Mittwoch, 4. Mai 2011

Heidelberg - die schönste und chilligste Stadt Deutschlands

Mit Heidelberg verbinde ich sehr schöne Erinnerungen... Kein Wunder, es ist die schönste Stadt Deutschlands... Ich erinnere mich an eine „homosexuelle Eheschließung“ (oder wie man das nennen mag) zwischen der Polin Martha und einer Frau, die ich davor, aber auch danach nie wieder gesehen habe, ich erinnere mich an ein Gespräch mit Christoph, der ehemalige Partner meines ehemals besten Freundes – an die vielen Teesorten, die er mir anbot und ... an die Trennung der beiden, die bald nach meinem Besuch erfolgte, ich erinnere mich an den bayerischen Mitbewohner von C., der vor unseren Augen in die Badewanne kotzte und noch sehr viel mehr solcher kleiner Dramen. Nein, Schmarrn – die schönsten Momente behalte ich für mich. ☺


http://img.fotocommunity.com/photos/4842837.jpg
Am letzten Wochenende war es Zeit, Stoff für neue Erinnerungen zu sammeln. Der schönste Mann der Welt und ich zogen also los, auf diese beschwerliche Reise nach Heidelberg, in so einem Bummelzug, der an allen „Unterwegs-Haltstellen“ hielt.... Abgeholt wurden wir von Ph., der in seiner Studentenwohnheimbude mit uns grillte, und der mit uns danach eine noch sehr viel abenteuerlichere und anstrengendere Reise antrat. Vom Bismarckplatz aus durch die abendliche Altstadt, über die Alte Brücke und den nächtlichen Philosophenweg hinauf zur Thingstätte. Wir waren ganz aufgedreht, als wir mühsam im Dunkeln durch den Wald liefen, immer bergauf, immer mit dem Blick auf das schöne Heidelberg, mit seinen Lichtern und seinem Neckar. Es war ein Gemeinschaftserlebnis, jetzt nicht nur mit dem schönsten Mann der Welt, mit Ph. und zwei seiner Kommilitonen, sondern mit Dutzenden, die vor und hinter uns liefen, die ebenso wie wir zur Thingstätte laufen wollten, zur Walpurgisnacht, zum Tanz in den Mai. Wir hatten ein wenig Angst, am Abgrund abzustürzen, den Hang hinunterzuschlittern, aber letztendlich schafften wir es nach fast zwei Stunden hoch an unser Ziel. Und es lohnte sich!


www.visum-mannheim.de entnommen
Die Thingstätte wurde 1933/34 von den Nazis gebaut, nach Vorbild der griechischen Freilichtbühnen, Josef Goebbels persönlich weihte sie ein... Sie ist bombastisch, bei der „Walpurgisnacht“ wurden schon mal 20000 Besucher_innen dort gezählt. Auch dieses Jahr waren mit Sicherheit 10000 Leute da, saßen im großen Halbkreis. Trommeln konnte man hören, stundenlang im gleichen Takt und doch nicht ermüdend, Feuerschlucker sah man, Feuertänzer, überall Fackeln und kleine Grills, Menschen, die friedlich beieinander saßen, miteinander aßen und tranken, rauchten und kifften, musizierten und tanzten. Ein atemberaubendes Gefühl, ein wundervolles Gefühl. Der schönste Mann der Welt schwebte vor sich hin, stundenlang. Herr Woody, der immer gerne leidet, fror natürlich, erfreute sich trotzdem an dem Anblick, Herr Woody mag Feuer so gerne.


Nach einer kurzen Nacht gab es dann nicht etwa eine Sauf und Lauf bzw. Sauf und Fahr Rad-Veranstaltung für die Chillie Billies, sondern Chillen und Sightseeing war angesagt: Wie gesagt, Heidelberg ist wunderschön. Wieder etliche Treppenstufen hoch auf das Schloss, dort chillen und Heidelberg von oben betrachten. Danach schööööööön Falafel und Humus essen... Danach Eis und mit diesem runter an den Neckar, wie tausend andere Menschen, der 1.Mai war supersonnig und relaxt. Was schreibt man denn noch in so einen Schulaufsatz? ;-)


Ich werde mich an die beiden Chillie Billies erinnern, die am Neckar sitzen, die Ruderer und die Gänse beobachten... Ich werde mich daran erinnern, wie wir am Schloss standen, uns von oben Heidelberg anschauten und beschlossen, Ph. wieder zu besuchen. Ich werde mich daran erinnern, wie wir gutgelaunt mit fremden Menschen auf der Suche nach dem richtigen Pfad zur Thingstätte liefen, immer auf der Suche nach Menschen, die Fackeln oder Lampen dabei haben...

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