Donnerstag, 24. Dezember 2009

The Horrors - Sea Within a Sea

Es ist nicht ganz einfach. Nein, es ist vielleicht sogar unmöglich. So scheint mir. Oder zumindest mir unmöglich. Und diese Sache beschäftigt mich seit Jahren, ohne dass ich jemals eine Lösung dafür gefunden habe. Es begann alles mit diesen alten Kassetten meines Vaters, rare Aufnahmen griechischer Folklore-Sänger/innen. Ich fragte mich, wie ich dieses Gefühl, das diese Musik in mir auslöste, die Bilder, die sich mir aufdrängten, in Worte fassen könnte. In Worte fassen, die das richtig wiedergeben, für andere verständlich machen. Nein, das ist nicht einfach. Nein, ich bin kein Philippe Besson, ich bin kein Johannes Weinberger, keine Siri Hustvedt, und schon gar nicht ein Philip Roth, Franz Kafka oder Albert Camus. Ich kann schreiben, ich kann mich ausdrücken, ich kann Gefühle erzeugen. Aber es ist schier unmöglich, diese Gefühle, die einem Individuum bei einem bestimmten Lied begegnen, so darzustellen, dass jemand anders einen wahren Eindruck bekommt. Dies würde heißen, Dinge für andere fühlbar zu machen, die in Wirklichkeit bei jedem einzelnen Menschen unterschiedlich sind. Selbstverständlich könnte ich SEA WITHIN A SEA von THE HORRORS http://www.youtube.com/watch?v=K1lD5cE6Bwc genauer beschreiben. Könnte schreiben, in welches Genre das Lied einzuordnen ist, welche Bands sich ähnlich anhören, in welcher Tradition es daherkommt, was der Kontext ist, sowohl was die Platte selbst, aber auch das gesamte Oevre der Band angeht. Das könnte ichmit etwas Recherche, und Leser/innen der Intro könnten etwas mit diesen Informationen und Beschreibungen anfangen. Vielleicht würde auch euch etwas klarer werden, was ich fühle, wenn ich sage, dass mir diese Düsterkeit des Liedes gefällt, diese Schwärze, dieses Bodenlose. Dass sich dann mit einem schnellen Rhythmus, einem fast schon heiteren Crescendo verbindet, und dieses Düsterkeit, diese Finsternis, dieses Jenseitige, ad absurdum führt, fast schon wie schwarzer Humor in der Musik, oder beinahe an die Musik in Westerns erinnert. Nein, das könnte niemand verstehen. Also, ich meine, niemand könnte verstehen, wie ich mich fühle, während ich das höre. Dieses Depressive, dass sichmit dem Heiteren. Lebensbejahenden verbindet, aber dann doch schwarz und traurig bleibt, das Negative bleibt als Grundstimmung erhalten, auch wenn es zwischendurch aufgeheitert wird und fast glücklich machend erscheint. Wie soll ich das in Worte fassen, die nicht öde und platt wirken? Ich bin kein Updike und bin kein Daniel Kehlmann, und schon gar kein James Joyce oder Fernando Pessoa. Daher kann ich eucdh nur bitten, das Lied anzuhören, anmich zu denken, und mit mir darüber reden, versuchen Worte dafür zu finden, quasi als Projekt, als sinnvolle Beschäftigung für einen Heiligabend, der lau und öde dank seiner Kommerzialität ist...


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