Freitag, 1. Juli 2011

Wer WILL der KANN auch! - première partie -

Die Liebe in den Zeiten der Facebook-Generation


„Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben“, sagte einst Johann Wolfgang von Goethe. Sich lieben und sich irren liegen also sehr nahe beieinander, ließe sich daraus schlussfolgern. Manche Lieben scheinen sogar ein einziger Irrtum zu sein, von Anfang bis Ende, hinterher fragt sich Frau/Mann häufig, was sie/er sich nur dabei gedacht hatte... „Liebe macht blind“, sagt man doch. Die nicht an der Liebe Beteiligten sehen das auch sofort - und haben es immer schon gewusst, wenn die Beziehung zu Ende geht...


Sprichwörter-Unsinn
Kein Thema dieser Erde beschäftigt Menschen mehr als dieses, über nichts wird mehr philosophiert, diskutiert, gestritten, getratscht – Umweltschutz, Kriege, selbst bestimmte Krankheiten (BSE, Schweinegrippe, EHEC!) sind immer nur phasenweise on Topic. Aber die Liebe, die Liebe bewegt die Menschen, jeder glaubt eine Geschichte darüber erzählen zu können, jeder glaubt, sich darin auszukennen, jeder hat mehrere Floskeln und Erkenntnisse zu dieser Thematik, die er freigebig anderen Menschen an den Kopf schleudert: Sieht er ein Paar, das auf den ersten Blick nicht zusammenpasst (Hautfarbe, Körpergröße oder –masse), dann sagt er: „Gegensätze ziehen sich an.“ Sieht sie auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten (Marotten, Beruf, Hobby), dann sagt sie: „Gleich und gleich gesellt sich gerne.“ Nur so als Beispiel...


Gegensätze ziehen sich an...
Nehmen wir den Altersunterschied: Mein Freund ist 14 Jahre jünger als ich. Es ist jetzt etwas langweilig zu sagen, aber ja, natürlich unkten alle seine Freunde: „Was? Das kann doch gar nicht klappen, ihr habt doch gar nicht die gleichen Themen!“ Ja, der Alte arbeitet schon, hat Schule und Studium hinter sich, hat sich mit seinen 35 Lenzen schon ausgetobt... Meine Freunde wiederum dachten sich: „Klar, der hat doch einen Fetisch, der steht halt auf Knaben, ist doch klar!“ Als wir dann nach kurzen drei Monaten bereits zusammenzogen, schrien seine Leute auf: „Oh Mann! Das kann ja gar nicht gut gehen! So früh zusammenziehen, das endet doch im Desaster!“ Und meine dachten sich: „Das war schon immer so, der J. schliddert doch dauernd so unüberlegt in Dramen!“ Noch krasser die Geschichte von der Polin M.,27, und ihrer deutschen Freundin P., 46, die vor sieben Jahren nach zwei Monaten Bekanntschaft „heirateten“ – wie heißt das: eingetragene Lebenspartnerschaft (im ersten Versuch: Lesbenpartnerschaft, hicks!) – und noch immer zusammen sind. Oder von einer Schulfreundin, die mit neunzehn ihren fünfzigjährigen Freund nach dem Abi heiratete, sie lernte ihn siebzehnjährig kennen und lieben (er ist ein Kumpel ihres Vaters), sie bekamen ein Kind vor Beginn ihres Studiums – das war vor dreizehn Jahren und auch sie sind noch immer zusammen, allen Unkenrufen zum Trotz.
Fortsetzung folgt am Sonntag!

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