Sonntag, 3. Juli 2011

Wer WILL der KANN auch! - deuxième partie -

Die Liebe kennt keine Regel
Wir hätten nach der Regel schon gar nicht zusammen kommen dürfen, denn, so sagt man doch: man muss drei Tage warten, bevor man die erste SMS schreibt. Oder so. Nicht zu früh schreiben. Nicht zu früh in die Vollen gehen. Meine erste SMS schrieb ich nach zwanzig Minuten – und ich sagte ihm, wie wunderschön er sei. „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben...“ – aber auch jede Liebe funktioniert anders. Es gibt keine Regeln. Wie denn auch? Manche Leute brauchen lange, um sich zu öffnen, manche brauchen verschiedene Rituale, damit eine Liebe entstehen kann, manche sind geduldig, manche wollen auf der Stelle alles haben. Es gibt so viele Kombinationsmöglichkeiten bei Paaren wie es Menschen auf der Erde gibt. Wie möchte man also voraussagen, welche Strategien helfen? Und am Ende ist die Strategie doch wieder ganz egal. Denn meine Theorie lautet: Wenn man sich verliebt, dann ist die Anmache egal, dann ist die Strategie egal, denn wer sich verliebt, der findet die absonderlichsten Marotten vom Schwarm plötzlich sehr liebenswert, süß oder attraktiv.


Wer will, der kann auch!
Einer meiner Favourites ist der Film „500 Days of Summer“. Tom (Joseph Gordon Levitt) glaubt am Anfang der Geschichte an die große Liebe, die er in seiner Agentur in Summer (Zooey Dechanel) erblickt. Doch diese glaubt weder an Liebe noch an Beziehungen. Das dreht sich gegen Ende des Films. Tom trifft Summer zufällig im Park und sie lädt ihn zu ihrer Hochzeit ein. Überrascht schaut er sie an. Und sie sagt so etwas wie: "Nun, da wachte ich morgens neben diesem Typen auf und dachte: Neben dem willst du dein ganzes Leben morgens aufwachen." Dieses Gefühl hatte sie vorher noch nie gehabt, schon gar nicht bei Tom, der mittlerweile verbittert ist und nicht mehr an die Liebe glaubt... Auch die Hauptfigur Hannah in Sarah Eders Roman „Herr Leben, die Rechnung bitte!“ – ein sehr witziges Buch, das DAS Buch für die Facebook-Generation werden könnte – gewinnt die gleiche Erkenntnis: Sie tituliert sie nur anders: "Wer will, der kann auch". Was meint: Wenn jemand wirklich verliebt ist, dann stört ihn/sie auch nicht eine Entfernung von 2500 oder auch 25000 Kilometern. Wenn man wirklich verliebt ist, dann will man - und dann kann man auch... eine Beziehung führen, treu sein, mit jemandem zusammenwohnen, heiraten... Da gibt es kein Rumgeiere.


Treue – ein überholtes Konzept?
Treu sein, das ist auch so eine Sache. Vielleicht ist dieses Thema bei homosexuellen Männern noch bedeutender als bei Hetero-Paaren, mag sein, schließlich ist bei zwei Schwulen keine Frau, die „bremst“ – auch so ein Klischee, das gerne benutzt wird, aber einen wahren Kern hat, woran auch immer das liegen mag. Fakt ist, dass noch immer bei pubertierenden Jungen (und leider meist auch bei älteren Ausgaben dieser Gattung Mensch) die Meinung vorherrscht: wenn man „viele Tussen flachlegt“, ist man ein „toller Hecht“, während umgekehrt Mädchen (und später Frauen) mit einer überdurchschnittlichen Anzahl an Sexualpartnern „Schlampen“ sind, das ist eben so und wird sich vermutlich niemals ändern. Es lassen sich lange Diskussionen mit schwulen Männern führen, die eine „offene Beziehung“ propagieren, gevögelt werden darf mit jedem, geliebt wird nur der Partner. Wobei es wohl zwei Konzepte gibt: das, welches mit „Was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß“ tituliert werden könnte und das sehr viel offensivere „ich beziehe ihn in alles ein und erzähle ihm von der Schwanzlänge des Sexualpartners“-Konzept. Die Anhänger der offenen Partnerschaft-Praxis trennen angeblich Liebe und Sex – und es klappt für sie hervorragend und sie sind die zufriedensten Menschen der Welt.
Teil 1: http://schmerzwach.blogspot.com/2011/07/wer-will-der-kann-auch-premiere-partie.html
Fortsetzung am Dienstag

Kommentare:

  1. also ich habe mitbekommen, dass die praktizierer der offenen partnerschaft sich sehr wohl als zufrieden darstellen, aber am ende meist rauskommt, dass einer der beiden die ganze zeit überaus unglücklich war.....und sich selbst dem partner zur liebe einredete, zufrieden und glücklich zu sein.
    ich für mich glaube, dass letztendlich nur die treue glücklich und zufrieden macht. das bewusste entscheiden für jemandem, mit allem drum und dran. und dazu gehört somit auch bewusstes BEHERRSCHEN seiner triebe. menschen, die in der reinen sexualität ihre zufriedenheit suchen, werden, glaube ich, nicht wirklich glücklich sein.....

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  2. dazu antworte ich erstmal nichts... ;-)
    es gibt ja noch eine fortsetzung! :-)

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  3. na dann bin ich ja mal gespannt :-)

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