Samstag, 3. Dezember 2011

Liebe in der Großstadt


In deiner Stadt leben über drei Millionen
Und du bist heute Nacht unterwegs
Um zu schauen ob unter diesen drei Millionen
Jemand ist der dich versteht
Jemand ist der dich versteht...
(Refrain des Liedes "3 Millionen" von Bosse)


Liebe in der Großstadt... Manchmal habe ich den Eindruck, dass es in Großstädten mehr Singles gibt als auf dem Land. Es gibt zwar mehr Möglichkeiten in der Großstadt... aber vielleicht ist es eben deswegen. Viele Menschen suchen nach einer Person, die noch besser und noch besser ist, vielleicht schöner, reicher, cooler, größer, charmanter, liebenswerter. Der Eindruck, den ich gelegentlich in kleineren Städten habe: Die Begrenzung macht es leichter, jemanden zu finden. Da ist dann der eine oder die andere froh drum, was man hat bzw. wen - so ganz nach dem Motto: Schlimmer gehts immer. ;-) Das sind natürlich alles Spekulationen. Genauso wie ich denke, dass es in Großstädten einfach mehr Menschen gibt, die ihren Spaß haben wollen, eine Zeit lang vielleicht keine Beziehung möchten, später keine Kinder, kein Auto und Haus mit Garten haben wollen, die lieber ihre Freiheit genießen. Und genauso wie ich glaube, dass es durch sehr viel mehr Ausgehmöglichkeiten vielleicht auch mehr Möglichkeiten eines "Seitensprungs" gibt, ihr wisst schon: "Schatz, es bedeutet nix, ich war einfach betrunken und dann ist es passiert, aber ich wollte es nicht..." oder so. Auf der anderen Seite gibt es in Großstädten vielleicht auch mehr Menschen, die sagen: "Ach, ich sehe das alles ein bisschen offener, Treue ist schön und gut, vor allem wenn sie geistiger Art ist, aber es gibt noch andere begehrenswerte Menschen auf der Welt, mit denen ich intim werden kann." Menschen also, die es hinkriegen, Liebe und Triebe getrennt voneinander zu sehen. 
Nach dem Klischee sind das vor allem schwule Männer, die so denken. Ist das tatsächlich so? Schaut man Trash-Sendungen im Fernsehen an, dann hat man den Eindruck, dass alle Welt in Swinger-Clubs geht - und davon sind die meisten ja wohl eindeutig Etablissements für Heterosexuelle. Sein Schwul sein ausleben wird auch mit Großstädten assoziiert, mit Berlin und Köln in erster Linie, aber durchaus auch mit Frankfurt, Hamburg oder München. Coming Out-Filme oder auch -Bücher, die in Großstädten spielen, nehmen meistens einen anderen Verlauf als solche in Kleinstädten. Es scheint leichter zu sein, sich in einer größeren Stadt zu outen, sein Schwul sein auszuleben. In Plattenbaugefühle ist Jonas der Großstädter, der viel weniger Probleme mit dem Coming Out hat als sein Mitschüler Afyon, der ein richtiger Kranichsteiner ist. In Lieb mich! hingegen treffen zwei Singles aufeinander, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Der schmierige Alexander, der von seinen Eroberungen für eine Nacht lebt, wenn man so sagen möchte, nur One-Night-Stands, nichts Ernstes, nur feiern und ficken - und die romantische, verträumte Buchhändlerin Tanja, die den Mann fürs Leben, vor allem für das Kuscheln sucht. Haben diese beiden genannten "Paare" eine Chance zusammenzukommen? Wie ist die Geschichte der beiden Paare? Nachlesen kann man es in den beiden Büchern. Etwas mehr erfahren kann man darüber auch in der Lesung, in der Großstadtliebe ein wichtiges Thema sein wird: https://www.facebook.com/event.php?eid=185106708246845
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