Samstag, 7. Mai 2011

Kitchen Stories SIXTEEN - der zweite Geburtstag

Es war die zweite Lesung meines Lebens, in der ich eigene Texte vorlas - und mein zweiter 35. Geburtstag! :-) Wie das kam?
Kurt Drawert, Leiter des Zentrums für Literatur, stellte mich dem Publikum vor, wer ich bin, was ich arbeite, was ich sonst so mache, wie und was ich schreibe. Dann plötzlich sagt er: Es gibt nun das erste Mal einen Tusch bei der Lesebühne! Ich sitze leicht verwirrt da, denke: HÄ? Dann spricht Kurt weiter: "Ja, denn heute hat Jannis Geburtstag!" Verwirrt blicke ich ihn an, frage mich: Will Kurt mich verarschen? Wo ist die versteckte Kamera??? Doch nichts, er meint es völlig ernst. Auch Schwester S. schaut mit irritiert an. Was nun machen? Perplex rufe ich aus: Was? Ich? Geburtstag? HEUTE? Wusste ich ja gar nicht! Daraufhin die Antwort Kurts: "Soll ich dir die Email zeigen, in der du mir das geschrieben hast?" Und dann war mir alles sehr viel klarer... 


Denn ursprünglich hätte ich tatsächlich bei der Lesebühne am 6.7. - meinem Geburtstag - lesen sollen, und ich, der seinen Jahrestag nicht sonderlich gerne feiert, schrieb Kurt: Ja, super, trifft sich ja, dass ich da Geburtstag habe. Nun mussten wir aber den Termin tauschen. Das war nun schon mal ein witziger Beginn meiner Lesung. Dementsprechend aufgelockert war ich schon, bevor ich überhaupt zu lesen begonnen hatte. :-)
Aber fangen wir von vorne an. Zuerst las Özlem Özgül Dündar ihre Gedichte und kurze Prosa. Es kommt selten vor, aber ihre Gedichte mag ich wirklich sehr, sie sagen mir etwas, ich meine, wie schafft man es, die Sprachlosigkeit in menschlichen Beziehungen wortgewaltig in Gedichte umzusetzen? Schwierig nach so einer talentierten Autorin zu lesen. Aber nicht, wenn man schon zwei drei Glas Wein und ein paar Jazz Songs intus hat und Kurt einen lobend einleitet. 


Es macht großen Spaß zu lesen, wirklich. Klar, vorher hatte ich Lampenfieber, ich hatte plötzlich keine Lust mehr zu lesen, dachte, oh Mann, jetzt hast du dich wieder wo reingeritten. Ich weiß, die meisten Menschen denken, ich sei eine Rampensau - bin ich wohl auch - aber im tiefsten Inneren bin ich doch ein wenig schüchtern und muss mich sehr überwinden, offen und offenherzig zu sein. :-) Ich las zwei Texte, die mir selbst ganz gut gefallen und die ich in der Textwerkstatt schon vorgestellt hatte. Einer handelt vom Schlaf - von einem verschlafenen Erdbeben, einer verschlafenen Beziehung und einem verschlafenen Tod. Und der andere handelt von Max und Bartek - einer unmöglichen Liebe...
Ich würde gerne mal wieder lesen... Also, Leute, macht mal ein paar Lesungen für mich klar (in ganz Deutschland natürlich - ich komme überall hin :-)), dann könnt auch ihr mich mal live erleben! ;-)

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