaya mu, Panaya mu (Greece) 1976 (Platz 13)
Der verflixte 13.Platz für die Frau mit dem deutschen Namen, die Angst haben musste, auf die Bühne zu gehen. Ihr wurde mit dem Tod gedroht (die Türkei und Griechenland hatten eine schwere Krise miteinander damals - am Ende blieb sie am Leben, wurde aber im türkischen Fernsehen ausgeblendet). Sehr traditionell, religiös - und mit superstarker Stimme. Eine Arie?
21. Bucks Fizz - Making your mind up (UK) 1981 (Platz 1)
Ich war sechs Jahre alt und hatte zwei gleiche Schlafanzüge, die sich nur in der Farbe unterschieden. Ich zog sie übereinander und tanzte mit - und irgendwann zog ich den oberen aus. Das machte Spaß! Rock'n'roll!!! :-)
22. Teach-In - Ding-a-dong (Netherlands) 1975 (Platz 1)
Dieses Lied ist soooo cool. Schön, dass es in meinem Geburtsjahr gewonnen hat!!!
23. Secret Garden - Nocturne (Norway) 1995 (Platz 1)
Norwegen gewinnt am liebsten mit Geige. Ein wunderschönes Stück - Lied kann man es ja fast nicht nennen, es ist das Lied mit dem wenigsten Gesang ever und wurde deswegen fast disqualifiziert. Dann hätten wir aber eines der traumhaftesten Lieder ever beim ESC verpasst!
24. Ruslana - Wild Dances (Ukraine) 2004 (Platz 1)
Ruslana musste über das Halbfinale gehen: Schon da war mir klar, dass niemand eine Chance haben würde im Finale - auch wenn ich natürlich für meinen ersten Platz in dieser Liste die Daumen drückte. 
25. Dino and Beátrice - Putnici (Bosnia and Herzegovina) 1999 (Platz 7)
Das Lied heißt "Reisender". Ich weiß gar nicht, was ich an diesem ungewöhnlichen Lied mag, es ist so anders. Und wurde sofort ein Ohrwurm.
26. Cleopatra - Olou Tou Kosmou I Elpida / Everyone's Hope (Greece) 1992 (Platz 5)
Ein Jahr zuvor hatte ich die alten Kassetten meines Vaters gefunden, da war viel Folklore drauf, vor allem aus Epirus, wo meine Musik herstammte. Etwas melancholische Musik mit Klarinette. Und dann trat Cleopatra mit diesem traditionellen Lied an. Ich war hin und weg!
27. United Kingdom - Brotherhood of Man - Save your kisses for me (UK) 1976 (Platz 1)
Dieses Lied wird ja vor allem wegen seiner Präsentation häufig in Sendungen über den Grand Prix herausgeholt. Tolle Choreografie, witziger Style - und das Lied passt total dazu. Einfach Kult!
28. Sameyakh - PingPong (Israel) (2000) (Platz 22)
Mickrige 7 Punkte erhielt dieses Künstler-Kollektiv, das weder singen, noch tanzen oder sich gescheit anziehen konnte. Und der Text? Fragen wir lieber nicht! Aber ich mag es trotzdem sehr! Ich muss immer lachen, wenn ich das Lied höre. Und ich singe und tanze mit - da kann man es ja tun, es wird sich kaum schlimmer anhören als das, was die machen. Absoluter Trash-Kult!
29. BrainStorm - My Star (Latvia) (2000) (Platz 3)Denkt euch das Styling weg, denkt euch die rollenden Augen weg, stellt euch vor, dass dieses Lied coole Indie-Popper singen - und werdet merken: Das ist ein wirklich starkes Lied. Really!
30. France Gall - Poupée de cire, poupée de son (Luxembourg) (1965) (Platz 1)Alleine schon der Anfang ... Ach, die süße France Gall, die in den Achtzigern für Hits sogar in Deutschland sorgte. Cooles Lied!
31. Sandie Shaw - Puppet On A String (UK) (1967) (Platz 1)
Das war die Zeit! :-) Aber mir gefällt es! :-)
32. Anna Vissi - Mono I Agapi (Cyprus) (1982) (Platz 5)
Sie trat gegen Nicole an und verlor. Schade. Mir gefällt das Lied ja besser als "Ein bisschen Frieden", aber ... Nun gut, ein junges Mädchen mit so einer Message kam da besser an, obwohl sie davon singt, dass nur die Liebe bleibt und nur sie zählt, auch schön.
33. Nicole - Ein Bißchen Frieden (Germany) (1982) (Platz 1)
Oh, ich war nicht einmal sieben Jahre alt und seeeehr beeindruckt davon, wie sie dann zum Abschluss dieses Lied in mehreren Sprachen sang. Wow!
34. ABBA - Waterloo (Sweden) (1976) (Platz 1)
Und Napoleon wirkt hier als Dirigent. Yes! Aber warum nur auf Platz 23 in meiner Liste??? Weil ... Also, wirklich: Ich freue mich sehr darüber, dass sie durch dieses Lied auf der ganzen Welt berühmt wurden, noch mehr freue ich mich, dass die anderen Lieder cooler waren. Ich mag ABBA sehr gerne, aber das hier gehört nicht zu meinen Lieblingen von ihnen. 
35. Put - Don't ever cry (Croatia) (1993) (Platz 15)
Sehen wir den Kroaten mal nach, dass sie bei ihrem ersten Start beim ESC reichlich patriotisch antraten, es ist ein sehr schönes Lied, wunderbar performt, diese Kleider, diese hübschen Menschen. Ich mag es! Auch wenn es sonst niemand verstand ...
36. Ofra Haza - chai (alive) (Israel) 1983 (Platz 2)
Knapp gescheitert und nur auf Platz 2 gelandet - aber das Lied wurde in Israel zu DEM Kulthit. Zurecht, wie ich finde. Und Ofra Haza wurde später auf der ganzen Welt mit "Im nin alu" bekannt" ...
37. Lena Meyer Landrut - Satellite (Germany) 2010 (Platz 1)
Jetzt habe ich sie ja genannt, dann ist ja gut. Genug der Aufmerksamkeit! ;-)
38. Danijela - Neka mi ne svane (Croatia) 1998 (Platz 5)
In diesem Jahr war ich im März in Kroatien, als sie den Vorentscheid aber mit sowas von einem Vorsprung gewann. Sie war, wie man im Video sieht, diejenige, die den "Kleider-Trick" erfand. Alles danach waren nur ihre Kopien. 
39. Vicky Leandros - Après Toi (Luxembourg) 1972 (Platz 1)
Eine Griechin gewinnt, allerdings für Luxemburg, das früher immer gute Leute einkaufte und gerne mal den ESC gewann. Ich mag Vicky Leandros ja ...
40. Sertab Erener - Everyway that I can (Turkey) 2003 (Platz 1)
Die Frau mit dem Schleier hat es schon richtig gut gemacht. Es gab sicherlich Lieder, die einen Sieg für die Türkei mehr verdient hätten, aber mei ... so ist das manchmal. Unverdient war es nicht, auch wenn sie manchmal etwas arg kreischig ist.
41. Wind - Laß die Sonne in dein Herz (Germany) 1987 (Platz 2)
Wind stand in den Achtzigern zwei Mal auf dem Podest, schaffte es aber nicht ganz nach vorne. Ich mag dieses Lied irgendwie. Aber vielleicht auch deswegen, weil ich es in Großstadtgefühle zitiert habe ...
42. Hoffmann & Hoffmann - Rücksicht (Germany) 1983 (Platz 5)
Hach. Einfach nur Hach. Leider hatten sie nicht genug Erfolg damit, die beiden Karlsruher ... Einer der beiden brachte sich im Jahr darauf in Rio um. :-(
43. ByeAlex-Kedvesem (My darling) (Hungary) 2013 (Platz 10)
Wenn es nach dem deutschen Voting gegangen wäre, hätten die Ungarn locker einen Podestplatz belegen können, sie haben uns schon sehr mit diesem Lied überrascht. Gute Musik, völlig unverständliche Sprache.
44. Johnny Logan - Hold me now (Ireland) 1987 (Platz 1)
Er hat ja den ESC zwei Mal gewonnen. Hier ist das zweite, für mich schönere Lied.
45. Homens da Luta - A Luta e Alegria (The Struggle is Joy) 2011 (Portugal) 
Dieser sicher nicht ernst gemeinte Song kam nicht mal ins Finale und wurde vermutlich Allerletzter. Ist mir egal. Ich finde es super und es macht mir gute Laune! :-)
46. Pascalis, Marianna, Robert & Bessy - Mathima Solfege - Solfege lesson (Greece) 1977 (Platz 5)
Saugeiles Lied, viel zu spät entdeckt, aber ich freue mich so darüber. Die geben wirklich alles!!!
47. Sébastien Tellier - Divine (France) 2008 (Platz 19)
Saucooler Typ. In den letzten Jahren wird Frankreich ganz schön schlecht behandelt. Offensichtlich wird die französische Musik vom Rest nicht verstanden.
48. Elpida Socrates (Greece) 1979 (Platz 8)
Kitsch! Aber die geben auch alles! Wunderbar!
49. Niamh Kavanagh - In Your Eyes (Ireland) 1993 (Platz 1)
Irland gewann in den 90ern den ESC 4 Mal in 5 Jahren, und wenn man bedenkt, dass die Geigerin beim norwegischen Sieg dazwischen auch aus Irland stammt, sind sie damit wohl ewige Rekordhalter. Ein schönes Grand Prix Lied.
50. Marija Serifovic - Molitva (Serbia) 2007 (Platz 1)
Für die Serben gewinnt eine lesbische Frau, was eigentlich keine Nachricht sein sollte. Ist es aber, zumal die Performance mutig homoerotisch ist. Toll! Da es aber um Lieder geht hier (hahahaha), dann doch weiter hinten, weil mir der Song zu wenig Bums hat.
51. Mariana Efstratiou - Emis forame to himona anixiatika (Greece) 1996 (Platz 14)
Frühlingsklamotten im Winter anziehen? Eine Metapher? Ironisieren wir den "leichtfüßigen Griechen"? Ich weiß ja nicht. ;-)
52. Lena Valaitis - Johnny Blue (Germany) 1981 (Platz 2)
Fast der Sieg. Die deutsch-litauische Sängerin Lena Valaitis mit ganz leichtem, sehr charmanten Akzent, mit einem süßen Lied, wirklich. Ich mag es!
53. Silje Vige - Alle mine tankar (Norway) 1993 (Platz 5)
Süß ist auch das Mädchen - und das Lied nicht minder. Gefühlvoll. Schön.
54. Christie Stasinopoulou Mu les (Greece) 1983 (Platz 14)
Ooooooooooooooooooooooooh!!!!
55. Can Bonomo - Love me back (Turkey) 2012 (Platz 7)
Noch ein Beweis dafür, wie stark die Türkei beim ESC ist - und wie sehr wir sie brauchen. Tolles Lied!!!