Sonntag, 21. November 2010

Zauberberg auf Teneriffa - Ein Buch, das mich an einen Ort erinnert

Es war Ende Dezember 2007, kurz vor Silvester, ich war in der Stadt, um Besorgungen zu machen, es war saukalt, es nieselte leicht, und ich hatte schlechte Laune. Ich stiefelte in diese hässliche Zeilgalerie und plötzlich sah ich ein Reisebüro. In dem Moment dachte ich: Whoah, geil, wie schön wäre es, einfach eine Woche in den Süden zu fahren, schön am Meer liegen, Sonne und Strand, alleine, alles schön gechillt. Ich sagte der Dame: Hauptsache warm, nicht allzuteuer und gechillt! So landete ich Anfang 2008 für eine Woche in Teneriffa. Ich hatte drei dicke Bücher dabei, denn mein erklärtes Ziel war, Thomas Manns Zauberberg in dieser Woche zu lesen - so saß ich Stunde um Stunde am Strand, las von einem jungen kranken Mann im kalten Davos, und setzte mich mit dieser "verführerischsten Macht, dem Tode, auseinander", und ließ mich "auf komisch-schauerliche Art durch die geistigen Gegensätze von Humanität und Romantik, Fortschritt und Reaktion, Gesundheit und Krankheit" führen. Umgeben war ich von vielen NACKTEN alten Knackern und Knackerinnen am FKK-Strand. Und umgeben war ich auch von schwulen Cruisern, die an mir vorbeiliefen, um ihren Spaß zu haben. Ich habe es geschafft, ihn zu lesen, diesen Zauberberg, manchmal hatte ich Spaß daran, manchmal überlas ich allerdings ein paar Seiten, wenn es allzu politisch wurde...

Kommentare:

  1. Dann empfehle ich dir jetzt "Joseph und seine Brüder" von Thomas Mann, vier Bände. Ich habe gut ein Jahr dafür gebraucht, habe durchgehalten und war froh, als es geschafft war!

    Carsten

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  2. Hallo, ich kenne dieses Buch und kann dir sagen das ich es auch sehr gut finde, ich hatte es schnell aus. Viele Grüße, Werner

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