Sonntag, 24. April 2011

Memories in the Baustelle...

Es war in Karlsruhe, in der Schiller-Schule, als ich laut darüber sinnierte, was ich machen würde, wenn ich im Lotto gewinnen würde. Meine Schüler_innen diskutierten mit. Ich sagte: Erst ein langer Urlaub und dann ein Haus mit gaaaaanz vielen Zimmern, um möglichst viele verschiedene „Themen“-Räume einrichten zu können und um viele Gästezimmer für Besuch zu haben. Als ich einen der kleinen türkischen Checker fragte, was er sich denn von mir wünsche, was ich ihm schenken könnte bei einem Lottogewinn, da sagte er: ein Zimmer in deinem Haus. Das fand ich süß!
Diesen Gedanken, ein großes Haus zu haben, mit vielen Zimmern, habe ich immer weiter ausgebaut in meinen Träumen – und immer suche ich mir ein paar Leute aus, die unbedingt ein oder mehrere Zimmer in meinem Haus haben sollten. J. und D. gehören dazu...
Diese beiden liebeswerten, witzigen, emotionalen und hübschen Frauen traf ich dann heute wieder, in Karlsruhe... Und ich musste wie ein griechischer Held einige Gefahren und Hindernisse überwinden, um zu ihnen zu gelangen. ;-) Eine Fahrt mit dem Nahverkehr zwischen Appenweier (What the FUCK!) und Baden-Baden, na, okay, ging noch, dann mussten aber alle Leute, die nach Karlsruhe wollten, aussteigen, und zwischen Baden-Baden und Rastatt in so einem dämlichen, übelluftigen Bus quer durch die Wallachei fahren... Um dann irgendwann in Rastatt und irgendwann in Karlsruhe zu landen... Und an meinem Treffpunkt war dann ... eine Riesenbaustelle. Wo ist eigentlich der Europaplatz hin?




Ach, man kann sein ganzes Leben neue Leute kennenlernen, aber es ist irgendwie anders mit den alten Schul- und den alten Studienfreunden. Es ist eine aufwühlende Zeit, man lernt ganz viel Neues, wird erwachsen und alles. Und in dieser Zeit lernt man dann Menschen kennen, die die intensivste Entwicklung mitmachen... Wir haben so viele Running Gags, J. und D., es ist einfach schön, es ist aufregend, es ist melancholisch, es ist lustig. 
Das Haus ist groß wie eine Stadt, mittlerweile, da sind so viele Menschen, die einen Platz in meinem Herzen haben, die mir mal wichtig waren, und die gerne noch immer wichtig sein könnten. Doch weil die Sehnsucht zu groß werden würde, versuche ich alles zu verdrängen, aber eigentlich würde ich sie gerne in meiner Nähe haben, all diese Menschen, die mir wichtig sind. Menschen, die einen verstehen, denen man nichts mehr erklären muss, die auf einer Wellenlänge mit mir sind. J., D. und ich haben vieles gemeinsam erlebt - und jetzt erleben wir wieder vieles, unabhängig voneinander und doch immer nah beieinander, irgendwie.
Wir haben ein paar Orte besucht, an denen wir häufig waren, das Ying und Yang, das H & M undsoweiter. Vieles haben wir aber nicht geschafft... In den Schlossgarten gehen zum Beispiel... Das habe ich dann alleine gemacht. Aber auch hier eine RIESEN Baustelle.


Dinge ändern sich... Man lebt, geht in den Kindergarten, in die Schule, macht eine Ausbildung, studiert, kriegt eine Arbeit und Kinder, heiratet vielleicht. Und hat Freunde und bleibt sich gleich - was die Freunde zeigen. Mit J. und D. war es so, als hätten wir uns gestern das letzte Mal an der Hochschule gesehen... und doch war es ganz anders. Verstehste?
Wir sind älter geworden und doch sind wir die gleichen - wir haben uns Dinge erträumt, die nun ganz anders sind, und doch sind wir so, wie wir sein wollten...

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