Donnerstag, 13. Mai 2010

Buchcamp 2010

Naja, ihr kennt mich ja, auf allen Hochzeiten tanzen wollen, aber keine Zeit dafür haben, doch dafür schaffe ich dann recht viele Feiern, ohne angeben zu wollen, scheinbar habe ich richtig viel Energie. Die Liebe zu Büchern lässt mich nicht los, am liebsten wäre ich Schriftsteller, das ist ja kein Geheimnis, und Autor bin ich ja gewissermaßen bereits, aber zum Geld verdienen muss ich leider trotzdem mit Autisten und Chaoten zusammenarbeiten, aber das interessiert nicht, so lange ich meine Wohnung und reichlich Essen und Getränke bezahlen kann, aber nun gut. Die Liebe zu Büchern treibt mich jedenfalls an, und deswegen darf ich natürlich nicht bei einem Barcamp mit dem Schwerpunkt "Die Zukunft des Buches" fehlen, also, ta taaaaah, nahm ich also den weiten Weg nach Seckbach, nahe des Lohrbergs auf mich, fuhr mit einem der ungeliebten Busse der RMV, ach, ich habe es überlebt, aber kurz vor dem Erbrechen, wie immer, ich hasse Busfahren wirklich!
Was hatte ich vorher erwartet? Was sollte denn ein Barcamp sein? Was konnte ich mir unter diesem Buchcamp 2010 denn vorstellen. Ich stellte mir Chaos vor, schließlich wollte das alles ja eine (Un)Konferenz sein, alles quasi mehr oder weniger unvorbereitet. Die Teilnehmer/-innen sollten selbst die so genannten Sessions moderieren. Die Ideen für die Sessions wurden morgens in einer Auftaktveranstaltung vorgestellt, ja, beworben, mal interessanter, mal öder, insgesamt wusste man aber, was einen so erwartet. Es gab immer drei Sessions zur gleichen Zeit, in verschiedenen Räumen des Mediacampus Frankfurt. Selbstverständlich waren die einzelnen Vorträge/Diskussionen unterschiedlicher Qualität. Meiner Ansicht nach hat vor allem Anne Eckert (und Kollegin) von der Buchmesse Frankfurt mit ihrer Prezi, ihrer Kuhglocke und des dazugehörigen "Speed-Datings" am meisten beeindruckt. Teilweise kamen sehr gute Redebeiträge zustande, auch von wirklich beeindruckenden Menschen, die vermutlich etwas zu sagen haben, in der Branche, doch ich wusste nicht, wer sie sind. Macht ja nichts. Vielleicht ist das ja gerade das Sympathische an solchen Events, das so Leute wie ich darunter sind, die sich neben den Leiter der Marketing- und PR-Abteilung des Börsenvereins setzen und sie doof von der Seite anquatschen. Dieser muss übrigens den Film schneiden, den ich auf dem Mediacampus gedreht habe. Ich bin ja gespannt, was dabei herauskommt. Ich bleibe an diesem Herrn dran, schließlich möchte ich euch die Ergebnisse nicht vorenthalten.
Zu den Leuten: Da mischten sich ein paar "ältere" "Traditionalisten" unter die sehr technik- und neue Medien-affinen Menschen, die mehrheitlich an der Veranstaltung teilnahmen. So kam es zu der einen oder anderen lustigen Diskussion, z.B. als Johannes Haupt den iPad als durchaus "sexy" bezeichnete, was eine Frau auf den Plan rief, die lauthals verkündete, dass er dies wohl nicht wirklich im Ernst sage, und die sich darüber echauffierte, dass die anderen Teilnehmer/-innen das gerade von ihm Gesagte brav abnickten. Später im Bus debattierte ich weiter mit ihr, vielleicht hat sie meinen Punkt verstanden, der insgesamt zwischen den beiden Standpunkten der Kontrahenten liegt. Ja, zum traditionellen Buch, auf jeden Fall, ja aber auch zu neuen Medienkonvergenzen, wie sie Anne Eckert in ihrer Prezi vorgestellt hat.
Selbstverständlich hat es keine neuen Erkenntnisse auf diesem Buchcamp gegeben, vielleicht ein paar Denkanstöße, ein paar Inputs, viel eher wahrscheinlich neue Kontakte, die für die weitere Arbeit eventuell wichtig werden könnten. Oder die einem Spaß bringen. Denn interessante Leute kann man überall treffen. Daher möchte ich ja auch immer auf so vielen Hochzeiten tanzen.

Kommentare:

  1. Der PR-Herr fand das Buchcamp auch sympathisch, kam aber noch nicht zum Schneiden des Videos. Wenn's mal fertig ist, dann steht es unter http://www.boersenverein.de/buchcamp. Viele Grüße Holger

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  2. oh, vielen Dank für den Kommentar, Mr. Volland, bin ja sehr gespannt auf das "diagonal gedrehte" Video. ;-)

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