Sonntag, 4. Dezember 2011

Blog-Parade: Liebe Sprichwörter - 3

Jannis Plastargias, schmerzwach-Blogbetreiber und Autor von Plattenbaugefühle, hat den Anfang für eine Blogparade gemacht, deren Idee uns bei der Planung unser ersten gemeinsamen Lesung gekommen ist. “Liebes Sprichwörter”. Bei dem Versuch, zwei unterschiedliche Romane mit völlig verschiedenen Genres zusammenzuführen und einen Konsens zu finden, auf dem sich eine Lesung aufbauen lässt, landeten wir beim Thema Liebe. Denn sowohl in Plattenbaugefühle als auch in Lieb mich! dreht sich alles um die schönste Sache der Welt. Bei Jannis im Rahmen eines Jugendromans mit überwiegend homosexuellen Tendenzen, bei Lieb mich! um die verwunschenen Illusionen der Medien und ihren Auswirkungen auf Frau und Mann.


“Liebe!” ist unser Thema der Lesung, die übrigens am 15. Dezember ab 19:30 im “raum für kultur” in der Commerzbank stattfindet (Wir freuen uns, wenn ihr uns zuhören kommt!). Doch alles unter dem Schlagwort “Liebe” zu organisieren scheint auf den ersten Blick schwierig, ist es auch. Also fingen wir an und begaben uns auf eine Suche nach Sprichwörtern, betreffend dem Thema Liebe!
Wichtig war uns natürlich, dass wir die Sprüche auf unsere Romane beziehen können. Am ersten Abend fielen uns gleich drei ein, die auch auf unserer Lesung thematisiert werden:
“Gegensätze ziehen sich an”
“Was sich liebt, das neckt sich”
“Gleiches gesellt sich gern”
Wir waren erstaunt, als wir merkten, dass in unseren Romanen jeweils zutreffende Passagen zu finden sind und entschieden und also für eine Blogparade zu dem Thema … Und ich, ich möchte mich heute mit dem Spruch “Was sich liebt, das neckt sich!” auf Jannis’ Post aufbauen und ein bisschen in die Hintergrundgeschichte von “Lieb mich!” eintauchen.
“Was sich liebt, das neckt sich!” — Wer “Lieb mich!” schon gelesen hat, der weiß sicherlich, an welche Textstelle ich jetzt denke. Für alle diejenigen, die es noch nicht gelesen haben: Die Protagonistin Tanja wird von ihrer Schwester zu einem Speeddating eingeladen. Dort trifft sie auf Alexander, einen abgrundtiefen Macho wieder, den sie bereits einige Tage zuvor bei sich auf der Arbeit kennengelernt hat. Das ganze 7-Minuten Date der beiden artet in einen Streit über die Vorurteile des jeweiligen Geschlechts aus.
Beim Schreiben dieser Szene hatte ich ohne Frage zwei Streithähne vor Augen. In der Bildlichkeit meiner Gedanken sind die Fetzen geflogen, wortwörtlich. Tanja hat die Speisekarte zerrissen, Alexander die Gute mit Spuckeresten bekleckert … alles nur, weil sie in einer Fehlkommunikation leben und nicht miteinander reden können. Doch ist es wirklich so, neckt sich, was sich liebt?
Jeder muss da wohl aus eigener Erfahrung sprechen. Generell wird einem ein solches Bild ja ein bisschen vermittelt. Mir kommt da wieder der tägliche Simpsons-Genuss ins Gedächtnis. Die skizzierte Darstellung einer Familie, die an sich ziemlich viel Scheiß ausfrisst, auf der anderen Seite aber auch ein verdammt starkes Zusammenleben führt. Oder mir fallen diese Filme wie “Email für dich” ein, wo sich die beiden Hauptfiguren immer erst zanken, streiten, sich den Tod an den Hals wünschen. Dieser Spruch scheint mir also eine kleine Regelmäßigkeit im Genre der Liebesromane zu sein. Die Leser erwarten es eigentlich, dass die beiden Hauptpersonen sich vorher irgendwie schon einmal sehen und dann irgendwie zusammenkommen … aber wie sieht das in der Realität aus? Haben wir da auch diese Klausel, dass alles, was sich liebt, auch neckt? Bei dieser Frage bin ich etwas überfordert. Sicherlich gehören Diskussionen zum Leben, aber inwieweit wird ein “Necken” definiert? Ihr seht, es schwimmt etwas an der Oberfläche. Aber ich denke, dass wir uns auf der Lesung überhaupt nicht necken, sondern schön unterhalten werden!
Original hier: http://blog.hilke-gesabussmann.de/?p=353

Mach mit bei der Blog-Parade: http://schmerzwach.blogspot.com/2011/11/blogparade-liebe-sprichworter.html :-)
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