Montag, 30. Mai 2011

Goldene Leslie 2011

Jedes Jahr, wenn wir uns im Literaturbüro in Mainz treffen, sagen wir: Aber dieses Jahr wird es das letzte Mal hier sein.... Ich bin, wie immer, am Römischen Theater ausgestiegen, vorbei am großen Kino, dann in die Neutorstraße 1, in die "süße", verratzte alte Schule, die wirklich bessere Zeiten gesehen hat. Es war mein viertes Mal in der Erwachsenen-Jury der Goldenen Leslie - und ich glaube, dieses Mal wurden wir uns so schnell einig wie noch nie. Uneins waren wir uns nur darüber, wie stark dieses Jahr der Wettbewerb war, zwei Juroren (darunter ich) hatten sehr starke Bücher bereits in der ersten Leserunde, die anderen vier hatten eher schwache am Anfang, in der Auswahl ging es uns vor allem um eine große Vielfalt an den Büchern. Wir haben vier davon ausgesucht und hoffen jetzt auf die richtige Entscheidung bei der Jugendlichen-Jury und dem Publikumspreis. Hier kann man sich als Jugendlicher zwischen 13 und 17 und aus RLP noch die nächsten Tage dafür bewerben: http://www.leselust-rlp.de/goldene-leslie.php.Und hier die spannenden Bücher, die zur Auswahl stehen:


Für die 15-jährige Lynn ist das Filmprojekt ihrer Schule sehr wichtig – schließlich möchte sie später Kunst studieren. Also fährt sie mit ihrem Mitschüler Bogdan in das herbstliche Wendland, wo ihre Tante wohnt. Aber dann passieren Dinge, die Lynn sich nicht erklären kann. Sie fühlt sich verfolgt und möchte das Wendland am liebsten so schnell wie möglich verlassen. Auch ihre Tante möchte, dass sie wieder nach Hause fährt. Warum nur?, fragt sich Lynn. Was verheimlicht ihr ihre Tante? Und welches Spiel spielt Bogdan?
Lea ist hübsch, temperamentvoll – und von Geburt an gehörlos. Als Mika sie zum ersten Mal sieht, zieht ihn das quirlige Mädchen mit der Lockenmähne sofort in ihren Bann. So sehr, dass er beschließt, einen Gebärdensprachkurs zu machen. Familie und Freunde sind skeptisch und bald kommen ihm selbst erste Zweifel. Nie hätte er gedacht, dass die Welt der Gehörlosen eine völlig andere ist als seine. Und plötzlich ist da wieder Sandra, Mikas Exfreundin, über die er nie ganz hinweggekommen ist. Doch Lea hat sich schon in sein Herz geschlichen ... Kathrin Schrocke erzählt mit skurrilem Witz und viel Einfühlungsvermögen die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe.




In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Als Raubkopie geht es von Hand zu Hand und wer es spielt, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Spielregeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und - wer gegen die Spielregeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Merkwürdig ist aber, dass die Aufgaben, die Erebos stellt, nicht in der Welt von Erebos, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden müssen. Die Fiktion des Spiels und die Realität verschwimmen auf irritierende Weise.
Auch Nick ist süchtig nach Erebos, bis das Spiel ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen. Natürlich führt er diesen Auftrag nicht aus und wird prompt vom Spiel ausgeschlossen. Als auch noch sein bester Freund Jamie schwer verunglückt, begreift Nick: Erebos ist weitaus mehr als nur ein harmloses Computerspiel!


Ein Roman, in dem Gräben überwunden werden und das Menschliche siegt!
Als sie sich im Winter 1944/45 erstmals begegnen, liegen Welten zwischen Inge aus Schlesien und Wanda aus Polen. Inges Gedanken kreisen um die nahe Zukunft: das Abitur, das Konservatorium und die bevorstehende Eheschließung mit Wolfgang von Brandt. Die Folgen des Krieges registriert sie höchstens am Rande, die Fremdarbeiter auf dem elterlichen Gut nimmt sie kaum wahr. Wanda dagegen hat den Krieg bereits hautnah erlebt: Wie es ihrer Familie geht, weiß sie nicht. Die Deutschen haben sie aus Krakau verschleppt, die Zukunft liegt bereits hinter ihr. Alle Kraft konzentriert sie auf das Hier und Jetzt, jedes Fehlverhalten kann tödlich sein. Als die Rote Armee naht, müssen Inge und Wanda ihren Weg nach Westen gemeinsam finden. Das Überleben der einen liegt in der Hand der anderen. Für ihren Roman hat Gina Mayer viele Zeitzeuginnen befragt. Eines dieser Interviews ist im Anhang abgedruckt.

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