Donnerstag, 28. Juni 2012

Duocarns - Die Ankunft von Pat McCraw

Es war eine doppelte Premiere: Das erste Ebook, das ich jemals gelesen habe - und es war nicht immer ganz einfach, ohne das Rascheln des Papiers auskommen zu müssen - UND mein erster Ausflug in die Genres Erotic Fantasy und Gay Romance. Vielleicht waren das die zwei Gründe, warum ich nicht ganz so gut in den Text gekommen bin. Aber nun zur Geschichte: Im ersten der sieben Bände von Duocarns stranden fünf attraktive, außerirdische Duocarn-Krieger mit ihrem Raumschiff in Kanada. Schuld daran ist eine Anomalie (allerdings erfährt man über die Art der Anomalie und ihrer Herkunft im ersten Band noch nichts, vielleicht später?). Aber nicht nur Meodern, der blitzschnelle Supermann, der muskelbepackte Xanmeran, der fungizide Hybrid Tervenarius, Patallia, der Mediziner und ihr Führer und der Sternenkrieger Solutosan sind in Kanada, sondern auch ihre Feinde, die Bacanis, die sehr grausam sind, und schon nach kurzer Zeit einige Menschen auf bestialische Weise umbringen und damit mehr oder weniger bewusst eine Spur legen. Schon bald lernt Solutosan die Sozialarbeiterin Aiden kennen, die die Außerirdischen tatkräftig unterstützt, ihnen alles mögliche beibringt, was die für ein Erdenleben brauchen, den Rest erfahren sie durch das Internet. Begünstigt wird dieses Einleben auch durch ihre vielfältigen Gaben und Talente. Auch der homosexuelle Krieger Tervenarius erfährt erste Bewunderung durch den Häusermakler David. Er entzieht sich ihm anfangs, aber David lässt sich nicht abschütteln. Eine tiefgründige und sinnliche Liebesbeziehung entsteht. Der den Kriegern (den Guten!) treu ergebene Bacani-Navigator, Chrom, verliebt sich auf einer Dating-Page im Internet und landet einen Volltreffer: Er findet die Navigatorin der feindlichen Bacanis, Psal.
Schon verwirrt? Ich war es zwischendurch, denn die Autorin Pat McCraw switcht zwischen beiden Lagern hin und her, und nimmt die Perspektive der einzelnen Figuren der beiden Lager ein. Das ist einerseits spannend, weil man so alle wichtige Figuren begleiten kann, andererseits ist der Leser aufgefordert, eine hohe Denk- und Aufmerksamkeitsleistung zu erbringen. Nichts also für eine U-Bahn-Fahrt oder für den Park. Man kommt zunächst schwer in den Text hinein, weil die Figuren erst beschrieben werden müssen, und wenn man ungeübt in diesem Genre ist, dann hat man Schwierigkeiten, den Beschreibungen zu folgen, zumindest ging es mir so. Doch als ich im Lesen drin war, gefiel mir die Charakteristik der Figuren (die "Guten" sind sehr sympathisch, bei den Bösen sorgt nur Psal für Identifikationspotenzial, die anderen beginnt man recht schnell zu "hassen"). Der Roman ist locker und flüssig geschrieben, gewinnt gegen Ende schließlich Fahrt und wird sehr spannend - und dann hört der Band auch schon auf. Ich hätte mir gewünscht, dass der Mittelteil etwas spannender gewesen wäre. Vielleicht auch, dass der Anfang etwas klarer wäre und vielleicht doch zumindest ein bisschen die Anomalie erklären würde, die immer so ein bisschen wirkte, als ob die Autorin nicht so recht wüsste, wieso diese geschehen ist. Im ersten Band wurden viele Erzählstränge aufgenommen, die in den nächsten sechs Bänden weitergesponnen werden. Die Homo-Erotik wirkte ganz überzeugend, ich fand es jetzt nicht arg pornös, aber auch nicht sehr kitschig. Pat McCrawn sagte mir, dass der Anteil daran in den nächsten Bänden noch größer wird. Darauf bin ich genau so gespannt, wie auf eure Reaktionen. Falls ihr noch keine Ahnung habt, ob ihr wagen sollt, die 3,99 Euro für das Ebook bzw. 9,90 für das Printbuch auszugeben, hier eine Leseprobe:
http://scullyvanfunkel.de/leseproben/duocarns-die-ankunft-von-pat-mccraw/
Mehr auch hier: http://www.duocarns.com und natürlich hier:
http://schmerzwach.blogspot.de/2012/06/elf-fragen-von-schmerzwach-die-autorin_05.html

1 Kommentar:

  1. Jannis du weißt doch: Eine Anomalie ist eine Anomalie, ist eine Anomalie *lach* Kein Wissenschaftler weiß woher schwarze Löcher im All kommen - woher soll ich das dann wissen? Nein, mit der Anomalie werden die Leser leben müssen. Ich schreibe Fantasy und keine Wissenschaftsromane. Stimmt, das Gehirn abschalten kann man nicht bei den Duocarns, wenn man die ganze Geschichte erfassen will. Aber man kann die einzelnen Szenen wie Kurzgeschichten lesen. Die Duocarns sind "Zopf-Bücher". Die Handlungsstränge teilen sich und berühren sich wieder, münden manchmal in einem Cliffhanger-Puschel.

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