Sonntag, 4. September 2011

Geheimgesellschaften in der Schirn - geheime Führung am 2.9.

Ich war sehr gespannt! Über Facebook wurde ich zu einer geheimen nächtlichen Führung in die Schirn Kunsthalle eingeladen. Dass etwas Spannendes passieren würde, war natürlich schon vorher klar, sollten wir doch durch die Ausstellung Geheimgesellschaften geführt werden. Na gut, dachte ich, dann bist du mal pünktlich, wer weiß, wozu es gut ist. Als ich vor der Schirn ankam, schienen alle auf dem gleichen Stand zu sein wie ich, außer natürlich die Leute aus der Schirn. Ich wunderte mich noch, wieso das mit der Liste und dem Draufstehen so wichtig sei... Auf jeden Fall kam ich rein, bekam ein Ticket umsonst - und wartete. Dann begann die Führung...


Thomas Krone nannte sich der Typ, der die Führung machte, auf den ersten Blick professionell, auf den zweiten Blick lustig. Nur wunderte ich mich nach zehn Minuten darüber, dass so wenig über die einzelnen Werke gesagt wurde. Er kündigte uns immer nur an, dass er demnächst darüber und darüber reden würde. Tat es aber nicht. Und führte uns immer weiter durch das Ausstellungslabyrinth. Wir kamen am Ende an, noch hatte er nicht viel erzählt, ein paar Witze gemacht - plötzlich bimmelte laut ein Handy, dann kam der aufgeregte Wärter, forderte uns aus, in den Eingangsbereich zu gehen, machte Hektik, wir könnten die Führung erst einmal nicht fortsetzen, wir wurden hinunter gescheucht, die Eingangs-Türen wurden geschlossen. Der Wärter kam die Treppe hinunter, fragte, wem die schwarze Tasche gehörte, die er in der Hand hielt. Keiner meldete sich. Es wurde etwas gestohlen, sagte er, deswegen öffne ich jetzt diese Tasche. Er holte einen Brief heraus, adressiert an den Namen einer Teilnehmerin dieser Führung, dann weitere Briefe an Teilnehmer_innen, ich bekam ebenfalls einen. Darin stand, wohin wir gehen sollten, eine Rallye begann... Als wir am ersten Treffpunkt ankamen, bekamen wir MP3 Player, auf denen weitere Anweisungen gesprochen waren. Nur ging meiner schon mal nicht, aber der supernette M. gab mir einen Neuen. Wir wurden von der Schirn über Umwege in das Bahnhofsviertel geschleust, es gab einzelne Stationen, an einer lag eine Frau in rotem Bikini auf einer Liege, im Vorgarten eines Hauses, bei der nächsten stand ein Schreibtisch mit mehreren Utensilien auf dem Bürgersteig (gegenüber vom Monza), dann stand chickengeorge im Brunnen beim schauspielfrankfurt, ganz in Weiß, etwas abgefahren, mit weißen Gummistiefeln, drückte uns ein Kärtchen in die Hand mit einem Passwort drauf.

Während wir den Anweisungen folgten, bekamen wir auch immer sehr schöne Texte über das Leben in der Großstadt zu hören. Die nächste Station war nun die Weißfrauenkirche, in der eine Frau klassisch sang, etwas enervierend und hoch... Und dann wurden wir in das Hotel Meridien geführt, dort in ein besonderes Zimmer mit Bildschirmen, in dem wir einen kleinen Film von den Leuten (da sieht man auch den Tisch), die diese geheime Führung gefaked und diese Rallye mit uns durchgeführt haben, sehen durften. Dazu werde ich demnächst noch ein bisschen mehr erzählen... Anschließend durften wir uns in die Hotelbar Casablanca setzen und bekamen einen Prosecco Mandarine... Es war mittlerweile ein Uhr in der Nacht - und jetzt begann dieses "Lost in Translation"-Gefühl, als ich mit der wundervollen I. an der Bar saß und rechts von uns ein englisch sprechender Mann mich irgendwie disste, so von wegen "Zieh dich um, dein Hemd sieht aus wie ein Pyjama, und dann hockst du hier mit so einer schönen Frau und so einem hässlichen Hemd rum". Schmerzwach war sauer und erklärte, dass er das Hemd in London bei Topman gekauft habe. Ja, das sei ja auch das Problem, sagte der Mann. Ende vom Lied, ein Gespräch, bei dem ich nur die Hälfte verstand - und ein paar spendierte Biere (immerhin 6,20 Euro das Glas - hihi, CASABLANCA). Ich kam ins Gespräch mit Thomas Krone, der in der Realität Johannes heißt - und mit den anderen Künstlern, wir saßen zusammen und tranken noch unsere letzten Drinks. Irgendwann wurden wir Betrunkenen (das Filmteam und die Schirn-Leute) aus der Bar komplimentiert - und wir gingen durch die Kaiserstraße, Bier kaufen... Irgendwann um 5 fiel ich tot ins Bett...

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