Freitag, 23. April 2010

Lebensfragen

Seit Jahren, nein, seit Jahrzehnten bereits, diskutiere ich mit den Leuten vom ABK, die ja vor der Gründung ihrer Revoluzzer-Gang auch schon meine Freunde waren, über die wichtigen Fragen des Lebens:
Wo komme ich her? Wo möchte ich hin? Wie geht es weiter nach dem Leben auf Erden? Gibt es ein Jenseits? Welchen Sinn macht unser Erdensein überhaupt? Was möchte ich mit meinem Leben anfangen? Soll man Kinder in die Welt setzen? Was bleibt nach dem Tod von uns? Muss man einen Baum pflanzen, ein Haus bauen, ein Kind aufziehen, ein Buch schreiben? Ist es wirklich notwendig alle Lieder von Britney Spears und Madonna zu kennen? Und sollte man lieber Fan von Patsy oder doch lieber Edina Monsoon verehren? 

Uns ist durchaus klar, dass wir niemals eine befriedigende Antwort darauf finden, ach nein, das wissen wir wirklich, auch wenn wir es meist vertuschen können, und uns schon gar nicht anmaßen können, nur in die "richtige" Richtung zu denken, wenn es überhaupt richtig oder falsch gibt, was wir klar mit NEIN beantworten können. Wenn wir trotzdem entschieden für etwas werben/ gegen bestimmte Dinge polemisieren / bestimmte Dinge als nicht in Ordnung und verdammenswert markieren, dann sind wir uns im Klaren darüber, dass das in "unseren Augen richtig und erstrebenswert erscheint" und dass dies nach unserem "derzeitigen Wissensstand so erscheint". Ja, ja, das wissen wir wohl zu gut, und trotzdem möchten wir regelmäßig Stellung beziehen zu allen Themen, die uns beschäftigen.
Wir möchten auch Stellung beziehen zu diesen Fragen des Lebens. Die Antworten fallen je nach Lebenssituation unterschiedlich aus. Mit 15 zum Beispiel ganz anders als mit 34. Mit 25 waren manche von uns im Endspurt beim Studieren und hatten ganz andere Ansichten als damals noch kurz vor dem Abitur mit 18, als wir uns so schlau und weltgewandt vorkamen. Es ist auch klar, wenn man bedenkt, dass die Beantwortung der Fragen auch von der Tageszeit abhängen kann, morgens vor der Arbeit, wenn ich ganz angepisst bin, dass ich schon wieder arbeiten gehen muss, und mir bewusst wird, dass 9/5 echt nicht meins ist, ist es anders als abends, wenn ich bei einer lustigen Ausstellungseröffnung das dritte Glas Rotwein runterkippe.
Wieso schreibe ich das überhaupt? Vielleicht weil ich samt ABK in einer tiefen Lebenskrise stecke? Vielleicht wegen der Aschewolke aus Island, und ich möchte mal erwähnen, dass alles Schlimme und Anstrengende aus Island stammt, zumindest in den letzten Jahren, neben der Aschewolke bescherten sie uns auch die Weltwirtschaftskrise und nicht zu vergessen BJÖRK. Ich weiß es einfach nicht. Ich saß vorhin in der U-Bahn und fragte mich, wie all die Jahre zuvor, was das alles soll. Das gehört zum Menschsein dazu, sagte meine Philosophie-Lehrerin Frau Barreau, Gotthabsieselig, wobei ich ja nicht weiß, vielleicht lebt sie noch, sie hat ja die Gene von ihrer Tante Leonie, die damals gerade 104 Jahre alt geworden war, und von der sie gerne erzählte. Sich jeden Morgen diese Frage zu stellen: Wieso stehe ich überhaupt auf? Wieso gehe ich in die Schule? Ja, normal, fand sie das. Ich allerdings furchtbar anstrengend. Und ich bin froh, dass ich mittlerweile morgens nicht mehr die Frage stelle, was nichts mit dem schönsten Mann der Welt zu tun hat, denn es ist zwar schön, dass er da liegt, jeden Morgen, aber die Frage, wieso ich zur Arbeit fahre, erübrigt er nicht. Und er hat mich auch noch nicht davon überzeugen können, nein, er hat es noch nicht einmal versucht, dass es ja wegen des Geldes sei... Nein, nein, es ist nicht wegen des Geldes, doch natürlich ist es das, aber das ändert ja nichts, aber im Moment denke ich mir oft, ach, dir würde dieses absurde Theater auf der Arbeit einfach fehlen, es ist zu komisch, und jeden Tag wieder erfrischend heiter. Umso besser, dass ich kaum Existenzängste habe. Und wenn ich mich doof dabei anstelle, ist es vielleicht sogar noch besser für mich. Weniger Arbeit, weil die Leute denken, du kriegst es eh nicht gebacken. Der Sinn der Büroarbeit ist scheinbar sowieso nur, Arbeitsabläufe zu verkomplizieren, um weiterhin Arbeit zu haben. Also, wo wäre da der Sinn zu finden? Es gibt keinen und muss auch keinen geben. Das ist der derzeitige Stand. Aber was ist mit der Liebe? ... Ein ander Mal das ... Ich bin müde... VOM ARBEITEN. Tschö!

Kommentare:

  1. Die Antwort ist doch ganz einfach: wer ist Madonna? Und was soll ich mit einem Haus? Das passt nicht in einen Koffer, also ....
    Alles was zählt ist Lebensfreude. Carpe Diem, mein Freund.

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  2. hahaha...
    ja, wir brauchen nix, was nicht in einen kleinen rucksack passt... alles andere muss entrümpelt werden, oder wat! :-))))

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  3. Ach ja, die alte Frage nach dem Sinn des Lebens... meine unmaßgebliche Meinung dazu: es hat keinen, weil es keinen braucht, und das ist gut so.

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