Freitag, 19. März 2010

500 Days of Summer

Da wollte ich einen schönen Film, mehr noch: einen schönen Liebesfilm mit dem schönsten Mann der Welt anschauen. Vielleicht um eine weitere Referenz zu haben, um sagen zu können: Ja, es ist wie in diesem Film bei uns, findest du nicht auch, Schatz? Auch wenn wir das Wort Schatz natürlich nur verwenden, wenn wir uns ärgern wollen. Schließlich darf man heutzutage solche Kosenamen nicht benutzen. Ist ja nicht mehr trendy und so. Ich stand also in dieser Videothek und überlegte... aber nicht lange, denn... da sah ich diesen Film mit Joseph Gordon-Levitt, der, wie sagt man, adorable ist. Nun, 500 Days of Summer hörte sichja erst einmal nicht soooo spannend an...
War es denn Schicksal, dass mir ausgerechnet an diesem Abend dieser Film ins Auge fiel? Ist Liebe Schicksal? Ist alles nur Zufall? Der schönste Mann der Welt behauptet: Ja. Zufall. Was ist das? Und was könnte Schicksal sein? Ist das alles nur Zufall, wenn zwei Menschen gleichzeitig an einem Ort sind, sich ihre Blicke treffen, sie beide eine Anziehung spüren? Ist das alles nur Zufall, wenn man trotz Hindernissen zueinander findet, weil da etwas stärker ist...? Ich weiß es nicht. Diese Fragen stellt der Film. Ohne viel zu verraten: Die Meinungen der beiden Protagonisten ändern sich im Laufe des Films. Die Kritische, die am Anfang des Films nicht an die Liebe glaubt, nicht an Schicksal, und der Romantische, der am Anfang noch so hoffnungsvoll ist, so lebens- und liebeshungrig. So süß, möchte man sogar sagen... Und am Ende tauschen sie die Rollen, denn... der Film ist keine Liebesgeschichte, wie auch schon das Cover beredt erzählt.
Der Film ist echt schön gemacht, sagt auch der schönste Mann der Welt, mit Zeichnungen, die die Kapitel anzeigen, mit wundervoller Musik, mit lustigen Ideen. Zur Musik: alleine schon, dass "My Sweet Disposition" von The Temper Trap zum Soundtrack gehört, ist sichtbares Zeichen eines guten Musikgeschmacks. Zu den Ideen: Wie witzig ist das denn, wenn mitten im Film der verliebte Joseph Gordon-Levitt im 50er-Jahre-Movie-Style durch die Stadt hüpft und tanzt, mit lebensbejahender Musik in bunten Farben. Oder wenn viel Wert auf Zitate gelegt wird: "Schatz, die Wasserhähne funktionieren nicht". Und am Anfang des Films versteht man den Witz noch nicht. Aber später schon. Oder Don Johnsons hassenswertes "She´s like the wind", das fast Kotzanfälle verursacht, aber später dann relativiert, ja, "ironisch gebrochen" wird (haha, meine Lieblingsformulierung!).
Schmerzwach freute sich über die kurze Phase der Melancholie, die der Film mit sich brachte. Schmerzwach weinte sogar, was den schönsten Mann der Welt rührte, wenn auch nicht großartig beeindruckte. Da wurde nur angekündigt, man sei nah am Wasser gebaut. Es floss allerdings nicht. Muss ja nicht. Der Film war schön. Und es gibt jetzt wieder neue Dinge zu zitieren, neue Querverweise für unsere Beziehung. Denn auch dafür sind Filme, Bücher, Musik da. Für solche Dinge und noch viel mehr. Es lebe die Kunst. Und die Liebe! Dazu:

LiebeKunst

Kunst ist eine Qual,

sagst du,

Kunst, das sind Schmerzen,

ist Leid, Trauer, Depression,

sagst du,

Kunst ist ein weißes Papier,

eine leere Leinwand,

sagst du,

Kunst ist, diese Qualen durchzustehen.


Liebe ist eine Qual,


sage ich,

Liebe, das sind Schmerzen,

ist Leid, Trauer, Depression,

sage ich,

Liebe ist ein weißes Papier,

eine leere Leinwand,

sage ich,

Liebe ist, diese Qualen durchzustehen –

mit dir!

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