Samstag, 30. Juli 2011

Krise in Griechenland - ein Frosch erklärt sie uns...

Natürlich werde ich oft gefragt, wie das mit Griechenland und der Finanzkrise dort so ist. Sehr viel Ahnung habe ich nicht - in etwa genauso viel oder genauso wenig wie alle anderen hier in Deutschland. Immer viel Spekulation, viele Stereotypen und Beschuldigungen... Endlich gibt es ein schönes Buch zu der Thematik, in der man aus der Perspektive eines Frosches in Tagebuchform lesen kann, wie diese Krise kulminierte, was im Vorfeld passierte, wie das alles miteinander zusammenhing. Das Buch heißt "Krise! Krise! Schulden am Olymp, ist gerade im Größenwahn Verlag erschienen, umfasst 220 Seiten und ist für 13,90 Euro im Fachhandel erhältlich. Hier eine kleine schöne Leseprobe:

(23.Februar 2010)  
KEINER HAT’S GEMERKT
Dummheit schützt vor Strafe nicht. Aber wenn man nichts weiß, dann kann man auch nicht bestraft werden. Denken sich zumindest mal die Politiker. Nicht nur, dass jetzt keiner weiß, wie es weitergehen soll. Es hat auch keiner von irgendetwas irgendwas gewusst. Jedenfalls nicht in oder über Griechenland.
Seit 2004 haben sich die Staatsausgaben in Griechenland verdoppelt. Hat keiner gemerkt. Notwendige Reformen hinsichtlich Steuern, Renten usw. wurden zwar ständig diskutiert, aber nie angepackt. Hat auch keiner gemerkt.
Gemäß dem Maastricht- ‐Vertrag über die Euro- ‐Währungsunion darf eigentlich die Gesamtverschuldung nicht über 60 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen. Die »Phantastischen Sechs« hatten aber schon im Jahr 2009 mehr: Italien 105,8 %, Griechenland 97,6 %, Belgien 89,6 % Frankreich 68 %, Portugal 66,4 %, Deutschland 65,9 %. Da sind wir alle in einem Boot. Hat das auch keiner gemerkt? Und dagegen etwas unternommen hat natürlich auch keiner. Man hat nur aufgepasst, dass der Affe das nicht allzu laut durch den Wald schreit.
Jedenfalls ist jetzt die Kugel von den Bären zu uns Fröschen in den Brunnen gefallen. Und wir sollen sie wieder heraufholen. Dazu wird uns, wenn nötig, auch das Blaue vom Himmel versprochen. Alles nach dem Motto aus dem Froschkönig »Was schadet dir das, du kannst ihm ja leicht aus Gefallen so sprechen, ein dummer Frosch kann doch nimmermehr mein Schatz seyn.«
Griechenland ist pleite, bankrott, fertig – zu viel und zu lange auf Kredit gelebt. Papandreou hat den Karamanlis abgelöst und hat erstmals ehrlich zugegeben: Da geht was nicht mit rechten Dingen zu. Stell sich das ein Frosch mal vor: Irgendwelche Wölfe und Bären haben, ohne es zu merken, Griechenland über 300 Milliarden Euro gepumpt – und Griechenland kann das jetzt nicht zurückzahlen.
Ich Frosch habe jetzt mal eine dumme Frage: Wer leiht denn einem Staat so viel Geld? Und dann ganz ohne zu gucken, wie dessen allgemeine und spezielle Finanzlage so ist? Wir Frösche jedenfalls kriegen keinen Cent, wenn wir dafür keine Sicherheiten vorweisen können. ...

http://www.groessenwahn-verlag.de/

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