Montag, 7. November 2011

Der Open Mike 2011 - 1 -

Bild von Gerald Zörner unter http://www.gezett.de/openmike2011/
And the Winner is... Christina Böhm aus Wien. Und zwar gleich zwei Mal. Zuerst bekam sie den Publikums-Jury-Preis der taz, den ich ihr überreichen durfte, was mir natürlich eine große Ehre war. Dann erhielt sie auch als erste den Preis der großen Jury (die aus den Autor_innen Felicitas Hoppe, Tilman Ramstedt und Kathrin Schmidt bestand). Sie wurde von beiden Jurys einstimmig gewählt, ihr eingereichter Text "Platzanweisung", der sehr temporeich, zeitgemäß und humorvoll war, begeisterte das Publikum gleichermaßen wie die beiden Jurys und gewann eindeutig. Herzlichen Glückwunsch, Christina Böhm!


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Hier ein kleiner Ausschnitt aus ihrem Text: ... Diese Ich-Aussparung, dieses körperförmige Loch in der Welt, wie in den Comics, das gibt es nicht für dich. Glaubst du wirklich, wir haben auf dich gewartet? Wenn du nicht wärst, hätten die anderen mehr Platz. So einfach ist das, du stehst uns im Weg. Dir steht nichts zu, und freiwillig geben wir dir nichts ab. Wir geben dir, was wir wollen. Aber gibt dir jemand, was du willst, Sex oder Geld oder einen Käsecracker, genau jetzt, wo du es dringend bräuchtest? ...


Bild von Gerald Zörner unter http://www.gezett.de/openmike2011/
Hier neben Christina Böhm: Joseph Felix Ernst und Sebastian Unger. Sie beide erhielten von der Autoren-Jury die weiteren Preise, die gleich dotiert waren, Sebastian Unger bekam dabei den Lyrik-Preis. Vor der Preisverkündung waren wir fast genauso aufgeregt wie die Autor_innen selbst. Wir, das heißt die Publikumsjury, die neben mir aus Nina Windisch (eine Bloggerkollegin: http://www.blogabsatz.de/), Yulia Marfutova, Kerstin Mertenskötter und Meinolf Reul bestand. Nina hielt auch unsere Begründungsrede und machte das ganz hervorragend. Sie ist im obersten Bild neben Christina Böhm im Hintergrund zu sehen. Die Publikumsjury durfte sich ja nur einen Sieger aussuchen, und dabei hatten die Lyriker naturgemäß weniger Chancen, doch Tristan Marquardt hätte es fast geschafft, der erste Sieger zu werden, der von der taz-Jury ausgesucht worden wäre. Er riss mit seinem lebendigen Vortrag das Publikum und uns fünf mit, selbst die Autoren-Jury erwähnte ihn deswegen lobend. Tristan Marquardt ist der Dichter der Zehner-Jahre, er lebt seine Lyrik, er lebt seine Texte - ich hoffe und glaube auch, dass er bald viele Preise gewinnen wird. Und natürlich auch gelesen wird!


Bild von Gerald Zörner unter http://www.gezett.de/openmike2011/
Ja, wir waren aufgeregt, wer die zwei weiteren Preise bekommen würde, Sebastian Unger und Joseph Felix Ernst hatten wir dabei nicht auf der Rechnung, obwohl letzterer hervorragend vortragen kann. Wie war es denn für uns? Unheimlich anstrengend. Am 5.11. hörten wir in drei großen Blöcken jeweils vier Autor_innen, also zwölf, am 6.11. in zwei Blöcken a fünf Autor_innen, also zehn. Da wir die Texte vorher nicht kannten, mussten wir uns beim Zuhören sehr gut konzentrieren, gerade bei Gedichten natürlich schwierig. Ich drifte ja gerne mal ab beim Zuhören. Aber manche Texte benötigten besonders viel Aufmerksamkeit.


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Hier die Autorenjury, in der Bildmitte Felicitas Hoppe, links von ihr Tilman Rammstedt und rechts neben ihr Kathrin Schmidt. Das Spannende an der Publikums-Jury ist natürlich, dass man Einblicke bekommt, die die normalen Zuschauer_innen des Open Mike ja nicht erhalten. Wir kamen mit Felicitas Hoppe und Co. ins Gespräch, auch die Lektor_innen, die die einzelnen Autor_innen ins Rennen um den Gewinn beim Open Mike schickten, lernten wir beim gemeinsamen Essen kennen: Thorsten Ahrend, Petra Gropp, Annette Kühn, Manfred Metzner, Lina Muzur und Sandra Schindler. 


Bild von Gerald Zörner unter http://www.gezett.de/openmike2011/
Die Wabe ist natürlich ein richtig cooler Veranstaltungsort, mittlerweile schon fast zu klein bei diesem Andrang, der da herrschte. :-)




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