Sonntag, 13. Dezember 2009

Nachts in sozialistischen Köpfen des ABK

Sie sind nicht modern diese Menschen, das lässt sich widerspruchslos behaupten. Den Alternativen Block Kehl kann man nicht googlen. Der ABK hat kein Facebook-Profil, kein Studivz, kein wer-kennt-wen, hat kein MSN, noch nicht einmal eine Email-Adresse. Der ABK verweigert sich Twitter, Nachrichten Online lesen, und Blogs erstrecht. Das ist der ABK - und er tut gut daran. Vielleicht. Der ABK - oder richtiger die Mitglieder des ABK - schauen nicht die "Super Nanny" und auch nicht "Raus aus den Schulden", DSDS, Popstars oder den "Frauentausch". Sie verdammen das alles sogar. Ohne sich näher damit beschäftigt zu haben. Doch das darf der ABK. Weil es der ABK ist. Wenn eine Zeitung gelesen wird, dann die Taz. Oder noch linkere Organe.
Der ABK ist nicht zeitgemäß, ich weiß. Und die Frage ist, was mich damit verbindet. Ich chatte, blogge, twittere, schaue gerne besagte Sendungen. Trotzdem fühle ich mich verbunden. Kann dem ABK zustimmen. Kann nachvollziehen, wenn er gegen die Bourgeoisie wettert. Gegen Brunchen am Sonntag vormittag. Gegen Spazieren am Main. Gegen schicke Schuhe in Schicki-Micki-Dissen in Frankfurt. Gegen dieses Sich aufbrezeln und Sehen und Gesehen werden allenthalben. Ich kann verstehen, wenn er für den Sozialismus ist, Hass-Tiraden gegen die neue Regierung loslässt, gegen den Kapitalismus, gegen die Globalisierung, gegen die Umweltverschmutzung. Gegen Manager-Gehälter, schwarze Kassen in der CDU, gegen Koch und gegen alle anderen machtgeilen Schweine da oben.
Mit dem ABK verbunden bin ich seit der Ausstellung zum Sommer ´68 im letzten Jahr in Frankfurt (Historisches Museum). Ich las mir alles durch, schaute mir die Filme an, die Bilder. Und dachte: Wofür haben sie gekämpft diese Menschen? Sind wir 40 Jahre danach weitergekommen? Jüngst las ich eine Umfrage darüber, was Jugendliche in acht Staaten Europas für Einstellungen haben. Nicht nur die Fremdenfeindlichkeit und der Antisemitismus nehmen zu, sondern auch die Einstellung zur Homosexualität, zu Schwulen ist negativer geworden. Die Jugend wird konservativer, Frau am Herd kommt zurück, Männer miteinander knutschen erscheint eklig usw. Vor allem bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund nehmen solche besorgniserregenden Werte zu. Aber wieso? Wofür haben die 68er damals gekämpft? Und warum sind sie selbst so verlogen geworden, vom Steineschmeißer zum Schleimscheißer? Vom Verteidiger von RAF-Mitgliedern zum Rechtsradikalen? Auch bei meiner Arbeit bedrückten mich die Werte meiner Jugendlichen. Ich kämpfte und kämpfte dagegen an.
Der ABK kämpft auch. Und ich wünschte mir, dass er mehr Menschen findet, die ihn unterstützen. Doch wie soll das heute ohne Internet geschehen? Und wer will noch unzeitgemäß links sein? Flower Power und Hippie-Gerede möchte doch keiner mehr haben! Oder? Möchte jemand eine neue alternative "linke" Zelle haben? ;-)

1 Kommentar:

  1. ICH möchte Flower Power haben!

    Und wie schon gesagt:

    Wir müssen alle miteinander vermehrt LINKS denken und der braunen Scheiße EINHALT gebieten!
    Für eine BESSERE Welt :-)

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