Montag, 15. November 2010

Heute - ein ganz besonderes Buch...

... das ich nicht noch einmal lesen werde. Ja, das ist das Thema für Tag 6 in der Stöckchen Bücherliste. Ich spreche von einem meiner Lieblingsbücher, einem Buch, welches die Axt für das gefrorene Meer in mir drin war (Kafka). 

Geweint habe ich, stundenland geweint. Von Anfang an hatte mich dieser Roman gefangen, in seiner eindringlichen Sprache, in seinem schwarzen Humor, in seiner Lapidarität. Doch dann kam diese eine Stelle, an der man denken könnte, dass ja schon alles vorbei ist, als er nach Hause zurückkehrt, als Überlebender eines Konzentrationslagers. Und was passiert mit mir? Plötzlich bricht alles aus mir heraus, all die Wut, all die Trauer von den Seiten zuvor, aber noch mehr: Plötzlich erkannte ich mich in dem Jungen wieder, in György. Natürlich ist eine Krebserkrankung nicht mit einem KZ vergleichbar, doch die Sätze, die der Junge spricht, die Entgegnungen auf die Mutmaßungen der Erwachsenen, denen er ausgeliefert ist, sie erinnerten mich sehr an meine Situation, als ich von der Krebssation zurückkehrte. Das kann ICH nicht in Worte fassen, der Nobelpreisträger Imre Kertész hingegen schon, das zeichnet ihn als einen der größten Literaten des 20. Jahrhunderts aus. Ich kann mich nicht mehr dieser Sprache, dieser Geschichte aussetzen. Nicht ohne die Erwartung erneut zwanzig Minuten oder mehr ununterbrochen zu weinen. Ohne erneut in dieses Tal der Tränen gerissen zu werden und vielleicht diesem nicht mehr zu entkommen. Ich möchte dieses Buch nicht lesen, möchte aber dass es andere lesen, denn dieser Roman ist vielleicht einder der bedeutendsten Romane der letzten hundert Jahre. 
Dieses Buch wurde auch verfilmt: http://bit.ly/dz9NbQ und http://bit.ly/9pErBb.

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