Montag, 28. November 2011

Das Herz des Abwûn von E.M.Jungmann

aus dem http://www.terablog.de/ entnommen
Zur Einstimmung ein kleines Video - ABWUN: Das Vater-Unser in aramäischer Sprache -, um zu verstehen, worum es in diesem Roman von E.M. Jungmann geht... Ich zumindest hatte hier eine Wissenslücke...

In welches Genre lässt sich "Das Herz des Abwûn" einordnen? Mystische Fantasy könnte man es nennen, der Roman spielt in ferner Zukunft und hat im Kern die göttliche Erfahrung. Gott wird hier Abwûn genannt, was wohl aramäischer Herkunft ist. Die Menschen haben es endgültig geschafft, sich selbst fast gänzlich zu zerstören. Nur ein kleines Häuflein hat es gemeistert zu überleben, und das auf klägliche Weise - und um Jahrhunderte in der Entwicklung zurückgeworfen. Um die Menschen wieder auf den rechten Weg zu bringen, kommen merkwürdige, fremde Wesen, Drachenköpfe, auf die Erde, die angeblich von ihrem Gott, dem Abwûn, geschickt wurden. Sie kümmern sich um die kleinen Erdenmenschen. Zum Beispiel müssen Mädchen nach ihrer ersten Menstruation von ihren Eltern getrennt und zu diesen fremden Wesen, den Kgenmar, geschickt werden, um dort erwachsen zu werden, einen Beruf zu lernen, Disziplin und den Glauben. So geht es auch Ellen. Sie hat alles verloren: ihre Heimat und ihre Familie. Das trifft sie sehr hart. Sie muss fortan bei zwei Kgenmar leben, die ihren Unterhalt mit dem Schneidern verdienen. Da hat sie harte Lehrjahre vor sich...

Der eine der beiden Kgenmar ist sehr nett zu ihr, während der andere nicht mit ihr redet und immer sehr streng ist. Sie lebt ein karges Dasein, gut behütet. Doch sie schafft es doch, gelegentlich nachts auszubüxen, um ihren Schwarm, den Goldschmied Marc, der ein Revolutionär ist, zu treffen... Er ist in einer Zelle, die das Ziel verfolgt, die Kgenmar zu stürzen. Die Kgenmar stellen sich für die Menschen nicht etwa als Erretter dar, sondern als verhasste Besatzer, die vernichtet werden müssen, damit die Menschen die Macht über sich und ihre Erde zurückgewinnen können. Auch Ellen fühlt sich unterdrückt, hat große Ängste vor den Kgenmar. Doch dann entwickelt sich alles plötzlich ganz ganz anders. Sie muss mit dem Obersten der verhassten Kreaturen den Bund der Ehe eingehen und es ändert sich alles für sie. Marc und seine Freunde sinnen aber nun auf Rache und sie begreifen, dass ihr Erfolg nur über Ellen gehen kann. Jhad Alan, Ellens Ehemann, möchte die Kgenmar und die Menschen in Frieden vereinen, den Hass und das Misstrauen beseitigen. Doch ist dies möglich? Es wird viel Blut fließen...

"Freiheit beginnt mit Verantwortung..." - so beginnt der Klappentext dieses Romans von E.M. Jungmann. Die besten Fantasy- und Science-Fiction-Romane versuchen mit ihren utopischen Bildern (ferne Zukunft, merkwürdige Kreaturen, noch nicht erfundene Drogen und Gerätschaften, Erfindungen) wichtige Gedanken, die sie haben, zu transformieren, auf eine andere Ebene zu heben. Um damit etwas über die Welt zu sagen und wie sie sein sollte - und wie nicht. Nehmen wir Philip K. Dick, dessen Sci-Fi-Romane, z.B. Blade Runner, vom Scheitern des American Way of Life, von der Perversion dieser Gute-Laune-und-alles-ist-machbar-Mentalität zu erzählen, von der Sinnlosigkeit solcher Weltbilder und auch von den implizierten Rollenvorbildern. So hat auch E.M. Jungmann sehr viel vor. Sie bringt eine neue Religiosität ins Spiel, die die meisten Menschen in unserer heutigen Zeit verloren haben. Ob sie mit dieser Thematik den Zeitgeist trifft oder gar den Geschmack der Massen, das steht auf einem anderen Blatt. Und wenn nur ein_e Leser_in sich Gedanken darüber macht, ist das Ziel erreicht. Aber ungeachtet dessen hat sie einen spannenden Roman geschrieben, der nicht nur Fantasy ist, sondern auch als Liebesroman gelten kann. Also, das finde ich auf jeden Fall. Diese Annäherung zwischen Ellen und ihrem Drachenkopf Jhad Allan hat E.M. Jungmann sehr gut beschrieben. Alleine dafür lohnt sich die Lektüre dieses Buches. 

Fazit: Das Herz des Abwûn von E.M.Jungmann ist ein spannender Roman mit einem für mich unbefriedigenden Ende. Soll es eine Fortsetzung geben? Oder bin ich einfach zu doof, um Andeutungen zu verstehen? ;-) Es steckt viel Philiosophie und Nachdenkenswertes in diesen 350 Seiten. Dafür gibt es vier von fünf Sternen. 
Das Herz des Abwûn von E.M.Jungmann ist im Epidu-Verlag erschienen. Unter diesem Link kann man das Buch gerne bestellen. 
Dies war eine Rezension für http://www.bloggdeinbuch.de/.

1 Kommentar:

  1. Meine Rezension kann man hier
    http://www.terablog.de/2011-12/buchrezension-das-herz-des-abwun-die-reise-ein-lesenswerte-fantasy-roman
    nachlsen.
    Mir hat der Roman ebenfalls sehr gefallen.

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